Vorschau: XCOM 2

xcom 2 vorschau thumbnailSchon die Eroberer der Antike wussten, dass sich eroberte Gebiete deutlich leichter halten lassen, wenn man die einheimische Bevölkerung auf seine Seite ziehen kann. Auch bei einer Alien-Invasion dürfte das wohl nicht anders sein, daher wundert es nicht, dass die heimtückischen Invasoren in XCOM 2 alles daran setzen, uns von den Vorzügen einer außerirdischen Besatzung zu überzeugen. Doch solange es XCOM gibt, solange lebt auch der Widerstand! Wir haben uns ein erstes Gefecht mit den Aliens geliefert und erstatten euch Bericht.

Geschichte wird vom Verlierer geschrieben

Da hat man Stunde um Stunde, Gefecht um Gefecht an der Abwehr der außerirdischen Bedrohung  gearbeitet und in einer tollkühnen Mission das Mutterschiff der Aliens lahmgelegt, und dann schreibt Firaxis Games einfach die Geschichte um. Nein, XCOM hat die erste Schlacht gegen die Aliens leider nicht gewonnen, weshalb sich die Erde nun unter fremder Herrschaft befindet. Durch die ADVENT Organisation versuchen die Aliens nun, die Bevölkerung für sich zu gewinnen und Widerstände im Keim zu ersticken. Manch ein Erdenbürger mag den Friedensbekundungen und der Propaganda vielleicht Glauben schenken, aber wir als Commander der XCOM wissen es natürlich besser!

Diese Gefahr muss beseitigt werden und auch wenn unsere Organisation im Zuge der Eroberung durch die Aliens beinahe völlig zerschlagen wurde, holen wir von unserer mobilen Basis namens Avenger zum Gegenschlag aus. So aussichtslos die Lage auch scheinen und so überlegen der Feind auch sein mag, die Menschheit wird wiedererstarken und dem außerirdischen Gesindel zeigen, was eine Harke ist.

In guter Tradition

Da das natürlich nur bedingt friedlich erreichbar ist, gilt es in XCOM 2 also die Menschheit in einen Guerilla-Feldzug zu führen und auf feindlichem Boden gegen anfangs noch deutlich besser ausgerüstete Feinde zu bestehen. Dabei hat sich seit dem gefeierten  ersten Teil (Test: 9.0) aber eigentlich recht wenig in Sachen Gameplay geändert. Die Missionen sind weiterhin rundenbasiert, sodass zunächst euer gesamtes Team zieht und anschließend der Gegner. Ganz wie in einem Schachspiel lässt sich ein getätigter Zug nicht mehr rückgängig machen, weshalb die Wahl der Aktionen, Angriffe, Bewegungen oder auch die Reihenfolge eures Teams wohl überlegt sein wollen.

Jeder Einheit steht dabei eine Bewegung und ein Angriff oder eine sonstige Aktion zur Verfügung. Dabei zeigen euch farbige Areale, wie weit ihr euch maximal auf der in Felder unterteilten Karte bewegen könnt und wo eure Einheit eine halbe oder volle Deckung findet. Überhaupt ist Deckung ein nicht zu vernachlässigender Punkt, denn Einheiten die im Kampf sterben, gehen dauerhaft von uns und stehen nicht mehr zur Verfügung. Bitter, wenn es da den besten Mann erwischt, in dessen Training man viel Zeit investiert hat. So weit so bekannt, aber was macht XCOM 2 denn nun neu?Vorschau XCOM 2

Frischfleisch für die Front

Nun, da die Formel des ersten Teils schon recht perfekt war, blieb den Entwicklern eigentlich wenig zu tun, um XCOM 2 zu einem Taktik-Spaß par excellence zu machen. Mehr vom Gleichen heißt die Marschroute und so wurden die Säulen des Gameplays unangetastet gelassen (ich empfehle unsere Tests zu XCOM – Enemy Unknown und Enemy Within für mehr Details). Dafür hat sich bei den Einheiten, Fähigkeiten und Gegnern eine Menge getan. So habt ihr mit dem Ranger beispielweise nun einen  auch im Nahkampf geschulten Scout zur Hand, während andere Klassen Hacking Fähigkeiten besitzen und von einer Drohne begleitet werden, die Geschütztürme und mechanische Feinde unter eure Kontrolle bringen kann. Gerade das Hacken von Feinden ist eine raffinierte Mechanik, die neue taktische Tiefe bietet. Sollte der Hack-Versuch scheitern, erhält der Feind einen Bonus und die Einheit hat ihren Zug verschwendet, aber diesen Mech in den eigenen Reihen zu haben, wäre das Risiko schon wert, oder?

