Lohnt sich Kino: Jason Bourne

Jason Bourne

Er ist ein Ex-Agent, ein gescheitertes Regierungsexperiment und ein Profi in dem, was er tut. Ihr alle kennt seinen Namen: Jason Bourne. Nachdem Matt Damon sowohl im Film als auch in der Realität einige Jahre von der Agentenleinwand verschwand, ist er nun zurück für seine Paraderolle. Ob er in dieser genauso brillieren kann, wie früher, verraten wir euch jetzt.

Nun lasst den Mann doch in Ruhe

Nachdem Jason Bourne (Matt Damon) endlich das Geheimnis seiner Vergangenheit lüften konnte und jahrelang von der Bildfläche verschwunden war, wird er nun erneut in ein Katz-und-Maus-Spiel mit der US-amerikanischen Regierung hineingezogen. Grund dafür ist seine alte Freundin Nicky (Julia Stiles). Sie hat nämlich Informationen aus der Datenbank der CIA gestohlen, die Jasons verstorbenen Vater in Zusammenhang mit dem Projekt bringen, welches ihn zu dem gemacht hat, was er ist.

Da kann der wissensdurstige Bourne sein Leben nicht weiterhin mit Nichtigkeiten vergeuden und begibt sich wie in alten Tagen auf die Jagd nach Antworten. Dabei stellen sich ihm gleich mehrere Kontrahenten in den Weg, die alle durch unterschiedliche Motivationen angetrieben werden, Jason Bourne aus dem Verkehr zu ziehen. Auf sich allein gestellt muss er sich in alter Agenten-Manier bis an den Kopf des Komplotts hochkämpfen und die verschleierten Machenschaften aufdecken.

Jason Bourne

Der Stein kommt ins Rollen

Als wir hörten, dass Matt Damon für seine Rolle als Jason Bourne wiederkehrt, waren wir höchst erfreut, haben uns aber gleichzeitig gewundert. Denn mit The Bourne Ultimatum hat die damalige Trilogie einen runden Abschluss erhalten. Umso größer war unsere Frage: Warum ist denn Jason Bourne nun wieder zurück? Und genau hier wurden wir nicht gänzlich überzeugt.

Seine Altbekanntschaft Nicky gibt ihm Zugang zu alten Akten der CIA und zieht ihn quasi mit in ihren dampfenden Misthaufen. Den Ansatz, dass Bournes Vater in die Intrigen verwickelt war, fanden wir eine durchaus kluge Idee, nur wurde diese leider nicht vollkommen ausgereift. Hier hätten wir uns einfach etwas mehr Tiefgang aus dem vorhandenen Potential gewünscht.

Jason Bourne

Old but Gold

Nichts desto trotz schafft es der Film die klassische Bourne-Atmosphäre einzufangen. Das Gefühl überall verfolgt zu werden und nirgendswo sicher zu sein lässt die Herzen alter Fans höher schlagen. So fährt Bourne altbekannte Geschütze auf, indem er beispielsweise eine enorme Menschenmasse auf einem Platz lockt, um unentdeckt in dieser abzutauchen. Das haben wir zwar alles schon mal in ähnlicher Form gesehen, doch können wir uns an einer solchen Raffinesse nicht satt sehen.

Jason Bourne

Kein präziser Schlag

Bei der Action wurde diesmal viel mehr auf rasante Verfolgungsjagden gesetzt, als auf die franchisetypischen Faustkämpfe. Choreographische Meisterleistungen, wie etwa das Duell Bourne vs.Desh aus dem dritten Teil lassen diesmal leider zu wünschen übrig. An anderen Stellen wurde dabei so ein hohes Maß an Action injiziert, dass wir kurzer Zeit dachten in einem Michael Bay-Film zu sitzen. Hier wäre wieder einmal die klassische Formel „Weniger ist mehr“ angebracht gewesen.

Was uns jedoch am meisten gestört hat, war die Kameraführung. Primär in dem ersten Drittel des Streifens, fällt es einem extrem schwer die Aktionen auf der Leinwand zu erfassen, da dort ein Wackelfest stattfindet, wie man es zuletzt bei Taken 3 gesehen hat. Hier haben die Verantwortlichen wohl kein ruhiges Händchen gehabt.

Jason Bourne

Lonesome Bourne

Die schauspielerischen Leistungen hingegen konnten wir Einiges abgewinnen. Allem voran ist Matt Damon natürlich wieder der eiskalte Profi, der nicht sehr viel Raum für besonders sentimentale Momente lässt. Und trotzdem schafft er es durch diese eiserne Fassade die Gedanken und Gefühle des Ex-Agenten durchschimmern zu lassen. Zu Beginn des Films, als sich Bourne noch irgendwo im Nirgendwo auf illegale Faustkämpfe einlässt, sieht man ihm die Verzweiflung förmlich ins Gesicht geschrieben. Das ist der Matt Damon, wie wir ihn kennen und zwar von seiner stärksten Seite.

Aber auch Tommy Lee Jones konnte seit längerem mal wieder einen guten Antagonisten verkörpern. Mit solch Ekel und einer brutalen Erbarmungslosigkeit wurde uns schnell klar, dass es bei der CIA nicht mit rechten Dingen zugeht. Alicia Vikander ist dabei das taffe Mädel der CIA und ist eine der wenigen, die gewisse Sympathien für Bourne pflegt. Für den einen oder anderen kann diese „Taffe Mädel-Nummer“ zu dick aufgetragen sein, doch wir fanden es durchaus angemessen. Und wer noch einen knackigen Killer sehen möchte, der darf sich auf Vincent Kassel freuen, auch wenn dieser in dem Film eher zum Schlagen und nicht zum Reden neigt.

Insgesamt ist Jason Bourne ein solider Actionthriller, wobei der Actionanteil diesmal stark überwiegt. Wir hatten die zwei Stunden über unseren Spaß mit dem Film, aber an das Niveau der ersten drei Teile der Reihe kommt man hier nicht ran. Bourne-Fans werden ihn sich so oder so anschauen, aber für alle anderen gilt: Kein zwingender Muss.

Lohnt sich Kino: Lights Out Test: LEGO Star Wars - Das Erwachen der Macht
Comments