Vorschau: The Crew 2

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Mit The Crew 2 erwartet uns am 29. Juni der Triathlon unter den Rennspielen. Während der erfolgreiche Vorgänger mit beiden Füßen fest auf dem Boden bzw. Gaspedal blieb, strebt der zweite Teil von Ubisofts Open-World-Racer in windige Höhen und wilde Gewässer. Schneller, höher, weiter lautet das Motto, wenn ihr in Autos, Booten, Flugzeugen und auf Motorrädern quer durch die Vereinigten Staaten jagt. Welche Erfahrungen wir in rund drei Stunden mit dem Spiel machen konnten, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Reborn in the USA

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Die ersten Frage, die sich bei einer Fortsetzung stellt, ist logischerweise immer die gleiche: Was gibt’s Neues? Schaut man sich nun die Liste der neuen Features an, die euch im zweiten Teil des von Ivory Tower entwickelten Rennspiel-MMOs erwarten, könnte zunächst Ernüchterung aufkommen. Schließlich kehrt ihr im Nachfolger genau dorthin zurück, wo ihr in vier Jahren The Crew bereits etliche Stunden verbracht habt: In die guten alten USA.

Statt jedoch stumpfes Recycling zu betreiben, haben sich die Macher die riesige Spielwelt aus dem ersten Teil zur Brust genommen und nicht nur grafisch, sondern auch topologisch umgekrempelt. An ihrer schieren Größe wird sich nichts ändern, lediglich die Routen, Gebäude und Umgebungen hat das Studio auf Spur gebracht. Doch warum eigentlich?

Vom Bordstein zur Skyline zum Feuchtgebiet

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Die Antwort auf diese Frage lautet schlicht und ergreifend: Weil sie es müssen. Während ihr bisher ausschließlich auf vier bzw. zwei Rädern durch die Welt geheizt seid und euch in den Bereichen Dirt, Performance, Street und Co. ausgetobt habt, kommen in The Crew 2 gleich zwei neue Arten der Fortbewegung auf euch zu. Entweder ihr steht über den Dingen und erkundet die Staaten in einem der brandneuen Flugzeuge oder macht die Leinen los und startet eine Spritztour mit eurem Speedboot.

Um den neuen Fahrzeugklassen gerecht zu werden, haben sich die Entwickler entschlossen, deutlich mehr Wasserwege als zuvor in die weite Spielwelt zu integrieren, Berggipfel über die Landschaft zu verstreuen und vor allem die Städte attraktiver zu gestalten. Wo früher ab 3 Metern Höhe platte Texturen prangten, warten nun detailierte Fassaden und ausmodellierte Wolkenkratzer darauf, von euch umflogen zu werden. Wirkliche Pracht dürft ihr angesichts der riesigen Spielwelt allerdings nicht erwarten. An einigen Stellen wirken die Ortschaften immer noch etwas leer.

Arcade in allen Formen

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Dafür überzeugt das Fahrgefühl der Vehikel auf ganzer Linie. Wer jedoch eine Rennsimulation im Stile von Forza erwartet, ist auch beim zweiten Teil auf der völlig falschen Fahrspur. Arcade, Arcade und nochmal Arcade lautet das Motto der direkten Steuerung, die euch einige Fahrfehler verzeiht. Das gilt sowohl für die Autos und Motorräder, die sich im Grunde wie im Vorgänger fahren als auch die Flugzeuge und Boote.Der Clou: In der Freien Fahrt könnt ihr per Knopfdruck und ohne Verzögerung zwischen den drei Typen wechseln und somit alle Bewegungsarten nahtlos miteinander kombinieren. Zusätzlich nutzen auch einige Rennen dieses Feature und verweben sich letztlich zu richtigen Renn-Events – ein extrem cooles Feature!

Ganz besonders die Events in der Luft, in denen es meist darum geht, mithilfe von waghalsigen Stunts Punkte zu sammeln, machen richtig Laune und laden dazu ein, Risiken einzugehen, um den Highscore mit spektakulären Manövern zu erfliegen. Einzig das Fahrgefühl der Wasserfahrzeuge bereitet uns derzeit noch Sorgen. Die ersten Rennen mit den kleinen Speedbooten fühlten sich noch etwas langatmig und wenig abwechslungsreich an, als wir jedoch die Kategorie Powerboot freischalteten, wendete sich das Blatt und die Rennen präsentierten sich deutlich dynamischer, schneller und abwechslungsreicher.

