Vorschau: Surviving Mars

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Wie heißt es so schön? „Wir sind zu spät geboren, um die Erde zu entdecken und zu früh, um den Weltraum zu erforschen.“ Während diese Aussage durchaus irgendwo einen wahren Kern aufweist, so finden wir uns nichtsdestotrotz in einer spannenden Zeit wieder. Und dies liegt nicht nur an Elon Musk, der mit seinem SpaceX-Programm gerade das erste Auto ins All befördert hat, sondern auch daran, dass wir noch frei herumspinnen können, was auf uns in den unendlichen Weiten des Raums warten könnte. Mit dem neuen Videospiel Surviving Mars geht es zwar nicht ganz so weit hinaus in den Raum, aber dennoch verbirgt sich hinter dieser Aufbau-Simulation ein spannender kleiner Titel, der einen Blick wert ist.

Vorschau: Surviving Mars1

Von den Anfängen bis zur Unendlichkeit

Hinter Surviving Mars steckt niemand anderes als das Entwicklerstudio Haemimont Games, welches bereits einige Erfahrung im Bereich von Strategie- und Aufbauspielen sammeln konnte. Dazu zählen unter anderen Grand Ages – Rome, aber auch die beliebte Tropico-Reihe. Doch ein tropisches Abenteuer, das ist etwas, was Spieler mit Surviving Mars ganz bestimmt nicht erleben werden. Der Mars ist dafür eine viel zu unwirtliche und lebensfeindliche Umgebung, und auch ihr werdet so manch einen Kolonisten auf unserem roten Nachbarn verlieren.

Das Leben auf dem Mars ist alles andere als einfach, und genau dies betrifft auch das Überleben. Bevor es jedoch dazu kommt, gilt es zunächst alles Nötige vorzubereiten. Surviving Mars ist entsprechend in unterschiedliche Phasen aufgebaut, in denen ihr mit verfügbaren Ressourcen und Geldmitteln wirtschaften müsst. Zum Start des Spiels ist der Mars eine karge Sandwüste – völlig unbevölkert und leer. Die erste Phase des Spiels befasst sich so mit der Vorbereitung einer darauffolgenden Kolonisierung. Von der Erde aus, finanziert durch Spenden und Fördermittel, müsst ihr so alle nötigen Werkzeuge, Mittel und Ressourcen auf den Markt schicken, wo dann Drohnen mit dem Aufbau und der Vorbereitung alles Wichtigen starten.

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Wurden dann Lebensräume, also Wohneinheiten unter gigantischen Glaskuppeln errichtet, kann es auch schon losgehen. Aber natürlich gehört noch mehr zum Überleben auf dem Mars dazu, als lediglich eine Kuppel zum Schutz vor der Atmosphäre zu errichten. Ihr müsst eine Versorgung sicherstellen, die Wasser, Energie und Nahrungsmittel betrifft. Um dies zu tun, müsst ihr entsprechende Technologien errichten oder, falls noch nicht geschehen, diese erforschen. Natürlich gehört dann auch das Verlegen von Leitungen und das Bauen zahlreicher anderer Einrichtungen zum Tagesgeschäft, bis ihr eure Siedler dann eines Tages völlig autark macht – hoffentlich.

Gefahren hinter jeder Ecke

In Surviving Mars bekommt ihr eine große Landkarte zur Verfügung gestellt, auf der ihr euch, sofern ihr genug Zeit aufwendet, komplett ausbreiten könnt. Bis ihr dies schafft, dürften allerdings einige hundert Stunden vergehen, denn die Karte fällt ordentlich groß aus. Ein Expandieren ist allerdings aus vielerlei Hinsicht lohnenswert. Denn habt ihr nur eine Kuppel mit Lebensraum, dann sind eure Siedler sehr anfällig für äußere Gefahren. Trifft euch nur ein Meteor, so könnte die ganze Mission sehr schnell scheitern. Ein anderer Grund ist die Suche nach seltenen und nützlichen Ressourcen. Zum Bau von neuen Technologien solltet ihr nämlich möglichst autark agieren, denn irgendwann neigen sich auch die Fördermittel von der Erde dem Ende entgegen, und ebenso kostet die Beschaffung der Ressourcen von der Erde einfach viel zu viel.

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Neben Umweltereignissen wie Asteroideneinschlägen, warten auch noch unterschiedliche Mysterien darauf, entdeckt zu werden. Pro Spieldurchlauf werden ihr auf eins dieser  Mysterien stoßen, die völlig unterschiedlich untereinander ausfallen. Ein Beispiel für ein solches Ereignis sind schwarze Kuben. Ein solcher taucht eines Tages über eurer Siedlung auf, und es ist völlig unklar, worum es sich dabei handelt, woher es kommt, und was es ist. Ihr könnt diesen Kubus abbauen, erforschen und sogar als Baustoff verwenden. Ob dies sinnvoll ist, das bleibt abzuwarten, zumal es sich hierbei evtl. sogar um eine Bombe handeln könnte. Beunruhigend wird es zudem, wenn immer mehr von den Kuben auftauchen – Was ist hier los?

Im Bereich des Micromanagement gibt es ebenfalls viel zu tun. Neben unterschiedlichsten Technologien, die ihr im Verlauf von Surviving Mars erforschen könnt, gilt es auch die einzelnen Siedler bei Laune zu halten. Diese haben verschiedene Bedürfnisse und müssen hinsichtlich Komfort, geistiger Gesundheit und unter anderem Moral passend versorgt werden. Überarbeitet sich einer dieser Siedler und wird unglücklich, können sogar negative Merkmale entstehen, die so manch weitere Probleme mit sich bringen. Um hier entgegen zu wirken, gilt es unterschiedliche Einrichtungen zur Verfügung zu stellen oder unter anderem dem Siedler eine neue Arbeit zu verschaffen, auf der dieser nicht so sehr gestresst wird.

Vorschau: Surviving Mars4

Spannender Phasen-weiser Aufbau
Realistische Gefahren und Herausforderungen
Attraktiver 60er Jahre SciFi-Stil
Interessante und kuriose Mysterien
Umfangreicher Forschungsbaum
Entfaltungsmöglichkeiten durch begrenzte Bauoptionen eingeschränkt
Kein Mehrspieler-Modus oder konkurrierende KI
Langzeitspielspaß bislang fragwürdig
Passabel

Daniel M.

Surviving Mars kommt mit einem erfrischenden neuen Setting daher und macht auch technisch einen sehr guten und spielerisch spannenden Eindruck. Allerdings gilt es hier auch zu sagen, dass der Titel das Genre nicht neu entwickelt und viel mehr als Sandbox-Game zu sehen ist. Baut einfach eure Zivilisation auf dem Mars auf, sorgt dafür, dass diese prosperiert und mit etwas Fingerspitzengefühl könnt ihr sogar eure eigene dystopische Gesellschaft entwickeln – sofern euch danach ist, versteht sich.
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