Vorschau: Soul Calibur VI


Bandai Namco hat uns eingeladen, das neue Soul Calibur VI in Frankfurt zu testen. Ob der sechste Teil der Reihe ein würdiger Nachfolger ist, was es mit den neuen Story-Modi auf sich hat und welche neuen Features es im Gameplay gibt, das lest ihr hier.

Vor langer Zeit erschien das erste Soul Calibur, Soul Edge 1995. 23 Jahre später präsentiert sich Soul Calibur VI im neuen alten Glanz. Fans der Reihe aus dem Haus Bandai Namco kommen in jeden Fall auf ihre Kosten. Viele Charaktere, die das Spiel seit Beginn der Reihe begleiten, sind wieder mit von der Partie und lassen Nostalgie in 60 Fps aufkommen.  Neben den zwei neuen Figuren Grøh und Azwel gibt es auch wieder einen Gast-Star: Geralt aus Witcher 3. Bandai hat sich bei der Umsetzung von dieser Figur wirklich ins Zeug gelegt und damit einen Charakter erschaffen, der nicht nur perfekt ins Spielgeschehen passt, sondern auch wohl ausbalanciert ist und sehr viel Spielspaß mit sich bringt.

Wie siehst du denn aus?

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich in Sachen Story-Modus sehr viel getan. Bandai stellt euch insgesamt zwei Story-Modi zur Verfügung, die in sich verknüpft sind und so einen riesigen Story—Modus ergeben, den ihr aus verschiedenen Perspektiven des Geschehens verfolgen und mitbestimmen könnt.

„Libra of Soul“ ist ein Story-Modus, in dem ihr euren eigenen Charakter erstellen könnt. Die Entwickler von Bandai geben auch dabei ziemlich viel Spielraum. Vorab bestimmt ihr eure Rasse. Zur Auswahl stehen: Echsenmenschen, Besessene, Menschen, Elfen, Gestaltwandler, Skelette und viele mehr. Ihr könnt neben dem Geschlecht auch die Proportionen und sogar den Anteil an Muskelmasse selbst bestimmen.  Soul Calibur VI hält darüber hinaus auch eine große Auswahl an Gesichtstypen und Charaktermerkmalen für euch bereit. Ihr könnt selbst die Stimme eurer Figur in Höhe, Betonung und Ausdruck bearbeiten.

Nachdem ihr euren Charakter erstellt habt, könnt ihr euren Kampfstil wählen. Dabei habt ihr die Möglichkeit, auf die verschiedenen Kampfstile der bekannten Figuren wie zum Beispiel Yoshimitsu zurückzugreifen und könnt so einen eigenen Kämpfer mit den Fähigkeiten eures Lieblings-Charakter erstellen. Seid ihr mit der Erstellung fertig, verpasst eurem Kämpfer noch einen Namen und los geht’s.  Bandai Namco hat auch noch ein interessantes Feature eingebaut, eure erstellten Charakter tauchen im Story-Modus der Leute aus eurer Playstation-Freundesliste auf. So könnt ihr quasi, wenn auch nicht persönlich, ein Duell gegen die Charaktere eure Freunde führen oder euch mit ihnen verbünden.

Riesige Auswahl bei der Charaktererstellung.

Entscheide dich!

Zu Beginn erwacht ihr in einem Wald im Indien des 16. Jahrhunderts, ohne Erinnerungen, wer ihr seid. Geweckt werdet ihr von Zasalamel, der euch über eure Rasse (In unserem Fall Besessene) aufklärt und euch in die Story einführt. Anschließend geht es auf die Karte und ihr werdet in die einzelnen Funktionen eingeführt. Jede Story entwickelt sich individuell und ist von euren Entscheidungen abhängig. Ihr habt die Möglichkeit, euch für die gute oder die böse Seite zu entscheiden. Passend zum Namen des Story-Modus wird euch unten rechts eine Waage angezeigt, die festlegt, in welche Richtung ihr tendiert bzw. auf welche Seite ihr euch festgelegt habt. Davon ist auch abhängig, welche bekannten Charaktere ihr trefft und mit wem ihr zusammenarbeitet.

