Lohnt sich Kino: Tolkien – Filmkritik

Tolkien-Filmkritik-Autor

J.R.R Tolkien: Endlich ein Biopic zum Autor von Der Herr der Ringe und Co.

Das erste Mal in die Welt vom „Kleinen Hobbit“ eintreten. Eine Welt gefüllt mit allem, was sich eine blühende Fantasie wünschen könnte. Lebendige Bäume, Orks und Elben. Das Universum ist weitreichend und bis hin zur eigenen Sprache komplett durchdacht. Der Schöpfer von all dem, John Ronald Reuel Tolkien, besser bekannt als J.R.R Tolkien war ein Genie, ein Visionär. Ein Autor, der seiner Zeit weit voraus war und den Grundstein für das Fantasy-Genre legte. Unter der Regie von Dome Karukoski kommt in Kürze ein Biopic zum gefeierten Schriftsteller in die deutschen Kinos, das uns tief in sein Lebenswerk eintauchen lässt – zwischen Faszination und Fantasy.

Frischer Wind

Während die Biopics von Queen und in Zukunft auch Elton John, die Massen in die Kinos ziehen, bekommt auch ein Mann große Aufmerksamkeit, dessen Weg weitaus beschwerlicher gewesen ist. Vorweg zu sagen ist, dass der Film nicht ausschließlich auf das Entstehen der Bücher Bezug nimmt, sondern vor allem dem Umfeld, seinen Einflüssen und der Ideenfindung eine Menge Screen-Time zukommen lässt. Dies war beim Anschauen das, was viele von der ersten Sekunde an gefesselt hat.

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Fantasy spielt nicht nur in seinen Werken eine gewichtige Rolle – auch der Film strotz nur so davor

Ein beschwerlicher Weg

Das reale Leben und die widrigen Umstände, unter den Tolkien aufwuchs, sind harter Tobak. Ein früher Tod der Mutter durch Diabetes und das Aufwachsen unter den schützenden Händen eines Priesters zeigen, wie früh der Autor auf sich alleine gestellt ist. Es folgt eine Adoption, wodurch sich Tolkien und sein Bruder in einem reichen Hause wiederfinden und das Privileg bekommen, eine elitäre Schule besuchen zu dürfen. Seine ebenfalls künstlerisch begabten und begeisterten Freunde haben einen wichtigen Einfluss auf sein Schaffen, sowie sein weiteres Leben und spielen im Verlauf des Filmes eine tragende Rolle.

Dies gilt ebenso für die gleichaltrige Edith. Sie ist Klavierspielerin im Dienste des Hauses, welches für einige Jahre auch das Heim Tolkiens ist und ebenso hegt sie eine Begeisterung für die Kunst. Nach der Schule folgte das Studium, sowie etliche Hürden, die der angehende Schriftsteller zu meistern hat. Gerade als er sich in die gewünschte Richtung bewegt, kommt die erschreckende Nachricht – Der Krieg hat begonnen…

Hundert Jahre zurückversetzt

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Euch erwartet eine Zeitreise in das Gehirn des gefeierten Schriftstellers

Schaut man sich die Kulisse an, bekommt man den Eindruck, die Regisseure wären in der Zeit zurück gereist. Die alten britischen Städte, wie Birmingham oder Oxford, haben einen Sprung zum Beginn des 20. Jahrhunderts gemacht und beeindrucken durch ihre malerischen, schon leicht märchenhaften Bauten, welche euch des Öfteren zum Staunen bringen. Auch mehr martialische als ästhetische Kriegsszenen wurden ohne Beschönigung und in ihrer ganzen Grausamkeit dargestellt und bestechen durch ihre beklemmende Stimmung, die bei dem einen oder anderen Zuschauer für Gänsehaut sorgen dürfte.

Der Aufmerksame gewinnt

„Tolkien“ ist einer dieser Filme, bei denen man schon durch kurze Unaufmerksamkeit direkt etwas verpasst. Denn selbst die Namen der Menschen, mit denen Tolkien in Kontakt kommt, sollten dem einen oder anderen Fan der Bücher ein Begriff sein und direkt ein kleines, herzliches Lächeln ins Gesicht zaubern.

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Bei Fans sorgen Namen und Figuren für Aha-Momente

Wie weggepustet

Es kommt nicht häufig vor , dass uns im Kino über die komplette Länge eines Films keine anderen Gedanken in den Kopf kommen und es möglich ist, einfach abzuschalten. Tolkien ist ein Film, der genau diese Wirkung erzielt. Fängt der Autor einmal das Philosophieren über Mittelerde, diese andere Welt mit ihren malerischen Wäldern und Wiesen an, bekommt man direkt diesen Drang, postwendend nach Verlassen des Kinos, die alten Bücher wieder ausgraben zu wollen und für ein paar Stunden Urlaub im Land der Hobbits, Elben und Zwerge zu verbringen.

Detailtreue ist ein hohes Gut

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Tolkien: Verkörpert durch Nicholas Hoult

Neben bekannten Gesichtern, wie Nicolas Hoult als J.R.R Tolkien, welcher schon in The Favourite oder About a Boy herausragende schauspielerische Leistungen zeigte und Lilly Collins als Edith Bratt, die nur einige Monate zuvor noch als Mary Poppins die Kino-Zuschauer verzauberte, sind in den weiteren Rollen, Darsteller ausgewählt worden, die eher den Cineasten ein Begriff sein dürften. Jedoch ist es bemerkenswert, dass der Cast ausschließlich aus britischen Schauspielerin besteht, was gerade im Originalton den Film mit einem weiteren I-Tüpfelchen verziert.

Wann wird der Film gezeigt?

Wer sich nach der Vorschau und vor allen den Trailern nicht mehr halten kann, muss sich nicht mehr lange gedulden. Der offizielle deutsche Erscheinungstermin für „Tolkien“ ist der 14. Juni 2019. Dann können sich Fans des Genres oder welche, die es noch werden wollen, knapp zwei Stunden lang vom emotionalen, aber auch aufregenden Lebensweg des J.R.R Tolkien begeistern lassen und dabei vielleicht auch die eine oder andere Träne verdrücken.

Tolkien-Filmkritik-Krieg

Fazit

Nicht häufig begeistert ein Film die Zuschauer so, dass ein Großteil der Audienz, aus Faszination am Film und Respekt vor diesem großartigen Autor, nicht den Saal verlassen möchte. Tolkien ist zwar ein Biopic, jedoch schafft es durch einen leichten Hauch von Fantasy und sehr starken Nicholas Hoult, die Zuschauer nicht nur zu fesseln, sondern auch zum Träumen anzuregen. Jeder kann sein Ziel erreichen, wenn er sich nur von den Fesseln der Angst befreit, so auch eine der Kernaussagen – Wenn du etwas wirklich von Herzen möchtest, dann Kämpfe dafür mit allem, was du hast.

Text von Herni Briese freier Redakteur für ingame.de

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