Vorschau: The Witcher 3 – Wild Hunt

Vorschau: The Witcher 3 - Wild HuntIn rund zwei Monaten kommt das von vielen jetzt schon als Game of the Year betrachtete Spiel The Witcher 3 – Wild Hunt in den Handel. Anlässlich zu dem anstehenden dritten Kapitel rund um Monsterjäger Geralt von Riva hatten wir in München nun die Gelegenheit, das Spiel drei ganze Stunden auszutesten, uns mit zahlreichen Kreaturen anzulegen, uns an diverse Questreihen heranzuwagen und auch die Xbox One mit der PC Version zu vergleichen.

Wie ein Ei dem anderen

Zu Beginn der Veranstaltung wurde uns die Möglichkeit offeriert uns entweder für die PC oder die Xbox One Version von The Witcher 3 – Wild Hunt zu entscheiden. Wir wählten letztere Plattform, die sich optisch kaum merkbar von der PC Variante unterschied. In unserem Interview mit CD Projekts Senior Environment Artis Jonas Mattsson wurde uns auch erklärt, dass die beiden Versionen sich optisch nur marginal voneinander unterscheiden. Lediglich technische Spielereien wie hohes Anti-Aliasing oder das Nvidia Fur, welches zur besonders realistischen Darstellung von Fellen verwendet wird, seien der PC Version vorbehalten.

Zugegeben, die PC Version lief derzeitig nur auf dem Detailgrad „Hoch“, ähnlich wie es bspw. in den Gameplay Videos von der aktuellen Games Developer Conference (GDC) zu sehen war. Wie man uns hier erklärte stehe der Detailsgrad „Ultra“ zwar auch zur Verfügung, aber da dieser noch nicht präsentationsreif sei, würde man das Spiel derzeitig nur auf dem etwas niedrigeren Grad präsentieren wollen. Eindrucksvoll war jedoch der Fakt, dass wir selbst bei genauerem Hinschauen Probleme hatten, die PC- von der Xbox One-Version zu unterscheiden, denn The Witcher 3 – Wild Hunt sah auf beiden Systemen ähnlich grandios aus.Vorschau The Witcher 3 – Wild Hunt (3)

Vom Prolog zur Greifenjagd

Zu Spielbeginn bekamen wir es mit einem kleinen Tutorial zu tun, in dem uns die unterschiedlichen Kampfmanöver beigebracht wurden. So gilt es, wie Veteranen des Franchises sicher noch wissen, das Eiserne Schwert für humanoide Ziele und das silberne im Kampf gegen Monster zu verwenden. Ebenso steht unserem Hexer Geralt auch in The Witcher 3 – Wild Hunt wieder die altbekannte Runenmagie zur Verfügung, von der es insgesamt fünf Varianten gibt, mit denen Schaden angerichtet, Gegner manipuliert oder diese sogar verlangsamt werden können. Ebenso spielt auch das Ausweichen, Blocken und Kontern eine große Rolle im Kampf, wobei man sich im Vergleich zum Vorgänger nun nicht mehr einfach nur wegrollt um einer Gefahr auszuweichen, sondern auch kurze Ausfallschritte zum Ausweichen angewendet werden.

Im Anschluss an das Tutorial streiften wir durch die Lande und stießen auf einen Bauern der von einem Greifen angegriffen wurde. Mit Mühe und Not schafften wir es den Greifen zu vertreiben, obgleich nicht zu besiegen, und den Mann zu retten. Dieser schickt uns in Richtung einer kleinen Herberge, in der wir von der Betreiberin, einer Verwandten des Bauern, kostenlos verpflegt wurden, gewissermaßen als Belohnung für die Rettung. Wie sich herausstellt, ist dies alles jedoch nur der Auftakt einer großangelegten Jagd auf den zuvor vertriebenen Greif, den wir im Folgenden auf diverse Arten angreifen und sogar eine Falle stellen können.

Besonders hat uns hier die Tiefe der Questreihe gefallen – kein einfaches Töten einer festgelegten Anzahl an Kreaturen, oder das Sammeln von bestimmten Items steht hier im Vordergrund. Im Gegenteil, in The Witcher 3 – Wild Hunt bekommen wir es offenbar ständig mit sehr langatmigen und komplexen Handlungssträngen zu tun, die sich über mehrere Phasen hinweg erstrecken. Dies konnten wir auch in der Questreihe im Gebiet Skellige erneut erfahren, in welches wir nach rund einer Spielstunde sprangen.Vorschau The Witcher 3 – Wild Hunt (1)

Ein Fest, drei Riesenbären und viel Blut

Wir sind etwas im Spiel vorangeschritten und finden uns in der Clans-Feste in der Region Skellige wieder, wo die unterschiedlichen Clans ein großangelegtes Fest feiern, anlässlich der durch die Jarls anstehenden Wahl des neuen Königs. Bereits zu Beginn wird uns mitgeteilt, dass in einem denkwürdigen Fest Met und Blut in gleichermaßen Menge fließen würden. Wie durch ein böses Omen wird die Feierlichkeit wenig später durch das Auftauchen dreier riesiger Bären unterbrochen, die für Chaos und Tod sorgen. Nach einem intensiven Kampf gegen diese Kreaturen beginnen auch direkt die politischen Unruhen. Der frühere König, der das Fest ausgerichtet hat, wird verantwortlich gemacht und es droht der Verlust der Ehre seiner gesamten Familie.