Es gibt einen Marktplatz, auf dem ihr eure Waffen und Rüstung aufwerten und individuell anpassen könnt. Soul Calibur hält fasst 400 Outfits und Ausrüstungsmöglichkeiten für euch bereit. An der Vielfalt im sechsten Teil der Reihe mangelt es in jedem Fall nicht. Ihr habt auch die Möglichkeit, Nahrung zu euch zu nehmen, um mit einem „Boost“ in den nächsten Kampf zu starten.  Ihr könnt wie schon in vergangenen Story-Modi verschiedene Events auf der Karte anwählen. Im sechsten Teil von Soul Calibur ist es sogar möglich, frei über die Karte zu springen ohne lange Umwege. Allgemein lässt sich über diesen Story-Modus sagen, dass Bandai Namco aus der Vergangenheit gelernt und viel mehr Zeit in die Entwicklung dieses Modus investiert. „Libra of Souls“ bietet sehr viel Freiraum zur Selbstbestimmung und garantiert euch ein nie dagewesenes, individuelles Soul Calibur-Erlebnis.

Die Map erinnert an die Vorgänger von Soul Calibur VI. Rechts unten seht ihr die Seelenwaage.

Alte Geschichten neu erzählt

Wir hatten die Ehre, mit Geralt und Mitsurugi den „Chronicle of Souls“- Modus spielen zu dürfen. „Chronicle of Souls“ bietet euch die Möglichkeit, die Geschichte jedes Charakters mitzuerleben. Auf dem Zeitstrahl seht ihr ganz genau, in welchem Zeitraum die Geschichte des jeweiligen Charakters spielt, Zusammentreffen mit anderen Charakteren des Spiels gibt es in jeder einzelnen Story. Bandai Namco bindet liebevoll gezeichnete Bilder und Porträts in das Storytelling mit ein. Ihr beginnt den Modus nach der Einführung mit Mitsurugi. Der ehrgeizige Samurai-Krieger ist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Gegnern. Auf seinem Weg trifft er auch den mysteriösen Edge-Master, der im Laufe der Geschichte noch eine wichtige Rolle einnehmen wird.

Habt ihr die ersten sechs Kapitel der Story durchgespielt, schaltet das andere Charaktere frei. Unter ihnen auch Geralt aus Witcher 3. Für erfüllte Story-Teile bekommt ihr Seelenpunkte, mit denen ihr neue Outfits für eure Charaktere freischalten könnt. Langjährige Soul Calibur Fans kommen in diesem Story-Modus in jedem Fall auf ihre Kosten, aber auch für Neueinsteiger, die davor nie mit der Geschichte um die beiden Schwerter in Berührung kamen, ist die Handlung verständlich und mit viel Liebe zum Detail und der Geschichte der Vorgänger aufgebaut.

Ivy trifft auf einen alten Bekannten.

Genug erzählt, jetzt wird gespielt!

Über das Gameplay lässt sich sonst nicht viel Neues sagen. Soul Calibur VI gibt einem das traditionellen Spielgefühl wieder zurück. Nicht zu kompliziert, ist das Spiel auch für Einsteiger gut geeignet. Einige Neuerungen, die den Kampfverlauf extrem beeinflussen können, gibt es allerdings schon.

„Critical Edge“ gab es schon in Soul Calibur V. Die Spezial Attacke kann erst gespielt werden, wenn eure Seelenleiste voll ist. Spielt ihr die Attacke im richtigen Moment, kann sie den Kampf entscheiden. Namco Bandai hat sich bei der Umsetzung der Spezialattacken wieder ins Zeug gelegt, manche Special-Attacken sind allerdings gleich bzw. ähnlich geblieben.

Critical Edge – Bei voller Seelenleiste kann’s losgehen.

„Reversal Edge“ wurde zum Chancen-Ausgleich entwickelt. Wer kennt es nicht, kein Griff und keine Combo sitzt, doch jetzt kann die eine entscheiden. Ihr oder euer Gegner starten ein „Reversal Edge“. Anschließend folgt ein Schere-Stein-Papier-Prinzip, drückt ihr den passenden Knopf auf eurem Controller, blockt ihr die Combo oder landet einen sauberen Treffer. Wenn ihr verteidigt habt, füllt sich eure Seelenleiste und ihr könnt wieder eine Combo starten. „Reversal Edge“ spielt so auch Spiel-Einsteigern, die gegen alte Hasen kämpfen, in die Hände.

Reversal Edge – Mit viel Glück könnt ihr den Kampfverlauf noch einmal drehen.

Landet ihr einen Lethal Hit, habt ihr die Möglichkeit, noch mal sauber nach zu treten und mehr Schaden anzurichten.

Soul Charge ist ein Booster, der euch mehr Kraft gibt. Ihr könnt ihn bei einer vollen Seelenleiste auslösen. Sobald ihr Soul Charge aktiviert habt, leuchtet euer Charakter und macht deutlich mehr Schaden. Natürlich ist Soul Charge zeitlich begrenzt, also schnell zuschlagen, bevor euch die Kraft wieder verlässt.

