Test: noblechairs Hero Series

noblechair-hero-test-bild-1Die Marke Noblechairs dürfte mittlerweile jedem Gamer, der einen neuen Stuhl für seinen Daddelplatz sucht, ein Begriff sein. Die Marke steht seit ihrer Gründung im Jahr 2016 für außerordentliche Qualität, hochwertiges Design und exzellente Verarbeitung. Das alles gilt auch für die dritte Produktreihe, den Hero, der in Sachen Ergonomie und Komfort noch mal eine Schippe drauflegen soll. Wir haben Platz genommen und das gute Stück auf Herz und Nieren getestet.

Nobel Nobel

noblechair-hero-test-bild-2Sprechen wir den offensichtlichsten Punkt gleich zu Beginn an. Auch der noblechair Hero ist nicht günstig. Unsere schwarz-rote Kunstleder-Testversion schlägt nämlich mit knappen 400 Euro zu Buche. Wer auf echtem Leder Platz nehmen möchte, der muss jedoch noch etwas tiefer in die Tasche greifen und sich über 600 Euro zusammensparen. Doch dafür bekommt ihr eine Menge geboten. Das wird schon deutlich, wenn ihr den riesigen und über 30 Kilogramm schweren Karton zu euch nach Hause bekommt. Erster Blickfang hierbei ist schon das Branding der Verpackung, welches schnell deutlich macht, dass ihr es mit echtem Premium-Produkt zu tun habt.

Im Inneren wurde glücklicherweise für den schlimmsten Paketboten vorgesorgt. Alle Teile sind sicher verpackt und sehr formbündig im Karton verstaut. Schon hier beweist noblechairs ein Auge für Details, weshalb viel von dem Verpackungmaterial auch wieder gebrandet worden ist. Neben den einzelnen Stuhlteilen wie Rollen, Drehkreuz, Rückenlehne und mehr findet ihr einen passenden Imbus/Schraubenschlüssel im Lieferumfang, weshalb ihr kein weiteres Werkzeug benötigt, um den Aufbau zu bewältigen.

noblechair-hero-test-bild-3

Technische Details

  • Höhenangaben:
    Gesamthöhe (mit Basis): ca. 129 – 137 cm
    Höhe Sitzfläche (mit Basis): ca. 48 – 56 cm
    Höhe Rückenlehne: ca. 89 cm
    Breite Rückenlehne innen: ca. 32,5 cm
    Breite Rückenlehne außen (breitester Punkt): ca. 57 cm
    Breite Sitzfläche innen: ca. 35 cm
    Breite Sitzfläche außen (breitester Punkt): ca. 52 cm
    Tiefe der Sitzfläche: ca. 50 cm
    Gesamttiefe (ohne Basis): ca. 55 cm
    Breite Armlehnen: ca. 10,5 cm
    Tiefe Armlehnen: ca. 27 cm
  • Gewicht:
    ca. 28 kg
  • Neigungswinkel der Wippmechanik:
    max. 11°
  • Neigungswinkel der Rückenlehne:
    90° bis 135°
  • Material:
    Stahl (Rahmen)
    Kaltschaum (Polsterung)
    Formgedächtnispolymer (Kopfstütze)
    PU-Kunstleder (Bezug -> Sitz + Kontaktfläche + Rückseite)
    Aluminium (Fußkreuz)
    Nylon / Polyurethan (Rollen)
    Polyurethan (Armlehnen)
  • Farbe:
    Schwarz (Bezug) / Rot (Nähte)
  • Maximalbelastung:
    150 kg
  • Herstellergarantie:
    2 Jahre
  • Zertifizierungen:
    DIN EN 1335 Bürostuhl, ANSI/BIFMA X5.1 2011 Bürostuhl, TÜV-geprüfte Gasdruckfeder
  • Features:
    Integrierte Lordosenstütze für die Lendenwirbel
    4D-Armlehnen mit maximaler Verstellbarkeit
    Anpassbarer Winkel der Rückenlehne (90 bis 135 Grad)
    Flexible Sitzflächenhöhe
    Verformungsresistenter Kaltschaum
    Memory Foam in der Kopfstütze
    Säule mit langlebiger Gasdruckfeder (Klasse 4)
    Starke 5-Punkt-Basis aus Vollaluminium
    60-mm-Rollen für Hart- und Weichböden
    Stabile Stahlkonstruktion im Kern
    Belastbar bis zu 150 kg

