Test: Attack of the Earthlings

Test Attack of the Earthlings 1

Attack of the Earthlings stellt die Menschen in Form von Galactoil als Bösewichte dar

Am 8. Februar erschien das rundenbasierte Strategiespiel Attack of the Earthlings von Team Junkfish. Das Spiel erinnert von Setting und Look her an das bekannte XCOM oder ähnliche Ableger dieses Genre. Bloß, dass ihr in diesem Fall in die Rolle von Aliens schlüpft, die sich gegen die bösen Erdlinge verteidigen müssen. Der kommerziell orientierte, intergalaktische Energiekonzern Galactoil möchte euren Heimatplaneten seiner Ressourcen berauben. Doch der Schwarm weiß sich zu wehren. So müsst ihr euch durch die isometrische Raumstation schleichen und auf dem Weg so viel Sabotage üben, dass der Konzern zum Abbruch seiner Mission gezwungen wird.

Ein normaler Tag in den unendlichen Weiten des Weltraums…

… als ein heller Lichtschein am Himmel des psychedelisch anmutenden Insektenplaneten die Aufmerksamkeit aller Arbeiterdrohnen auf sich zieht. Der fallende Stern nähert sich mit rasantem Tempo, bis sich beim Aufprall auf die Oberfläche des außerirdischen Lebensraums seine wahre Natur offenbart. Der aufgewirbelte Staub um die Metallsäule legt sich langsam und die Umrisse eines riesigen G zeichnen sich auf dem Raumschiff ab. Die Matriarchin, welche eben noch die Arbeitsmoral durch Gewaltandrohungen gesteigert hat, blickt über die von Leichen übersäte Steinwüste ihres Planeten. All diese Wesen waren ihre Kinder. Der Ausdruck ihres Exoskelett-Schädels lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Rache.

Der Schwarm

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Der übersichtliche Forschungsbaum bietet neue Fähigkeiten und Boni

Mit der Matriarchin beginnt auch der Widerstand. Sie infiltriert die Raumstation und vergrößert ihr Gefolge, um so Stockwerk für Stockwerk auszuradieren. Denn ihr könnt die Menschen nicht nur töten, ihr könnt sie auch essen. Dadurch spart ihr euch Biomasse an, die von der Matriarchin in kleine Schwarmlinge umgewandelt werden kann. Diese Schwarmlinge wiederum können durch die Biomasse zu 3 verschiedenen, stärkeren Alien-Wesen evolvieren. Jede dieser Formen hat Vor- und Nachteile. So gibt es Schützen, Tanks und Schleicher. Nach jeder abgeschlossenen Mission erhält man Mutagen. Mit diesem könnt ihr eure 3 verschiedenen Rassen und die Matriarchin upgraden. Je besser ihr die Mission gemeistert habt, desto mehr Mutagen erhaltet ihr. Es ist aber möglich, die Upgrades nach jeder Mission neu auszuwählen.

Der Skilltree fällt leider etwas mager aus. Lediglich 3 Upgrades pro Form sind auswählbar. Das Spiel lässt sich in 7 Stunden komplett meistern. Danach hat es auch keinen hohen Wiederspielwert mehr. Deshalb würde man wohl sowieso nicht viel mehr verschiedene Skills auskosten.

Galactoil

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Das Menü wird in Form von Peckers Büro dargestellt

Der Energiekonzern stellt die Nemesis dar. Jede der 3D-Spielwelten ist ein Stockwerk ihres Raumschiffes. Dieses Raumschiff ist auch gleichzeitig der Bohrer zum Erlangen der Ressourcen. Es ist eine respektable Leistung, diese zwei Funktionen in einer Maschine zu verbinden, aber es war bestimmt nicht die klügste Entscheidung. Denn so muss der Schwarm sich nur ein mal von unten nach oben durchkämpfen, um Herr der Bedrohung zu werden. Die Dysfunktionalität der gesamten Firma mit absurden Dialogen und bizarren Situationen innerhalb einer Mission sorgen auch für die humoristische Grundlage des Spiels. Die Geschichte wirkt so wie eine Mischung aus Slapstick Komödie und Scifi-Trash. Ein unterhaltsamer Mix.

Jedes der sieben Stockwerke des Raumschiffes stellt jeweils einen Level dar. Keines der Level ist prozedural generiert. Man kann sie eher als ein Puzzle beschreiben, welches man aufschlüsseln und dann lösen muss. Denn die Abfolge der sich bewegenden Wachen und Zivilisten, sowie der Aufbau der Umgebung, muss genauestens studiert werden, um zum besten Ergebnis zu kommen.  Die verschiedenen Rassen und Upgrades bringen dann noch Diversität in das Gameplay.

Der harte Weg zur Freiheit

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Die liebevoll erstellten Level sind voller Witz und Rätseln

Das Spiel lebt von seinem Schwierigkeitsgrad, besonders wenn man das Maximum an Mutagen pro Mission herausschlagen will. Die KI ist nicht die schlauste und eine Spieltiefe wie bei XCOM ist nicht zu erwarten, aber die Konstellationen von Räumen und sich bewegenden Einheiten bilden eine spaßige Basis für strategische Rätsel. Fans von kurzweiligem Denksport werden auf jeden Fall Gefallen an diesem kleinen Indie Titel haben. Vielleicht muss man sich am Anfang in das Spielkonzept einfinden, aber dann macht es wirklich Spaß, sich Lösungen für die verschiedenen Räume und Levels zu überlegen.

Detaillierter Grafikstil
Witziges Storytelling
Interessante Rätsel
Innovativer Rollenwechsel
Kaum Upgrades
Geringer Wiederspielwert
Kurze Spielzeit

Giacomo Wiesenberg

Bei Attack of the Earthlings handelt es sich um einen kleinen, aber feinen Indie-Titel, der hält was er verspricht. Die etwas andere Herangehensweise der Geschichte bringt frischen Wind in das Spielgefühl und bietet viele Vorlagen für nachvollziehbare Witze. Man sollte das Spiel nicht mit XCOM auf eine Waage stellen, zum einen weil wir es hier mit einem Indie Titel zu tun haben, zum anderen weil sich die Spielmechaniken doch sehr unterscheiden. Bei Attack of the Earthlings geht es mehr ums Rätseln und den Humor. Etwas enttäuscht waren wir jedoch von den abgeflachten Rollenspiel-Elementen und der kurzen Spielzeit. Doch für 23 Euro könnt ihr hier kaum etwas falsch machen.
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