Astro A40 TR im Test: Ein anderes Level

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Astro A40 TR: Gaming-Headset der oberen Preiskategorie im Test

Für den einen ist es der Mercedes, für uns Zocker ist es das Astro Headset. Wer sich nämlich was Echtes für seinen Ohren gönnen will, der greift zur amerikanischen Marke, die im E-Sport seinen Ursprung hat. Mit dem Astro A40 TR(alte Generation) testen wir für euch ein Headset der gehobenen Klasse. Geliefert wurde es uns zusammen mit dem eigenen Verstärker MixAMP Pro TR. Damit ist die Messlatte für das A40 hoch gesetzt. Wir zeigen euch im Test, ob das Headset zurecht an die Spitze gehört.

Liebe auf den ersten Blick?

Astro A40 TR -Box

Schon die Verpackung ist optisch ansprechend

Der Komfort beginnt bereits beim Auspacken des A40 TR. Es wird in einer stylischen Box geliefert, die schon beim ersten Anblick das Headset in Szene setzt. Auf der inneren Verpackungsbox wurden optische Applikationen in verschiedenen Materialien angebracht, so macht die Verpackung ordentlich was her. Innen drin befindet sich neben dem Headset mit dem MixAmp Pro TR noch ein eigener Audio-Mischer, dazu jedoch später mehr.

Beide sind schwarz gehalten mit grauen und goldenen Akzenten. Jedoch gibt es zusätzlich dazu eine weiß-rote Variante, die auch optisch einiges her macht. Beim Headset selbst fallen zuerst die optischen Applikationen an den Lautsprechern und die seitlichen Zylinder auf, mit denen sich die Größe stufenlos anpassen lässt. Mit einem Gewicht von 368 Gramm ist das Gerät recht leicht, der offen gestaltete Kopfbügel trägt unter anderem dazu bei.

Wie aus einem Guss

Wer über die Optik des A40 TR sprechen will, kommt nicht um die optionalen Mod-Kits von Astro herum. Beim Headset lassen sich Ohrmuscheln, Kopfauflage und die Außenseiten der Lautsprecher (genannt Speaker Tags) abnehmen und modular ersetzen. Wem also zum Beispiel die standardmäßigen Stoffinnenpolster oder die Farbe des Kopfbügels nicht gefallen, kann diese einfach durch ein anderes Mod-Kit ersetzen. Darüber hinaus kann das Mikrofon sowohl an der rechten und der linken Seite des Kopfhörers angebracht werden. Die Mod-Kits sind jedoch nicht ganz günstig, momentan sind verschiedene Versionen für jeweils 40€ und 65 € im Zubehörshop bei Astro zu haben. Weitere Speaker Tags sind darüber hinaus für 30€ käuflich.

Der Tragekomfort des A40 TR ist dabei gut, aber nicht optimal. Die Ohrpolster machen ihren Job einwandfrei und die stufenlose Verstellbarkeit lässt wenig zu wünschen übrig. Lediglich das Kopfpolster fällt unnötig minimalistisch aus. Je nach Kopfform spürt man so nach geraumer Zeit den harten Kunststoff darüber. Das sollte bei einem derart teuren Headset nicht mehr passieren. Astro hat das Headset dabei offen gestaltet. Ihre Konzeption erlaubt es eSportlern bei Turnieren neben dem Spiel auch noch ihre Teamkameraden oder ihren Coach wahrzunehmen.

Astro A40 TR - Komposition

Das Kopfpolster lässt sich ganz einfach austauschen

Das Headset ist sehr flexibel und verzeiht viel Verdrehen und Biegen. An den Seiten ist seine Größe stufenlos einstellbar. Hier sind uns jedoch mehrere scharfe Kanten, nahe dem Kopfbügel aufgefallen. Im Normalfall tangieren diese euch nicht, kommt ihr jedoch aus Versehen daran, kann es durchaus schmerzhaft werden. Zudem lassen sich die Ohrmuscheln horizontal um 90° drehen, um das Gerät bequem um den Hals legen zu können. Das Hauptmaterial bildet Kunststoff, dieser fühlt sich aber nicht billig an. Die Applikationen an den Speaker Tags sowie die obere Seite der Kopfstütze besitzen eine gemusterte Oberfläche mit glänzender Optik.