Aufbau

Wie auch bei allen anderen Noblechairs liegt dem Paket eine sehr verständliche Aufbauanleitung bei, die ihr euch in in jedem Fall vorher einmal zu Gemüte führen solltet. Das Zusammensetzen des Stuhls ist mit unter zehn Schritten leicht gemacht und geht schnell von der Hand. Jedoch ist es empfehlenswert, noch eine zweite Person an der Hand zu haben, da einige Teile doch recht schwer ausfallen. Nachdem ihr den Aufbau gemeistert habt, gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, den Stuhl auf eure Bedürfnisse einzustellen, doch dazu später mehr.noblechair-hero-test-bild-4

Bis auf die kleinste Naht

In Punkto Design bleibt noblechairs auch beim Hero seiner edlen Rennsportoptik treu und nimmt Änderungen vor, die nur Kennern direkt ins Augen stechen werden. Wie auch bei den Vorgängern wirkt die edle Sitzgelegenheit eigentlich eher als würde Sie in einen Rennsportflitzer gehören, anstatt vor euren Schreibtisch. Im Gegensatz zum EPIC ist das Design etwas reduzierter und nicht ganz so ausladend und auffällig. Im Vergleich zum ICON fällt das Äußere jedoch deutlich markanter und weniger abgerundet aus.

Der Look teilt sich in Innen und Außenflächen auf, welche sich auf den ersten Blick schnell unterscheiden lassen, aufgrund der perforierten und damit atmungsaktiven Oberflächen des Kunstleders in den Innenbereichen. Auf diesen findet ihr im Übrigen „das“ optische Highlight und Markenzeichen von Noblechairs – die hochwertige Bestickung mit meist farblich abgehobenen Nähten. In unserem Fall in Rot, was einen tollen Kontrast zum sonstigen Schwarz schafft. Wem das nicht zusagen sollte, der kann derzeit zwischen schwarzen, platinweißen, blauen und goldenen Nähten bei der Bestellung wählen. Die schräg zueinander laufenden Linien bilden ein schnittiges Rautenmuster, welches nicht nur hochwertig wirkt, sondern dem Stuhl den gewissen Rennsportcharakter verleiht.noblechair-hero-test-bild-5

Ein echter Hero

Genauso hochwertig sind auch die Außenflächen des Hero gestaltet. Die Sitzfläche punktet hierbei mit glatten Kunstleder, welches sich gerade, wenn ihr mal eine kurze Hose tragt, schön anschmiegt. Bei der Rücklehne hingegen sind die Seiten noch mit schwarzem, weichen Velours überzogen, wodurch der Komfort deutlich gesteigert wird. Dank dem Feedback der Community, Presse und E-Sportler fallen die Rückenlehne, die Sitzflächen und die Armlehnen nochmals ein kleines Stückchen größer aus, wodurch sich das Sitzen ein wenig mehr nach Bürostuhl als Rennsitz anfühlt. Dies fällt jedoch nur auf, wenn ihr euch direkt hintereinander in einen EPIC und danach Hero setzt, wie wir in unserem Test. Weiterer Hingucker ist das noblechairs-Logo im Kopfbereich des Stuhls, das sehr hochwertig ins glatte Kunstleder eingelassen worden ist.

Hier wären wir auch schon bei der nächsten Neuerung angelangt, denn die Kopfstütze ist nun mit Memory Foam gefüllt und passt sich perfekt eurer Kopfform an ohne Druck auszuüben. Das ist besonders praktisch, wenn ihr zu den Zockern gehört, die doch recht angeschrägt ihre Gamingstunden verbringen. Für alle anderen gibt es ein zusätzliches und schickes Velour-Nackenkissen, welches euch weich und kuschelig durch den Alltag bringt.noblechair-hero-test-bild-6

Gut zum Rücken

Die zweite große Neuerung ist hingegen fast komplett versteckt und fällt auf den ersten Blick gar nicht auf. Die Rede ist von der stufenlos einstellbaren Lendenwirbelstütze in der Rückenlehne. Bei den Vorgängermodellen wurde dies noch über ein zweites Kissen gelöst, was nun ein Ende hat. Doch keine Angst, sollte euch das nicht genügen, liegt das Kissen auch weiterhin dem Lieferumfang bei. Einstellen könnt ihr die Lordosenstütze in der Rückenlehne völlig stufenlos durch ein kleines Rad an der rechten Seite des Stuhl. Schade nur, dass die Position des Einstellrades nicht ganz so ideal gewählt worden ist, was das Drehen etwas unbequem macht. Davon mal abgesehen wird sich eure Rücken am Ende des Tages für dieses Feature bei euch sehr schnell bedanken, denn selten haben wir so gut und aufrecht auf einem Stuhl gesessen wie beim Hero.noblechair-hero-test-bild-7

