Test: Assassin´s Creed Chronicles Trilogie

Hobby-Assassinen, wetzt eure Klingen und Bügelt schon mal die Kapuzen! Passend zum Start des letzten Downloadtitels Assassin´s Creed Chronicles – Russia feuert Publisher Ubisoft die gesamte Chronicles-Trilogie im physischen Discformat auf den Markt. Wir haben weder Land noch Jahrhundert gescheut um für euch heraus zu finden, ob sich ein Kauf der Assassin´s Creed Chronicles Trilogie lohnt.

Test Assassins Creed Chronicles Trilogie Wallpaper

Die drei Assassinen: Arbaaz Mir (rechts), Shao Jun (Mitte) & Nikolai Orelov

Freunde von Ubisofts langjährigem Meuchelmörder Franchise Assassin´s Creed blicken im Jahr 2016 in eine ungewisse Zukunft. Wurde in den vergangenen Jahren kurz nach der Veröffentlichung eines Titel sogleich der nächste Teil der Reihe angekündigt, hat man sich bezüglich eines diesjährigen Ablegers noch nicht geäußert. Die Chancen hierfür sind also alles andere als rosig.

Auch das für den 25. Februar 2016 angekündigte Smart Phone Spin-Off Namens Assassin´s Creed – Identity dürfte für Vollblutfans nur ein sehr schwacher Trost sein. Doch wer nun glaub die Bruderschaft der Assassinen sei dem Untergang geweiht, der ist im Irrtum. Mit der Assassin´s Creed Chronicles Trilogie erscheinen nicht nur die im letzten Jahr veröffentlichten zwei Dowloadspiele, sondern, fuchsige Leser werden es schon anhand des Titels gemerkt haben, ein Trilogie komplettierender weiterer Teil.

Krieger der Zeit

Die Bruderschaft der Assassinen ist so alt wie die Zeit selbst und auch der Kampf gegen die ewigen Erzfeinde, die Templer, erstreckt sich bereits durch Epochen und Religionen hunderter Jahre. Die Assassin´s Creed Chronicles Trilogie liefert dem Spieler einen tieferen Einblick in diesen stetig fortlaufenden Konflikt der beiden Geheimbünde. In jedem der drei enthaltenen Spiele China, India und Russia verschlägt es den Spieler in eine andere Kultur sowie ein anderes Jahrhundert.

Befindet man sich noch im ersten Teil im feudalen China des Jahres 1526 und sieht sich als Assassinin Shao Jun als Teil einer durch die mit den Templern sympathisierenden Tigern, gänzlich vernichtet Assassinen Bruderschaft, schlüpft man in Teil zwei in die Haut des indischen Assassinen Arbaaz Mir und muss sich 1841 mit einer Templerverschwörung herumschlagen. Abgerundet werden die internationalen Meuchel-Aktivitäten dann im Jahr 1918 mit dem russischen Assassinen namens Nikolai Orelov.

Auf den ersten Blick scheint das multikulturelle Trio für jede Menge Abwechslung zu sorgen, wer genauer hinsieht, der wird jedoch schnell feststellen, dass sich die Charakter bis auf der Äußere und ein paar eigenen Waffen nicht viel unterscheiden. Bis auf ein paar wenige Animationen wie spezielle Finishermoves oder die während des Spielens ab und zu geführten inneren Monologe wurden die drei mit einheitlichen Sprung, Schlag und Sprint Bewegungen gesegnet.

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Zwei gegen einen ist unfair? Nicht bei einem Assassinen!

Der Weg des Meisters

Wer mit der Assassin´s Creed Reihe vertraut ist, dem dürfte auch der Spielaufbau bekannt vorkommen. Jeder der drei Teile verfügt über insgesamt 12 spielbare Erinnerungssequenzen. Nahezu in jeder Sequenz geht es darum, sich in bester 2,5 Action Jump ´n´ Run Manier den Weg von einem Teil der Karte zum anderen durchzuschlagen. Hierbei geht es nicht nur von links nach rechts, sondern auch mal weiter in die Spielweit hinein sowie von rechts nach links.

Der Spieler wird zwar für jeden umgangenen und nicht getöteten Feind in Form von Bonuspunkten belohnt, dennoch hat er mehr als einen Weg ans Ziel zu kommen. Kurze Wege können verführerischer sein, sind jedoch oft mit mehreren oder schwierigeren Gegnern als üblich gespickt. Ein sich mit den Feinden mit bewegender weißer Sichtkegel zeigt die Blickweite an. Die Blicke könne sowohl nach vorne und hinten, als auch nach oben und unten geworfen werden. Wird der Kegel gelb ist die Wache misstrauisch geworden und färbt dieser sich langsam rot ist man nur wenige Augenblicke davor entdeckt zu werden. Jeder Assassine tut also gut dran, sich tunlichst vom inneren dieser Kegel fernzuhalten. Vorhänge, Schränke, dunkle Räume, Vorsprünge oder Ansammlungen von Einwohnern eignen sich ideal dafür den prüfenden Blicken des Feindes zu entgehen und diese so unbemerkt hinter sich zu lassen.