Die hier angebrachten Magnete zum Abnehmen der modularen Teile lassen sich einfach lösen, bieten aber keinen Bewegungsspielraum. Nervige Wackler sind also nicht möglich. Das Abnehmen des Kopfbügels ist da ein klein wenig umständlicher. Hier muss man die oberen beiden Kopfbügelstücke leicht aber bestimmt nach außen drücken, um dann den abnehmbaren Teil herauszulösen.

MixAmp Pro TR

Das MixAmp macht da weiter, wo das Headset aufgehört hat. Auf der glänzend schwarzen Oberfläche befindet sich ein großer Regler für die Lautstärke und ein kleiner, mit dem sich die Balance zwischen Spielgeräuschen und der Stimme regeln lässt. Daneben befindet sich ein Knopf zum An – und Ausschalten des 7.1 Dolby Surround Sounds und einer zum Wechseln zwischen den vier eingestellten Equalizer-Modi. Hierbei wechselt dann eine der vier Leuchten um den Modi Knopf, was sich leider in der Praxis etwas schwer ablesen lässt.

Die voreingestellten Modi Astro, Natural Bass, Balanced und Tournament lassen sich in der eigenen Software von Astro, dem Command Center, verändern und speichern sich auf dem Mixamp. Damit könnt ihr das Gerät beim Anschluss an beispielsweise die PS4 auch nutzen. Im Übrigen klappte der Anschluss an die Konsole in unserem Test ohne Probleme und wurde beispielsweise von der PlayStation auch als Astro Mixamp in den Einstellungen genau gefunden. Des Weiteren könnt ihr eine Rauschsperre für das Mikrofon einstellen, die Soundausgabe seperat fürs Streamen kontrollieren und zwischen einem Konsolen- und einem PC-Modus des Astro wechseln.

MixAmp Pro TR

Mit dem MixAmp Pro TR lassen sich Lautstärke und Sound-Modi anpassen

Das Mikrofon des A40 TR zeigt gut, was die generellen Stärken des gesamten Headsets sind. Es ist 6mm groß, unidirektional und extrem flexibel. Wie bereits erwähnt lässt es sich auf beiden Seiten des Gerätes anbringen, indem einfach die Speaker Tags getauscht werden.

Astro A40 TR - Mikrofon-Solo

Das Mikrofon ist sehr biegsam und stabil

Der Sound wird klar wiedergegeben. Da das Headset jedoch keinen Rauschschutz aus Stoff oder ähnlichem besitzt, ist es anfällig für Störgeräusche. Im Command Center könnt ihr verschiedene Einstellungen vornehmen, um die Empfindlichkeit des Mikrofons zu beeinflussen. Einen zusätzlichen physischen Rauschschutz hätten wir uns dennoch gewünscht. Punkten kann das Headset dazu dank der sogenannten Daisy Chain. Diese Funktion ermöglicht es mehrere MixAmp von Astro zu verbinden, um so eine eigene, digitale Sprachkommunikation zu starten. Diese soll nach Herstellerangaben ohne Verzögerung und Störgeräusche vonstatten gehen. Aufgrund der spezifischen Ausrichtung und dem Preis des Headsets wird es aber wohl nicht oft vorkommen, dass diese Funktion außerhalb des eSports genutzt wird.

Astronomischer Sound

Doch was bringt euch der ganze Schnickschnack ohne den Sound? Kommen wir nun also zum Herz des Astro A40 TR. Wie zu erwarten zeigt es sich hier von seiner besten Seite. Selten haben wir in unserer Redaktion so gut ausbalancierten und detailreichen Sound erlebt. Höhen, Mitten und Tiefen spielen nämlich zur jeder Zeit klar und gleichmäßig auf. Insgesamt besitzt das Headset eine weite Dynamik, die ihr nicht nur beim Zocken nutzen könnt, sondern auch Filme und Musik zu einem Fest macht.

Leider handelt es sich beim A40 im Normalzustand um ein offenes Headset, was recht ungewöhnlich für Gaming-Lauscher ist. Heißt am Ende Tages könnt ihr eure Umgebung komplett wahrnehmen, womit aber auch enorm viel Druck nach außen verloren geht. Das sorgt natürlich, wie erwähnt, für ein audiophiles Klangbild, welches aber auch enorm an Kraft verliert. Dies stört bei den Höhen und Mitten kaum, nimmt jedoch ordentlich Wumms aus den Bässen. Heißt gerade Shooter-Liebhaber, bei denen es auf den Ohren krachen soll, werden merklich enttäuscht sein.