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Für jeden Fahrzeugtypus gibt es also wie im ersten Teil mehrere Rennmodi bzw. Disziplinen, die etwas Variation in die Missionen bringen. Von Tourenwagen über Drift bis hin zu Aerobatics ist alles dabei, was das Rennspiel-Herz begehrt. Vermisst haben wir allerdings die Skills aus dem Vorgänger, die überall auf der Karte verstreut waren und das freie Herumfahren zwischen den Events deutlich aufgelockert haben. Wir gehen aber davon aus, dass es beim Anspielevent primär darum ging, Einblicke in Missionstypen, Fahrzeuge und die Geschichte von The Crew 2 zu geben und hoffen darauf, dass die Karte zu Release mit jeder Menge Aktivitäten gefüllt ist.

Im Rampenlicht

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Apropos Geschichte: Auch der zweite Teil kommt um eine angedeutete Geschichte nicht herum. Ihr könnt allerdings aufatmen: Euch erwartet dieses Mal keine peinliche Gangsterstory, die wir genau so schon 2005 in Need for Speed: Most Wanted gesehen haben. Stattdessen dreht sich in The Crew 2 alles um Competition und Follower. Ihr seid ein noch unbekannter Fahrer, der sich in der Welt des abgedrehten Motorsports einen Namen machen will. Neu dabei: Ihr dürft euren Avatar selbst gestalten und einkleiden.

Zu diesem Zweck nimmt er an zahlreichen Rennen teil, die von der hippen Produktionsfirma LIVE veranstaltet und spektakulär in Szene gesetzt werden. Das Ziel: Möglichst viele Follower generieren und somit zu einer Berühmtheit innerhalb der Motornation aufsteigen. Klingt banal? Ist es auch, aber drängt sich bis dato nicht unangenehm in den Vordergrund wie es beim Vorgänger noch der Fall war. Wie sich das Ganze allerdings mit den weiterhin hervorragend funktionierenden Multiplayer-Mechaniken verträgt, bleibt abzuwarten.

Sieht sauber aus

Mit dem Fokus auf Wettbewerbe, Stunts und die Promotion für die eigene Persönlichkeit geht auch ein leicht veränderter Look von The Crew 2 einher. Den neuen Fahrzeugen und mit ihnen einhergehenden Perspektiven entsprechend hat die Engine ein dringend notwendiges Update spendiert bekommen. Die Grafik ist zeitgemäß, kann mit den klassischen Rennsimulationen wie Forza 7 oder Gran Turismo: Sport jedoch nicht ganz mithalten. Dennoch erwartet euch ein wunderschönes Spiel mit vielen abwechslungsreichen Umgebungen und traumhaften Wettereffekten. Es soll sich schließlich lohnen, den Trip durch die Staaten ein weiteres Mal anzutreten.

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In puncto Look haben sich die Entwickler für einen sauberen und klaren Stil entschieden. Der Geschichte entsprechend sind die Landschaften, Straßenzüge und sogar der Asphalt auf Hochglanz poliert. Von der düster-dreckigen Optik des Vorgängers ist nicht viel übrig geblieben. Stattdessen setzt Teil zwei das Gefühl, der Star eines Renn-Events zu sein, gekonnt in Szene. Überall stehen Flaggen, Banner, Videowürfel und Rampen, um den Streckenverlauf möglichst eindrucksvoll zu gestalten. Letztlich ist der Look Geschmackssache, wir merkten jedoch sofort, dass Geschichte und grafisches Konzept in The Crew 2 gut miteinander verschmelzen.

The Crew 2 rollt am 29. Juni 2018 auf PC, PS4 und Xbox One an die Startlinie.

Vielversprechend

Christian Böttcher

The Crew 2 ist Rennsport in Reinkultur - zumindest, wenn man auf eine direkte Arcade-Steuerung steht. Dem Racing-MMO sind seit dem Vorgänger nicht nur Flügel, sondern auch Flossen gewachsen und so habt ihr die Wahl aus Autos, Motorrädern, Booten und Flugzeugen, wenn es darum geht, die grundüberholte Spielwelt zu erkunden. Das Handling der Vehikel fällt dabei ordentlich aus, besonders die Flugmaschinen und ihre akrobatischen Fähigkeiten haben es uns angetan. Wenn die grafisch aufpolierten USA nun noch mit der gleichen Anzahl an Nebenbeschäftigungen und Sehenswürdigkeiten an den Start gehen wie im ersten Teil, können wir auch über die für unseren Geschmack etwas zu hipp-trendige Geschichte rund um Competition und Follower hinwegsehen und freuen uns auf den zweiten Roadtrip durch die Staaten.
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