Assassin’s Creed 3 Remastered – Lohnt sich ein erneuter Ausflug in den Unabhängigkeitskrieg? – Test

Assassin’s Creed 3 Remastered: Zurück zur Amerikanischen Revolution.

Assassin’s Creed 3 sorgte schon 2012 für geteilte Meinungen bei den Spielern. Für viele reichte es nicht an die Vorgänger mit Ezio heran, für andere hatte es eine der besten und kreativsten Storylines der gesamten Reihe. Doch brauchen wir, grade nach dem Wandel der Reihe zum Action-Rollenspiel, ein weiteres Schleich-Abenteuer? Wir haben uns für euch die Assassinen Kutte übergeworfen und in die Amerikanische Revolution von Assassin’s Creed 3 Remastered gestürzt, um zu sehen, ob sich ein erneuter Ausflug in das Amerika des 18. Jahrhundert lohnt.

Es gibt viel zu tun

Das unverbrauchte Setting ist immer noch einladend.

Mit der Menge der Inhalte kann AC 3 Remastered auf jeden Fall punkten. Für 40 Euro erhaltet ihr alle DLCs, wie die große Story-Erweiterung „Die Tyrannei von König Washington“, und außerdem noch eine Remaster-Version von Assassin´s Creed 3: Liberation. Wenn ihr den Season Pass zu Assassin´s Creed: Odyssey besitzt, erhaltet ihr das komplette Remaster von AC 3 sogar kostenlos! Was es leider nicht ins Spiel geschafft hat ist der Multiplayer, da dieser auch bei den alten Teilen der Reihe kaum genutzt wurde.

In neuer Optik durchs Grenzland

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Das Grenzland erstrahlt in neuem Licht.

Die verbesserte Grafik ist der wohl größte Unterschied zum Original von 2012. New York und Boston erstrahlen in neuem Textur-Glanz und gerade das Grenzland sieht jetzt viel natürlicher aus. Dazu tragen vor allem die neuen und dynamischeren Lichteffekte bei, welche eine sehr viel stimmungsvollere Atmosphäre schaffen. Ob in den höchsten Baumkronen, den verwinkelten Gassen oder den düstersten Katakomben, die Umgebung im neuen Assassin’s Creed 3 kann sich durchaus sehen lassen.

Es gibt allerdings auch Schattenseiten. Mimik und Gesichter können grade im Kontrast mit der Umgebung nicht mithalten. Auch wenn die Kleidung jetzt um einiges besser aussieht, leiden die meisten Zwischensequenzen an den ausdrucksschwachen Gesichtern der Charaktere, die leider selten mit der eigentlich guten Vertonung mithalten können. Das ist besonders bei einem Story-getriebenen Spiel sehr schade. Aber wenn man über diese Schwäche hinwegsieht, kann man auch heute noch in den imposanten Soundtrack und die stimmungsvolle Welt eintauchen.

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Besonders in düsteren Katakomben wirken die neuen Lichteffekte am besten.

Assassin’s Creed 3 Remastered kommt auf PS4 Pro, Xbox One X und PC mit 4K und HDR Unterstützung in halbwegs stabilen 50-60 FPS. Auf PS4 und Xbox One habt ihr eine Auflösung von 1080p zur Verfügung. Abhängig von eurer Hardware sind auf dem PC selbstverständlich Werte jenseits der 60 Bilder pro Sekunde möglich – und das sowohl in Full- als auch UHD.

Neue Spielmechaniken, alte Probleme

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Das 5-stündige Intro ist nach wie vor ein Schwachpunkt.

Auch bei den Spielmechaniken hat es Verbesserungen gegeben, wie zum Beispiel das freie Schießen. Was früher nur über anvisierende Reflex-Schüsse möglich war, kann nun frei genutzt werden. Das kommt, in Kombination mit der neu eingeführten Pfeif-Funktion aus den späteren Teilen, besonders dem Schleich-Gameplay zugute. Außerdem bekam auch die Minimap ein Upgrade und zeigt jetzt die Blickrichtung von Feinden, was für besser planbare Schleichmanöver sorgt. Die Bevölkerungsdichte in den Siedlungen und Städten wurde ebenfalls erhöht und führt zu einer lebendigeren Spielwelt, sowie wesentlich mehr Möglichkeiten zum Untertauchen.

Zusätzlich dazu gibt es jetzt auch alle neueren Assassinen Gewänder. Das heißt, ihr habt jetzt die Möglichkeit, Connor in den Outfits von anderen Hauptfiguren der Reihe (z.B. Alexios, Bayek oder Edward Kenway) zu kleiden.

Das alles ändert aber leider nichts am Schwierigkeitsgrad, welcher auch vorher schon oft bemängelt wurde. Die Kämpfe in den alten Assassin’s Creed Teilen lassen sich leider mit einer einzigen Tastenkombination bestreiten: dem Kontern. Auch die Remastered-Version von Assassin´s Creed 3 bildet da keine Ausnahme. Hier zeigt sich, dass Ubisoft in den vergangenen Jahren einiges aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Nichtsdestotrotz müsst ihr euch weiterhin mit eintönigen Kämpfen nach Schema F abfinden, wenn ihr die Amerikanische Revolution erneut erleben möchtet.

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Auch für alte Hasen kann sich eine Rückkehr lohnen.

Tolles Setting und Spielwelt
Deutliche Verbesserungen im Schleich-Gameplay
Endlich mit 4K-Auflösung und HDR-Unterstützung
Deutlich aufgehübschte Grafik
Voller Umfang - im Odyssey Season Pass sogar kostenlos
Gern gesehene Quality-of-life-Änderungen (Minimap, Crafting)
Längen in der Story nicht behoben
Eindimensionales Kampfsystem
Animationen und Texturen nicht immer zeitgemäß

Lukas

Assassin's Creed 3 Remastered lohnt sich natürlich vor allem für diejenigen, die den dritten Teil der Schleich-Serie noch nachholen wollen und Spaß an der Spielweise vor der Neuorientierung der Reihe hatten. Wer das Original mochte und Lust auf eine zweite Runde hat, sollte ebenfalls zugreifen. Auch wenn die Neuerungen vor allem optisch ausfallen und nichts an den alten Problemen des Spiels ändern, erhaltet ihr hier die bestmögliche Version des Spiels mit allen Zusatzinhalten inklusive Liberation.
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