Hier nun liegt es am Spieler, sich für eines der beiden Kinder des Königs zu entscheiden, um eben diese Ehre wieder herzustellen. Entweder entscheiden wir uns dem Sohn zu folgen, um so die Verantwortlichen durch direkte Konfrontation zu finden, oder aber der eher besonnenen Tochter, was in einer Untersuchung des Angriffs und der Suche nach den Drahtziehern resultiert. Beide Herangehensweisen unterscheiden sich dabei wie Tag und Nacht und bieten dem Spieler nicht nur einen gewissen Wiederspielwert, sondern auch wahre Entscheidungsfreiheit zu einem obendrein komplexen Questverlauf.Vorschau The Witcher 3 – Wild Hunt (4)

Abseits des Geschehens

Natürlich war es uns auch gestattet, die Welt auf eigene Faust zu erkunden, was wir dankend angenommen haben. Als wir querfeldein durch Wälder und Sümpfe geritten sind ist uns insbesondere aufgefallen, dass die Gegner tatsächlich nicht mit der Stufe des Spieler mitskalieren, wie es beispielsweise in einem Skyrim der Fall gewesen ist. Die Gegner haben feste Level, die sich auch im Spielverlauf nicht ändern. Dies hat zum einen zur Folge, dass man sich sehr gut überlegen sollte, mit wem man sich tatsächlich anlegen sollte und zum anderen bietet dies auch die Möglichkeit, zumindest für sehr erfahrene Spieler und jene die nach einer Herausforderung trachten, nicht nur wirklich anspruchsvolle Kämpfe zu erfahren sondern auch immense Belohnungen dadurch zu erlangen.

Allerdings sollte man sich schon etwas vorsehen, denn ist die Stufe der Kreatur zu hoch, dann richtet ihr nahezu keinen Schaden an. In einem Kampf gegen eine Art Bergriesen haben wir so erst nach zweiminütigen Draufknüppeln eine erste Reaktion der Lebensanzeige der Kreatur vernommen. Es ist also durchaus möglich auch sehr hochstufige Monster relativ früh im Spiel zu erledigen, aber wer hat schon Zeit sich mehrere Stunden damit zu beschäftigen?

Was uns des Weiteren ins Auge gestochen ist, ist die wirklich schwere Vorhersehbarkeit der Angriffsmanöver von insbesondere nichtmenschlichen Gegnern. Während manche Kreaturen einem eher offensichtlichen Schema folgen, so gibt es hier auch zahlreiche Kreaturen, bei denen wir unsere liebe Not und Mühe hatten den idealen Angriffszeitpunkt herauszufinden, was bei einigen Monstern überhaupt nicht gelingen wollte. Dies ist insbesondere deshalb als sehr positiv zu betrachten, weil es die Kämpfe wesentlich realistischer und anspruchsvoller macht.Vorschau The Witcher 3 – Wild Hunt (2)

Technisch einfach nur Top!

Optisch macht The Witcher 3 – Wild Hunt wirklich enorm viel her. Riesige und realistische Gegenden die von verschneiten Bergebenen bis hin zu lebensfeindlichen Sümpfen rangieren. Selbst die geworfenen Schatten reagieren auf jedes bisschen Unkraut, das auf dem Boden wächst, und werden durch dieses beeinflusst. Ebenso fielen der fließende Tag-/Nachtwechsel und das dynamische Wettersystem auf, die dem Spiel unglaublich viel Atmosphäre verleihen und sich zudem auch auf das Verhalten der Bewohner der Welt ausübt. Menschen suchen bei Regen Schutz in Häusern und Wölfe sind besonders nachtaktiv. An einem nebeligen Morgen durch Felder und Dörfer reiten oder einfach einen wirklich prachtvollen Sonnenuntergang genießen, wenn der gesamte Himmel in einem rötlichen Schimmer getaucht ist – göttlich!

Auf der Kontraseite steht allerdings der Detailgrad der Landschaft auf mittlerer bis weiter Entfernung. Hier wird viel mit Tiefenunschärfe gearbeitet und immer wieder sehen wir in nicht allzu weiter Entfernung Objekte aufpoppen. Ebenso wirken einige Texturen etwas schwach, was insgesamt in der PC Version besser gelöst worden ist. Dafür ist allerdings die deutsche Synchronisation von The Witcher 3 – Wild Hunt sehr solide, auch wenn man sich sporadisch für eher unpassende Sprecher entschieden hat.The-Witcher-3-PC-Optik-soll-wie-ein-Schlag-ins-Gesicht-sein

Packende Questreihen
Bombastischer Look
Fordernde Kämpfe und Gegner
Viele Optionen die Spielwelt zu beeinflussen
Gigantische Spielwelt mit vielen Details
Wir müssen noch zwei Monate warten...
Teilweise aufpoppende Elemente
Bombastisch

Daniel M.

Es war schon zu Beginn der Anspielsession klar, dass drei Stunden kaum ausreichen, um einen umfassenden Einblick in The Witcher 3 - Wild Hunt zu erlangen. Nichtsdestotrotz konnten wir uns hier nicht nur von der optischen Qualität des Spiels überzeugen, die wirklich grandios ausgefallen ist, sondern insbesondere auch von der der Quests. Diese bieten einen enormen Tiefgang und sind äußerst wohl überlegt. Dass dem Spieler hier zudem noch sehr große Entscheidungsfreiräume gestattet werden, welche den Ausgang einer Quest enorm beeinflussen, setzt der ganzen Geschichte noch die Krone auf – genial! Dies ist zudem auch das Resultat unserer vorläufigen Prognose des Spiels und der einzige wirkliche Makel, den wir während unseres Anspieltermins erfahren mussten, war der, dass wir nach drei Stunden das Gamepad aus der Hand legen mussten. Jetzt heißt es sich bis Mai zu gedulden und dann wird zwei Monate nichts anderes gespielt als The Witcher 3 - Wild Hunt!
Vorschau: Bloodborne - 5 Gründe zur Vorfreude Vorschau: War For The Overworld
Comments