Test: Borderlands – The Pre-Sequel

Test: Borderlands - The Pre-Sequel

Es ist keine große Überraschung, dass das Borderlands Franchise, welches in der Vergangenheit große Erfolge feiern konnte, einen weiteren Ableger spendiert bekommt. Jedoch präsentieren uns 2k Australia und Gearbox nun nicht etwa ein Borderlands 3, sondern zu unserer Überraschung den etwas skurril klingenden Titel Borderlands – The Pre-Sequel, in dem wir die Ereignisse zwischen den ersten beiden Borderlands Titeln nachspielen können.

Willkommen auf Pandora… ähm Elpis

Im Fokus von Borderlands – The Pre-Sequel steht der charismatische Oberbösewicht Handsome Jack, der den Spielern in Borderlands 2 das Leben schwer gemacht hat. Zugegeben,  „Handsome“ ist Jack noch nicht wirklich und auch hat er ziemlich damit zu kämpfen, sich einen Namen zu machen. Dafür heuert er zum Start der Geschichte einige Vault Hunter an, die ihm auf seine Reise nach Elpis begleiten sollen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht insbesondere die Charakterentwicklung von Jack, wie er von einem eher normalen und ambitionierten Menschen, zu diesem machthungrigen und wahnsinnigen Psychopathen geworden ist, den wir im zweiten Teil der Serie kennengelernt haben.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen, finden wir uns aber nicht auf dem fernen Planeten Pandora wieder, sondern auf dessen Mond Elpis. Die Struktur der Oberfläche des Trabanten ist eher kahl und oftmals mit bedrohlich wirkenden Lava-Flüssen durchzogen. Der Vorteil bei der Entscheidung eines Location-Wechsels liegt jedoch auf der Hand: Zum einen wird durch die geringere Schwerkraft eine vertikale Komponente zum Gameplay hinzugefügt, die euch ermöglicht hohe und vor allem weite Sprünge, selbst über große Abgründe hinweg, durchzuführen  zu können. Zum anderen steht auch der Sauerstoff etwas vorgerückt im Mittelpunkt des Geschehens, denn Elpis verfügt über keine eigene Atmosphäre.

Test: Borderlands - The Pre-Sequel

Sauerstoff, Kryowaffen und Laser … pewpewpew

Ohne Atmosphäre fällt das Atmen natürlich recht schwer, und daher gesellt sich hier eine Neuerung in Borderlands – The Pre-Sequel hinzu: Die sogenannten O2- bzw. „OZ“-Kits, die vom Spieler ausgerüstet werden können. Die primäre Funktion dieser ist die Speicherung von Sauerstoff, sodass das Überleben auf Elpis überhaupt möglich ist. Zusätzlich erlauben die OZ-Kits dem Spieler auch durch das Ausstoßen von Sauerstoff Schub zu generieren, um so beim Springen zusätzlich manövrieren und auch höhere Ebenen erreichen zu können. Aber auch eine Stampfattacke gehört dazu, mit der ihr Feinden ordentlich einheizen könnt.

Wie schon in den Vorgängern wurde auch in Borderlands – The Pre-Sequel  viel Wert auf das Waffenarsenal gelegt. Nicht nur sind wieder Unmengen dieser  in den unterschiedlichsten Ausführungen zu finden, sondern gibt es auch zwei komplett neue Typen. Zum einen haben wir hier die Kryo-Waffen, mit denen ihr eure Gegner mit wenigen Treffern einfrieren und mit einem gezielten Schlag in tausend Stücke zerschlagen könnt. Die zweite Waffen-Gattung sind die Laserwaffen, eine nette Ergänzung zum bestehenden Arsenal.

Test: Borderlands - The Pre-Sequel

Claptrap und die anderen

Zu einer der größten Stärken von Borderlands – The Pre-Sequel gehört ohne Zweifel das Charakter-Ensemble. Speziell der nun endlich spielbare, kleine Roboter Claptrap sorgt insbesondere durch seine Dialoge für enorm viel Erheiterung und hebt den ohnehin schon genialen Humor, der sich über das gesamte Spiel erstreckt, noch einmal verstärkt hervor. In Mehrspieler-Sitzungen kann dies allerdings auch störend wahrgenommen werden, wenn man es nur mit diesen kleinen durchgeknallten Bots zu tun bekommt.

