Test: Battlefleet Gothic – Armada 2

Test: Battlefleet Gothic - Armada-2-Bild6

Strategische Weltraumschlachten oder lauwarmes Taktik-Gefummel? Battlefleet Gothic – Armada 2 im Test – Bildquelle: Focus Home Entertainment

Das Warhammer-Franchise ist und bleibt eine der am häufigsten umgesetzten Marken im Unterhaltungsbereich. Dabei sprechen wir nicht nur von Videospielen, auch untergliedert sich das Universum in eine Fantasy und Science Fiction-Variante und innerhalb dieser gibt es zahllose weitere, ganz eigene Geschichten, Romane und u.a. Genres. Allerdings sind Videospiel-Adaptionen der Tabletop-Originale besonders vorsichtig zu genießen. Manche sind einfach nur schlecht, viele eher mittelmäßig und wenige herausragend brillant. Wie es um das nun erschienene Echtzeit-Strategie-Game Battlefleet Gothic – Armada 2 steht, das verraten wir euch im Folgenden.

Gigantische Weltraumschlachten!?

Test: Battlefleet Gothic - Armada-2-Bild10

Bildquelle: Focus Home Entertainment

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Warhammer-Ablegern, geht es in Battlefleet Gothic – Armada 2 nicht etwa um Space Marines, die mit Boltern anderen Spezies gehörig den Garaus machen, sondern, wie der Titel des Games es schon verkündet, um das Kommandieren von großes Flottenverbänden im 40K-Universum. Doch „groß“ ist hier natürlich relativ, denn das Warhammer-Universum ist ein gänzliches anderes Phänomen, wenn man dieses mit herkömmlicher Science-Fiction vergleicht.

Um das zu verdeutlichen, muss man erst einmal die sehr story-reiche Lore von Warhammer 40K ankratzen. Denn hier finden wir uns in einer enorm fortgeschrittenen Epoche wieder, in der die menschliche Rasse nicht nur den Weltraum erkundet, sondern ihn zu einem Großteil erobert hat. Millionen Welten umfasst das menschliche Reich und ganze Planeten werden als Fabrikwelten genutzt, nur für den Zweck, um Kriegsmaschinerie herzustellen. Das gleiche Ausmaß lässt sich auch an den Schlachtschiffen erkennen, die mal eben 64.000 Crewmitglieder inne haben können – riesig. Auch geht es in Battlefleet Gothic – Armada 2 nicht um Eroberung oder Reichtum, sondern ums Überleben. Denn die Mächte des Chaos haben einen 13. dunklen Kreuzzug gestartet, der alles Leben vernichten könnte.

Test: Battlefleet Gothic - Armada-2-Bild11

Bildquelle: Focus Home Entertainment

Solltet ihr also gigantische Schlachten erwarten, so erfüllt Armada 2 dies zumindest zum Teil. Denn eure Flottenverbände können nur eine bestimmte Anzahl von Schiffen fassen. Dies wird mit eurer Führungsstärke geregelt, die im Verlauf der verschiedenen Kampagnen hinter Battlefleet Gothic – Armada 2 zwar ansteigt, sich aber dennoch in Grenzen hält. Je weiter ihr voranschreitet, um so größere, mächtigere und mehr Schiffe könnt ihr kommandieren. Hinsichtlich der Flottengröße werden hier keine neuen Rekorde aufgestellt, geschweige denn auch nur an bestehenden gekratzt, dafür gibt es aber auch so genügend zu tun. Micromanagement ist nämlich gerade auf höheren Schwierigkeitsstufen ein Muss.

Mit der richtigen Strategie zum Sieg

Eure Schiffe verfügen so über spezielle Fähigkeiten. Kleinere Begleitschiffe sind ideal, um feindliche Jäger abzuschießen, aber auch um einzelne Raketen auf den Weg zu bringen oder aber das Areal zu scannen. Letzteres ist dann notwendig, wenn feindliche Schiffe auf Schleichfahrt gehen. In einem solchen Fall können diese nur angegriffen werden, wenn man in deren Nähe fliegt. Größere Kreuzer und Schlachtschiffe hingegen verfügen über deutlich ausgereiftere Systeme. Mit ihnen könnt ihr ganze Barragen an Raketen verschießen, Artilleriegeschütze nutzen und feindliche Besatzungen direkt attackieren.

