Vorschau: Yakuza 6: The Song of Life

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Wenn wir streng sein wollen, dann bekommen wir es mit Yakuza 6: The Song of Life nicht mit dem sechsten Teil der Serie zu tun. Diesen bekamen westliche Fans der Serie bereits letztes Jahr mit Yakuza 0 spendiert. In diesem durften Fans 30 Jahre in der Geschichte der Serie zurückreisen und in die Haut des jungen Kazuma Kiryu, dem Dauerprotagonisten der Marke, schlüpfen. Mit Yakuza 6: The Song of Life geht es hingegen zurück in die Gegenwart, und hier bricht ein gänzlich neuer Abschnitt für unseren Helden Kiryu an, denn nach einem 3-jährigen Gefängnisaufenthalt möchte er sich endlich von seinem früheren kriminellen Leben verabschieden und dem Tojo-Clan den Rücken zukehren. Wenn es doch nur so einfach wäre…

Das lange Warten hat ein Ende

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Wie es auch bei früheren Ablegern der Yakuza-Serie der Fall gewesen ist, so mussten sich westliche Fans auch bei Yakuza 6: The Song of Life wieder enorm gedulden. Immerhin kam der Titel in Japan bereits am 8. Dezember 2016 auf den Markt. Dass sich die Geduld jedoch ausgezahlt hat, zeigte uns ein erster Blick im Rahmen eines mehrstündigen Anspieltermins. Der Titel kommt ausgesprochen gut inszeniert, optisch ansprechend und mit der Yakuza-typischen Note an trockenem Humor daher.

Zunächst dürfen wir an dieser Stelle direkt alle Neueinsteiger beruhigen: Mit Yakuza 6: The Song of Life wird kein großartiger Wissensfundus vorausgesetzt. Selbst wenn ihr noch nie einen Ableger auch nur schief angeschaut haben solltet, so bringt euch ein ausführlicher Prolog auf den neuesten Stand, sodass ihr sofort mit allen wichtigen Informationen ins Geschehen starten könnt. Der Prolog erklärt euch in diesem Rahmen nicht nur die Hintergründe, warum unser Protagonist Kazuma Hiryu im Gefängnis sitzt, sondern geht auch auf so manche Geschehnisse im Verlauf seiner Haft ein.

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Die Geschichte von Yakuza 6: The Song of Life beginnt mit Kazumas Entlassung aus dem Gefängnis, der zu diesem Zeitpunkt guter Dinge ist, zu seiner Ziehtochter Haruka und den Kindern aus dem Waisenhaus Morning Glory zurückkehren zu können. Sein Ziel ist einfach: Er möchte ein neues Leben, abseits der Yakuza aufbauen. Doch nicht alles läuft wie geplant. Bei seiner Rückkehr erfährt er, dass Haruka vor Jahren verschwunden ist, da sie den Kindern, aufgrund ihrer Verbindungen zur Yakuza, keine Hürde für deren Zukunft sein wollte.

Auf der Suche nach Haruka erkennt Kazuma allmählich, wie sehr sich die Welt und Tokyo selbst verändert haben – und das selbst in nur drei kurzen Jahren. Zwischen seinem früheren Tojo Clan und der chinesischen Saio Triade ist ein offener Krieg ausgebrochen und auch sein alter Freund Akiyama ist verschwunden. Dieser hat vor Monaten sein Finanzgeschäft Sky Finance dicht gemacht und ist untergetaucht. Schlussendlich gelingt es, Kazuma Haruka zu finden, doch nur weil diese in einen Unfall verwickelt gewesen ist. Ob dies allerdings wirklich einer war, das bleibt abzuwarten. Zumindest findet Kazuma im Krankenhaus noch eine weitere Überraschung vor, denn Haruka hat einen kleinen Sohn, Haruto, um den sich der Ex-Yakuza Veteran nun kümmern muss. Es verspricht emotional zu werden!

Actionreich und grandioser Humor

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In Yakuza 6: The Song of Life bekommt ihr es mit einer offenen Spielwelt zu tun, in der ihr euch durch die Häuserschluchten von u.a. Kamurocho, einem fiktionalen Distrikt von Tokyo, bewegt. Hier bekommt ihr es auch mit allerlei Aktivitäten zu tun. Mal müsst ihr ein paar Straßenschlägern die richtige Richtung weisen, mal unterschiedlichste Arten an Nebenquests erfüllen, zwischendurch euch in Restaurants ein paar leckere Mahlzeiten bestellen und natürlich gibt es auch wieder zahlreiche Minispiele zu erleben, sodass euch hier nicht allzu schnell langweilig werden dürfte.

Auch der Humor kommt wieder glänzend zur Geltung. Gleich zum Beginn des Spiels wird Kazuma von einem jungen Möchtegernschläger bedrängt, der allerdings nur halb so hart ist, wie er vorgibt zu sein. Um Kazuma einzuschüchtern, wirft dieser beispielsweise in einer Bar ein Glas an die Wand,  woraufhin er von der Besitzerin der Bar angefaucht wird. Wehmütig entschuldigt er sich und verspricht den Schaden später zu bezahlen, ehe er, als wäre es nicht genug, mit seinem Schauspiel weitermacht. Dieser teils sehr unterschwellige Humor zieht sich durch das gesamte Spiel und sorgt trotz des düsteren Themas für immense Aufheiterung.

Auch technisch kommt Yakuza 6: The Song of Life sehr solide daher, wobei diese insbesondere in Zwischensequenzen zu bestechen weiß. Gerade das Charakterdesign, die Detailtiefe und die Animationen der Charaktere sind grandios, sodass es hier nur wenig zu bemängeln gibt. Betrachtet man Dialoge allerdings abseits dieser Sequenzen und spricht auf offener Straße mit NPCs, so sind diese in den meisten Fällen sehr steif und emotionslos gehalten. Hier hätte Sega noch die Extra-Meile gehen können, um die Spielerfahrung abzurunden.

Atmosphärisch inszeniert
Große Liebe zum Detail
Gnadenlos trockener Humor
Der Anbruch einer packenden Geschichte
Tolle (und skurrile) Auswahl an Minigames
Stellenweise sehr emotional
Dialoge abseits von Sequenzen teils sehr steif

Daniel Meyer

Der erste Eindruck hinter Yakuza 6: The Song of Life ist einfach großartig. Natürlich weißt das Spiel auch einige Ecken und Kanten im Rahmen der Gesamtpräsentation auf, jedoch sind diese, insbesondere aufgrund der Inszenierung, vernachlässigbar. Die ersten drei Stunden kamen hingegen als eine äußerst gelungene und perfektionistische Mischung aus atmosphärischer Story, gnadenloser Yakuza-Action und natürlich dem üblichen düsteren und trockenen Humor der Serie daher. Dabei verspricht die Geschichte noch deutlich spannender zu werden, da hier insbesondere Intrigen eine große Rolle zu spielen scheinen. Ich freue mich bereits auf den 20. März, wenn Kiryu dann endlich aus dem Gefängnis kommt und uns seine Geschichte erzählen wird!
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