Vorschau: Trials Rising

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In die Fahrspur, fertig, los! – Bildquelle: Ubisoft

„Das war der letzte Versuch, jetzt geh ich schlafen“ – Kein Trials Spieler ever

Kaum ein Franchise verfügt über so simple Spielmechaniken und entwickelt trotzdem einen solch unerbittlichen Sog, dem man sich kaum entziehen kann wie die Trials Reihe von Entwickler RedLynx. Stolze drei Jahre nach dem letzten Ableger Trials of the Blood Dragon erscheint im Februar endlich die langersehnte Fortsetzung, welche den Wahnsinn auf zwei Rädern zurück in die heimischen Wohnzimmer bringt. Wir konnten uns schon rund drei Stunden an Trials Rising versuchen und verraten, was auf euch zurollt.

I fell Tower und Gizeh Crashkurs

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Das Tandem-Bike im Einsatz – Bildquelle: Ubisoft

Obwohl seit dem letzten Teil viel Zeit ins Land gegangen ist, hat sich am Grundkonzept von Trials nicht allzu viel geändert. Bis zu acht Fahrer mit Benzin im Blut treten Rad an Rad auf vertrackten Kursen gegeneinander an. Die Physik bleibt dabei realistisch, alles andere läuft unter dem Motto: Je verrückter desto besser! Seid ihr den fordernden Geschicklichkeitseinlagen nicht gewachsen und crasht, müsst ihr vom letzten Checkpoint neu beginnen. Sieger ist, wer das Ziel zuerst erreicht – egal mit welchen Mitteln und in welchem mentalen Zustand.

Die rund 20-stündige Kampagne findet in Trials Rising nicht nur vor fiktiven Hintergründen statt, sondern entführt euch an berühmte Orte des blauen Planeten. Ihr wolltet schon immer mal mit Vollgas die Pyramiden von Gizeh herunterbrettern, ohne Angst vor den staubigen Konsequenzen? Alles möglich, nur etwas verrückter als ihr es euch vielleicht vorstellt. Im weiteren Verlauf führt euch das Spiel einmal über den kompletten Globus.

Ein Level spielt beispielsweise im romantischen Paris – im Hintergrund der Eiffelturm in Fertigstellung. Spielerisch geht es allerdings ganz und gar nicht romantisch zu, denn Trials Rising wirft euch und euer Bike von Plattform zu Plattform und ihr seid mehr damit beschäftigt, die Übersicht zu behalten als die Landschaft zu bewundern. Trotzdem sind die vielen ikonischen Schauplätze eine willkommene Abwechslung – gerade beim ersten Spieldurchgang.

Competition für alle

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Competition steht ganz oben – Bildquelle: Ubisoft

Um sowohl Trials-Neulinge als auch eingefleischte Profis bei der Lenkerstange zu halten, hat das Team von RedLynx darüber hinaus einige Neuerungen in petto, mit denen die Einstiegshürde gering und das Skill-Potenzial enorm hoch gehalten werden soll. Anfänger freuen sich beispielsweise über die Trials University, eine Art Tutorial, das sich dem Spieltempo anpasst und euch immer dann neue Tricks wie den ikonischen Bunny Hop beibringt, wenn ihr sie gerade braucht. Dank der erweiterten Ghost-Mode-Funktion schaut ihr eurem Lehrmeister bei seinen Tricks zu und könnt so Schritt für Schritt seine Moves erlernen.

Veteranen hingegen kommen auf ihre Kosten, weil der Schwierigkeitsgrad von Trials Rising kaum Grenzen geht. Nachdem ihr euch auf sämtlichen Tracks die Goldmedaille erfahren habt, öffnet sich – wie etwa in Trackmania – eine weitere Kategorie, die das Timing-intensive Zeitfahren auf ein neues Level heben soll.

Auch die Streckenauswahl selbst birgt einige Überraschungen. Geratet ihr auf Einfach, Mittel und Schwer nicht schon genug ins Schwitzen, erwarten euch anschließend die extremen Tracks, bei denen es vielmehr darum geht, die abstrakten Hindernisse mit cleveren Lösungswegen zu überwinden als so schnell wie möglich von A nach B zu heizen. Damit jedoch nicht genug, denn die ultimative Herausforderung wartet schließlich auf den Ninja-Kursen, deren Schwierigkeitsgrad Strecke für Strecke in die Höhe schießt – Ein Fest für alle, die Competition lieben.

 

Crash, Repeat, Repeat, No Sleep

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Neustart bis zur Perfektion – Bildquelle: Ubisoft

In Sachen Fahrgefühl bleibt Trials Rising seinen Wurzeln treu und wartet mit einer steilen Lernkurve auf, die – einmal erklommen – in einem unbeschreiblichen Flow-Gefühl gipfelt. Auch wenn Texturen und Hintergründe gern etwas liebevoller und knackiger hätten ausfallen dürfen, die Spielmechanik erstickt jeden Zweifel im Keim, denn das Benzol-geschwängerte „Nur noch eine Runde“-Mantra meistert auch der Neuling bis dato ohne Probleme.

