Vorschau: Tales of Zestiria

In nicht mal einem Monat können sich Tales of Fans auf den nächsten Konsolen-Ableger gefasst machen. Am 16. Oktober wird Bandai Namco in Europa Tales of Zestiria veröffentlichen, den ersten Ableger des Franchises, der auch auf der PlayStation 4 erscheinen wird. Bereits vor fünf Monaten hatten wir die Chance die PS3-Fassung anzutesten, wie in unserem damaligen Preview  zu entnehmen ist. Nur wenige Wochen vor Release sind wir nun erneut eingeladen worden, nun auch einmal an der Version der aktuellen Konsolen-Generation Hand anzulegen. Welchen Eindruck diese bei uns hinterlassen hat, verraten wir im Folgenden.

Vorschau Tales of Zestiria screenshot 4

Mehr Kantenglättung braucht die Welt

Mit der PlayStation 4 Fassung von Tales of Zestiria dürfen sich Spieler auf eine merkbar bessere Optik gefasst machen. Insbesondere sind hiervon die Auflösung, die Weitsicht und die Kantenglättung betroffen. Somit dürfen sich Fans auf 1080p und auch optisch wesentlich besser wirkende Charaktere freuen, die sehr von der Kantenglättung profitieren. Auch im Bereich der Weitsicht fällt auf, dass Figuren und Objekte wesentlich später Aufpoppen als es noch auf der PS3 der Fall gewesen ist, was zudem in der PC-Version noch besser ausfallen soll. In letzterer Version soll sogar eine Auflösung von bis zu 4K unterstützt werden.

Dass in der PS4 Version jedoch Objekte und Gegner auch weiterhin aufpoppen und dass gerade mal 30 FPS erzielt werden, hinterlässt trotz allen Verbesserungen einen faden Beigeschmack. Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass Tales of Zestiria ursprünglich nur für die PlayStation 3 erscheinen sollte und die PS4-Version nachgereicht wurde. Daher sollte die Hardware der PS4 doch eigentlich mehr Potential bieten und sei es „nur“ an der 60 FPS-Marke zu kratzen. Dies ist zudem auch der Hauptgrund, warum der Titel zumindest optisch noch nicht recht in der aktuellen Konsolen-Generation angekommen zu sein scheint. Die Umgebung der Welt ist noch immer recht karg und vermittelt eine gewisse Leere. Bäume fallen hier ebenfalls meist negativ auf, da diese aus der Ferne betrachtet einen sehr pixeligen Eindruck hinterlassen.
Vorschau Tales of Zestiria screenshot 1

Mehrspieler-Modus, Crafting-System und Originale Synchro…

Bandai Namco hat sich beim Level-Design der Welt wieder sehr stark an Tales of Xillia orientiert. Dieses baut sich wieder aus vielen kleineren Areale zu einer großen Welt zusammen, was insbesondere langjährigen Fans der Serie missfallen dürfte. Zum einen bleibt damit das beliebte Weltkarten-System auch weiterhin verschollen und zum anderen läuft auch Tales of Zestiria Gefahr, dass Spieler sich in den unterschiedlichen Gebieten verlaufen werden, weil diese untereinander sehr ähnlich aussehen dürften. Wir können nur hoffen, dass letzterer Punkt nicht so extrem ausfallen wird, wie es in den beiden vorherigen Ablegern der Serie der Fall gewesen ist.

