Sumo-Slam! im Test: Irrwitzer Würfelspaß im Asia-Stil

Sumo-Slam-Verpackung

Sumo-Slam! präsentiert sich in sympathisch bekloppter Verpackung

Bei der Brettspielschmiede Game Factory scheint man in diesem Jahr wirklich ein Faible für ungewöhnliches Verpackungsdesign zu haben. Nach dem chaotischen Partyspiel Avocado Smash, kommt auch Sumo-Slam in einem kuriosen Karton daher. Die Hauptattraktion des Spiels ragt in Form einer Kuppel direkt aus der Schachtel hervor und gibt den Blick frei auf zwei Sumo-Ringer, die in diesem Spiel als Würfel agieren sollen. Sumo-Ringer als Würfel? Was zunächst ziemlich eigenartig klingt, entpuppt sich jedoch schnell als witzige Spielidee.

Betrachtet man sich den Inhalt der Spieleschachtel, wird es sogar noch seltsamer. Neben den beiden Sumo-Ringern liegen dem Spiel nur noch ein Wertungsblock, zwei Bleistifte, eine Übersichtstafel und ein rotes Schnürbändchen bei. Mehr braucht es für eine Partie Sumo-Slam dann auch nicht. Im Grunde handelt es sich um ein ziemlich simples Würfelspiel. Natürlich mit ein paar ganz besonderen Gimmicks.

Get ready to rumble

Die Spielvorbereitungen sind schnell erledigt. Das ominöse rote Schnürband dient als flexibler Ring. Je nachdem wie groß ihr die Kampfarena formen möchtet, könnt ihr das Band mal weiter und mal enger auf dem Spieltisch aufbauen. Mit der Größe des Rings legt ihr gleichzeitig auch den Schwierigkeitsgrad für die nächste Partie fest. Zieht ihr den Ring kleiner, steigt auch der Schwierigkeitsgrad des Spiels.

Dann kann der Kampf auch schon gleich beginnen. Nehmt dazu einfach die beiden Sumo-Ringer in die Hand und würfelt sie in den Ring. Beim Würfeln solltet ihr vor allem darauf bedacht sein, dass die beiden Ringer auch tatsächlich innerhalb des Rings landen. Andernfalls müsst ihr möglicherweise eine empfindliche Punktstrafe hinnehmen. Das koordinierte Würfel ist leider gar nicht so einfach, denn die Sumo-Athleten weisen einige Unförmigkeiten auf und purzeln gerne mal über den Rand des Seils.

Ein Wurf für Champions

Sind beide Sumo-Ringer im Ring gelandet? Gut, dann habt ihr jetzt in den meisten Fällen schon eure ersten Punkte erzielt. Für jeden Ringer werden Punkte vergeben, abhängig davon, auf welcher Seite er gelandet ist. Die meisten Punkte erhaltet ihr, wenn der Ringer in der aufrechten Position im Ring aufkommt. Für einen solchen Meisterwurf erhaltet ihr 125 Punkte. Nicht viel schlechter ist der Kopfstand, für den es immerhin noch 100 Punkte gibt.

Die anderen Positionen werden schon deutlich weniger belohnt. Für den Seitenaufprall gibt es noch 75 Punkte, für eine Bauchlandung immerhin noch 25 Punkte. Die Rückenlage bedeutet einen Knockout, der natürlich gar keine Punkte einbringt. Ihr dürft jeden der beiden Ringer einzeln werten und die Punkte auf eurem Block gutschreiben. Besondere Regeln gelten nur, wenn beide Sumos aufrecht stehen bleiben. Für diesen Sonderfall dürft ihr euch satte 300 Punkte auf Konto schreiben. Möglichst verhindern solltet ihr hingegen den Double-KO, der euch sogar 50 Minuspunkte einbringt.

