Test: NVIDIA Shield Tablet

Nvidia-Shield-tablet-test-review-Bild-2Das Nvidia Shield Tablet ist seit kurzer Zeit auch in unseren Regionen verfügbar. Mit einem neuen Konzept versucht Nvidia alte Pfade zu verlassen und den mobilen Gaming-Sektor ordentlich aufzuwirbeln. Was beim Shield Portable noch ein Controller-Handheld-Hybrid war, ist nun ein leistungsstarkes Tablet geworden, welches euch das ultimative Gaming-Erlebnis für unterwegs bieten soll. Wir haben die neue Version des Nvidia Shield in die Hände genommen, um herauszufinden, ob damit auch echte Spielfreude aufkommen kann.

Das 8 Zoll große Gaming-Tablet kommt in unseren Breiten in zwei unterschiedlichen Varianten daher. Zum einen mit 16 GB Speicherplatz in der WiFi-Edition für 299 Euro und zum anderen mit 32 GB Kapazität und Funkbändern wie LTE oder 4G für 379 Euro. Der bei der Portable Version noch integrierte Controller ist nun separat für knapp 60 Euro erhältlich. Alles kein Pappenstil, gerade wenn ihr euch bei der Konkurrenz umschaut. In unseren Tests konnten wir die 16GB Version genau unter die Lupe nehmen.

Schon dank des grün-schwarzen Kartons kann das Shield Tablet seine Wurzeln nicht verleugnen. Hochwertig bedruckt findet ihr neben Produktbildern auch noch alle wichtigen technischen Merkmale auf der Transporthülle. Mit zwei einfachen Handgriffen gelangt ihr ans Innere in dem sich folgende Dinge befinden.

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Lieferumfang

– NVIDIA Shield Tablet
– Netzteil mit USB-Ladekabel
– Dokumentation

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Premiumklasse

Der erste Blick auf das freigelegte Tablet macht deutlich, das Nvidia sich in keinem Aspekt die Butter vom Brot nehmen lassen möchte. Allein Gehäuse und Display wirken selbst nicht eingeschaltet extrem hochwertig. Die Abmessungen des Shield Tablets sind recht schmal obwohl auf der Vorderseite Stereoboxen und eine Frontkamera einen Platz gefunden haben.

Nur bei der Dicke mit 9,2 mm geht Nvidia aufgrund des größeren Akkus bewusst einen anderen Weg. Ansonsten wirkt das Design zeitlos und modern. Besonderer Blickfang ist sicherlich das ins Gehäuse eingelassene Shield – Logo auf der Rückseite. Knöpfe wie die Lautstärkewippe und zusätzliche Anschlüsse wie USB finden sich wie gewohnt und gut platziert an der Seite des Gehäuses.

Zusätzlich hat NVIDIA in die Gehäuseseiten zwei Bassreflexkänale integriert um dem Stereolautsprecher der Frontseite nochmal ordentlich Druck zu verleihen. Ein extra Lob verdient sich das Shield Tablet bei der Materialwahl und deren Verarbeitung. Keine unschönen Ecken oder Kanten, alles wirkt wie aus einem Guss. Eine tolle Haptik ist das Ergebnis. Beste Voraussetzungen um also richtig Spaß in den Händen zu haben.

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Die inneren Werte zählen

Glücklicherweise dient das schöne Äußere sogar noch als Unterstützung für die tollen inneren Werte, was doppelt erfreulich ist. Als Prozessor dient ein ARM Cortex A15 mit vier Kernen mit jeweils einer Taktung von 2,2 GHz. Um den Akku zu schonen und leichte Arbeiten nicht unter Volllast zu bewältigen müssen, besitzt das Shield Tablet einen fünften Prozessorkern (Companion-Core), der etwas niedriger getaktet ist und so nicht aufwändige Aufgaben übernehmen kann.

Das eigentliche Highlight ist jedoch der verwendete Grafikprozessor. Zum Einsatz kommt ein NVIDIA Tegra K1 mit 192 “Kepler“ Shadereinheiten, welches eher dem Desktop Segment zuzuordnen wäre. Dies soll gerade im Spielesektor einen Performanceschub und einfachere Programmierung ermöglichen.

