Lohnt sich Kino: BFG – Big Friendly Giant

The-BFG-teaser-trailerNach seinen beiden letzten Oscar-prämierten Filmen Lincoln (2012) und Bridge of Spies (2015) hat sich Kultregisseur Steven Spielberg wieder an ein kinderfreundliches Projekt gewagt. Mit BFG – Big Friendly Giant hat er eines der bekanntesten Kinderbücher des britischen Autors Roald Dahl auf die große Leinwand gebracht und anlässlich des 100. Geburtstages des Schriftstellers erscheint der Film in diesem Jahr. Wie gut sich der Streifen schlägt, verraten wir euch jetzt.

Träum was Schönes

Einige von euch dürften das Problem aus ihrer Kindheit kennen. Man kann und möchte nicht schlafen, weshalb man sich mit einem Buch unter der Decke versteckt, um sich in den Schlaf zu lesen. Dieses Problem hat auch die zehnjährige Sophie, die in einem Londoner Waisenhaus lebt.

Als sie eines Nachts Geräusche von der Straße hört, kann sie aufgrund ihrer kindlichen Neugier nicht anders als vom Balkon aus auf die Straße zu spähen. Sie entdeckt eine gigantische Gestalt, die in einen schwarzen Umhang gehüllt ist. Von den Blicken der Kreatur erschrocken, flitzt Sophie zurück unter ihre Bettdecke. Doch da nähert sich auch schon die geballte Hand und ehe sich das Kind versieht, wurde sie von dieser geschnappt.

Der Big Friendly Giant hat Sophie jedoch nicht entführt, weil er ihr was Böses will, sondern um sie mit auf Traumjagd zu nehmen. Dieses Unterfangen wird dem BFG allerdings tierisch erschwert und zwar durch die anderen Riesen aus dem Tal, die noch viel größer, vor allem aber unwillkürlicher und gewalttätiger sind. Nur zusammen können Sophie und der BFG die tölpelhaften Giganten besiegen und gleichzeitig für die zuckersüßen Träume der Kinder Londons garantieren.

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Finsterer Anblick, liebevoller Inhalt

Beim ersten Anblick der Bilder des Films vermutet man gar nicht, dass es sich um die Verfilmung eines Kinderbuches handelt, denn wirken eben diese Bilder sehr düster und unheimlich. Doch durch den infantilen Humor und die liebenswerte Art des BFG schlägt die Stimmung schnell um. Man fühlt sich angesichts der Situation wie in einem High School-Teenie-Film, wenn der sonst so große BFG von den noch größeren Ungetümen geärgert wird.

Hier merkt man, dass ein erfahrener Mann am Werk ist, da Spielberg versteht, wie man sein Publikum erreicht, auch wenn es eher das jüngere ist. Der nötige Humor ist vorhanden und funktioniert, trotz melodramatischer Momente und der gelgentlichen Überschreitung von Schamgrenzen.bfg-movie-2016-trailer-giant-country

Wer bin ich?

Hinter den großen Ohren und dem grantigen Kinn des BFG erkennt man gerade noch so den wahren Akteur. Und zwar hat sich Herr Spielberg auf seinen neusten Schauspielstar Mark Rylance berufen, mit dem er auch schon in Bridge of Spies erfolgreich zusammenarbeitete. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass dieser seine Rolle mit Bravur meistert, zwar nicht zwingend Oscar-würdig, aber dennoch ordentlich. Ruby Barnhill gilt dabei als Neuentdeckung und trägt zusammen mit Rylance den Film über seine 2 Stunden Laufzeit hinweg.maxresdefault

Mehr bitte!

Schön sind auch die etwas rasanteren Szenen, wie etwa die „Entführung“ Sophies zu Beginn des Films, wo der BFG seine Tricks anwenden muss, um bei der Flucht aus der Stadt nicht von den Menschen gesehen zu werden. Diese temporeichen, ja man möchte sie schon fast Actionszenen nennen, hätten wir gerne häufiger gesehen. So verliert der Streifen spätestens nach der Hälfte an Tempo und leider auch an Faszination, da sich der ein oder andere Moment länger zieht als es eigentlich nötig wäre.

Insgesamt ist BFG – Big Friendly Giant ein solider Familienfilm. An manchen Stellen etwas zu lächerlich, aber im Großen und Ganzen kann man trotzdem seinen Spaß mit dem Film haben und es ist schön zu sehen, dass einer der größten Regisseure aller Zeiten sich ab und an auch gerne nochmal an ein wirklich junges Publikum richtet. Wenn ihr also nach einem Kinobesuch mit eurer Familie strebt, dann entführt eure Kinder, Geschwister oder jüngere Verwandte doch in dieses märchenhafte Abenteuer.

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