Vorschau: The Legend of Zelda Breath of the Wild *UPDATE* Gamescom 2016

Preview_Legend of Zelda Breath of the Wild_LogoDer Natur so nah: Mit dem neuen The Legend of Zelda Breath of the Wild präsentierte Nintendo auf der diesjährigen E3 einen Titel, auf den viele Fans sehnsüchtig gewartet haben. Überholte Optik, neue Features und eine Welt, die in jedem Spieler Fernweh wecken dürfte. Wir haben uns den neuen Ableger im Nintendo-Hauptquartier in Frankfurt angesehen und mal die ersten Gehversuche gewagt.

Das gibt Muskelkater

Nintendo stellte uns bei diesem Event zwei unterschiedliche Demos zur Verfügung, die uns in die fremde Welt entführen sollten. Dabei ging es in der ersten Hälfte grundsätzlich darum, die Steuerung kennenzulernen und sich nach Gutdünken in der grenzenlosen Welt von The Legend of Zelda Breath of the Wild auszutoben – zumindest auf dem Great Plateau. Das Startgebiet bietet allerdings so viele Möglichkeiten und Plätze, die es zu erkunden gilt, dass das zwei- oder dreifache Spielen dieser Demo kaum ausreichend war, um ortskundig zu werden.

Grenzenlose Weiten, schneebedeckte Berge und schattige Wälder – Link hat im neusten Ableger von Nintendos vermutlich berühmtesten Franchise jede Menge Fußmarsch vor sich und kann so ziemlich jeden Berg oder Baum erklimmen, der ihm dabei im Wege steht. Das neue Kletter-Feature gehört zu den größten Gameplay-Neuerungen des Titels und erweitert die horizontale durch eine vertikale Welt. Die Steuerung an sich ist auch für Wii U-Anfänger leicht zu erlernen, erfordert an einigen Stellen aber ein bisschen Übung und Geschick. Wurde dies jedoch gemeistert, macht die Auswahl zwischen Bogen, Schwert, Keule, Axt, Schild und vielen anderen Waffen jede Menge Spaß und bietet gleichzeitig mehrere Varianten, um eine bestimmte Passage zu meistern.Legend of Zelda Breath of the wild-7

Im Rahmen der Demo stand uns – wie auf der E3 auch präsentiert – die Magneten-Fähigkeit zur Seite, mit der auch schwere Türen geöffnet oder wuchtige Metallplatten und -kisten mühelos angehoben werden konnten. Die Koordination und Steuerung der anvisierten Gegenstände ist dabei reine Übungssache und setzt durchaus Geduld voraus, denn nicht immer landen die Dinge genau so wie ursprünglich beabsichtigt.

Darüber hinaus hält die freie Welt in The Legend of Zelda Breath of the Wild augenscheinlich mehr Kisten und anderen Loot für euch bereit als seine Vorgänger. So stießen wir im Laufe der Demonstration mehrfach über nützliche Ausrüstungsgegenstände, unterschiedliche Waffen und eine Vielzahl an Nahrungsmitteln und anderem Krimskrams, der bei unterschiedlichen Gelegenheiten genutzt werden kann. Zudem nimmt Link seine Umwelt eindrucksvoll wahr und reagiert beispielsweise mit entsprechendem Bibbern, wenn ihr ihn in den frostigen Berggipfeln zu leicht bekleidet herum turnen lasst – unterschiedliche Rüstungen sind also nicht nur ein schönes Extra, sondern richtig sinnvoll. Kloppt ihr auf euren Gegnern außerdem zu oft herum, kann euch das geliebte Schwert durchaus mal entzwei brechen und euch unbewaffnet zurücklassen.Legend of Zelda Breath of the wild-6

Starke Kämpfe, Schreine mit Defiziten

Bei so einem riesigen Waffenarsenal, das Link zur Verfügung steht, macht das Kämpfen gegen Gegner jede Menge Spaß und bietet auch Spielern mit taktischen Vorlieben endlich Optionen. Manchmal ist es nämlich durchaus ratsam, erst die Möglichkeiten der Umwelt zu checken, ehe man sich ins eigentliche Kampfgeschehen stürzt, denn daraus ergeben sich häufig angenehme Vorteile. Windstärke und -richtung, hohes Gras sowie die Lautstärke eures Auftrittes kann euch im Spiel von nutzen sein oder stellt ein riesiges Problem dar. Wer beispielsweise mit Feuer experimentiert, steckt bei unvorsichtigem Benehmen nicht nur ganze Landschaften in Brand, sondern auch sich selbst. Das Kampfsystem profitiert im Rahmen der Demo von dynamischen Aspekte, die dem wendigen Link gänzlich zugutekommen. Er wehrt sich mit schnellen Sprüngen und Angriffen gegen seine Widersacher und vollführt sogar einen Slowmotion-Move, wenn ihr im richtigen Moment ausweicht.