Da hilft es auch nicht. dass der Mixamp die 40mm Treiber mit hohen Lautstärken antreiben kann, denn diese dringen leider auch größtenteils nach außen. Das führt unweigerlich auch dazu, dass ihr eure Umgebung komplett beschallt, weshalb Bahn fahren und der Büro-Einsatz schnell nervig für eure Mitmenschen wird. Das ist ein bisschen schade, da der industrielle Look des Astro A40 durchaus in den heutigen urbanen Dschungel einer Stadt passt. Abhilfe lässt sich hier durch die schon erwähnten und nicht billigen Modkits schaffen, die aus dem A40 dann ein geschlossenes Headset machen, was unserer Meinung eher die Standard-Variante sein sollte. Wer darüber hinaus trotzdem am Klang etwas auszusetzen hat, der kann in im Command Center natürlich individuelles Feintuning vornehmen.

Nicht unerwähnt soll natürlich der virtuelle Dolby 7.1 Klang bleiben, der natürlich für uns Zocker Kaufargument sein soll. Dies ist in der Praxis natürlich besonders praktisch, da euch hiermit die Ortung von Geräuschen deutlich leichter gemacht wird. Und Astro nicht zuviel, denn das A40 TR erzeugt ein wunderbares Gefühl von Räumlichkeit. Dies wird vor allem Shooter Spieler für die offene Bauweise ein wenig entschädigen, denn gerade in Spielen wie Counter-Strike: Global Offensive macht dies die Ortung von Gegnern merklich leichter. Die geht einher mit den hohen Details, die sich beim A40 wahrnehmen lassen, wodurch ihr Schritte klar und deutlich wahrnehmen könnt, wenn sich Gegner von hinten oder der Seite an euch heranschleichen. Aber nicht nur in Shootern hat das Ganze Vorteile, denn auch in Spielen wie Days Gone, die sogar 3D-Kopfhörer Unterstützung bieten, kommt so deutlich mehr Atmosphäre auf, wenn ihr das nahende Gewitter schon aus der Ferne deutlich hört, oder die Regentropfen, die überall um euch herum auf den Boden plätschern, merklich intensiver und genauer wahrnehmt. Diese Eindrücke werden natürlich durch die offene Bauweise merklich abgeschwächt.

Probleme hatten wir hier leider mit der Astro Gaming Software. Unsere Erfahrung hier sind nicht unbedingt repräsentativ, hinterlassen aber einen bitteren Beigeschmack im Test. So ist es möglich, mit dem Herunterladen der Software des Astro Controllers anstatt der Audio Software, alle Audiotreiber des Computers lahm zu legen. Nur die neue Installation konnte das Problem beheben. Hier sollte auf der Support Seite von Astro deutlicher zwischen den verschiedenen Firmewares getrennt werden.  Bei einem im Test erschienenen Update (für die richtige Software) bekamen wir den Fehler erneut. Die Audiotreiber funktionierten zwar noch, das Headset gab aber keinen Ton von sich. Wieder half nur, das Programm neu aufzuspielen.

Unsere Erfahrungen sind hier, wie bereits erwähnt subjektiv und nicht repräsentativ. In einigen Foren haben wir jedoch dasselbe oder ähnliche Probleme gesehen.

Guter, ausgewogener Sound...
Hohe Modularität...
Toller Look...
Verstärker mit vielen Funktionen wie Dolby 7.1 inklusive
An PC und PS4 nutzbar
.. mit schlechter Geräuschabschirmung
... mit teuren Mod-Kits
... mit Spitzen und unschönen Ecken
Unbequemes Kopfpolster

Alexander v.B.

Wer sich ein Astro A40 TR zulegt, erhält für nicht ganz kleines Geld ein gutes Headset mit klaren Stärken in Sound, Design und Kompatibilität. Für einen Preis von 279€ stören uns die offene Bauweise, die teuren Mod-Kits und der unbequeme Kopfbügel für eine Kaufempfehlung doch zu sehr. Solltet ihr aber am Ende auf die nützlichen E-Sport Features nicht verzichten können. findet ihr derzeit kaum eine Alternative auf dem Markt.
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