Test: Agony

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Willkommen in der Hölle! Und nein, damit ist nicht die Spielwelt von Agony gemeint, sondern das Spiel selbst. Das im wahrsten Sinne des Wortes diabolische Abenteuer von PlayWay ist seit dem 29. Mai auf dem Markt und macht seinem Namen schon alle Ehre. Wenn das Spiel eins gut kann, dann ist dies böse Kritik zu ernten und deshalb auf ein Neues! Wir erklären euch heute wieso Agony, passend zum Spiel selbst, die Hölle ist und warum ihr euch das Ganze auf gar keinen Fall kaufen solltet!

Agony: Wie der Name, so das Spiel

Das Interesse war groß an Agony. Gamer und wahrscheinlich auch Teufelsanbeter weltweit waren fasziniert von dem Ansatz, den das Projekt verfolgt. Ein Horror-Abenteuer, dessen Szenerie eine völlig abartige und grotesk brutale Version der Hölle zeigt. Vielleicht nichts für jedermann, dennoch interessant. Bevor wir überhaupt zum Zocken des nicht ganz so guten Stücks kamen, donnerten dem Spiel schon massig schlechte Kritiken im Internet entgegen. Wir dachten uns:“ Ach, so mies kann das Ganze doch gar nicht sein! Irgendwelche Qualitäten wird es schon aufweisen“.

Angezockt haben wir es und beim Anzocken ist es dann auch geblieben. Das Spiel macht seinem Namen alle Ehre, denn es beherrscht die Kunst der Qual besser als Beelzebub höchstpersönlich. Agony fühlt sich an als hätte der Teufel einfach mal die schlechtesten Videospiele aller Zeiten gefressen und sie nach einem richtig schön beschissenen Kaffee alle samt zu einem mächtig stinkenden Haufen Scheiße fabriziert. Ja, das sind zugegeben sehr harte Worte, aber wir haben uns einfach mal dazu entschieden Agony nicht zu verschonen und es mal genau so zu quälen wie es dies mit uns tat. Ihr wollt wissen, warum wir dieses Spiel so abgrundtief hassen? Kein Problem, da haben wir mehr als genug Gründe für euch.

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Eins vorweg: Brüste gibt es in dem Spiel mehr als genug. Vielleicht also doch ein gutes Spiel?

Nicht ganz so heilige Scheiße, wo bin ich hier gelandet?

Agony  wirft uns zu Anfang des Spiels direkt ins Geschehen. Ohne große Hinweise zur Story des Ganzen bekommen wir erstmal eine Cutscene zu sehen, welche, begleitet von biblischem Papperlapapp, wohl unseren Fall in die Unterwelt darstellen soll. Nach einer Minute voller grausamer Lichteffekte sind wir dann auch schon im virtuellen Schattenreich angekommen. Und der Begriff Schattenreich passt hier wie die Faust auf’s Auge. Das Erste, was uns nämlich auffiel war, dass das Ganze irgendwie ziemlich dunkel ist. Jedoch handelt es sich dabei nicht um das “Wow, was für eine düstere Stimmung“-dunkel, sondern es ist einfach nur verdammt dunkel.

Infolgedessen wollten wir den Gamma-Regler ein wenig hochschrauben, jedoch sah das Ganze danach immer noch genau so dunkel aus mit dem Unterschied, dass wir uns nun fühlten als würden wir mit einem weißen Schleier vor den Augen durch die Spielwelt marschieren. Zusammen mit der Grafikgrütze und den Horden von Gegnermatsch erschafft das Ganze wahrhaftig eine Atmosphäre aus der Hölle. Dazu kommt, dass leider auch die Bewegungen der Höllenkreaturen nicht flüssig aussehen und da das Spiel sowieso ziemlich hässlich ist, taten uns nach kurzer Zeit doch ein wenig die Augen weh.

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Ihr wisst nicht was hier dargestellt werden soll? Keine Sorge, denn genau so erging es uns auch beim spielen

Scheiß auf Story!  Hauptsache nackte Gestalten und viel Blut

Zur “Story“ des Ganzen lässt sich nicht all zu viel sagen. Unser Protagonist erfährt zu Anfang des Spiels, dass er wohl einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist, was wohl der Grund für seine prekäre Situation ist. Nun sollen wir uns auf die Suche nach der roten Göttin machen, da diese uns wohl helfen kann, aus dem Schlamassel zu entkommen. Diese ist, wie nicht anders zu erwarten, eine nackte Frau überzogen mit einer Menge Blut. Ach ja, somit kommen wir gleich mal zu einem wichtigen Punkt. In  Agony gibt es neben der Spielwelt, die zur Hälfte aus mutierten weiblichen Geschlechtsorganen besteht, extrem viel nackte Haut. Zwar macht es das Ganze nicht zu einem guten Spiel, jedoch konnte es uns somit an der ein oder anderen Stelle, reif wie wir sind, wenigstens ein kleines Schmunzeln über die Lippen zaubern.

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Widerwärtige und perverse Bildinhalte oder Kunst?

Gameplay aus der Hölle!