Jedes Bike fährt sich einzigartig, ganz besonders angetan hat es uns jedoch das 2-Spieler-Tandem, welches nur reagiert, wenn ihr mit eurem Mitspieler auf einer Wellenlänge seid und eure Eingaben synchronisiert. Hinzu kommen die abwechslungsreichen Verträge, in denen eure neu gewonnenen Sponsoren euch vor besondere Herausforderungen stellen wie etwa eine Strecke mit einem bestimmten Gefährt abzuschließen oder ohne auch nur ein einziges Mal zu resetten.

Scheppernde Stunt auf der Switch

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Trials auf der ganzen Welt – Bildquelle: Ubisoft

Das Tolle daran: In Trials Rising könnt ihr euch nicht nur auf PC, PlayStation 4 und Xbox One mit euren Benzin-Buddies messen, auch die Nintendo Switch bekommt einen Port spendiert. Der fällt bis dato sehr ordentlich aus – nicht zuletzt dank der simplen Steuerung des Spiels – Mehr als zwei Knöpfe und Sticks braucht es nicht.

Einziges Manko dabei sind die recht kurzen Analogsticks, mit denen hochsensible Eingaben leider nicht in dem Maße möglich sind wie auf den anderen Konsolen. Dennoch eignet sich das Crashfest hervorragend für die Switch und hat das Potenzial, langjährige Freundschaften sowohl zu zerstören als auch neue entstehen zu lassen, sobald ihr Trials Rising in der Bahn auspackt.

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Endlich Trials auf der Switch – Bildquelle: Ubisoft

Allerdings solltet ihr dann auch ein zweites Paar Kopfhörer parat haben, denn nicht nur spielerisch scheppert es in Trials Rising ganz gewaltig, auch der Soundtrack wummert ordentlich, während ihr von Hindernis zu Hindernis hoppelt. Erinnerungen an Tony Hawk’s Pro Skater 2 werden wach.

Für den Gag hätten wir uns natürlich die Crash Test Dummies gewünscht, sind allerdings auch mit den Rockperlen von Motörhead, Bad Religion oder Billy Talent mehr als zufrieden. Dazu gesellen sich Elektro-Synthie-Hymnen, die für reichlich Abwechslung sorgen und perfekt zu dem passen, was das Spiel sein will: Ein extatischer Adrenalinschub auf zwei Rädern.

Keine graue Masse von Crash Test Dummies

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Jeder Fahrer ist einzigartig – Bildquelle: Ubisoft

Letztendlich steht Trials natürlich nicht nur für die Competition mit Bots und dem inneren Schweinehund, sondern vor allem für eins: Fieberhaftes Miteinander. Zu diesem Zweck feiern die Leaderboards aus Trials Fusion ihre Rückkehr, matchen euch nun allerdings immer mit Gegnern auf eurem Skill.-Level. Außerdem tretet ihr nun auch in der Kampagne regelmäßig gegen befreundete Spieler an, aus deren schemenhaften Ghost-Zeiten ihr hilfreiche Tipps ziehen könnt. Oder ihr fahrt vorne weg und zeigt euren Freunden, wer in Trials Rising das Gas auf Anschlag hat.

Im Rahmen der anschließenden Streckenübersicht erhaltet ihr nun wertvolle Hinweise zu Bestzeiten, schaut euch das Replay an oder gebt mit euren einzigartigen Emotes an. Denn auch erweiterte Customization-Optionen gehören zu den großen Upgrades, mit denen Trials Rising an den Start geht. Im Spielverlauf schaltet ihr eine schier unendliche Anzahl verschiedener Sticker, Embleme, Kleidungsstücke oder Gesten frei. Diese könnt ihr anschließend in ein Loadout packen und anderen Spielern zur Verfügung stellen – und das Beste: Kauft jemand euer eigens erstelltes Outfit, erhaltet ihr einen Bonus obendrauf.

Trials Rising erscheint am 26. Februar für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch
Vielversprechend

Christian Böttcher

Am Grundkonzept der Reihe ändert sich mit Trials Rising recht wenig. Trotzdem wollten wir den Controller nach unserer rund 2-stündigen Session nicht mehr aus der Hand geben. Denn auch der neuste Teil schafft es wieder, euch in einen derart extatischen Flow zu versetzen, dass ihr alles um euch herum vergesst. Ein kleiner Fahrfehler: Neustart. Das Hindernis nicht perfekt genommen: Neustart. Neustart, Neustart, Neustart. Dass beim ewigen Perfektionieren keine Langeweile aufkommt, liegt an vielen kleinen Verbesserungen, mit denen sich die Reihe nicht neu erfindet, aber deutlich zugänglicher wird. Auf taufrischen Strecken aus aller Welt und einzigartigen Bikes finden Anfänger wie Veteranen den kompetitiven Adrenalinkick, der Trials auszeichnet - endlich auch auf der Switch!
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