Soul Charge – Eine rote/lila Aura umgibt euch und verpasst euch einen zeitlich begrenzten Boost.

Multiplayer

Endlich wieder zurück in die Kindheit: Soul Calibur VI bietet auch im Multiplayer den gleichen Spielspaß wie vor einigen Jahren, allerdings gibt es einige Neuerungen, die das ganze etwas abwechslungsreicher gestalten werden.

Rutschpartie: Auf nassen Untergrund müsst ihr euren Mann/Frau stehen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn man rutscht ziemlich schnell weg, bzw. aus dem Ring. Diese Feature bringt ziemlich viel Spaß mit sich, gerade wenn ihr mit neuen Spielern zusammenspielt. Bei Explosiv zählt jeder Rückschlag doppelt. Landet ihr einen starken Schlag, fliegt eure Gegner weiter als normal.  Die letzte Funktion „Ring Out- Aus“ schaltet den Ring-Out-Effekt aus. Gerade bei offenen Maps ein nettes Feature. So kommt es wirklich auf pure Schlagkraft an.

Grøh – Der Agent in Schwarz

Er ist Teil der mysteriösen Aval Organisation. Diese Gruppe existiert schon seit der Antike und hat es sich zu Aufgabe gemacht, die Welt von denen, die dem verfluchten Schwert verfallen, zu reinigen. Grøh kämpft mit einem Doppelschwert und bringt mit seinem Kampfstil jede Menge Spielspaß in Soul Calibur VI.

Azwel

Azwel ist ein Gelehrter mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er ist der festen Überzeugung, dass die Menschheit sich mit einem Krieg irgendwann selbst auslöschen wird. Seine Waffe besteht aus zwei Handschuhen, in einem ist ein Splitter von Soul Calibur im anderen ein Splitter von Soul Edge enthalten. Azwel zieht seine Kraft aus der Erinnerung der Splitter von vergangenen Kämpfern. Schon in Soul Calibur II gab es Necrid, der verschiedene Waffen anderer Charaktere beschworen hat. Azwels Kampfstil ist zwar vermutlich daran angelehnt, allerdings viel umfangreicher gestaltet.

Geralt aus The Witcher 3

Geralt ist definitiv das Vorzeigekind des neuen Werks aus der Spieleschmiede Bandai Namco. Wir gehen nicht auf die Story ein, um Spoilern vorzubeugen. Die Hauptfigur aus The Witcher 3 verfügt über die Original-Stimme aus dem Spiel sowie eine eigene Arena, in der auch der original Soundtrack läuft. Wenn man sich das Video zur Vorstellung von Geralt in Soul Calibur VI ansieht, könnte man vermuten, dass der Kampfstil dem Raphaels entspricht. Weit gefehlt, Geralt hat einen eigenen und einzigartigen Kampfstil erhalten, mit mittlerer Reichweite und vielen Features und Spezialangriffen, die aus dem dritten Teil von The Witcher übernommen wurden. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Geralt, wie die Faust aufs Auge in das neue Soul Calibur VI passt.

Hier eine Übersicht der Charaktere die bis jetzt in Soul Calibur VI vertreten sein werden:

  • Heishiro Mitsurugi
  • Sophitia Alexandra
  • Grøh
  • Nightmare
  • Chai Xianghua
  • Kilik
  • Ivy
  • Zasalamel
  • Geralt von Riva
  • Siegfried Schtauffen
  • Taki
  • Yoshimitsu
  • Maxi
  • Talim
  • Voldo
  • Astaroth
  • Seong Mi-Na
  • Tira (DLC-Charakter)
  • Azwel
  • Cervantes
  • Raphael

Soul Calibur VI erscheint am dem 19. Oktober 2018 auf PS4, Xbox One und PC. Ihr könnt euch das Spiel allerdings jetzt schon vorbestellen und euch den Charakter Tira sichern. Dieser Charakter ist nur bei der Vorbestellung kostenlos dabei. Ihr könnt Tira natürlich auch für ein wenig Geld nachkaufen.

Vielversprechend

Alex Müller

Soul Calibur ist und bleibt Soul Calibur. Die Entwickler lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen um die Spielereihe aufzumöbeln. Soul Calibur VI sieht auf den ersten Blick sehr viel versprechend aus und wir dürfen gespannt sein, was das Spiel alles zu bieten haben wird. Nicht nur für Fans wird der sechste Teil der Serie ein tolles Scharmützel werden!
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