Test: Mario Kart 8

Mit Mario Kart 8 kehrt der König der Fun-Racer zurück und soll die beliebte Formel aus Rasen, Hüpfen, Driften und Ballern noch einmal perfektionieren – dieses mal, zum ersten mal sogar in HD-Auflösung. Das hört sich schon fast zu schön an, um wahr zu sein. Kann Nintendo seiner First-Party-Produkt-Palette nach Pikmin 3, Super Mario 3D Land und Donkey Kong Country: Tropical Freeze ein weiteres Juwel hinzufügen? Die ingame-Redaktion hat sich für euch hinters Steuer von Mario Kart 8 geklemmt und ordentlich auf die Tube gedrückt.

Alles so schön neu hier

Test: Mario Kart 8Zuerst besticht die absolut geniale Präsentation von Mario Kart 8. Alles ist übersichtlich, die Menüs sind klar strukturiert und lassen schon zu Beginn keine Fragen offen. Ob Rennserie, Einzelrennen oder Online-Modus mit einem oder zwei Spieler – da hat man sich am Anfang natürlich für die ersten Rennen der 50er (einfach), 100er (mittel) oder 150er (schwer) in einer Rennserie entschieden. Die ersten vier von insgesamt acht Meisterschaften bieten euch 16 brandneue Strecken, die zweite Hälfte serviert euch Remakes bereits bekannter Pisten aus älteren Titeln der Mario-Kart-Serie. Diese wurden natürlich massiv überarbeitet und bis auf ein paar einprägsame Kurven, erinnern euch eigentlich nur die Ohrwürmer daran, das ihr diese Strecke auf dem 3DS, DS, N64, dem Gamecube oder der Wii schon einmal gefahren seid. Los geht´s also mit der ersten Meisterschaft auf den neuen Strecken.

Bevor es losgeht, wählt ihr noch einen der verfügbaren Fahrer – im Spielverlauf schalten sich bis zu 30 Charaktere aus dem Mario-Universum frei – und stellt euch aus Chassis, Reifen und einem Gleitschirm eure Wunsch-Kart zusammen. Und schon seid ihr bereit für das erste Rennen. Der einführende Kameraschwenk über die anstehende Piste, lässt eure Augen zum ersten mal groß werden. Die Optik von Mario Kart 8 kommt äußerst detailreich und sehr farbenfroh rüber. Zudem sind alle Pisten mit zahlreichen optischen Gimmicks gewürzt, die sich auch spielerisch auswirken – doch dazu später mehr.

Kaum geht es los, rast ihr auch schon auf die erste Magnetbahn – die erste, echte Neuerung: Bestimmte Teile einer Strecke führen euch an der Wand, oder an der Decke entlang. Dazu klappen sich die Räder eures Karts ein und es wird für kurze Zeit zu einem Magnetschwebe-Fahrzeug. Das hat auch spielerische Auswirkungen, denn die sonst stark verlangsamenden und gefürchteten Ramm-attacken der Gegner beschleunigen hier euer Kart. Auch kleine Bumper, die auf den Magnetbahnen verteilt sind geben euch bei Berührung einen weiteren Turbo-Schub. Das Spielgeschehen bleibt selbst bei der größten Keilerei auf der Piste dabei stets absolut flüssig und rauscht mit satten 60 Bildern pro Sekunde an Euch vorbei – das gilt auch noch für den Zwei-Spieler-Modus von Mario Kart 8, erst ab drei Spielern wird die Bildwiederholrate halbiert.

Test: Mario Kart 8Das Salz in der Suppe

Natürlich spielen während des Rennens – neben euren Fahr – und Springkünsten – die einzusammelnden Extras auch in Mario Kart 8 wieder eine große Rolle. Durchfahrt ihr einen der in allen Farben des Regenbogens schimmernden Würfel, wird euch ein bestimmtes Extra zugelost. Vom einfachen Turbo-Pilz, über Bananen, grüne (fliegt geradeaus und prallt von den Streckenbegrenzungen ab) und rote Panzer (rast zielsuchend dem Fahrer vor euch hinterher und knallt ihm ins Heck) sind die Angriffsmöglichkeiten ja hinlänglich bekannt.

Neu hinzugekommen ist ein Lautsprecher, der im Pulk mit anderen Fahrern zu deren schlimmstem Albtraum werden kann. Sogar heranrasende Panzer oder die supergefährlichen, blauen Stachi-Panzer könnt ihr – geschicktes Timing vorausgesetzt – mit dem Teil unschädlich machen. Auch neu ist das Lucky 8-Extra. Seid ihr nach einer Attacke besonders gekniffen und dümpelt auf einem der hinteren Plätze herum, verschafft euch dieses Extra nochmal einen Chance zu gewinnen. Denn dann kreisen acht Extras gleichzeitig um euer Kart, die ihr nach belieben nacheinander einsetzen könnt. Dieses Extra kann das Fahrerfeld noch einmal ordentlich durcheinanderwirbeln – und euch sogar in letzter Sekunde den Sieg bringen.

Test: Mario Kart 8

Meisterschaft – geschafft!

