PaRappa the Rapper Remastered: Brauchte es ein Remake?

1996 erschien mit PaRappa the Rapper ein erster Vorläufer der heutigen Musikspiele. Im gleichen Jahr kam auch das Klonschaf Dolly auf die Welt – wo wir schon beim Thema Wiederverwertung sind: Für die erste Generation der Sony PlayStation wurde das Rhythmusspiel damals schnell Kult. Nun feiert es seine Rückkehr auf der PS4. Doch zünden PaRappas rhymes auch heute noch?

Das Auge isst mit

Zunächst einmal müssen wir erwähnen,dass PaRappa nur teilweise gut gealtert ist. Der lässige Hund mit Wollmütze rappt sich in zeitgemäßer und sauberer HD-Optik durch die Spielwelt. Die Auflösung während der zu spielenden Parts erreicht 1080p und die PS4-Pro bietet sogar dynamische 4K Unterstützung. Hier gibt es absolut nichts auszusetzen. Ganz anders sieht es bei den Zwischensequenzen aus: Diese als Remastered zu betiteln ist schlichtweg gelogen. Merkwürdige Farbverläufe und dauerhaft flimmernde Kanten gehörten vor über 20 Jahren zum Spiel und sind nun auch Teil der überarbeiteten Version. Hier hätten wir uns doch deutlich mehr Sorgfalt gewünscht.

Der Rand nervt – Hier hätte sich Sony gerne etwas einfallen lassen können.

Gameplay war ein Wegbereiter

PaRappa the Rapper war eines der ersten Musikspiele und für spätere Genregrößen wie Rockband oder Guitar Hero Vorbild. In verschiedenen Storyabschnitten rappt PaRappa mit wechselnden Figuren zu fröhlicher Musik. Der Soundtrack ist dabei auch eine der größten Stärken der überarbeiteten Version. Die Lieder gehen einfach ins Ohr. Während des Songs laufen im oberen Bereich des Bildschirms Tastenkombinationen von rechts nach links. Unsere Aufgabe ist es einfach nur, die richtige Taste im passenden Moment zu drücken, um so die Töne zu treffen. Passt unser Timing, steigt die Bewertung. Liegen wir oft daneben, sinkt der Wert. Bei besonders herausragenden Leistungen darf man zur Belohnung einen Freestyle-Rap starten. Hört sich ziemlich entspannt an, ist aufgrund der auftretenden Timingprobleme aber unnötig nervig. Wir hatten ständig das Gefühl, dass der Tastendruck mit einer leichten Verzögerung angenommen wurde. Bei einem Remastered mit solch einfachen Gameplayfunktionen schlichtweg ein No-Go.

Auch in der Fahrschule wird gerappt.

Die Handlung – oder was halt in eine halbe Stunde passt

Kurz erklärt: Der Teenager PaRappa möchte ein großer Rapper werden und dabei am besten noch das Mädchen seiner Träume, Sonnenblume Sunny Funny, um den Finger wickeln. Im Laufe seines Abenteuers bringen ihm verschiedene Raplehrer, wie zum Beispiel der Zwiebelkopf Chop Chop Master, immer mehr Skills bei. Zwischendrin gibt es ein paar Probleme mit PaRappas Darmtrakt und einen Autounfall – im Finale kommt es zwischen dem Teeny-Hund und der Sonnenblume aber zum Happy End.

  • 12.04.2017 um 10:20
Hoher Nostalgiefaktor
Gute Überarbeitung der Gameplayszenen
Kurzweiliger Spaß
Einfacher Einstieg
Zwischensequenzen aus der Urfassung
Umfang
Timing-Probleme beim Gameplay
Zu hoher Preis

Name

Am Ende lernt man etwas von PaRappa: Macht euch über eure fälligen Rechnungen keine Sorgen - glaubt einfach an den Erfolg und rappt. Genau so blauäugig wie diese Aussage kommt die Remastered-Version des Kulttitels daher. Das Spiel ist vor allem für Personen gedacht, die noch mal in Erinnerungen versinken möchten und etwas mit Nostalgie anfangen können. PaRappa the Rapper Remastered wurde nämlich nur halbherzig erneuert. Die kurze Spielzeit, keine neuen Inhalte, sowie der mit 14,99 € (11,99 € für PS-Plus Mitglieder) verflucht hohe Preis verhindern eine höhere Wertung.
Test: LYNGK Test: Snipperclips
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