Test: Black Stories – Das mörderische Drehbuch

Vermutlich wird schon so ziemlich jeder Spieler einmal für die Black-Stories-Reihe vom Moses-Verlag gestolpert sein. Seit nunmehr knapp 15 Jahren wird das Kartenspiel in schöner Regelmäßigkeit mit neuen Ablegern versorgt. Im letzten Jahr steuerte sogar Krimi-Autor Sebastian Fitzek seinen eigenen Beitrag zur Black-Stories-Erfolgsgeschichte bei. Zudem folgte mit Das mörderische Drehbuch ein weiterer Teil der Serie, der in Teilen etwas vom gewohnten Konzept des Spiels abweicht.

Auf den ersten Blick fällt natürlich schon die Verpackungsgröße von Black Stories: Das mörderische Drehbuch ins Auge. Statt eines handlichen Kartenspiels, erhaltet ihr diesmal eine dicke Box mit schönen übergroßen Karten, die übersichtlich in einem gut sortierten Register Platz finden. Die Registerordnung des Mörderischen Drehbuchs wurde nötig, da sich jeder Fall nun aus mehr als einer Karte zusammensetzt.

Black Stories XXL

Üblicherweise beinhaltet ein Black-Stories-Spiel genau fünfzig verschiedene Fälle. Jeder Fall wird auf einer einzigen Karten abgehandelt. Während ihr auf der Vorderseite eine Beschreibung der Szene vorfindet, kann sich der Spielleiter auf der Kartenrückseite auch die Auflösung des Falls ansehen. Die Spieler dürfen den Spieleiter nun mit Fragen bombardieren. Diese dürfen von ihm allerdings nur mit ja oder nein beantwortet werden. Auf diese Weise müssen die Spieler den Fall aufklären, wie auf der Kartenrückseite beschrieben.

Im Wesentlichen wurde dieses Spielprinzip auch beim Mörderischen Drehbuch übernommen. Diesmal agiert das Rateteam als Drehbuchautoren. Im Filmstudio wurde bei einem Einbruch alles verwüstet. Dabei wurden auch die Drehbücher gestohlen. Als Autoren des Films müsst ihr nun die Drehbücher neu verfassen. Dabei helfen euch einige Szenen, die bereits verfilmt wurden. Nur der Spielleiter, in der Rolle des Regisseurs, kennt allerdings den genauen Ablauf des Streifens. Mit Ja-Nein-Fragen dürft ihr ihn wie gewohnt löchern, bis ihr den Film wie vorgesehen im Kasten habt.

Gestohlene Drehbücher

Beim Mörderischen Drehbuch besteht jedes Rätsel aus genau sechs Karten. Jede Karte zeigt euch ein Bild aus einer Szene des Films. Mit euren Ja-Nein-Fragen müsst ihr jetzt ermitteln, was sich in dieser Szene wohl zugetragen hat. Erst wenn ihr dem Geheimnis der Szene auf die Spur gekommen seid, geht es weiter zur nächsten Karte. Die Antwort darauf, was sich tatsächlich hinter den gezeigten Szenen verbirgt, kennt nur der Regisseur. Er hat Zugriff auf den gesamten Handlungsstrang und beantwortet die Fragen der Drehbuchautoren.

Er kennt auch den Filmtitel, den er seinen Drehbuchautoren ebenso vor Spielbeginn mitteilt, wie einen einleitenden Satz. Somit haben die Autoren zumindest eine vage Vorstellung davon, was sich in dem Film wohl abspielt. Für die Aufklärung des Falls können diese beiden Hinweise sehr wertvoll sein. Weitere Hilfestellungen gibt es nicht. Einzig und allein durch geschicktes Fragen müsst ihr die Handlung des Films rekonstruieren.

Fünfzig Blockbuster in einem Paket

Auf einigen Karten werden gleich zwei Bilder gezeigt. Diese müsst ihr nacheinander abhandeln. So bekommt der Film eine weitere Szene hinzugefügt und hat damit Überlänge. Insgesamt umfasst das Paket wieder genau fünfzig Fälle und bleibt somit dem gewohnten Umfang einer Black-Stories-Episode treu.