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Nvidia Shield in der Praxis

Wer sich ein NVIDIA Shield Tablet zulegen möchte, dem sollte von Beginn an klar sein, dass er hier ein hochbegabtes Kind in den Händen hält, was mit dem normalen Alltag eines Tablets hoffnungslos unterfordert ist. Zudem lassen sich einige der zusätzlichen Features nur dann nutzen, wenn ihr einen Rechner besitzt in dem eine NVIDIA-Grafikkarte schlummert.

Spieglein Spieglein

Zu Beginn fällt euch jedoch erst einmal das fabelhafte 8 Zoll Display auf. Dieses bietet eine angenehme Helligkeit und schöne Kontrastwerte, womit es sich selbst im Freien nutzen lässt. Überrascht waren wir von der sehr guten Farbtreue die das Shield Tablet bei unseren Testbildern zeigte. Im Vergleich mit der Konkurrenz besitzt das Shield eine minimal geringere Auflösung mit 1920×1080 Pixeln, was bei der 8 Zoll Display-Größe vollkommen ausreichend ist. Nur eine Sache konnte uns nicht ganz überzeugen: die Entspiegelung des Displays. Diese ist auf einen angenehmen Niveau, aber gerade bei nicht ganz maximaler Helligkeit und direktem Lichteinfall geht einiges an Details verloren.

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Tablet durch und durch

Erfreulicher Weise nutzt Nvidia beim Shield Tablet kein eigenes Betriebssystem sondern fast unverändert Android 4.4(KitKat), wenn auch nicht in der allerneusten Version. Somit fällt der Einstieg für jeden leicht und beim ersten einschalten, habt ihr fast den Eindruck ein ganz „normales“ Tablet in den Händen zu halten. Vom Google Store bis zu den normalen Kamera-Funktionen werdet ihr euch gleich heimisch fühlen.

Beim Thema Kamera hat Nvidia zu unserer Überraschung auch ein Augenmerk auf die Frontkamera gelegt. Diese hat genau wie die Rückkamera 5MP und liefert wirklich gute Ergebnisse ab. Zwar werdet ihr mit beiden Kameras nicht zum Hobbyfotografen aber für Schnappschüsse ist sind Sie mehr ausreichend. Der Fokus auf die Frontkamera ist nicht nur besonders sinnvoll bei Videotelefonie via Skype sondern ergibt gerade mit dem Spielehintergrund richtig Sinn.

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Zeigt euch der Welt

Wir Spieler lieben Streams, egal ob nur zuschauen oder selbst zu streamen. Mit dem NVIDIA Shield könnt ihr ohne Probleme via Twitch-Anbindung eure Gaming-Ausflüge streamen und in guter Qualität zeigen wer gerade die Polygone fliegen lässt. In unseren Test klappt dies reibungslos und brachte einige lustige Kommentare mit sich.

Leistung im Überfluss

Für Freunde der Zahlen und Benchmarks haben wir auf dem Shield Tablet drei Benchmarks durchlaufen lassen. Beim 3DMark – Ice Storm Unlimited heimste das Shield über 30.000 Punkte ein und ließ damit die Android Konkurrenz weit hinter sich. Aber auch beim Basemark X oder GFXBench 3.0 1080p T-Rex Offscreen musste sich der Rest des Feldes dem Shield geschlagen geben. Dies verwundert eigentlich kaum wenn ihr nochmal einen Blick auf die inneren Werte werft.

Doch kommen wir nun zu unseren subjektiven Eindrücken und somit dem eigentlichen: Den Spielen. Beim normalen Tablet-Spielen wie Real Racing 3 werdet ihr kaum einen Unterschied zu anderen leistungsstarken Tablets feststellen, außer kürzerer Ladenzeiten und butterweichen Bildwiederholraten. Alles läuft schnell, flüssig und sehr stabil. Was das NVIDIA Shield zu leisten vermarg, wird erst deutlich bei Spielen die eigentlich nicht für Tablets ausgelegt waren.

Nur eine Sache ist ein kleiner Wermutstropfen und das ist die momentane Auswahl an Spielen. Leider gibt es noch nicht wirklich ausreichend Futter für das Shield Tablet, welche es an seine Grenzen bringen könnten. Schade bei so viel Leistung im Überfluss, aber damit bleibt immerhin Potenzial für die Zukunft.

