Devil May Cry 5: Ein dämonisches Vergnügen – Test

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Devil May Cry 5: Die Dreifaltigkeit des Schnetzelns

Als Dämonenjäger gilt es zielsicher und gewandt zu sein, ein ordentliches Repertoire aus Waffen und Moves im Gepäck zu haben und im Idealfall selbst dämonisches Blut in sich zu tragen. Zum Glück müssen wir nicht persönlich Hand anlegen und die Welt vor fiesen Unterweltinsekten und anderem Gesocks retten, dafür haben wir unter anderem Dante und Nero, in deren Haut wir in Devil May Cry 5 wieder einmal schlüpfen werden. Und die Durchschlagskraft der beiden hat sich in keiner Weise zu den Vorgängern verringert – zumindest sobald der Großteil an Fähigkeiten freigeschaltet wurde.

Dem Weltuntergang entgegen

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DmC 5: Neue Inszenierung, alte Stärken

Im Gegensatz zum indirekten Vorgänger DmC: Devil May Cry aus dem Jahr 2013 von Ninja Theory, reiht sich Devil May Cry 5 nicht an diesen damalig gedachten Reboot an. Stattdessen dürfen sich insbesondere Core-Fans des Franchise auf eine Fortsetzung freuen, die an den vierten Teil anschließt. Dass Capcom allerdings die Arbeit von Ninja Theory sehr zu schätzen weiß, lässt sich an der gesamten Inszenierung des Spiels erkennen. Die sticht insbesondere im hochkarätigen Charakterdesign und dem locker lässigen Humor des Ablegers hervor.

Die größte Veränderung in Devil May Cry 5 findet sich in der Inszenierung der Geschichte, verbunden mit dem jeweils gespielten Charakter. Zum einen bekommen wir die Story häppchenweise präsentiert, sodass diese quasi mit dem Endboss beginnt – Ein Kampf, der im Desaster endet. Wie es zu diesem Kampf kommt, der gegen einen bislang völlig unbekannten Dämonen-König bestritten wird, aber auch was danach passiert, wird entsprechend gekonnt inszeniert, und zwar aus Sicht der unterschiedlichen Charaktere des Titels.

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Der Dämonenbrut auf den Fersen

Diesen neuen Feind müssen wir dabei möglichst schnell aus dem Weg räumen, denn er sitzt auf der Spitze eines dämonischen Baums, dessen Wurzeln beginnen, Menschen aufzuspießen, um an deren Blut zu kommen. Und natürlich schwärmen davon ganz abgesehen auch massenweise weitere dämonische Kreaturen los, die es auf die wehrlosen Menschen abgesehen haben. Zum Glück stehen dem Weltuntergang drei wackere Helden im Weg – auch wenn diese mehr aus Eigeninteresse agieren.

Abwechslungsreich wie nie

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Nur einer von drei spielbaren Charakteren

Zu Beginn des Spiels schlüpfen wir in die Haut von Nero, den wir bereits in DmC: Devil May Cry spielen durften – und das natürlich wieder in dem modern-coolen Look des Vorgängers. Beim Charakterdesign hat sich Capcom im ganzen Spiel mit enorm viel Ruhm bekleckert, denn dieses kommt in einer brillanten Optik daher, die sowohl in Zwischensequenzen – wieder mit zahlreichen epischen Slow-Motion-Sequenzen inszeniert – als auch in der Ingame-Grafik zu überzeugen wissen und ein echter Hingucker sind.

Eine der großen Überraschungen in Devil May Cry 5 ist, dass wir im Laufe des Spiels nicht nur die Kontrolle über einen, sondern gleich drei Charaktere übernehmen. Neben dem heißspornigen Nero und dem abgebrühten Dante kommt im neuen Ableger auch der mysteriöse V hinzu. V ist allerdings kaum zu vergleichen mit den beiden übermächtigen Kämpfern, denn er ist nur ein Mensch und obendrein mit einem Krückstock unterwegs. Dafür kann er aber drei Dämonen befehligen, wodurch wir hier weniger als Haudrauf sondern mehr als Puppenspieler agieren. Diese Dämonen kontrolliert er dabei jedoch nur indirekt. So gibt er ihnen Angriffsbefehle in Form von Combos und die Minions greifen das jeweils anvisierte Ziel an.

Dreifach asynchron

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Nero versucht sich als Megaman

Diese asynchrone Spielweise zieht sich über alle drei Charaktere des Hack’n Slay-Titels hinweg. Nero, der übrigens seinen rechten Arm verloren hat, bekommt eine Prothese spendiert oder, um genau zu sein, ein gutes Dutzend. Im Laufe des Spiels werden immer neue künstliche Arme freigeschaltet, die mit ganz eigenen Fähigkeiten daherkommen. Einer verschießt Blitze, ein anderer lässt uns Ausweichmanöver in der Luft durchführen und es gibt sogar einen, den wir abschießen können. Letzterer verhaut im Flug Gegner ganz autonom und auf diesem können wir sogar wie auf einem Hoverboard skaten!

