Smash Up: Widerstand zwecklos im Test – Mit Luchadors und Sumoringern in die Arena

Smash up – In Widerstand zwecklos treten noch mehr ulkige Fraktionen in die Arena

Als das Kartenspiel Smash Up im Jahr 2012 veröffentlicht wurde, konnte wohl selbst Autor Paul Peterson nicht mit dem immensen Erfolg des Spiels rechnen. Dem Release des Grundspiels folgten bis heute schon weit mehr als ein Dutzend Erweiterungen. Dafür sorgt eine treue Fangemeinde sowie auch die zahlreichen Optionen, ein funktionierendes Grundkonzept sinnvoll zu erweitern. Die Ideen zur Erweiterung holt sich Smash Up aus der Popkultur. Diese liefert beständig neues Futter, die sich wunderbar in Smash Up integrieren lassen. In diesem Kartenspiel könnt ihr bereits etliche Gruppierungen der Nerdkultur gegeneinander antreten lassen. Ganz neu verfügbar ist das Set „Widerstand zwecklos“.

Neu in der Arena treten ab sofort auch Luchadors, Sumoringer, Musketiere und Mounties an. Auch wenn das Spiel als Erweiterung zu Smash Up auftritt, könnt ihr „Widerstand zwecklos“ auch ohne Besitz des Grundspiels oder anderen Erweiterungen spielen. Mit dem vorhandenen Material habt ihr genügend Karten für den Zwei-Spieler-Modus. Jeder Spieler wird mit einem eigenen Deck ausgerüstet, das die Stärken von zwei Fraktionen kombiniert. Wählt ihr etwa die Luchadors und die Mounties, erhaltet ihr ein Luchador-Mounties-Deck.

Angriff auf die Basis

Mit dieser schrägen Liaison betretet ihr das Schlachtfeld und nehmt Angriff auf die Hauptquartiere innerhalb der Arena. Die Zahl der ausgelegten Basen hängt von der Spielerzahl ab. Im Spielverlauf werdet ihr Kreaturen von der Hand spielen und sie zum Angriff auf eine der verfügbaren Basen schicken. Dabei richtet die Kreatur Schaden an. Im Spielverlauf legen die Spieler nun weitere Kreaturen dort an. Dies geht solange bis die Basis genug Schaden erlitten hat und zerstört wird.

In diesem Fall wird jetzt die Beute geteilt und Siegpunkte an die Spieler ausgeschüttet. Habt ihr an der Basis die meisten Schadenspunkte angerichtet, stehen euch auch die meisten Siegpunkte zu. Doch auch für den zweiten und dritten Rang, falls ihr mit mehr als zwei Spielern antretet, kommen noch ein paar Pünktchen zusammen.

Effiziente Angriffsplanung

Letztlich dreht sich alles um das wirtschaftliche Minimalprinzip. Mit möglichst geringen Mitteln wollt ihr ein möglichst gutes Ergebnis erzielen. Eure Ressourcen sind begrenzt. Wenn ihr alle verfügbaren Kreaturen nur einer Basis zuordnet, ist euch der Sieg vermutlich sicher. Dafür habt ihr dann jedoch keine Kapazitäten mehr, um euch am Angriff auf andere Basen zu beteiligen. Diese Siegpunkte gehen euch dann flöten.

Taktisch sinnvoller ist es da schon, nur einen Zacken besser zu sein als die Gegenspieler. So setzt ihr eure Kreaturen effektiv ein, um möglichst viele Siegpunkte zu holen. Dadurch steht das Spiel aber auch immer auf des Messers Schneide. Erdrutschartige Siege an einer Basis gibt es nur selten. Genau hier liegt der Knackpunkt des Spiels. Sobald eine Basis gefallen ist, kann sich die Situation dort noch einmal eklatant ändern. Dafür sorgen etliche aberwitzige Effekte, die den Spielverlauf auf den Kopf stellen können.

Ein Spiel voller Überraschungsmomente

Die meisten Kreaturen richten nicht einfach nur stumpf ihren Schaden an. Es sind schließlich freakige Musketier-Sumoringer und nicht irgendwelche hirnverbrannten Barbaren. Deshalb verfügen die Kreaturen auch über Sonderfertigkeiten. Einige davon werden erst aktiviert, wenn eine Basis gefallen ist. Beginnend beim aktiven Spieler führt ihr nun abwechselnd ihre Sonderaktionen aus. Das sorgt nicht selten für reichlich Chaos. Aber was will man auch erwarten, wenn es zum Clash der Nerdkultur kommt?

Es gibt zudem auch noch einige Effekte, die erst nach der Wertung aktiviert werden. Sie verändern die Verteilung der Siegpunkte zwar nicht mehr, nehmen aber Einfluss auf den weiteren Verlauf des Spiels. Beispielsweise könnte eine Kreatur nach Abhandlung der Wertung zu einer anderen Basis verschoben werden, anstatt wie üblich auf dem Ablagestapel zu verschwinden.