Nun haben wir festgestellt, dass Agony ziemlich grottig aussieht und keine wirkliche Geschichte hat, beziehungsweise keine, die mitreißt. Doch macht der Höllen-Horror denn wenigstens spielerisch was her? Natürlich nicht, verdammt nochmal! Ein Paradebeispiel dafür sind die etlichen Rätsel, welche allesamt daraus bestehen, irgendwelche Körperteile einzusammeln, um mit diesen an anderer Stelle eine Tür öffnen zu können. Statt Rätselspaß gibt es hier leider nur ätzende Langeweile. Das Spiel will uns einfach keinen Spaß gönnen und somit hat es auf jeden Fall eins auf dem Kasten, und zwar verdammt schlecht zu sein.

Dazu kommt, dass auch die Steuerung etwas schwammig ist. Wenn man sich nun dank der ungenauen Steuerung in einem der zahlreichen rabenschwarzen Räume umguckt, verliert man schneller die Orientierung als in jedem Labyrinth. Apropos, auch Labyrinthe gibt es in Agony und wenig überraschend sind auch diese sehr dunkel. Eins steht also schon mal fest: Den Faden zum richtigen Weg verliert man hier noch schneller als den Spielspaß.

Wir wussten beim Spielen manchmal tatsächlich nicht mehr, wo es denn überhaupt lang geht, obwohl es sogar ein kleines helfendes Licht gibt, welches uns auf Kommando den richtigen Weg anzeigen soll. Nur verschwindet dieses leider all zu oft hinter irgendwelchen Wänden oder dunklen Gassen, in denen wir nicht mal die eigene Hand vor Augen sehen. Teufel sei Dank gibt es immerhin Fackeln in Agony, welche nicht nur dazu dienen, uns in der Dunkelheit zurechtzufinden, von welcher es hier definitiv mehr als genug gibt, sondern sie dienen auch als Ablenkung für die fiesen Dämonen, welche uns zu jeder Zeit den Arsch aufreißen wollen. Es gibt also Gegner? Dann bringen doch wenigstens die Kämpfe bestimmt Spaß oder nicht? Scheiße nein, es gibt keine Kämpfe! Vor den Gegnern laufen wir nämlich nur weg oder verstecken uns.

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Ungefähr so fühlten wir uns beim Zocken

Einfach nur enttäuschend

Ach Agony, was sollen wir noch weiter sagen? Wir haben zusammen gelacht und geweint, wobei der Part mit dem Weinen jedoch deutlich überwiegte. Voller Verzweiflung liefen wir völlig orientierungslos durch deine zahlreichen quälenden Spielpassagen, in der Hoffnung durch Trial and Error irgendwie ans Ziel zu gelangen. Wir sind wirklich keine schlechten Menschen und hätten dir gerne gesagt, dass du uns Stunden voller Spielspaß und Horror-Feeling geliefert hast. Doch wir wollen ehrlich sein und hoffen, du kannst akzeptieren, was du bist und zwar ein echt verdammt schlechtes Spiel.

Wer sich nach unserer kleinen Hasstirade das Interesse an diesem Meisterwerk der Langeweile nicht nehmen lassen will, dem legen wir ans Herz, sich das Ganze einfach mal selber anzuschauen, um ebenfalls feststellen zu können, dass dieses Spiel einfach nur völliger Trash ist. Um euch also schon mal auf die tolle Zeit, die ihr mit Agony haben werdet, einzustimmen, zeigen wir euch im Folgenden den offiziellen Gameplay-Trailer zu Agony, dem bis jetzt wohl schlechtesten Spiel des Jahres.

Cooles Grundprinzip
Grafik aus der Hölle
Gameplay aus der Hölle
Atmosphäre aus der Hölle

JanMyr

Nachdem ich Agony nun den Geschmack meiner Schuhsohlen hab probieren lassen, versuche ich wenigstens ein paar schonende Worte zum Schluss zu finden. Auch wenn das Spiel einfach nur kompletter Bullshit ist, muss man dem Ganzen eins lassen: Der Gedanke hinter dem Projekt ist höchst interessant und wirkte zu Anfang vielversprechend. Das im Großen und Ganzen gut getroffene Höllen-Setting hätte die Vorlage für ein Horrorspiel werden können, was dem Spieler Angstschweiß über die Stirn laufen lässt. Denn auch das Level-Design an sich ist cool gestaltet. Die abstrakte und gleichzeitig sehr verstörende Version der Hölle kommt dem nah, wie sich die meisten Menschen wohl die Unterwelt vorstellen. Dank sauschlechter Grafik und dem viel zu dunklen Gesamtbild jedoch ist Agony einfach nur anstrengend zu spielen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass dies die Intention der Entwickler war, wenn sie jedoch wirklich vor hatten, mit Agony ein Spiel zu schaffen, welches den Spieler quälen und ihm schon mal einen Vorgeschmack auf die Hölle geben soll, dann haben sie in der Tat ein wahres Meisterwerk geschaffen. Wenn sie jedoch einfach nur ein extrem gruseliges Horror-Spiel mit düsterer Atomsphäre erschaffen wollten, dies ist meine Theorie, dann haben sie das leider völlig verhauen. Das Weglaufen und Verstecken vor den Gegnern sollte für Angst sorgen, war aber einfach nur ziemlich nervig. Agony mangelt es an jeder Stelle an der richtigen Umsetzung und es macht einfach keinen Spaß.
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