Während Dante auf den ersten Blick Nero im Bereich des Schwertkampfstils ähnelt, so ändert sich dieser Eindruck im Laufe der Story sehr schnell. Denn er verfügt über vier verschiedene Kampfhaltungen, die je nach ausgerüsteter Waffe neue Kampfmanöver ermöglichen. Aber auch unter den zahlreichen Waffen dürfte für jeden Spieler ein Favorit mit dabei sein. Seien es elementare Nunchakus, das klassische Schwert oder unter anderem gepanzerte Stiefel und Handschuhe, mit denen wir in brachialen Breakdance- und Boxeinlagen Dämonen zu Asche verhauen können – die Möglichkeiten sind immens.

Gewohnt gehacktes Gameplay

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Weiterhin dabei: Bombastisch inszenierte Kämpfe

Während die Story inhaltlich nicht sonderlich für Aufsehen sorgt und zu einem gewissen Maße vorhersehbar ist, so kommt die allgemeine Inszenierung ausgesprochen hochwertig daher. Abgerundet wird dieser Eindruck nur noch durch den Soundtrack, aber auch das Gameplay selbst. So gilt es sich hier durch irdisch urbane Gegenden zu kämpfen, aber auch die Unterwelt zu besuchen. Etwas schade ist, dass das Leveldesign größtenteils als Schlauchlevel daherkommt. Hin und wieder gibt es zwar einige Rätsel, jedoch sind diese nur sehr sporadisch anzutreffen. Interessanter hingegen sind versteckte Areale wie kleine Räume, die man durch gekonnte Sprungeinlagen, Kämpfe mit Zeitlimit oder andere Aktivitäten finden kann.

Auf dem Weg durch die verschiedenen Level des Spiels treffen wir immer wieder auf Horden von Dämonen. Diese müssen wir nicht nur in den Boden stampfen, auch gilt es dies möglichst stylish durchzuführen. Denn am Ende der Mission wird unser Vorgehen mit einem Ranking von D bis SSS bewertet, was schlussendlich auch in einem beträchtlichen Bonus an Red Orbs – der Ingame-Währung in Devil May Cry 5 – führt. Diese Währung kann wiederum für neue Fähigkeiten ausgegeben werden. Ein hohes Ranking erreichen wir, indem wir uns nicht von Feinden treffen lassen oder die Dämonenbrut auf möglichst vielfältige Art und Weise bekämpfen.

Satter Wiederspielwert

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Kombos: Die Grundpfeiler von DmC

Eine gute Kampfbewertung zu bekommen ist dabei nicht sonderlich einfach, denn dafür müssen wir zahlreiche Kombos auswendig lernen. Zum Glück ist die Tastenbelegung für alle drei Charaktere relativ identisch, zumindest sofern man die gleichen Fähigkeiten bereits für alle Figuren erworben hat. Durch den steten Charakterwechsel innerhalb der Missionen, kann dies mitunter verwirrend sein. Spannend ist zudem, dass wir in bestimmten Missionen auch mit anderen Spielern oder den Geistdaten dieser gematcht werden. So können wir sie dabei beobachten, wie sie auf ihrem eigenen Pfad durchs Level streifen und Dämonen bekämpfen.

Wie in der Serie üblich ist das Durchspielen des Titels nur der erste Schritt zum Erfolg. Denn nach dem Abschließen der Story schaltet sich der nächste Schwierigkeitsgrad frei und es geht direkt weiter mit der Action. Natürlich werden all unsere bis dahin erworbenen Fähigkeiten übernommen, sodass wir mit der richtigen Durchschlagskraft in den Kampf schreiten können. Aber auch durch zahlreiche weitere Waffen und den gelungenen Fotomodus gestaltet sich der Wiederspielwert wie gewohnt groß, der insbesondere unter Perfektionisten für viel Anklang sorgen dürfte.

Brillantes Charakterdesign
Drei spielbare Charaktere
Asynchrones Gameplay der Helden
Abwechslungsreiche Fähigkeiten
Episch-humoristische Inszenierung
Schnelles, actiongeladenes und präzises Gameplay
Story sticht wenig heraus
Viele Schlauchlevel, wenig Rätsel

Daniel Meyer

Devil May Cry 5 ist eine wahre Perle im Spieledschungel auf dem Markt, die insbesondere durch geballte und schnelle Action sowie hochpolierte Optik überzeugt. Wie schon in früheren Ablegern der Serie ist es wieder ein Heidenspaß, Runde um Runde den Dämonen den Garaus zu machen und sich selbst in diesem Zuge immer weiter zu verbessern. Dabei dauert es zwar eine Weile bis alle Kombos perfekt sitzen, aber gerade dadurch wird ein großer Wiederspielwert gewährleistet, der Stunde um Stunde beste Unterhaltung bietet. Natürlich spielen dabei sowohl der köstliche Humor als auch der grandiose Soundtrack, der mit einer gelungenen und rasanten Mischung aus Hardrock, Metal, Techno und Balladen daherkommt, eine wichtige Rolle. Solltet ihr Fans der DmC-Serie sein oder keine Abneigung gegen schnelle Hack’n- Slay-Games haben, dann ist Devil May Cry genau das Richtige für euch!
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