Lohnt sich Kino: Angry Birds – Filmkritik

Angry Birds Film 4

©Sony Pictures Releasing GmbH /©2016 Rovio Animation Ltd and Rovio Entertainment Ltd. Angry Birds

So lange ist es noch gar nicht her, seit die wütenden Vögel die Smartphones der Nation gestürmt haben. Ob in der Vorlesung, beim öden Familientreffen oder auf dem Heimweg im Bus: Mit Angry Birds verging die Zeit einfach wie im Fluge! Kein Wunder also, dass Sony Pictures und Rovio noch einen Schritt weiter gegangen sind und in diesem Jahr die Verfilmung zum Spiel veröffentlichen. Da steht sofort die berechtigte Frage im Raum: Kann das was werden? Wir haben uns den Animationsschinken für euch angesehen!

Wenige Überraschungen bei der Story

Angry Birds entführt uns in ein exotisches Paradies mit tiefen Wäldern und riesigen Bergen – und mittendrin lebt eine ganze Stadt voller flugunfähiger Vögel. Die Küken schlüpfen wie nichts Gutes, das Wetter ist spitzenmäßig und man ist auf der Straße stets freundlich zueinander. Einzig und allein Dauer-Miesepeter Red kann alledem nichts abgewinnen. Schon vor einiger Zeit hat der Außenseiter mit dem minimalen Geduldsfaden sein Haus außerhalb der Stadt gebaut und genießt zumindest augenscheinlich seine Einsamkeit.

Gleich zu Beginn des Films wird deutlich, dass Red ein kleines Wutproblem hat: Weil ein unzufriedener Kunde seine Geburtstagstorte nicht annehmen will und ihm die Schuld für den verhunzten Schlüpftag seines Küken gibt, landet der Wüterich kurzerhand vor Gericht und muss sich für ein ziemliches Schlamassel verantworten. Das Urteil: Wuttherapie! Als kurz darauf ein Schiff voller Schweine anlegt und sich bei den Stadtbewohnern einschleimt, will niemand auf Reds Warnungen hören und lieber die neue Freundschaft zu den durchgedrehten Grunzern genießen.

Um die anderen von der drohenden Gefahr zu überzeugen, macht sich Red gemeinsam mit seinen Wuttherapie-Freunden Chuck und Bombe auf den Weg in die Berge: Sie wollen mit Hilfe des Mächtigen Adlers, dem Helden der Stadt, dem doppelten Spielchen der Schweine ein Ende bereiten – doch das ungleiche Trio kommt zu spät…

Angry Birds Film 2

©Sony Pictures Releasing GmbH /©2016 Rovio Animation Ltd and Rovio Entertainment Ltd. Angry Birds

Ein visueller Höhenflug mit passender Synchro

Zugegeben, die Geschichte ist so ziemlich eins zu eins aus dem Spiel entnommen und bietet keine großen Überraschungen. Dafür ist der Film ein echter Hingucker und beeindruckt mit atemberaubenden Settings. Egal, ob es sich um eine Aufnahme des Meeres, der Wälder oder der einzelnen Figuren handelt: Optisch ist Angry Birds eine Wucht! Wer auf liebevolle, kleine Details und 3D-Effekte steht, wird sich fraglos in diesen Streifen verlieben können.

Auch in Sachen Synchronisation gibt es nichts zu bemängeln. Christoph Maria Herbst leiht Red seine Stimme und haucht dem zornigen Vogel damit überzeugend Leben ein. Besonders positiv überrascht war ich jedoch von Axel Stein („Chuck“) und Anja Kling („Mathilde“), die durch ihre Stimmen die flache Story wieder wett machen und das Publikum trotz allem unterhalten können. Mit dabei sind außerdem noch Michael Kessler („Richter Hackpranke“), Smudo („Mächtiger Adler“), Axel Prahl („Bombe“) und Ralf Schmitz („Schwein Leonard“), die durch die Bank weg eine gute Leistung bringen. Angry Birds beweist die Qualität von deutschen Synchronisationen.

Angry Birds Film 3

©Sony Pictures Releasing GmbH /©2016 Rovio Animation Ltd and Rovio Entertainment Ltd. Angry Birds

Der Humor ist Geschmackssache

Entsprechend der schrägen Story ist auch der darin enthaltene Humor etwas gewöhnungsbedürftig. Da es sich bei Angry Birds eher um einen Kinderfilm handelt, sollte er jedoch auch so bewertet werden. Für die Altersgruppe bis 12 ist das Animationsabenteuer auf jeden Fall lustig: Neben einem pinkelnden Adler gibt es auch jede Menge Slapstick-Einlagen, bei denen Red, Chuck und Bombe einfach alles geben und bestens unterhalten. Allerdings hat sich auch der ein oder andere Ü18-Witz eingeschlichen und dürfte mit sarkastischem Unterton sowie zweideutigen Scherzchen auch die erwachsene Begleitung bestens unterhalten. Dennoch: Die tanzende Schweine in Cowboykostümen, die den Hintern in die Kamera strecken, wirken etwas verstörend. Wer bei Angry Birds „harmlosen“ Humor erwartet, wird eiskalt enttäuscht.

Angry Birds Film

©Sony Pictures Releasing GmbH /©2016 Rovio Animation Ltd and Rovio Entertainment Ltd. Angry Birds

Fazit

Trotz wunderschöner Animationen und wirklich herausragender Synchronisation ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Einerseits haben mich die schrägen Geschehnisse einfach maßlos überfordert, andererseits erzeugt der Versuch, sowohl Kindern als auch Erwachsenen in Sachen Humor gerecht zu werden einen merkwürdigen Hybriden, der mich nicht überzeugen konnte. Allerdings ich bin auch nicht die Zielgruppe: Für alle, die Spaß an wilden Geschichten und jeder Menge Abenteuer haben, könnte sich Angry Birds daher besser eignen.

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