Im Verlauf der Anspiel-Session fiel uns unter anderem ein Crafting-System auf, in dem wir die Aufgabe der Herstellung von bestimmten Items an Figuren der Gruppe zuweisen konnten. So kann unserer Hauptcharakter Sorey beispielsweise damit beauftragt werden, Gele und andere nützliche Items herzustellen, während die restlichen Gruppenmitglieder sich um andere Prozesse kümmern. Dieses System ist dabei sehr simpel gehalten; fast schon zu simpel. So wählt der Spieler lediglich den Charakter aus, der etwas herstellen soll, und alles andere läuft im Hintergrund während des Spielens ab. Ob der Herstellungsprozess jedoch tatsächlich gelingt oder nur „Schwarzes Zeug“ dabei rauskommt, ist nicht immer gewiss.
Vorschau Tales of Zestiria screenshot 2

Sehr interessant waren zudem noch zwei weitere Auffälligkeiten, die uns während der Anspielsession ins Auge fielen. Zum einen befand sich ein kleiner roter Wimpel mit der Zahl „1“ neben dem von uns gesteuerten Charakter im Party-Menü. Tales of Zestiria wird bis zu vier Spieler unterstützen, aber wie genau sich dieser Mehrspieler-Part gestalten wird, bleibt vorerst noch unbekannt. Es lässt sich mutmaßen, dass Fans, wie schon in früheren Ablegern, mit Freunden zusammen die Kämpfe bestreiten können, das eigentliche Erkunden der Welt allerdings nur von einem Spieler bestritten wird. Als zweite Auffälligkeit kommt das Verhalten der eigenen Party in der Spielewelt, also abseits von Kämpfen hinzu. Wie in den guten alten Retro-Tage des SNES-Zeitalters traben die Party-Mitglieder der Gruppe hinter dem vom Spieler gesteuerten Charakter hinterher. Dies zeichnet eine kleine und bisher nie in Tales of Spielen dagewesene Eigenheit auf, die ebenso die Frage aufwirft, ob vielleicht die Mehrspielerfunktionen hiervon profitieren könnten – wie sind gespannt!

Fans japanischer Spiele dürfen sich mit Tales of Zestiria zudem auf eine lang ersehnte Neuerung gefasst machen, denn der Titel wird erstmals mit japanischer Synchronisation in westlichen Gefilden ausgeliefert. Zugegeben, auch Tales of Hearts R konnte diese aufbieten, was allerdings mehr an einer nicht fertig gewordenen englischen Tonspur lag und die zahllose Lokalisations-Fehler mit sich brachte. In Zestiria hingegen wirkte die Lokalisation mehr als stimmig und auch die japanische Synchro selbst wirkt erwartungsgemäß hochkarätig. Besonders lobenswert ist hier, dass Bandai Namco sich bei der Wahl der Sprecher nicht dazu hinreißen ließ, sich nur auf die gängigsten und beliebtesten Sprecher zu konzentrieren, die Fans in jedem zweiten Anime zu hören bekommen. Stattdessen erwartet uns hier ein frisch-klingendes Ensemble, das akustisch mehr als nur zu bestechen weiß.

Vorschau Tales of Zestiria screenshot 3

1080p,...
Leistungsfähiger als die PS3-Version,...
Charaktere wirken optisch noch besser
Hochkarätige Synchro
Multiplayer-Part für bis zu 4 Spieler
... aber nur 30 FPS
... die Leistung der PS4 könnte aber mehr
Crafting-System wirkt zu simpel
Vielversprechend

Daniel M.

In nur wenigen Wochen dürfen sich Fans wieder in das nächste Tales of Abenteuer stürzen. Zugegeben, optisch wirkt der Titel nicht gerade wie ein Spiel für die PlayStation 4, allerdings darf man sich hier auch nicht irreführen lassen. Bei Tales of Zestiria für die PS4 handelt es sich im Grunde nur um eine bessere PS3 Version, wobei eben dieses Upgrade dennoch merklich daherkommt! Mehr Kantenglättung, hübschere Charaktere und diverse Upgrades wurden dem Titel beschert. Wer sich zudem mit Tales of Spielen auskennt, der weiß dass nicht die Optik sondern das Kampfsystem und die Geschichte die Grundpfeiler sind, auf denen das Spielgeschehen aufbaut. Angesichts der in früheren Franchise-Ablegern abgelieferten Arbeit Bandai Namcos müssen sich Fans auch bei Tales of Zestiria keine Sorgen machen!
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