Einfache Grundregeln

Abseits der Kreaturen, die sich im Deck befinden, gibt es auch noch die Aktionskarten. Bei ihnen handelt es sich in der Regel um Einmaleffekte. Manchmal hat eine Aktion aber auch dauerhafte Auswirkungen. So könnte eine Aktion die Stärke einer Kreatur erhöhen. Dazu legt ihr einen Marker auf die Kreatur, um die Verstärkung anzuzeigen. Die gespielte Aktionskarte wandert aber in jedem Fall auf den Ablagestapel.

Die Grundregeln von Smash Up sind nicht sonderlich komplex. Nach wenigen Minuten seid ihr im Grunde spielbereit und könnt direkt loslegen. Im Regelheft findet ihr dazu auch ein hilfreiches Glossar. Dort schlagt ihr bei Bedarf bestimmte Begrifflichkeiten nach. Die meiste Lesezeit werdet ihr allerdings für die Karten selbst investieren müssen. Jede Karte verfügt über einen kleinen Text, den ihr erst einmal verinnerlichen müsst, wenn ihr die Karte nicht kennt.

Der Teufel steckt im Detail

Wenn ihr mit dem Spiel noch nicht gut vertraut seid, kommt so der Spielfluss erst einmal ins Stocken. Zu Beginn nehmt ihr jede Karte in die Hand, um den Text zu lesen und müsst möglicherweise auch bestimmte Begriffe im Glossar noch einmal nachschlagen. Mit zunehmender Erfahrung spielt sich Smash Up dann aber immer flüssiger. Jetzt entfaltet Smash Up sein volles Potenzial. Wenn ihr später vielleicht neue Erweiterungen hinzufügen wollt, passiert die Integration des neuen Kartenmaterials auch schon viel geschmeidiger, da euch der Stil und die Begrifflichkeiten schon bekannt sind.

Die Möglichkeiten der Erweiterung sind riesig. Regelmäßig kommen neue Sets in den Handel und ein Ende ist offenbar nicht abzusehen. Ninjas, Roboter, Zombies, Aliens, Steampunks, Bärenreiter, Mörderpflanzen, Rockstars, Teddybären, Basketballer… Damit könnt ihr so ziemlich auch noch so skurrile Deck-Kombination zusammenbasteln. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Armee aus Mörderpflanzen-Ninjas? Alien-Vampire? Alles kein Problem!

Die neue Erweiterung „Widerstand zwecklos“ ist im Handel ab sofort verfügbar. Mit etwa 10€ seid ihr dabei. Das Set ist ausreichend für ein Zwei-Personen-Spiel. Prinzipiell ist Smash Up für bis zu vier Spieler ausgelegt. Dazu müsst ihr euch aber noch mindestens ein weiteres Set kaufen. Alle Smash-Up-Titel lassen sich beliebig miteinander kombinieren.

Ninja-Zombies!!!
extrem hoher Nerdfaktor
viele Erweiterungsmöglichkeiten
taktisch fordernd
auch ohne Grundspiel nutzbar
schräger Humor
erste Partien spielen sich nicht ganz so flüssig

Sebastian Hamers

Die ersten Partien von Smash Up verlaufen noch etwas unrund. Das liegt nicht an einem komplexen Regelwerk. Im Gegenteil, die Regeln habt ihr in Nullkommanichts drauf. Smash Up erlaubt euch ein paar ziemlich coole Strategien und Kombos. Dies führt aber auch leider dazu, dass ihr euch zunächst ausreichend mit den Karten vertraut machen müsst. Gerade bei den ersten Spielen führt das leider zu häufigem Nachlesen. Natürlich macht Smash Up auch bei der ersten Partie schon Laune, dafür sorgen allein schon die zahlreichen Anspielungen auf die Nerdkultur. Doch gerade in taktischer Hinsicht braucht Smash Up schon ein paar Durchläufe bis es sein volles Potenzial ausschöpft. Dann spielt ihr auch gezielter die teilweise ziemlich heftigen Kombos noch gezielter aus. Eine Portion Chaos gehört aber ebenso fest zum Spieldesign wie die breit aufgestellten Verbindungen zur Popkultur. Mit den passenden Sets könnt ihr zahllose schräge Kombinationen realisieren. Alle Smash Ups sind kompatibel zu einander. Sucht euch einfach die Erweiterungen heraus, die euren Geschmack am besten treffen. Da pro Erweiterung nur rund 10€ fällig werden, ist der Anschaffungswiderstand auch nicht sonderlich hoch. Für Zocker, Nerds und Geeks ist Smash Up eine launige Erfahrung, die auch langfristig motiviert.
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