Sumo-Ringen nach dem Chaosprinzip

Insgesamt stehen euch pro Zug drei Würfe zur Verfügung. Nach jedem Wurf dürft ihr euch entscheiden, einen oder beide Ringer erneut zu würfeln. Nach dem dritten Wurf ist allerdings unweigerlich Schluss und das Ergebnis steht fest. Ihr könnt euch auch dazu entscheiden, nur einen Sumo neu zu würfeln. Dabei kann es aber leicht passieren, dass der neu gewürfelte Ringer gegen seinen Kampfpartner plumpst und diesen zu Fall bringt. So richtig sicher dürft ihr euch in Sumo-Slam nie fühlen.

Durch den Zusammenstoß der Titanen kann sich das sicher geglaubte Ergebnis doch noch einmal verändern. Richtig übel wird es allerdings, wenn ein Ringer außerhalb des Rings aufschlägt. In diesem Fall ist eure Runde sofort beendet und der nächste Spieler kommt an die Reihe. Im schlimmsten Fall schießt ihr gar beide Sumo-Ringer ins Aus. Alle bisher erzielten Punkte werden gestrichen. Ihr fangt das Spiel wieder mit null Punkten an. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn euch dieser Fauxpas kurz vor Spielende passiert.

Sumo-Basho

Um den Sieger des Spiels zu ermitteln, schlagen die Regeln zwei Wettkampfvarianten vor. Im Turnier-Modus könnt ihr den Sieg erringen, wenn ihr zuerst die Marke von 500 Punkten geknackt habt. Alternativ könnt ihr auch nach dem K.O.-System verfahren. Nach jeder Runde scheidet der Spieler mit den wenigsten Punkten aus. Wenn ihr mögt, könnt ihr zudem den Schwierigkeitsgrad weiter variieren.

Beispielsweise könntet ihr den Ring nach jeder Runde ein Stück verkleinern, um den Nervenkitzel zu erhöhen. Ebenso kann der Ring individuell geformt werden: Rechtecke sind ebenso möglich wie ein Ring in U- oder Achterform. Mit noch weniger Kontrolle spielt ihr eine Partie Sumo-Blackout, bei der ihr mit geschlossenen Augen kämpft.

Sumo Slam! steht ab sofort im Handel und kostet etwa 15€. Dank den simplen Regeln können sich auch jüngere Spieler an einer Partie beteiligen. Hinsichtlich der Zahl der Mitspieler gibt es im Grunde keine Begrenzung. Theoretisch können beliebig viele Spieler an einem Match teilnehmen. Die Spieldauer steigt mit jedem Mitspieler um wenige Minuten. Für eine Zweier-Partie braucht ihr meist nicht länger als eine Viertelstunde.

Witzige Aufmachung
Häufig spannendes Herzschlagfinale
Beliebige Spielerzahl
Sehr zugänglich
Tolle Party-Idee
Hoher Glücksfaktor

Sebastian Hamers

Im ersten Moment fühlt sich Sumo Slam wie ein ziemlich glückslastiges Würfelspiel mit hohem Chaosfaktor an. Mit etwas Übung und Geschick werdet ihr allerdings bald schon bessere Ergebnisse erzielen. Zu hundert Prozent werdet ihr die kleinen Sumo-Ringer jedoch nie kontrollieren können. Dazu sind ihre Umrisse einfach doch zu unförmig. Mit zunehmender Spielerfahrung landen eure Ringer aber schon bald deutlich seltener außerhalb des Rings. Für mich macht gerade die Unkontrollierbarkeit der Ringer den Reiz des Spiels aus. Gerade wenn die Partie auf des Messers Schneide steht, wird häufig gezockt. Mit einem finalen glücklichen Wurf winkt der Spielsieg, landet die Figur im Aus, geht der Sieg aber an den Gegner. Über solche Herzschlagfinale dürft ihr euch in Sumo Slam häufiger freuen. Mir hat auch die Variante mit dem immer kleiner werdenden Ring gut gefallen. Während das Spiel auf die Zielgerade einbiegt, wird die Luft für die Akteure immer dünner und jeder Wurf kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Pluspunkte sammelt Sumo Slam zudem für seine witzige Aufmachung und die originelle Spielidee. Sumo Slam ist ein spannendes Partyspiel mit hohem Glücksfaktor und vielen spannenden Momenten.
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