So, düst ihr nacheinander durch die vier neuen Meisterschaften mit jeweils vier Strecken und bekommt, ob der optischen Imposanz die Kinnlade kaum mehr vom Boden. Jede Strecke in Mario Kart 8 ist ein kleiner Geniestreich und punktet mit vielen Details, Abkürzungen und überraschenden Ereignissen, die die Rennen noch spannender und abwechslungsreicher gestalten. Die Redaktion ist sich nicht wirklich einig, welche Strecke der Favorit ist, denn wirklich jede Piste hat was zu bieten und begeistert auf Anhieb: Die Wolkenpiste mit ihrer irren Flugeinlage durch grollende Gewitterwolken, das Geisterschloss mit einem waghalsigen Manöver durch die schwingenden Hämmer zweier riesiger Steinstatuen, oder ein gigantischer, flammender Bowser der in seinem Schloss die Piste mit seinen Fäusten bearbeitet – alles sehr memorabel und die Redaktion hat noch nie einen Fun-Racer gespielt, bei dem die Strecken dermaßen faszinierend, spaßig und optisch extrem opulent daherkommen, wie in Mario Kart 8.

Wir haben nachts lange nicht mehr von einem Spiel geträumt – doch Mario Kart 8 ist wieder so ein Kandidat. Da spielt euer Hirn noch, wenn die Konsole längst aus ist. Bis ihr die insgesamt 32 Pisten in allen Klassen als erster absolviert habt (und damit die gespiegelten Versionen der Meisterschaften freischaltet), sind Anfänger schon ein paar Wochen beschäftigt, aber selbst Profis werden sich an dem ein oder anderen Rennen ob des angenehm hohen Schwierigkeitsgrades in der höchsten Rennklasse die Zähne ausbeißen – genau so soll es sein!
Test: Mario Kart 8

Film ab!

Mario Kart 8 bietet euch zudem zum ersten Mal die Möglichkeit, eure Rennsiege für die Ewigkeit festzuhalten. Das Zauberwort heißt: Mario Kart TV. Jedes Rennen wird aufgezeichnet und ihr könnt euch nach dem Rennen ein ca. 20 sekündiges High-Light-Reel (kann natürlich verlängert werden, auch das gesamte Rennen wird auf Wunsch angezeigt) angucken, das ihr per Knopfdruck auch verlangsamen könnt, um euch die genialen Animationen der Figuren anzusehen. Doch das ist nicht alles: Das Spiel speichert die letzten neun Rennen und ihr könnt diese Filmchen nicht nur innerhalb des Spiels bearbeiten, sondern diese auch ins Miiverse oder auf YouTube hochladen – ein Knopfdruck genügt. So könnt ihr euch nicht nur euren eigenen Siege ansehen, sondern im Miiverse nach dem besten Rennen eurer Freunde stöbern und euch hier noch den ein oder anderen Trick für eine bestimmte Piste abschauen.

Und online?

Test: Mario Kart 8Darüber hinaus liefert Mario Kart 8 nun auch einen vollständigen und sehr unkomplizierten Online-Modus für bis zu zwölf Spieler. Ihr könnt euch entweder alleine oder im geteilten Bildschirm mit einem Kumpel auf dem Sofa in die Online-Rennen stürzen. Einmal angemeldet, steht es euch dann frei eine eigene Lobby für Freunde einzurichten, in der ihr vor dem Rennen mit euren Rennkollegen sprechen könnt – in den Rennen selbst ist die sprachliche Verständigung abgeschaltet. Diese Rennen sind nicht „ranked“, es werden nur innerhalb der Lobby Punkte für die Platzierung vergeben. Die Strecke wird – nachdem jeder seinen Liebling aus der Streckenauswahl gewählt hat – nach dem Zufallsprinzip bestimmt. Je mehr Spieler also eine bestimmte Piste gewählt haben, desto höher die Chance, das diese auch als nächstes gefahren wird.

Seid ihr gestählt genug, könnt ihr euch an die Rennen gegen Fahrer aus der ganzen Welt wagen. Hier überleben nur die ganz harten, und das Adrenalin läuft euch regelrecht aus den Ohren. Eine Lobby mit Spielern aus Spanien, Portugal, England, Amerika, Holland, Deutschland und Russland, ist schon ein Anblick für sich: Mario Kart geht nun regelrecht um die ganze Welt. Da läuft einem echten Nostalgiker schon ein wohliger Schauer über den Rücken. Der Online-Modus von Mario Kart 8 funktioniert darüber hinaus absolut tadellos – in über 30 Online-Rennen konnten wir keinen einzigen Ruckler oder Lag entdecken. Alles geht einfach, schnell und macht einen superpolierten Eindruck. Ein echtes First-Party-Nintendo-Spiel!Test: Mario Kart 8

Boris C.

Das bis jetzt wohl beste Spiel der beliebten Mario-Kart-Reihe ist eine absolute Spaß-Granate. Ob alleine, zu zweit, dritt, viert oder online gegen eure Freunde oder die ganze Welt – da bleibt kein Auge trocken. Perfekte Steuerung, unglaublich hübsche Optik und die 32 abwechslungsreichen Rennpisten lassen euch so schnell nicht mehr los, wenn ihr euch einmal an Mario Kart 8 festgebissen habt. Nur sehr sorgfältig hat Nintendo die neuen Extras und Magnet-Streckenteile implementiert, gerade so, das man sie noch als Neuerung wahrnimmt, sie aber nichts am genialen Konzept des Spiels ändern. So sieht perfektes Game-Design aus! Der einzige, sehr kleine und nerdige Kritikpunkt ist, das nach den Rennen keine genauen Zeiten der Fahrer eingeblendet werden. Aber die Kritik ist schon fast an den Haaren herbeigezogen. Wenn es in der aktuellen Marktsituation eine Killer-App gibt (also ein Spiel, das den Kauf einer ganzen Konsole rechtfertigt), dann ist es weder inFAMOUS, noch Ryse, noch Forza 5 – es ist Mario Kart 8!
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