Test: MXGP – The Official Motocross Videogame

Milestone schwingt sich weder aufs Motorrad! Der italienische Entwickler mit Sitz in Milan veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Motorrad-Spiele, einer der wenigen Entwickler, die sich überhaupt an die PS-starken Drahtesel heran trauen. Seit Ende März ist die motorisierte Schlammschlacht mit MXGP – The Official Motocross Videogame wieder eröffnet. Was ihr erwarten dürft und wie sich der Titel schlägt, das verraten wir euch hier.

Es wird schmutzig

Test: MXGP - The Official Motocross Videogame 2012 präsentierte uns Milestone mit MUD (ingame 6.5) einen Mix aus Simulations- und Arcaderacer. Wer etwas Ähnliches von MXGP – The Official Motocross Videogame erwartet, der wird enttäuscht werden. Denn dieses Mal haben wir es mit einer reinen Simulation zu tun. Das bedeutet komplexere Steuerung, Lizenzen, keine Stunts und keine  Boosts.

In MXGP – The Official Motocross Videogame warten insgesamt sechs Modi auf euch: Sofort- und Zeitrennen, Grand Prix, Meisterschaft, Karriere und XBOX LIVE, also ein Online-Multiplayer. Sofort- und Zeitrennen erklären sich von selbst. Im Modus Grand Prix könnt ihr euch ein eigenes Rennwochenende samt Optionen wie Schwierigkeit und Rundenanzahl zusammenstellen. Im Klartext bedeutet das mindestens ein Rennen bzw. maximal ein Training, ein Qualifying plus zwei Rennen auf derselben Strecke. In einer Meisterschaft finden 14 solcher Rennwochenenden statt.  Herausstechen kann aber nur der Karriere-Modus, in dem ihr als Wildcard-Fahrer beginnen und euch langsam an die Spitze arbeiten müsst. An einfachen Rennwochenenden gilt es sich zunächst zu beweisen, bevor ihr dann bei einer Meisterschaft mitmischen dürft.

Test: MXGP - The Official Motocross Videogame

Weniger ist manchmal mehr… manchmal

Zwar habt ihr in MXGP – The Official Motocross Videogame die Möglichkeiten Sponsoren zu wählen und euren Fahrer im Aussehen marginal anzupassen, wirklich umfangreich ist das ganze Drumherum aber nicht. So ist auch der eingebaute Social-Feed, eine Art Twitter auf DOS-Niveau, zwar erstmal nett, letztendlich aber unnütz, da sich die Kommentare schnell wiederholen und spielerisch keinen Inhalt liefern. Ähnlich sieht es auch in der Werkstatt aus, in der ihr rudimentär an eurem Bike herumschrauben dürft. Die Auswirkungen eures Handels sieht man leider aber erst auf der Strecke, wobei die Maschinen im Spiel ohnehin keine spürbaren Unterschiede mit sich bringen.

Wer sich lieber mit realen Gegnern misst, der kann dies in MXGP – The Official Motocross Videogame online tun, wahlweise  in einem Grand Prix oder in einer Meisterschaft. Zwölf Fahrer können dabei gegeneinander antreten und sich gegenseitig das Leben schwer machen. Während unseres Tests hatten wir damit auch keine Probleme. Etwas  nervig waren hier nur die langen Lade- und Wartezeiten zwischen Lobby und Rennstart. Aber egal welcher Modi, am Ende sitzt ihr hinter einem Steuer und versucht auf Platz 1 zu kommen. Wirklich Abwechslung bietet hier kein Modus. Aber okay, wir haben es mit einer Simulation zu tun und im realen Sport geht es ja auch um nichts anderes. Also widmen wir uns lieber dem Herz einer jeden Simulation: Dem Gameplay und der Steuerung.

Test: MXGP - The Official Motocross Videogame

Simulation: check!

Und hier macht MXGP – The Official Motocross Videogame durchaus eine gute Figur. Mit dem linken Stick steuert ihr das Bike, also genau so, wir ihr es von anderen Spielen kennt. Mit dem rechten Stick habt ihr nun aber die Möglichkeit, die Balance des Fahrers zu kontrollieren. Das ermöglicht euch besonders in Kurven eine bessere Kontrolle, aber auch im Sprung oder an steilen Streckenabschnitten macht das wirklich Sinn. Hat man sich erst einmal an die Steuerung gewöhnt, ist das Fahrgefühl wirklich super und man bekommt ein gutes Gefühl für Motorrad und Strecke. Nach einer Weile ist es dann kein großes Problem mehr,  gekonnt um Kurven zu donnern oder Sprünge perfekt abzupassen.