Test: Battlefleet Gothic - Armada-2-Bild7

Bildquelle: Focus Home Entertainment

Aber auch die Captains eurer Flotten verfügen über besondere Eigenschaften, die den Kampfverlauf stark beeinflussen können – vorausgesetzt, ihr nutzt sie intelligent und effizient. Da ihr nur eine begrenzte Anzahl von Schiffen zur Verfügung habt, geht es in den Gefechten insbesondere um das smarte Einsetzten eurer Fähigkeiten und Verbände. Größere Schiffe können sogar genutzt werden, um Rammmanöver durchzuführen, was je nach Feind besser oder schlechter gelingt. Aber auch die Karten selbst verfügen über bestimmte Eigenheiten, die den Kampfverlauf beeinflussen.

Auf den Schlachtfeldern könnt ihr so Trümmer, Asteroiden, Nebel und andere Hindernisse vorfinden, die es zu nutzen oder zu meiden gilt. Im Verlauf der Kampagne schalten sich zudem neue Eigenheiten frei. Dazu zählen unter anderem Solarstürme, die Feuer auf euren Schiffen ausbrechen und eure Schilde versagen lassen. Die Schlachten in Battlefleet Gothic – Armada 2 können als ein minimalistisches Total War angesehen werden. Denn im Endeffekt fehlt es nicht nur an der Menge der Einheiten, sondern auch an weiteren taktischen Möglichkeiten. Dies lässt sich insbesondere an den Maps erkennen, die nur marginale Abwechslung bieten. Die Gefechte sind zwar auch so recht anspruchsvoll, doch besteht hier noch deutlich Potential nach oben.

Test: Battlefleet Gothic - Armada-2-Bild8

Bildquelle: Focus Home Entertainment

Ein rundes Paket

Vergleichen lässt sich Battlefleet Gothic – Armada 2 auch hinsichtlich der Oberflächenkarte mit einem Total War- oder einem Civilisation-Ableger. Selbstverständlich gibt es hier deutlich weniger Einflussmöglichkeiten, um die Geschicke eurer Armee zu beeinflussen, aber schlussendlich wurde diese recht solide umgesetzt. So navigiert ihr in jeder Runde eure Flotten von Sternensystem zu Sternensystem und müsst hier Kämpfe einleiten oder Feinde abwehren. Eroberte Systeme hingegen bieten euch Möglichkeiten, eure Wirtschaft aufzupolieren.

Ihr verfügt also über ein stetes Einkommen, welches für eure Kriegsbemühungen wichtig ist. Welten können ausgebaut werden, was wiederum Einkünfte, Moral oder andere Attribute verbessert. Dies ist zwar ganz nett gemeint, allerdings schlussendlich zu minimalistisch gedacht. Ab einem gewissen Zeitpunkt beginnt man hier sowieso jede Welt auszubauen, sodass eine Reihenfolge fast schon irrelevant erscheint.

Test: Battlefleet Gothic - Armada-2-Bild4

Bildquelle: Focus Home Entertainment

Wo Battlefleet Gothic – Armada 2 hingegen deutlich besser besticht, das ist das Storytelling. Das Spiel geht sehr tief in die Geschichte der Marke hinein, was insbesondere für Fans enorm ansprechend sein dürfte. Besonders die Inszenierung erscheint dabei glaubhaft und vermittelt einen fast schon epischen Eindruck, insbesondere wenn man die Kampagne des Imperiums spielt. Habt ihr diese zudem beendet, stehen euch noch zwei weitere Kampagnen zur Verfügung, mit einer vierten in der Mache. Hier haben wir auf der einen Seite die untoten Necrons, sowie auf der anderen die immer hungrigen Tyraniden, die mit ihrer Hive-Flotte Kurs auf imperiale Gebiete nehmen.

Gut inszenierte Story
Drei Kampagnen
Ausgereiftes Gameplay
Koop-Modus
Strategische Tiefer ordentlich aber nicht ausgereizt
Flottengröße begrenzt
Oberflächliche strategische Galaxieübersicht
Tutorial beantwortet nicht alle Fragen
Kameraführung zu begrenzt

Daniel M.

Battlefleet Gothic – Armada 2 ist kein AAA-Game, kommt aber dafür äußerst solide daher und zählt gleichzeitig zu den besseren Warhammer-Spielen der letzten Jahre. Zugegeben, gegen ein Total War: Warhammer oder ein Vermintide 2 kommt es nicht annähernd an, doch gerade aufgrund des komplett unterschiedlichen Settings muss es das auch nicht. Insbesondere die Steuerung einer kleinen, aber doch stattlichen Flotte sorgt für ordentliches Kurzweil, auch wenn die taktische Tiefe gern tiefer hätte ausfallen können. Entsprechend richtet sich Battlefleet Gothic – Armada 2 eher an Gelegenheits-Strategen, die Spaß an epischen Schlachten im Weltraum haben.
Test: Adellos Test: Crown of Emara
Comments