Wenn man doch mal in das Suchfeld des Feindes geraten ist und Alarm geschlagen wird, sollte man schnellsten die Beine in die Hand nehmen und sich an einem der zuvor genannten Objekten verstecken. Ist man einmal aus dem Suchfeld raus, läuft ein 10 Sekunden Timer ab und schon nach dieser Zeit ist es als wäre nichts gewesen und die Wachen gehen ihrem ´Alltag´ nach. Mit dem Einsetzen des Adlerauges können die von den Feinden gegangenen Bahnen ausgespäht werden.

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In der Masse untergetaucht können feindliche Tore sicher überwunden werden.

Die Lehrens des Kampfes

Auch wenn das Spiel zu fast jeder Konfrontation auch eine Stealth Lösung anbietet, lassen sich so manche Auseinandersetzungen nicht vermeiden. Die einfachste Lösung ist es natürlich an den Gegner heranzuschleichen und ihn leise auszuschalten oder ihm via schnellem Heranrutschen ein noch schnelleres Ende zu bereiten. Selbstverteidigungsmittel wie Wurfmesser, Knallkörper zum Betäuben oder Geräuschpfeile zum Ablenken von Gegnern können in Truhen mit entsprechenden Symbolen aufgesammelt werden. Mit Pfeiffgeräuschen können Feinde gezielt weg gelockt und/oder Hinterhalte geplant werden. Trotzdem kommt irgendwann der Moment, an dem man einem Gegner Auge um Auge gegenüber steht … oder zweien oder dreien.

Dank des recht simplen Kampfsystems aus Blocken mit einer Taste, leichtes und hartes Schlagen mit zwei weiteren Tasten und dem Überspringen von Feinden mit einer kurzen Tastenkombination, ist es möglich auch in den hektischsten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Allerdings sollte man dennoch ein Auge auf den Lebensbalken haben, denn das nicht vorhandene Trefferfeedback kann dann doch für unerwartet schnelle Tode sorgen.

Sind es anfänglich noch leichte, mit Schwertern bewaffnete Gegner, rüsten sich die feindlichen Truppen während des Spieles mit Lanzen, Wurfsternen, Schildern (aus Holz sowie aus Stahl), Armbrüsten oder Gewehren aus. Mit Laternen bespickte Gegner können in eigentlich sichere Verstecke rein leuchten und wiederum andere Krieger können einen während des Kampfes packen und festhalten. Das feindliche Aufgebot wird von tierischen Unterstützern wie Hunden oder Kanarienvögeln komplettiert, die laut Alarm schlagen sobald man sich an ihren Käfigen vorbei schleichen will.

Russia. Farblich steril gehalten aber stilistisch trotzdem ganz weit vorne.

Russia. Farblich steril gehalten aber stilistisch trotzdem ganz weit vorne.

Eine Kunst für sich

Trotz des hinter dem Spiel stehenden Franchises und der dazugehörigen Gameplayelemente ist das große Aushängeschild bei der Assassin´s Creed Chronicles Trilogie die Optik. Dank der Hauseigenen UbiArt Engine glänzt auch dieser Titel wieder mit einer wie mit Pinselstrichen gemalten Optik.

Egal ob in braun gehalten wie bei China, mit knallbunten Farben wie in India oder in dunklen Tönen wie bei Russia, für das Auge ist jede Minute ein Genuss. Komplett wird der Spieler dann durch die sanften, schnellen und mal harten Töne des Soundtracks in die Spielwelt gesogen. Abgerundet wird das ganze noch von zwar unbewegten, aber fantastisch aussehenden Videosequenzen mit emotionalen, auf englisch gesprochenen Texten.

Schöne Optik
Lange Spielzeit
Kurze Ladezeiten
Super Preis-/Leistungsverhältnis
Kein Trefferfeedback
Minimale Steuerungsprobleme
Wenige Treffer führen zum Tod
Sprache nur auf englisch mit deutschen Untertiteln

Phillip R.

Für Assassin´s Creed Fans gewiss kein Muss, aber dennoch schön es zu haben. Spielwelt, Sound & Steuerung nehmen den Spieler schnell für sich ein und lassen in ihm auch im wohl kargsten Jahr des Franchise das ganz eigene Assassin´s Creed Feeling aufkommen. Der Kaufpreis von 30,- € lohnt sich bei ca. 5-6 Stunden Spielzeit pro Spiel auf alle Fälle und könnte auch für Neueinsteiger oder Jump ´n´ Run Fans eine Empfehlung sein.
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