Test: MXGP - The Official Motocross Videogame

Doch wie es sich für eine Simulation gehört, kommt man ohne Skills nicht so leicht aufs Treppchen. Selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad und runtergeschraubter Fahrphysik, die noch einige Fehler verzeiht, fuhren wir zunächst nur im Mittelfeld mit. Auch wenn Stürze euch nicht allzu sehr bestrafen, da ihr binnen weniger Augenblicke wieder weiterfahren könnt, ist Streckenkenntnis und Kontrolle des Bikes das A und O.

Für Selbstschalter gibt es jedoch Abstriche in Sachen Steuerung, wobei wir uns hierbei auf die getestete Xbox 360-Version von MXGP – The Official Motocross Videogame beziehen. Denn sobald ihr die Schaltung auf manuell stellt, gleicht sie eher dem Gesellschaftsspiel Twister. Den Fahrer mit dem rechten Stick auszubalancieren und gleichzeitig mit X und B zu schalten, das ist nicht mehr wirklich machbar und führt oftmals zu Kompromissen. Kompromisse die bei der Steuerung einer Simulation eigentlich nichts zu suchen haben.

Test: MXGP - The Official Motocross Videogame

Das Auge isst mit

Auch die visuelle Präsentation von MXGP – The Official Motocross Videogame hat ihre Stärken und Schwächen. Das Spiel läuft zwar durchgehend flüssig, ist sonst aber einfach nicht mehr State of the Art. Flatternde Shirts und die aus MUD bekannten Furchen, die die Maschinen in den Boden ziehen sind dabei noch die Highlights. Auch die Animationen der Fahrer gehen in Ordnung, aber nur solange sich diese auf dem Motorrad befinden. Der mimiklose Mechaniker, der euch nach dem Sieg jubelnd auf die Schulter klopft ist dabei vielleicht sogar noch einen Tick schlimmer als die stürzenden Fahrer, die mittels Ragdoll-Engine der ersten Stunde über den Boden rollen. Etwas mehr Leben hätten aber auch die Strecken vertragen können. Alles am Streckenrand wirkt starr und tot.

Selbst das „jubelnde“ Publikum hätte langweiliger nicht sein können, denn das Jubeln der Menschenmassen kann man höchstens als monotones Rauschen beschreiben. Auf der Disk war offensichtlich aber auch nicht genug Platz für viel mehr als das, denn das gesamte Spiel bietet nur ein Musikstück, das zudem auch nur im Menü abgespielt wird. Während der Rennen müsst ihr euch mit dem ebenfalls nicht optimalen Motorensounds zufrieden geben. Selbst Stürze und Zusammenstöße wurden in MXGP – The Official Motocross Videogame akustisch nicht untermalt und fühlen sich entsprechend unspektakulär an. Hinweis an Milestone: Stellt einen Sound-Spezialisten ein!

Test: MXGP - The Official Motocross Videogame

Teil 1 2

  • Gute Steuerung ...
  • Gutes Gameplay...
  • Lizensiert
  • ... mit Abzügen für Selbstschalter
  • ... mit wenig Abwechslung
  • Grafisch schwach
  • Akustisch mehr als schwach
  • Kaum Unterschiede bei den Maschinen

Maik R.

MXGP - The Official Motocross Videogame ist eine ordentliche Cross-Simulation, die besonders in Sachen Steuerung und Gameplay punktet. Dabei spricht sie besonders Fans des Sports an, bzw. die, die dem Motorcross etwas abgewinnen können. Abgesehen von dem Defizit für Selbstschalter gibt es besonders in Sachen Präsentation und Technik Abzug. Tote Gesichter und auch um die Strecken herum kein Zeichen von Leben sowie eine Soundkulisse, bei der sogar NES-Spiele im Vergleich deutlich besser weg gekommen. Also, MXGP, ein Spiel für Motorcrossfans.
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