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Echtes Spielen unterwegs

Beispielsweise läuft Portal 2 schön hochaufgelöst und gestochen scharf über das Display, dass sich selbst die alte Generation von Heimkonsolen warm anziehen muss. Am besten gefallen hat uns jedoch Trine 2. Überall gibt es kleine Details zu entdecken, Lichteffekte zu bestaunen oder Partikeleffekte zu bewundern. Zudem läuft das Spiel extrem flüssig obwohl zwischenzeitlich jede Menge auf dem kleinen Bildschirm los ist. So sieht mobiles Gaming ohne Abstriche aus.

Gerade in Bezug auf das mobile Spielen ist der zusätzliche Controller eine Investition wert. Klar kommt ihr auch ohne ihn aus, doch habt ihr  Das Gamepad einmal angeschlossen werdet ihr es nie wieder missen wollen. Besonders bei schnellen Jump and Run Spielen oder Shootern ist er ein echter Segen. Nur bei reinen Tablet-Spielen wie Real Racing 3 kann es damit schnell zu einfach werden. Recht praktisch ist auch der 3,5 Klinken Anschluss mit dem ihr handelsübliche Headsets und Kopfhörer verwenden könnt. Zudem kann der Controller auch ganz normal am PC genutzt werden, vorausgesetzt ihr habt Windows 7 oder 8 installiert.

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Dauerläufer

Positiv sind selbst bei starker Beanspruchung die erzielten Akku-Werte. Im normalen Betrieb kommt das Tablet knappe 10 Stunden aus. Bei Videowiedergabe lagen unsere Werte zwischen 4-8 Stunden, je nach Qualität des Materials und beim Gaming zwischen knappen 3 und 5 Stunden. Insgesamt sehr gute Werte, auch wenn mitunter sehr große Schwankungen entstehen.

Streaming Wunder

Doch mit dem Shield könnt ihr noch einiges mehr anstellen, denn ab Werk sind gleich einige Streaming Features mit an Board. Dafür müsst ihr lediglich euren Rechner beispielsweise über W-LAN mit dem Tablet verbinden. Gerade im Fall der WLAN Verbindung solltet ihr darauf achten das eure WLAN-Router die entsprechende Leistung mit sich bringt. NVIDIA empfiehlt hier besondere Router welche ein 5Ghz Netzwerk aufspannen, da sonst die Datenraten gerade beim 1080p Streaming ins Stocken geraten können.

Um viele der weiteren NVIDIA-Funktionen nutzen zu können, bietet hat das Shield Tablet vorinstallierte Apps um beispielweise den Controller richtig zu verbinden oder den PC-Stream ordentlich an den Start zu fahren. Alle Apps benötigten meist nicht mehr als zwei Tastendrücke und sind einfach erklärt.

Habt ihr die Hürde des Verbindens gemeistert, kann es auch schon losgehen. Mit entsprechender Bandbreite ist das Streamen ruckelfrei und bringt jede Menge Spaß. Sogar die Steuerung der PC-Games ist dank des Controllers kein Problem.

In unseren Tests klappte das Spielen wunderbar und erwies sich als wirklich praktisch, wenn ihr mal nicht am Schreibtisch sitzen wollt. Noch viel besser hat uns aber das Spielen am heimischen TV gefallen. Via HDMI könnt ihr das Tablet nämlich an jeden Flat Screen anschließen und den Spielestream sogar in nativer Auflösung am TV zocken. Dies bringt besonderen Spaß, wenn ihr mehr als einen Controller habt und Freunde auf der Couch sitzen. So wird das Tablet zur echten Spielekonsole und Multimedia-Schaltzentrale.

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Leistung satt
Starke Akku
Schicke Hülle und Verarbeitung
Fairer Preis
Tolle Streaming Möglichkeiten
Viel Potenzial ungenutzt
Entspiegelung des Displays

Marco K.

Das NVIDIA Shield Tabelt ist eine Wucht! Das kleine Wunder-Tablet lässt seine Konkurrenz fast in allen Belangen alt aussehen, dies beginnt bei Materialwahl, deren Verarbeitung bis hin zu der Verwendung eines Grafikchips der eigentlich in richtigen Rechnern anzufinden ist. Leider schöpft NVIDIA ihr eigenes Potenzial nicht voll aus, denn das fernsteuern das Rechners ist ganz nett, aber bei so viel Leistung ein kleiner Selbstbetrug. Trotzdem setzt NVIDIA mit dem Shield Tablet neue Maßstäbe an dem sich alle anderen Möchtegern-Spielereien messen lassen müssen.
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