Übrigens können neue Rekruten nun auch gegen Geld trainiert und aufgelevelt werden, statt nur über Erfahrungspunkte während der Missionen. Hattet ihr im Vorgänger vor allem in den späteren Leveln das Problem, dass ihr gefallene Soldaten kaum noch effektiv verbessern konntet, da diese für den Kampfeinsatz schlicht zu schwach waren, sollte dieser Engpass nun behoben sein. Bleibt zu hoffen, dass die Kosten für das Training eines Soldaten schmerzhaft hoch genug sind, um das Permadeath-System nicht zu verwässern. Gleichzeitig können auch die Waffen in XCOM 2 mit individuellen Verbesserungen wie beispielsweise größeren Magazinen ausgestattet werden.

Auf leisen Sohlen

Zu Beginn jeder Mission ist euer Team nun erst einmal unbemerkt vom Feind. Solange ihr euch nicht im markierten Sichtfeld eines Gegners bewegt, könnt ihr im Geheimen vorrücken und euch gefahrlos annähern. Tatsächlich ist das eine nicht zu verachtende Neuerung, denn dadurch lassen sich raffinierte Hinterhalte aufbauen, die im Vorgänger noch schwierig umzusetzen waren. Wenn dann der Masterplan, den wir uns überlegt haben, aufgeht und die Aliens vor den Angriffen unserer Einheiten in die Knie gehen, dann frohlockt der kleine Napoleon in uns. Auch wenn wir noch nicht alle neuen Einheiten und Skills ausprobieren konnten, steht schon jetzt fest, dass uns hier unzählige vollkommen neue Strategien ermöglicht werden.

Das wir nun nicht länger die Verteidiger, sondern die Angreifer sind, wirkt sich auch auf die Missionstypen aus. Zwar konnten wir hier noch keinen allzu konkreten Eindruck gewinnen, doch  klar ist, dass die XCOM dieses Mal zahlreiche Sabotage-, Diebstahl- oder Infiltrationsmissionen erwarten, das Momentum immer auf der eigenen Seite. Die Karten sollen dabei stets zufällig generiert werden, sodass sich keine Mission gleich spielt. Sich wochenlang im Schatten zu verschanzen und auf die richtige Situation zu warten, hat aber auch seine Nachteile. Ebenso wie ihr eure Soldaten und Waffen im Forschungstrakt der Avenger aufleveln könnt, werden auch die Aliens allmählich besser. Sogenannte Düstere Ereignisse zeigen euch an, woran die Alien gerade arbeiten und wie lange es noch dauert, bis diese Verbesserung zum Einsatz kommt. Bessere Waffen, mehr Ressourcen, Sabotage eurer Vorräte, wer hier nicht rechtzeitig handelt und dem Fortschritt der Aliens Einhalt gebietet, der sieht sich schnell mit noch größeren Problemen konfrontiert.Vorschau XCOM 2 (2)

Jedem das Seine

Schließlich wäre da noch das Customization-Feature zu erwähnen, das euch eure Soldaten stärker als bislang individualisieren lässt. Von der Narbe unter dem linken Auge bis zum Anstrich der Waffe, darf hier jeder Rekrut künftig vor dem Einsatz an die persönlichen Vorlieben angepasst werden. Und wenn euer Recke dann erstmal eine eigene Persönlichkeit hat, schmerzt der Verlust natürlich noch ein wenig mehr. Sicherlich keine bahnbrechende Neuerung, aber eine ganz nette Ergänzung für alle, die sich bei ihren Charakteren gerne kreativ austoben.

Und wo wir schon beim Thema kreativ austoben sind, schon im Vorfeld versprechen uns die Verantwortlichen eine breite Palette an Werkzeugen, um eigene Mods wie neue Einheiten, Kampagnen oder sonstige Verbesserungen einzubauen. Die PC-Exklusivität soll hier der Modding-Szene zu Gute kommen und für neue Inhalte aus der begeisterten Community sorgen. Uns würde es freuen!Vorschau XCOM 2

Noch mehr taktische Tiefe
Spannende neue Einheiten und Fähigkeiten
Interessanter Story-Ansatz
Genügend Neuerungen?
Bombastisch

Name

XCOM 2 scheint nach der ersten Spiel-Session vor allem eines zu sein: Mehr vom Gleichen! Und das ist vielleicht das größte Lob, dass sich angesichts der Qualität des Vorgängers aktuell vergeben lässt. An vielen Ecken wurde gefeilt, optimiert und sinnvoll ergänzt, ohne dabei aber weit vom gewohnten Gameplay abzuweichen. Ob die Menge der Neuerungen ausreicht, um letztlich über die gesamte Spielzeit unterhalten zu können, muss sich noch zeigen, allerdings sind wir optimistisch und können es kaum noch erwarten, uns erneut in den Skyranger zu schwingen.
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