Arme ablegen bitte

Punkt drei auf der Liste der Neuerungen sind die vergrößerten 4-D-Armlehnen. Diese lassen sich nicht nur in alle erdenklichen Richtungen leicht und geschmeidig anpassen, sondern bieten dank ihrer Dicke auch entsprechende Polsterung für die Ellenbogen und Unterarme. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn ihr mehrere Stunden in dem noblechair Hero verbringt, was euch in diesem Fall eure Arme nicht übel nehmen werden.

Dass sich hier einiges an der Breite getan hat, wird deutlich wenn ihr die Lehnen ganz nach außen schiebt. Wir hatten schon fast das Gefühl, dass wir zu zweit auf dem Stuhl hätten Platz nehmen können. Zusätzlich sind alle drei Knöpfe der Armlehnen leichtgängig und sehr gut positioniert, sodass ihr jederzeit nachjustieren könnt falls ihr das Bedürfnis habt.

Und auch beim Rest des Stuhl hat noblechairs wie immer nicht gespart und ist auch keine unnötigen Experimente eingegangen. Und so besitzt auch der Hero ein sehr robustes Stahlgerüst, welches sauber gefertigt worden ist und keine scharfen Ecken und Kanten besitzt. Darüber findet ihr mal wieder die sehr bequeme Kaltschaumpolsterung, welche zwar verformungsresistent ist, aber gleichzeitig noch offenporig genug, um gleichzeitig atmungsaktiv und formstabil zu sein. Das Ganze konnten wir dank der guten Sommertage ausreichend testen und haben nichts zu meckern. Gerade bei warmen Temperaturen oder hitzigen Online-Gefechten braucht ihr euch keine Sorgen machen, am Stuhl kleben zu bleiben.noblechair-hero-test-bild-8

Sicheres Fundament

Ebenfalls sehr stabil und sauber verarbeitet ist der Unterbau des Stuhl. Hier findet ihr die Wippmechanik und die TÜV-geprüfte Gasdruckfeder, welche beide aus robusten Stahl bestehen und für reichlich Stabilität sorgen. In Bezug auf die Gasdruckfeder sollten die kleineren unter euch die verkürzte Feder bestellen, weil es sonst sein kann, dass ihr vielleicht nicht mehr mit den Füßen am Boden ankommt. Ankommen tut ihr aber sowohl an die Hebel für die Feder als auch die Wippmechanik. Gerade letztere lässt euch einen Neigungswinkel von bis zu 11 Grad einnehmen, womit durchaus ein kleines heroisches Nickerchen drin ist.noblechair-hero-test-bild-9

Sehr gut gefallen hat uns auch das pulverbeschichtete Fußkreuz aus massivem Vollaluminium, welches einen sehr stabilen und langlebigen Eindruck macht. Den Abschluss machen hier  60mm großen Rollen, die dank Nylonkern mit einem Polyurethanüberzug auf Hart und Weichböden eine gute Figur machen. Das liegt vor allem daran, dass sie laufruhig und ziemlich leise sind. Das ist nicht nur gut für euch, sondern auch für eure Mitmenschen wie Freundin, Freund, Mitbewohner oder Nachbarn.

Sehr hochwertige Material und Verarbeitungsqualität
Schickes Rennsportdesign
Enorm stabil
Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten für die ideale Sitzpostion
Bequeme und atmungsaktive Polsterung
Leichtgängige und leise Rollen
Tolle Kopfstütze dank Memory Foam
Integrierte und einstellbare Lordosenstütze
Einstellrad für die Lordosenstütze nicht gut platziert

Marco K.

Auch mit dem Hero zeigt noblechair der Konkurrenz, wo ihr Platz ist. Zwar mag der Stuhl mit 400 Euro nicht billig sein, aber dafür wohl einer der besten Gamingsessel, auf dem ihr Platz nehmen könnt. Dabei sind die exzellente Materialwahl, Verarbeitung und das Design schon fast Nebensache, denn vor allem die ergonomische und über Stunden hinweg bequeme Sitzposition ist für euren Rücken eine echte Heldentat. Ihr wollt euch und eurem Rücken was Gutes tun, dann gönnt euch!
Test: Zone of the Enders: The 2nd Runner Mars Test: Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals
Comments