Vorschau: War For The Overworld

Lesezeit: 4 min

War for the Overworld_Thumbnail
In den meisten Spielen schlüpfen wir in die Rolle des „Guten“ und verfolgen das Böse in die tiefsten Untergründe. Dort gilt es dann die Wurzel des Übels zu finden und zu besiegen, damit wieder Frieden in der Welt herrschen kann. Wer sich für die Rolle des Antagonisten interessiert und einfach mal die Saat des Bösen pflanzen will, der sollte den Titel „War for the Overworld“ im Auge behalten. Als indirekter Nachfolger von „Dungeon Keeper“, werden die Fans der Göttersimulation/Echtzeit-Strategie mit Rollenspiel-Elementen auf ihre Kosten kommen. Das klingt jetzt vielleicht etwas kompliziert, aber das Spielprinzip ist einfach besonders.

Niemand geringeres als Spieleentwickler-Legende Peter Molyneux lobte die Bemühungen von Subterranean Games, die das britische Entwickler-Team in ihre Kickstarter-Kampagne stecken. Es ist 16 Jahre her, dass „Dungeon Keeper 2“ erschienen ist. „Dungeon Keeper 3: War for the Overworld“ blieb den Fans der Serie aber leider verwährt, denn die Fortsetzung kam nie. Im Mai 2013 konnten sich Spieler mit Hilfe von Steams Early-Access-Programm einen Zugang zur frühen Entwicklungsphase des Spiels erkaufen. Nun steht das Spiel kurz davor (02.04.2015) den Markt als Vollversion zu betreten. Wir haben den Titel bereits angezockt und hatten eine Menge Spaß dabei.
Vorschau War for the Overworld

In den Tiefen schlummert das Böse

In „War for the Overworld“ schlüpft ihr in die Rolle eines sogenannten Underlords und herrscht unter der Erde über die verschiedensten finsteren Kreaturen. Damit ihr die Oberwelt unterjochen könnt, baut ihr riesige Dungeons. Diese gilt es strategisch auszubauen, damit ihr eure Kreaturen ausbilden, trainieren, füttern, unterhalten und natürlich eine „gemütliche“ Unterkunft zum Schlafen bieten könnt. Dabei bleibt die Anzahl eurer treuen Fieslingen immer überschaubar und wird in keiner riesigen Ameisenkolonie mit Tausenden Einheiten ausarten. „Micormanagement“ ist dabei das Stichwort. Denn wie es für eine Göttersimulation gehört, müsst ihr die Meute bei Laune halten. Verständlich, denn selbst wenn man den Underlord dabei hilft die Welt zu unterjochen, braucht man nach der harten Arbeit etwas Zeit in der Taverne.

Wenn den Kreaturen ein ausgeglichenes Leben von euch geboten wird, zahlt sich das auch mit steigendem Level der Kreaturen aus. Im Kampf und am Trainingsplatz erhalten eure Einheiten Erfahrungspunkte. Kümmert ihr euch sorgsam um jede Einheit, erhöht sich nicht nur der Gesamtwert an Lebenspunkten und Angriffskraft, ab einen bestimmten Level schalten eure Untergebenen auch eine Fähigkeit frei. Wenn ihr immer noch unzufrieden mit der Leistung eurer Arbeiter seid, dann setzt es einfach ein Hieb mit der Rückhand des Underlords und schon sind sie wieder etwas eifriger an ihrer Arbeit dran.Vorschau War for the Overworld

Die Armee der Finsternis

Da sich niemand freiwillig von einem Underlord unterjochen lässt, kommt ihr nicht drum herum, euren Feinden eins auf den Deckel zu geben. Mit Hilfe einer Standarte könnt ihr all eure fähigen Kämpfer an einen Ort befehlen, an dem sie alles Feindliche zerstören. Hier zeigt sich leider, dass die KI in War for the Overworld noch nicht ganz an ihrem Höhepunkt ist.

Da ihr selbst nicht direkt priorisieren könnt, welchen Gegner sich die Horde als erstes vorknüpfen soll, seid ihr auf deren künstliche Intelligenz angewiesen, die eigentlich die größte feindliche Bedrohung angreifen soll. So ist schon auch vorgekommen, dass sich meine Schergen mit kleinen Fußsoldaten herumschlagen, statt die Ballisten anzugreifen. Diese verursachen auf Distanz großen Schaden und knüppeln langsam, aber sicher, meine kleinen närrischen Untergebenen zu Boden. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass die KI nicht zu gebrauchen ist, denn eigentlich wissen die Einheiten wie sie vorgehen sollen, nur kann es ab und zu kleine Aussetzer geben.
Vorschau War for the Overworld