So viele Möglichkeiten hätten wir uns auch bei den Schreinen gewünscht, die wir in unserer Testzeit durchlaufen konnten. Auf den ersten Blick fallen die altertümlichen Gebäude sehr schön, aber etwas leblos aus und können in weniger als zehn Minuten durchlaufen werden. Obwohl es im Gegenzug laut Nintendo über 100 Stück dieser Schreine in der neuen Welt von The Legend of Zelda Breath of the Wild geben soll, hat dieses Erlebnis einen faden Beigeschmack – besonders im Vergleich zu den Tempeln aus Ocarina of Time, die es mächtig in sich hatten. Fehlende Gegner, recht offensichtliche Rätsel und ein etwas zu sauberer Teint lassen darauf hoffen, dass sich an den Schreinen bis zur endgültigen Version noch etwas tun wird.Legend of Zelda Breath of the wild-2

Storyansatz mit Potenzial

In der zweiten Demo lag der Fokus beim Spielen betont auf der Geschichte von The Legend of Zelda Breath of the Wild. Dabei durften wir von Anfang an dabei zusehen, wie Link aus einem offensichtlich sehr, sehr langen Schlaf erwacht und in eine ihm fremde, neue Welt stolpert. Die Details halten sich dabei allerdings in Grenzen und lassen die Möglichkeiten des Titels nur erahnen.

Die geheimnisvolle Stimme, die unsere Protagonisten aus einem komatösen Zustand gerissen hat, bittet ihn gleichzeitig um Hilfe, denn offensichtlich hat Link nicht nur geschlafen, sondern auch seine Erinnerung verloren. Als Beschützer dieser Welt wird er auf die düstere Gefahr aufmerksam gemacht, die das grüne Paradies bedroht. Grund genug, sich dem Bösen zu stellen – egal, welche Form es haben mag. Wer dabei nicht alleine sein möchte, erhält sogar durch die neuen amiibo-Figuren aus dem Twilight Princess-Universum tierische Unterstützung und darf mit Wolf-Link an seiner Seite durch die Welt streifen. Das bockt!

Alles in allem klingt die Storygrundlage derzeit nach dem 0/8/15-Ansatz, den bisher fast jeder Zelda-Ableger verfolgt hat, doch das ist nicht zwangsweise ein Nachteil. Bei so vielen neuen Features im Gameplay kann die Kombination mit klassischen Story-Elementen sinnvoll und sehr erfolgreich sein. Zu was die Geschichte jedoch wirklich taugt, kann wohl nur ein ausführlicher Test beantworten.Legend of Zelda Breath of the wild-4

Gelungene Grafik
Vielseitige, neue Features
Sinnvolle und schöne Einbindung von Wolf-Link
Dynamisches Kampfsystem
Standard-Story oder mehr?
Schreine wirken leblos und wenig herausfordernd
Vielversprechend

Sandra

Viele Neuerungen im Gameplay und trotzdem klassische Elemente beibehalten: Meiner Meinung nach macht The Legend of Zelda Breath of the Wild verdammt viel richtig und wagt sowohl optisch als auch inhaltlich den Schritt in eine ungewohnte Richtung. Das funktioniert und sieht auch noch ziemlich gut aus. Der Grafikmix aus WindWaker (GC) und Twilight Princess (GC) macht einiges her, ist aber ganz fraglos Geschmackssache. Trotz der unbelebten Schreine mit minimaler Herausforderung sieht Nintendos neustes Baby mehr als vielversprechend aus und hat meine Neugier auch nach dem ersten Antesten weiter befeuert.

Daniel M.

Als ich The Legend of Zelda: Breath of the Wild auf der E3 im Juni diesen Jahres gesehen hatte, war ich ein klein wenig ernüchtert, insbesondere als ich mich an den ersten großen Open World Trailer zum Spiel zurückerinnerte. Nun, nachdem ich selbst einmal Hand anlegen durfte, kann ich allerdings nur eines zum Spiel sagen: Nintendo hat mal wieder alles richtig gemacht und jegliche Zweifel waren unbegründet. Mit etwas Glück könnte uns hier sogar eines der besten Zelda-Ableger aller Zeiten bevorstehen. Natürlich ist dies nach einer Anspielzeit von nur 20 Minuten eine kühne Behauptung, aber diese ersten paar Momente zeigten bereits auf, mit wie vielen etablierten Mechaniken der Entwickler gebrochen hat und dass die neu begangenen Wege durchaus vielversprechend sind. Für den Spieler bedeutet dies, dass man sich auf viele gänzlich neue Herangehensweisen gefasst machen muss, aber ohne gleichzeitig auf das Herz eines Zeldas verzichten zu müssen!

David O.

Mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild endet eine Ära von Zelda-Spielen, jedoch beginnt damit wohl möglich zeitgleich eine völlig neue und innovative. Wer bisher misstrauisch beim großen Schritt in ein Open-World-Prinzip war, kann beruhigt sein, denn es könnte etwas Großes werden und das nicht nur auf der Landkarte. Die Liebe steckt wie immer im Detail und so weit wir es nach 20 Minuten Spielzeit beurteilen können, hat Breath of the Wild nicht nur das Potential das Aushängeschild der neuen Konsolen-Generation zu werden, sondern auch das des gesamten Franchises.
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