Zu jedem Fall gehören sechs Drehbuchkarten sowie eine Regiekarte mit den dazugehörigen Auflösungen des Filmablaufs. Leider ist die Handhabung der Karten nicht ganz unkompliziert. Alle Karten sind beidseitig bedruckt, zeigen jedoch Inhalte eines anderen Falls. Ihr müsst also beim Spielen ein wenig aufpassen, dass ihr nicht versehentlich schon Szenen aus einem ganz anderen Film zu Gesicht bekommt.

Geringerer Schwierigkeitsgrad

Ansonsten lässt sich an der Art der Präsentation nichts kritisieren. Jeder Film bekommt in der Spieleschachtel seine eigene Registerablage. So findet ihr jeden einzelnen Film bei Bedarf auch schnell wieder. Der Schwierigkeitsgrad von Das mörderische Drehbuch lässt sich als herausfordernd beschreiben. Es ist nicht so, als würden euch die Lösungen auf Anhieb mitten ins Gesicht springen. Geschicktes Nachfragen, ein wenig um die Ecke denken und logisches Schlussfolgern sind bei der Auflösung eines Falls erforderlich. Im Vergleich zu anderen Ausgaben der Serie ist das Mörderische Drehbuch aber dann doch etwas leichter zu lösen.

Black Stories: Das mörderische Drehbuch ist ab sofort im Handel verfügbar. Bezüglich der Mitspielerzahl ist das Spiel genauso flexibel wie die anderen Spiele aus der Reihe. Ihr könnt mit nur zwei Spielern loslegen, es aber auch problemlos in einer größeren Gruppe spielen. Das Spiel ist über den Moses-Verlag erschienen und kostet etwa 20€.

übergroße Karten
übersichtliche Registerverwaltung
50 Kriminalfälle
auch für größere Gruppen geeignet
lässt sich prima unterwegs spielen
fällt etwas leichter aus als andere Black-Stories-Episoden

Sebastian Hamers

Von den Black Stories sind in den nun bereits fünfzehn Jahren schon zahllose Ausgaben erschienen. Mit dem Mörderischen Drehbuch hat der Verlag nun nochmal etwas Neues gewagt. Der Erfolgsformel ist man weiter treu geblieben. Trotzdem spielt sich diese Ausgabe der Black Stories frisch und unverbraucht. In einer Serie von Bildern hangelt ihr euch an einem roten Faden entlang, bis ihr dem Geheimnis endlich auf die Spur kommt. Dank des übergroßen Kartenformats sind die Bilder auch sehr gut zu erkennen, was das Spielen gerade in der etwas größeren Runde einfacher macht. Ansonsten beweist Das Mörderische Drehbuch die gleichen Qualitäten wie die anderen Spiele aus der Reihe. In Sachen Schwierigkeitsgrad fällt das Spiel gegenüber vielen anderen Black Stories etwas einfacher aus. Geübte Krimifans sind damit möglicherweise etwas unterfordert. Trotz des etwas gesenkten Schwierigkeitsgrads könnt ihr Das Mörderische Drehbuch aber nicht einfach so runterspielen. Eine gute Portion kriminalistischen Spürsinn müsst ihr schon aufbringen, um den Fall zu entschlüsseln. Die Handlungen der Geschichten sind zwar nicht immer hollywoodreif, beinhalten aber doch so manche unerwartete Wendung und erfüllen ihren Zweck vollkommen. In Bezug auf die Präsentation hinterlässt das Spiel einen guten Eindruck. Beim Spielen müsst ihr lediglich etwas aufpassen, dass ihr nicht schon Szenen aus einem anderen Film spoilert. Dafür weiß die Registereinteilung gut zu gefallen. Alle Karten finden in der Box ihren Platz. So könnt ihr auch später einen einzelnen Fall gezielt wiederfinden und vielleicht mit einer anderen Gruppe erneut spielen.
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