Test: 20 Questions

Gute Frage, nächste Frage – 20 Questions im Test

Quizspiele? Kennt doch jeder! Viele von euch können sich bestimmt noch an selige Kindertage erinnern, in denen das Spiel des Wissens rauf- und runtergesuchtet wurde. Seitdem haben zahlreiche analoge Quizspiele den Markt geflutet. Eine langlebige Quizspiel-Reihe hat jedoch beinahe eine ebenso große Tradition wie der Kultklassiker aus den 80er Jahren. 1989 veröffentlichte MB Spiele die erste Ausgabe von 20 Questions. In Deutschland ist das Spiel einigen vielleicht auch unter dem Namen Querdenker bekannt. Jetzt kommt das Spiel wieder unter seinem originalen Titel in einer neuen und überarbeiteten Ausgabe in den Handel.

Das große Problem von Quizspielen ist leider, dass die Fragen und Aufgaben mit der Zeit veralten. Gerade jüngere Spieler dürften in der originalen Fassung des Spiels von 1989 wohl keinen Stich mehr sehen. Es müssen also neue Inhalte her. Der österreichische Brettspiel-Verlag Piatnik hat sich dieser Aufgabe angenommen und dem Spiel eine Generalüberholung verpasst. So bewegt sich das neue 20 Questions wieder am Puls der Zeit.

Bewährtes Spielprinzip

Die Aufgabenkarten wurden also an das Jahr 2019 angepasst. Das wesentliche Grundprinzip des Spiels wurde allerdings beibehalten. In jeder Runde übernimmt ein Spieler die Funktion des Quizmasters. Er zieht zunächst eine der insgesamt 300 Quizkarten und gibt den Kandidaten einen ersten Hinweis auf den gesuchten Begriff.

Dabei handelt es sich jedoch nur um eine ziemlich grobe Kategorie. In 20 Questions wird entweder ein Ort, ein Jahr, eine Person oder ein Ding gesucht. Mit diesem kleinen Hinweis gehen die Kandidaten an den Start. Auf der Karte befinden sich allerdings noch 20 weitere Hinweise, die euch auf die richtige Fährte locken sollen. In jedem Zug wird ein weiteres Detail gelüftet. So kristallisiert sich immer mehr heraus, welcher Begriff gesucht wird.

Der frühe Vogel fängt die Punkte

Die Hinweise auf den Quizkarten sind durchnummeriert. Seid ihr am Zug, dürft ihr euch für einen dieser Hinweise entscheiden, indem ihr eine Zahl zwischen eins und zwanzig nennt. Gleichzeitig legt ihr einen roten Chip auf die entsprechende Nummer auf dem Spielfeld. So zeigt ihr an, dass dieser Hinweis schon gewählt wurde. Anschließend liest der Quizmaster den gewünschten Eintrag auf seiner Quizkarte vor. Jetzt habt ihr die Chance, genau einen Tipp abzugeben. Habt ihr die korrekte Lösung auf der Karte nicht erraten, geht das Raterecht an den nächsten Spieler über, der zuvor ebenfalls wieder einen neuen Hinweis erhält.

Sobald der gesuchte Begriff erraten wurde, geht es an die Auswertung, in der die Punkte verteilt werden. Neben dem erfolgreichen Kandidaten wird auch der Quizmaster für seinen Job belohnt. Er profitiert allerdings besonders, wenn das Rateteam erst ziemlich spät oder gar nicht auf die Lösung gekommen ist. Für jeden gelegten Chip auf dem Spielfeld, bekommt er einen Punkt gutgeschrieben. Genau andersherum verhält es sich natürlich beim Spieler. Für die korrekte Lösung wird ein Punkt für jedes noch nicht abgedeckte Feld vergeben.

Einmal den Zonk bitte

Unter die Hinweise haben sich zudem noch einige Sonderereignisse gemischt. Wählt ihr eine solche Ziffer aus, erhaltet ihr keinen neuen Hinweis. Stattdessen dürft ihr mal einige Felder nach vorne ziehen, manchmal geht es aber auch ein paar Felder zurück. Damit kommt ein kleines zusätzliches Glückselement ins Spiel. Weiterhin könnt ihr über die Zufallsereignisse auch einen blauen Spielchip ergattern. Diesen könnt ihr jederzeit einsetzen, um den gesuchten Begriff zu erraten, selbst wenn ihr gerade nicht an der Reihe seid. Weiterhin besteht die Chance auf einen sofortigen zusätzlichen Rateversuch. Ebenso gibt es Ereignisse, die euch eine Runde aussetzen lassen.

Kleine Showeinlagen erfolgen aber nicht nur über die zufälligen Ereignisse, sondern auch über die fünf Bonusfelder, die über das Spielfeld verstreut sind. Landet ihr mit eurer Spielfigur auf so einem Feld, geht es ins Bonus-Spiel. Der Quizmaster zieht direkt eine neue Karte. Als Kandidat nennt ihr fünf Ziffern. Die gewünschten Hinweise liest der Quizmaster nun der Reihe nach vor. Ihr habt jederzeit die Möglichkeit, seinen Redefluss zu unterbrechen und einen Tipp abzugeben. Je nachdem wie schnell ihr auf den gesuchten Begriff gekommen seid, desto mehr Punkte werden ausgeschüttet. Leider habt ihr insgesamt jedoch nur einen einzigen Rateversuch.

Das Spiel endet, sobald der erste Spieler die Ziellinie überschreitet. Dafür müsst ihr ungefähr 45 Minuten einrechnen. 20 Questions ist für zwei bis sechs Spieler ab etwa acht Jahren geeignet. Am lustigsten ist das Ratespiel in einer etwas größeren Runde. Das Spiel mit zwei Personen ist leider nur bedingt zu empfehlen. Die neue Ausgabe von 20 Questions findet ihr ab sofort für etwa 30€ im Handel.

neu aufbereiteter Brettspiel-Klassiker
für bis zu sechs Spieler geeignet
Wissen spielerisch vermittelt
enthält kleine Showeinlagen und Bonus-Runden
zu zweit weniger spaßig

Sebastian Hamers

Als bekennender Quizspiel-Fan war ich natürlich auf die neue Ausgabe dieses Klassikers gespannt. Das Spielprinzip ist so einfach wie zeitlos, dass es seinen langen Weg bis ins Jahr 2019 schadlos überstanden hat. Die Glückselemente hätte es meiner Meinung nach zwar nicht gebraucht, aber das ist letztlich natürlich Geschmacksache. Ansonsten bin ich jedoch schnell wieder ein Fan des Spiels geworden, das bei mir leider etwas in Vergessenheit geraten war. Das Konzept, einen Begriff mit möglichst wenigen Hinweisen zu erraten, findet sich in verschiedenen Formen auch immer wieder mal in beliebten TV-Quizsendungen wieder. Nicht ohne Grund, das Ratespiel nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Auf spielerische Art eignet ihr euch neues Wissen, das sich so auch gut einprägt. Wenn ihr Quiz- und Ratespielen etwas abgewinnen könnt, dann solltet ihr 20 Questions mal eine Chance geben.
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