Lohnt sich Kino: Transformers 5 – The Last Knight

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Die Filme von Regisseur Michael Bay stehen vor allem für Eines: Materialschlachten vom feinsten. Allen voran natürlich das Transformers-Franchise. Der nunmehr fünfte Teil der Reihe trägt den Namen The Last Knight und ist voraussichtlich Bays letzter Einsatz als Chef-Pyromane der Serie. Die vier Vorgänger spielten zusammen über 3,5 Milliarden US-Dollar ein und gehören somit zu den erfolgreichsten Blockbustern aller Zeiten. Kann Transformers 5 diese Serie fortsetzen und eventuell sogar punktuell neue Reize setzen? In unserer Kritik zur Comic-Verfilmung erfahrt ihr es!

Transformers 5 TV Spot & Trailer

 

Eines Vorweg: Transformers 5: The Last Knight bleibt ein klassischer Transformers. Wenn ihr mit den bisher erschienenden Teilen des Franchises nichts anfangen konntet, wird auch bei der mittlerweile vierten Fortsetzung der Action-Kracher nur mit den Augen rollen. Euch erwartet ein klassischer Michael Bay-Film mit unglaublichen Explosionen, stumpfen Gags und ein paar mehr Explosionen.

Bumblebee besiegte das Dritte Reich

Beginnen wir mit dem Unwichtigsten: Der Handlung. Transformers 5 legt ähnlich wie seine Vorgänger keinen großen Wert auf Erklärungen und Logik. Nach den Geschehnissen in Transformers: Ära des Untergangs kam es zum Krieg zwischen den Maschinenwesen und den Menschen. Die Autobots sowie die Decepticons werden von einer militärischen Spezialeinheit Namens TRF gejagt. Einzig Cade Yeager (Mark Wahlberg), der coole Held aus dem letzten Teil, versucht als Untergrundkämpfer seine Roboterkumpels zu retten. Auf einer seiner Missionen trifft er das Waisenmädchen Izabella (Isabela Moner) und durch einen Zufall werden die beiden in die Suche nach einem uralten Transformer-Artefakt hineingezogen. Der Schlüssel zu diesem Rätsel ist die schöne Geschichtsprofessorin Vivian Wembley (Laura Haddock).

So weit, so gut. Dann wird es ein wenig Konfus: Das Artefakt stammt aus einer Zeit der Mythen und Legenden – es war bereits in Besitz von King Arthur und muss versteckt gehalten werden, weil…ja warum eigentlich? Weil dann eben irgendwas Schreckliches passieren wird und die Welt zu Grunde geht – Dramatischer Aufhänger halt. Dann stößt noch der sehr britische Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins) mit seinem antiken Blechbuttler Cogman zur Gruppe und erklärt, dass die Transformers nicht nur für Arthur und die Tafelrunde kämpften, sondern unter anderem auch für den Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gesorgt und den Amerikanern die Unabhängigkeit gebracht haben. Das alles natürlich im Hintergrund und ohne auffällig zu werden.

Wir wissen durchaus, dass sich das Alles ein wenig merkwürdig anhört, aber mal im ernst: Wen interessiert´s? Wer sich als Zuschauer für diesen Film entscheidet weiß worauf er sich einlässt. Zweieinhalb Stunden kompromisslose Action in der die Geschichte nur als Einleitung für die nächste Passage von Explosionen dienen soll. Manch einem mag das zwar sauer aufstoßen, wer aber einen Streifen mit Niveau erwartet sollte wissen, dass der Kino-Saal, in dem Transformers 5 gezeigt wird, wahrscheinlich der nicht der richtige ist.

Over the Top – Action der Superlative

Logikfehler, wirre Geschichte, stumpfe Charaktere – das alles ist zu verschmerzen wenn Michael Bay es so gut aussehen lässt. Die Inszenierung von The Last Knight ist einfach hervorragend. Der mit 260 Millionen Dollar teuerste Transformers aller Zeiten lässt es richtig krachen. In kaum einer Sequenz gibt es keine Explosionen, Geballer oder eine Verfolgungsjagd. Das alles sieht dabei so verflucht gut, dass man es einfach wertschätzen muss. Schnelle Schnitte, klare Bilder und aufwendige Sets – Bay verabschiedet sich mit einem Knall von den Filmen, die er so stark geprägt hat. Solch eine Inszenierung sucht im Action-Kino im Moment sicherlich ihresgleichen.

Die Szenen mit Anthony Hopkins gehören zu den stillen Highlights.

Zweieinhalb Stunden Brechstange

Beim Abspann im Kinosessel waren wir offen gesagt ein wenig perplex: Was haben wir da gerade gesehen? Zunächst einmal eine dumpfe Aneinanderreihung von unglaublichen Action-Sequenzen die wir so noch nicht erlebt haben. Dazu flache Witze, Reduzierung der Frau zu einem schmucken Beiwerk und einen Film, in dem mehr Munition verballert wurde als Worte gewechselt. Der aktuelle Transformers-Teil treibt die altbekannte Erfolgsstory aus wenig Handlung, ein wenig Sex-Appeal und einer Menge Krawall auf die Spitze. Transformers 5: The Last Knight ist ein Ebenbild unserer derzeitigen Popkultur – Schneller, höher, lauter. Das mag sich alles ziemlich negativ anhören, ist aber durchaus gegenteilig gemeint. Dieser Film ist wahrlich kein künstlerisches Meisterwerk, trifft aber den Nerv der Zeit und der Zielgruppe.

Transformers: The Last Knight ist ein Sommer-Blockbuster der absolut keine Kompromisse in Hinblick auf seine Fanbase macht. Wer das Franchise mag, bekommt hier einen der besten Ableger der gesamten Reihe spendiert. Personen die mit den riesigen Robotern bisher noch nichts anfangen konnten, werden dagegen auch in Teil 5 passen müssen. Der Film legt nicht viel Wert auf eine logische Handlung, tiefsinnige Charaktere oder einen gewissen Anspruch. Transformers 5 ist einfach nur ein wahnwitzig übertriebenes, stellenweise auch überforderndes Action-Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Wenn ihr leicht zu verdauendes Entertainment-Kino sucht, seid ihr hier genau richtig.

 

  • 20.06.2017 um 19:00
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