Test: Bayonetta 2

Test: Bayonetta 2Schon mit ihrem ersten Auftritt im Jahr 2010 sorgte die wehrhafte Umbra-Hexe für einen Sturm der Begeisterung und wurde nach kurzer Zeit zur absoluten Referenz unter den Beat em Ups. Nun lichtet sich der Vorhang erneut und Bayonetta hat exklusiv ein neues Zuhause auf der Wii U gefunden. Ist Bayonetta 2 nur ein müder Aufguss oder können sich Fans – und solche die es werden wollen – erneut auf eines der abgefahrensten Netzhautgewitter aller Zeiten freuen? Wir haben uns für euch durch die Dämonenhorden geprügelt, um eben genau das herauszufinden.

Einmal Hölle und zurück

Die erste, den Spielablauf zugegebenermaßen nur sehr gering beeinflussende Änderung in Bayonetta 2 ist der neue Haarschnitt von Bayonetta. Statt langen, schwarzen Haaren trägt sie nun einen schicken, kurzen Bob. Das steht ihr nicht nur besser, sondern führt die ehemals stark sexualisierte Spielfigur sehr deutlich aus dem „SM-Lager“ heraus. Auch an anderen Stellen wurde auf „Up-Skirt-Shots“ oder andere, unnötige sexuelle Anspielungen verzichtet. Versteht uns nicht falsch, Bayonetta ist immer noch ein heißer Feger, aber eben dieser Umstand wird nicht mehr derart plump und peinlich in Szene gesetzt.

Wir können damit zu Beginn schon mit Fug und Recht behaupten das Bayonetta nun erwachsen geworden ist, und das ist absolut positiv gemeint. Die ersten Minuten nehmen angespannten Zockern eine große Last, denn es hat sich in Bayonetta 2 so gut wie nichts geändert. Immer noch streift ihr durch surreal anmutende Umgebungen und gebt den zahlreichen, abgedrehten Monstern mit dem besten Kampfsystem eins auf die Mütze, dass das Genre zu bieten hat.Test: Bayonetta 2

Babyschritte

Dennoch sind im Detail einige Änderungen bei Bayonetta 2 zu erkennen, die meisten davon können wir auch locker als Verbesserung durchgehen lassen. Die Kombos kommen dank neuer, ausgefeilterer Animationen nun noch besser und druckvoller rüber, sie sind auch einfacher aneinander zu reihen als im Vorgänger. So könnt ihr schon mit wenigen Kommandos imposante Manöver austeilen und euch dabei ein breites Grinsen nicht verkneifen. Keiner bestraft seine Gegner besser als Bayonetta. Es macht wirklich unglaublichen Spaß mit ihr über den Bildschirm zu fegen und eine Gegnerwelle nach der anderen aus dem Weg zu räumen – absolut klasse!

Auch die Spielumgebungen haben nochmal einen ordentlichen Zahn zugelegt: Die gesamte Farbpalette des Regenbogens wurde genutzt und lassen Höhlen, Dörfer, Plätze und große Landschaften nun deutlich farbenfroher und phantasievoller erscheinen. Dagegen wirkt der Vorgänger von Bayonetta 2 schon fast farblos. Mit dem Umbra-Climax hat Bayonetta auch eine neue Spezialattacke am Start: Habt ihr den Balken dafür dank wüster Kombos gefüllt, teilt die Umbra-Hexe noch heftiger aus, als sowieso schon. Besonders bei den dicken Brocken eine willkommene Erweiterung des Arsenals.Test: Bayonetta 2

Bumm, Bumm, Baby!

Natürlich verlässt sich Bayonetta im Kampf nicht nur auf ihre (oder eure) übermenschlichen Reflexe, sondern hat auch eine breite Auswahl verschiedenster Waffen, die an Händen und Füßen angebracht werden können. Dabei könnt ihr viele neue Kombinationen ausprobieren und mit den neuen Moves experimentieren, die sich aus euer Wahl ergeben. Knarren, Klingen, Ketten und Peitschen fordern an einigen Stellen von Bayonetta 2 aber schon fast deren gezielten Einsatz, da ihr so wesentlich besser mit den verschiedenartig agierenden Gegner fertig werdet.

Auch die „Space-Harrier-Passagen“ haben es abermals ins Spiel geschafft. Sie wirken aber nun deutlich ausgereifter und passen sich viel homogener dem Spielverlauf an. Auch da gibt es nichts zu meckern. Nicht so gut gefallen, wie könnte es auch anders sein, haben uns die Unterwasser-Passagen. Denn schwimmend (und teilweise etwas orientierungslos) sind die punkt – und sekundengenauen Attacken nur schwer auszuführen. Die Story von Bayonetta 2 ist zudem wieder nur „wirres Zeug“ und euer Sidekick Loki kann euch ab und zu mal ganz schön auf den Senkel gehen.Test: Bayonetta 2

Online & More

Auch die Hexenprüfungen wurden für Bayonetta 2 wiederbelebt, ihr könnt sie nun allerdings direkt im Spiel finden und – das entsprechende Geschick vorausgesetzt – auch absolvieren. Die kleinen Aufgaben haben es stellenweise echt in sich, und es kann schon ein paar Versuche dauern, bis ihr die Vorgaben erfüllt. Dann regnet es aber satte Belohnungen.

Dem Ruhm noch nicht genug, bietet Bayonetta 2 sogar ein Online-Modus für zwei Spieler. Und erst zu zweit im Wettkampf merkt ihr dann wie genial, präzise, flüssig und tiefgründig das Kampfsystem eigentlich sein kann, sofern man gewillt ist, es bis zum Exzess auszureizen und zu üben. Hatten wir schon erwähnt, das auch der Online-Modus wie das gesamte Spiel in butterweichen 60 Bildern pro Sekunde an euch vorbeirasen? Ein Umstand der bei der irren und teils unfassbar epischen Action auf dem Bildschirm schon fast ein an Wunder grenzt.Test: Bayonetta 2

+ Irre Action
+ Superflüssiges Gameplay
+ Geniale Mechanik
+ Hübsche Optik
- Maue Story
- Nerviger Sidekick

Boris C.

Mit Bayonetta 2 zeigt Nintendo allen Herstellen, wie ein Beat em Up der Extraklasse auszusehen hat. Das einstmals unverwüstliche Kampfsystem wurde behutsam und somit auf fast schon geniale Weise verbessert und erweitert. Solch eine Action, so einen perfekten Rhythmus bei den Kämpfen bietet euch derzeit kein anderes Spiel auf dem Markt. Das macht Bayonetta 2 zu einer wirklich einzigartigen und hochbefriedigenden Erfahrung für Freunde der gepflegten und von hübschen Lichteffekten untermalten Backpfeifen. Von uns gibt es für das Hexenfest eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung.
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