Test: inFAMOUS – Second Son

inFAMOUS – Second Son ist wohl einer der Namen, der PlayStation 4-Besitzern Kribbeln unter den Fingernägeln verursacht. Dabei bedienen sich die Entwickler von Sucher Punch einer einfachen Formel: Gib einem ganz normalen Typen Superkräfte und lass den Spieler entscheiden was er daraus macht. Ob Superkräfte plus super Optik auch gleich supergeil ist, haben wir im Seattle von Sucker Punch für euch herausgefunden.

OMG Sie haben Cole getötet

Test: inFAMOUS - Second SoninFAMOUS – Second Son spielt sieben Jahre nach seinem Vorgänger. Cole Mc Grath, der Protagonist der vorherigen Teile, hat das Zeitliche gesegnet und der Handlungsort hat sich nun nach Seattle verlagert. Doch die Welt hat sich in den letzten sieben Jahren stark verändert. Die Menschen sind verängstig und verunsichert.

Kein Wunder, die katastrophalen Ereignisse von Empire City und New Marais haben sich nicht nur in die  Köpfe der Spieler eingebrannt. Zum Schutz vor solchen Katastrophen wurde eine Regierungseinheit gegründet, die sich um Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, sogenannten Conduits kümmert. Leider ist das Kümmern nicht im mütterlichen Sinne gemeint. Alle Sonderlinge werden pauschal von ihnen als „Bio-Terroristen“ gebrandmarkt. Diese Einheit – genannt Department of Unified Protection(DUP) – macht Jagd auf Conduits und hält Seattle fest in seinem Griff.

inFAMOUS - Second Son

Ein Hipster wird zum Superheld

In dieser bedrückenden Atmosphäre schlüpft ihr unter die Hipster-Mütze von Delsin Rowe. Der 24-Jährige führt ein recht rebellisches Leben in einem Indianer- Reservat außerhalb der Stadt. Genau diese rebellischen Ausflüge machen seinem Bruder Reggie das Leben schwer,  denn als Polizist mimt der fleißig den Vorzeigebürger. Mitten in einem Streit zwischen den beiden, kommt es zu einem Unfall mit einem Gefangenentransporter der DUP. Dieser steht plötzlich lichterloh in Flammen und das ausgerechnet vor ihrem Reservat

inFAMOUS - Second Son testMit dem anschließenden Rettungversuch beginnt das eigentliche Geschehen von inFAMOUS – Second Son. Eben noch normal, erwachen in Delsin plötzlich Conduitkräfte und machen ihn zu einem Ziel der DUP. Querschläger der Auseinandersetzung treffen auch seinen Stamm stammt Reservat. Um die Menschen die er liebt zu beschützen, machen sich Delsin und Reggie gemeinsam auf nach Seattle, um die Verantwortlichen der Regierungseinheit zur Rechenschaft zu ziehen.

So ist zumindest die Lage, wenn ihr den Weg des Helden wählt. Unterwegs müsst ihr in inFAMOUS – Second Son immer wieder moralische Entscheidungen treffen, wobei euch zwei Wege offen stehen: gut oder böse. Dies hört sich einfach und simpel an, lässt sich aber manchmal nicht leicht übers Herz bringen, besonders nicht beim ersten Durchlauf. Ihr solltet jedoch nicht erwarten, dass ihr zwei komplett unterschiedliche Spiele bekommt, denn die grundlegende Geschichte wird davon kaum betroffen. Dies ist recht schade weil so die moralischen Entscheidungen stark ausgehebelt  werden und so deutlich an Gewicht verlieren.

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Es geht ums Karma

Die moralischen Dilemmata haben dafür umso mehr Auswirkung auf eure Spielweise. Neben den unterschiedlichen Zwischensequenzen bekommt ihr verschiedenartige Fähigkeiten, die Delsin über die Zeit sammelt. Die Anzahl und Art der Kräfte ist auf beiden Wegen gleich, aber die Ausprägungen der Fähigkeiten unterscheiden sich doch erheblich. Kräfte wie Neon oder die Rauch fallen sehr unterschiedlich aus. So eignet sich Neon  besonders gut für Fernkämpfe und ist dank seiner hohen Geschwindigkeit ideal fürs Reisen durch die Stadt geeignet.

