Test: One Piece – Unlimited World Red

In mittlerweile guter Tradition erscheint mit One Piece – Unlimited World Red auch in diesem Sommer ein neues Spiel zur Manga-Serie von Eiichiro Oda und ebenfalls in guter Tradition sind wir Europäer nicht die ersten, die sich dem Titel widmen dürfen. Bereits seit November 2013 machen Ruffy und Co. in ihrem neuen Abenteuer die japanischen Nintendo 3DS‘s unsicher, doch nun erscheint One Piece – Unlimited World Red auch endlich in Deutschland. Ob das Spiel einschlägt wie eine Gum-Gum-Bazooka?

Test: One Piece - Unlimited World RedAuf den Waschbär gekommen

Welcher Anime-Fan kennt und hasst sie nicht: Langweilige Filler-Folgen oder noch schlimmer, langweilige Filler-Geschichten, die nur für ein ein Videospiel gemacht sind und so gar nicht in den Stil der Serie passen wollen. Auch wenn dies im Falle von One Piece ohnehin nie so gravierend war, wie in anderen Serien, dürfen Fans des Mangas aufatmen. Bei der Story kann One Piece – Unlimited World Red überzeugen und sogar durch die Mitwirkung von Eiichiro Oda persönlich punkten, der bei den neuen Charakteren selbst die Feder in die Hand nahm. Dabei sollte allerdings erwähnt sein, dass es durchaus Sinn macht, wenn ihr zumindest auf dem Stand der deutschen Manga-Kapitel seid, auch wenn dies für das Verständnis der Geschichte von One Piece – Unlimited World Red nicht zwangsläufig notwendig ist.

Eines verhängnisvollen Tages in der neuen Welt. Ruffy und seine Freunde lernen den eigenartigen, aber liebenswerten Waschbären Pato kennen. Dieser hat nicht nur die Gabe, Dinge die er auf ein Blatt schreibt zur Realität werden zu lassen, sondern bittet die Strohhutbande außerdem um Hilfe, denn er soll auf einer mysteriösen Insel jemanden treffen. Würde sich Ruffy diesen Spaß entgehen lassen? Selbstverständlich nicht und so werden schleunigst die Segel gesetzt und Kurs auf die vergessene Insel genommen. Dort angekommen wird ihnen allerdings ein unschöner Empfang bereitet. Der Rote Graf, seines Zeichens entflohener Häftling aus dem Impel Down und ebenso mächtig wie Whitebeard oder Gol D. Roger, kidnappt kurzer Hand Ruffys Mannschaft. Das gefällt dem Strohhut natürlich ganz und gar nicht und so macht er sich auf, seine Freunde zu retten und den Roten Graf zur Strecke zu bringen.Test: One Piece - Unlimited World Red

Lass die Gummi-Muskeln spielen!

Wie wir es von den anderen Spielen der Serie gewohnt sind, werden in One Piece – Unlimited World Red natürlich auch vornehmlich die Fäuste sprechen gelassen. Zunächst nur mit dem Kapitän, später auch mit dem Rest der Mannschaft, prügelt ihr euch durch Gegner-Horden und nutzt dabei die verschiedenen Stärken der Crew. Egal ob im Drei-Schwerter-Stil oder mit colabetriebenen Kanonen, bei den spielbaren Charakteren ist eigentlich für jeden Spieler etwas dabei. Neben den Handlangern und Marine-Soldaten, die aufgrund ihres immer gleichen Aussehens zweifelsohne untereinander verwandt sein müssen, trefft ihr im Laufe der Story natürlich auch auf so manchen Bossgegner und Manga-Charakter. Diese Kämpfe gestalten sich in der Regel deutlich spannender und abwechslungsreicher, sind aber eben nur ein kleiner Teil der Kampf-Action.

Wenn es dann zur Sache geht, stehen euch auch in One Piece – Unlimited World Red wieder zahlreiche Angriffe, Combos und Spezial-Fertigkeiten zur Verfügung. Habt ihr lange genug auf eure Gegner eingedroschen, dann könnt ihr mächtigere Attacken auslösen und gleich einem ganzen Trupp Marine-Soldaten eure Auffassung von Gerechtigkeit einbläuen. Ferner gibt es in One Piece – Unlimited World Red auch immer wieder Situationen in denen ihr im rechten Moment eine Art Konter ausführen könnt, der euch im Idealfall den entscheidenden Vorteil bescheren kann. Auch lassen sich eure Crew-Mitglieder regelmäßig zu Hilfe rufen, um euch beispielsweise mit heilender Hand zur Hand zu gehen. Grundsätzlich funktionieren die Kämpfe also recht ähnlich wie in den Pirate Warriors-Spielen. Mit einem großen Haken: Die Steuerung ist weniger eingängig und auch die Kamera nimmt nur selten den optimalen Winkel ein. Schläge oder Tritte ins Leere sind also leider an der Tagesordnung.