Selbst ist der Underlord

Zum Glück seid ihr ja nicht nur auf die Streitkraft eurer Untergebenen angewiesen. Als Underlord stehen euch auch einige Zauber zur Verfügung, mit denen ihr den Kampf beeinflussen könnt. Manche dieser Zauber funktionieren aber nur, wenn sich Gegner in eurem Reich befinden. So zum Beispiel der Blitz-Zauber, mit dem ihr gezielt Schaden an einer einzelnen gegnerischen Einheiten anrichten könnt. Der Heilungszauber wiederum, kommt auch im gegnerischen Reich zum Einsatz. Sollte sich einer eurer Untergebenen zu sehr an der Front austoben, könnt ihr diese heilen und somit am Leben erhalten.

Es geht in War for the Overworld aber nicht nur darum, euer Verlies immer weiter bis zur feindlichen Front auszubauen, nein ihr müsst auch defensive Maßnahmen als Underlord ergreifen. Mit Stachelfallen, Kanonen, Gargoyls mit Laseraugen und vielen weiteren Objekten, erweitern sich die Möglichkeiten euer Verlies auszuschmücken. Quasi ein kleiner integrierter Tower-Defense-Modus, damit euch keine feindlichen Underlords oder Helden überrennen.
Vorschau War for the Overworld

Die liebevolle Welt des Untergrunds

Ein Spiel von Fans, für Fans. Das Entwicklerstudio ist noch ganz frisch in der Branche und kann dank erfolgreicher Kickstarter-Kampagne ihr erstes Spiel in die Welt setzen. Die Liebe zur „Dungeon Keeper“-Reihe zeigt sich in vielen Bereichen. So können sich englischsprachige Fans glücklich schätzen, dass die Erzähler-Stimme in War for the Overworld die gleiche wie im „Original“ ist. Aktuell wird noch an der deutschen Lokalisierung gearbeitet, deswegen ist es noch ungewiss, ob auch deutsche Fans ihren Sprecher wieder kriegen.

Denn War for the Overworld nimmt sich selbst nicht ganz ernst. Dunkler und parodistischer Humor zieht sich durch das Spiel und durch manch einen Charakter. So ist uns bereits jetzt der „Chunder“ ans Herz gewachsen. Irgendwo zwischen putzig und einfach nur ekelhaft, kombiniert mit dem einzigartigen Design, können wir diese stinkende Kreatur nur lieben. Bis jetzt sieht das Spiel einfach klasse aus, die verschiedenen Lords haben unterschiedliche Dungeon Designs, die sich deutlich von einander unterscheiden. So wird es selbst im trägen Untergrund, nie zu eintönig.

Vorschau War for the Overworld

Wie kann man ein solch graziles Wesen wie den „Chunder“ nicht ins Herz schließen?

Neben der Kampagne wird es auch einen Mehrspieler-Modus geben, in dem ihr euch entweder gegenseitig den Untergrund streitig macht, oder euch gegen Wellen von Gegner stellen müsst. Auch ein Sandbox-Modus wird euch zur Verfügung stehen. Aber außer der Kampagne, konnte wir die anderen Modi noch nicht anspielen, aber es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass es nicht nur eine Single-Kampagne geben wird.

Alles in einem, wirkt alles einfach rund, man guckt sich gern seinen Dungeon und die darin herumwuselnden Kreaturen an. Wer sich die Details genauer zu Gemüte führen will, kann wie in Dungeon Keeper in den Körper einer Einheit schlüpfen und in der Ego-Perspektive durch seinen eigenen Dungeon stolzieren. Ein wunderbares Feature aus den Vorgängern, dass auch in War for the Overworld seinen Platz gefunden hat.

Übersichtliches Gameplay
Liebevolles Desing
Klasse Humor
Gelungenes Kampf- und Verteidigungssystem
Ki noch ausbaufähig
Vielversprechend

Daniel S.

Auch wenn das Entwickler Studio War for the Overworld als eigenständiges Spiel betrachtet, können sich alle die vergebens auf Dungeon Keeper 3 warten, ohne Bedenken auf den Titel von Subterranean Games stürzen. Im Spiel schlummert wirklich viel Potenzial und mit dem Modding-Tool „Dungeoneer", dass mit dem Spiel erscheinen wird, werden auch die Spieler ihre Kreativität beisteuern können. Die Mängel an der KI werden in zukünftigen Patches hoffentlich überarbeitet. War for the Overworld hat ein einzigartiges und umfangreiches Gameplay, dass Lust auf mehr macht. Ich hatte eine menge Spaß beim Anzocken und kann es nur wärmstens empfehlen!
Vorschau: The Witcher 3 - Wild Hunt Vorschau: HEX Frost Ring Arena
Comments