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Rauch ist sehr hilfreich in Nahkämpfen, da ihr dank eurer Ketten an den Armen der DUP ordentlich auf die Mütze geben könnt. Gleichzeitig nutzen könnt ihr immer nur eine Kraft, die ihr an bestimmten Stellen in der Stadt aufsaugen könnt. Zusätzlich müsst ihr eure Kräfte bei exzessiver Benutzung immer wieder aufladen und somit ist Haushalten angesagt. Neben Fähigkeiten wie Rauch oder Neon besitzt ihr noch Karma-Kräfte. Diese teilen sich, wie der Name schon sagt und die Erzählweise vermuten lässt, auch in gut und böse. Um diese im Kampf aufrufen zu können müsst ihr gute oder schlechte Aktionen ausführen.

Heißt für euch: inFAMOUS – Second Son stellt euch vor die Wahl, Gnade walten zu lassen oder euren Gegner den Todesstoß zu versetzen. Da meist recht viele Gegner gleichzeitig von unterschiedlichen Ecken angreifen, sind die guten Fähigkeiten meist ein wenig schwieriger freizusetzen. Findet ihr euch auf der dunkeln Seite der Macht wieder, kann es euch so ziemlich egal sein wie viel eure Gegner oder herumstehende Passanten abbekommen.

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Blockbuster mit Emotionen

Glücklicherweise ist nicht alles nur schwarz und weiß. In den Dialogen mit Delsin und seinem Bruder gibt es viele Denkanstöße, die das gesamte Szenario sehr menschlich und glaubwürdig erscheinen lassen. Gerade die Dialoge von inFAMOUS Second Son sind erfreulicherweise die größte Stärke des Spiels. Leider gilt dies nur für die Originalstimmen, die glücklicherweise mit an Bord sind und die wir jedem Zocker mit Englischkenntnissen wärmstens ans Herz legen.

Denn egal ob Trauer, Wut, Überheblichkeit oder Erleichterung  die emotionale Bandbreite der Charaktere reicht weit und wird immer wieder durch perfekt getimte Gags aufgelockert. Schade, dass einige Sequenzen im Spiel nur anhand von Comic-Strips dargestellt werden. Besonders der Schluss verschenkt dadurch großes Potenzial. Nichtsdestotrotz lohnt sich allemal die Geschichte von inFAMOUS – Second Son von beiden Seiten spielerisch zu betrachten.

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Auch graphisch fliegen die Funken

Wo wir schon beim Thema Gefühle sind: Diese könnt ihr dank der exzellenten Präsentation nicht nur in den Stimmen hören sondern endlich mitfühlen. Was hier stellenweise über den Bildschirm flimmert darf mit Fug und Recht als Blockbuster bezeichnet werden. Das fängt an bei den Charakteren die genial und detailliert aussehen und endet bei dem großen Wachposten, den ihr mit genialen Partikeleffekten in alle Einzelteile zerlegen könnt.

inFAMOUS - Second Son testinFAMOUS – Second Son ist in seiner gesamten optischen Präsentation einfach eine Ode an die Freude für die Augen. Nichts wirkt lieblos oder deplatziert und besonders die Lichtspiele tauchen das fiktive Seattle in eine Atmosphäre wie wir es vorher noch nicht erlebt haben. Respekt Sucker Punch, so sieht großes Kino aus.

Wem das noch nicht genügt , dem kann ich versichern: Es spielt sich mindestens genau so gut wie es aussieht. Egal ob Kräfte wechseln, durch die Lüfte schweben oder Gegner plattmachen: Alles geht locker flockig von der Hand und macht jede Menge Spaß. Aufgrund der Knalleroptik kann das Geschehen recht hektisch wirken, vor allen in den Kämpfen. Daran solltet ihr euch aber innerhalb kurzer Zeit gewöhnt haben. Einen faden Beigeschmack gibt es jedoch abseits der normalen Missionen. Sicherlich gibt es viel zu entdecken nur leider ist die Motivation für die Nebenmissionen recht gering, weil diese schnell repetitiv und eintönig wirken. Nur kleine Graffitis versprühen, eine bestimmte Anzahl von Dingen sammeln oder zerstören wirkt gerade bei so viel „Next-Current-Gen-Feeling“ zu oldschool.

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