Test: One Piece - Unlimited World RedViel zu tun für den künftigen Piratenkönig

Glücklicherweise gibt es in One Piece – Unlimited World Red aber auch abseits von Raufereien einiges zu entdecken. Im Gegensatz zu den doch eher spärliche bestückten Pirate Warriors-Spielen, sammelt ihr hier die unterschiedlichsten Items und Rohstoffe, rüstet euch und eure Mannschaft abseits des Level-Systems auf oder erweitert eure Basis. Wenngleich sich an der einen order anderen stelle sicherlich noch ein wenig mehr Vielfalt in die Welt hätte einbauen lassen, macht es doch Spaß, mit Ruffy und Co. nach verborgenen Schätzen zu suchen und Quests zu erledigen. Zusätzliche Abwechslung kommt durch den Kolosseum-Modus ins Spiel, der an die jüngeren Manga-Geschehnisse angelehnt ist. Don Quichotte de Flamingo bitte dabei zum Kampf und lässt seine Schergen auf euch los. Gebt ihr genügend von ihnen im Zeitlimit Saures, dann wartet die nächste Runde auf euch. One Piece – Unlimited Word Red bietet insgesamt mehr Abwechslung im Gameplay, als es die beiden Pirate Warriors-Teile getan haben, und das lässt uns über einige kleine Mängel hinwegsehen.

Über die Optik von Spielen zu Anime lässt sich ja hervorragend diskutieren, eines muss allerdings im Falle von One Piece – Unlimited World Red klar gesagt werden: Rein grafisch ist das Spiel aufgrund seiner Handheld-Herkunft ein Rückschritt. Natürlich macht die Strohhutbande immer noch eine gute Figur und auch Fans der Vorlage werden ihre Freude an den originalgetreuen Designs haben, aber alles in allem war Pirate Warriors 2 dann eben doch noch ein wenig schöner. Wenn wir durch die Feuer- und Eishölle von Punk Hazard streifen, dann fehlt uns vielfach noch ein wenig mehr Detailfülle in der Welt. Dafür dürft ihr euch auf die japanischen Originalsprecher freuen und auch der restliche Sound ist als Untermalung in der Regel ordentlich.

An dieser Stelle sei jedoch auch erwähnt, dass der PS3-Vergleich mit Pirate Warriors ohnehin nicht unbedingt sinnvoll ist. One Piece – Unlimited World Red steht den Unlimited Cruise-Spielen für Wii und 3DS deutlich näher und fühlt sich auch genau so an. Für PS3-Spieler gilt daher: Wer Wert auf ein abwechslungsreicheres Gameplay und eine gute Story legt, der greift zu One Piece – Unlimited World Red, wer die Strohutbande optisch und in Sachen Spielfluss in besserer Form erleben will, dem sei Pirate Warriors empfohlen. Fans kommen allerdings bei beiden Optionen auf ihre Kosten!Test: One Piece - Unlimited World Red

  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Spannende, fesselnde Story
  • Viele spielbare Charaktere
  • Action und Vielfalt im Kampfsystem
  • Kolosseum-Modus für weitere Stunden Spielspaß!
  • Optisch nur Mittelmaß
  • Kamera und Steuerung stören die Kämpfe

Martin W.

Grundsätzlich werden vor allem Fans von One Piece ihren Spaß mit dem Spiel haben und auch der eine oder andere Neuling sollte unbedingt mal einen Blick riskieren. One Piece - Unlimited World Red punktet mit viel Abwechslung in und abseits der Kämpfe, liefert mit dem Kolosseum-Modus zusätzliche Action und bietet eine spannende Story, die zu fesseln weiß. Dass Optik und Steuerung hier ein wenig zurückstehen, lässt sich bei dem Gesamteindruck verschmerzen. Luffy, wir folgen dir bis ans Ende der neuen Welt!
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