Neu in Borderlands – The Pre-Sequel ist hier, dass die Charaktere die Dialoge durch eigene Kommentare vorantreiben. Während man in früheren Spielen nur wortlos den NPCs zugehört hat, so werden nun unterhaltsame Dialoge durchgeführt, die den Charakteren eine zusätzliche Tiefe verleihen. Besonders lobenswert ist, dass nur der jeweilige Charakter spricht, der den NPC auch angesprochen hat. Das sorgt für ein paar Pluspunkte in Sachen Wiederspielwert. Jedoch bietet keiner der Charaktere annähernd so erheiternde Dialoge (bzw. Monologe) wie Claptrap.

Test: Borderlands - The Pre-SequelEbenso ist das Skillsystem von Borderlands – The Pre-Sequel wieder äußerst abwechslungsreich gehalten. Gerade Claptraps dritter Skilltree ist bemerkenswert seltsam, da dieser auf unterschiedlichen Subroutinen basiert. Nach dem Zufallsprinzip wird hier eine Subroutine aktiviert, die unterschiedliche Auswirkungen hat, wie beispielsweise Verteidigung oder Nahkampfschaden zu erhöhen. Ebenso kann es dazu kommen, dass bestimmte Waffengattungen oder Elementareffekte verstärkt werden. Das Besondere daran: Verwendet ihr eine andere als die angezeigte Waffengattung, dann wird euer damit ausgeteilter Schaden drastisch verringert. Mittels einer Fähigkeit aus einem anderen Baum von Claptrap können sogar andere Spieler aufgefordert werden ein High-Five auszutauschen. Ist dies erfolgreich, profitieren die Spieler durch zusätzliche Attributs-Verbesserungen.

Hervorheben müssen wir zudem die Fähigkeit von Claptrap, die sich „VaultHunter.exe“ nennt. Durch Aktivierung dieser, wird ein relativ zufälliges Ereignis ausgelöst, welches sich an aktuellen Kampfgegebenheiten wie eure Gesundheit oder Zahl und Stärke der Feinde orientiert. Dies kann dazu führen, dass ihr kurzfristig unsichtbar werden, einen Raketenschießendes Geschütz aufstellt, mit zwei Waffen im Dauerfeuer Modus Amok lauft oder mit eine Gummiente um den Körper wie ein Flummi durch die Gegend hüpft. Nicht immer sind die Effekte hilfreich, bieten aber eine ordentliche Prise Nervenkitzel und vor allem durch die wirklich vielen unterschiedlichen Auswirkungen, sehr viel an Unterhaltung.

+ Klassische Borderlands Action, ...
+ Humoristisch wie eh und jeh
+ Claptrap als spielbarer Charakter
+ Jeder Charakter mit eigenen Dialogen
- ... mit nur marginalen Neuerungen
- Offensichtlich Last Gen

Daniel M.

Borderlands - The Pre-Sequel fühlt sich, trotz einiger doch sehr willkommenen Neuerungen, nicht wirklich wie ein neuer Teil der Serie an. Altbekannte Stärken und Schwächen bleiben auch weiterhin bestehen, sodass Fans der früheren Spiele hier ohne Sorgen zugreifen dürfen. Neueinsteiger sollten sich jedoch zunächst an den ersten beiden Ablegern versuchen, da doch einiges an Vorwissen notwendig ist um die Story durchweg verstehen zu können. Im Großen und Ganzen lässt sich das Spiel in einem Satz erklären: Noch mehr Borderlands - mit Claptrap, mit Lasern und das auf dem Mond!

Maik R.

Borderlands - The Pre-Sequel ist ein absolut klassisches Borderlands mit minimalen Verbesserungen geworden. Wer ein spaßiges Coop-Spiel sucht, der kommt nach wie vor nicht um Borderlands herum. Die schrägen Charaktere, der derbe Humor und eine Prise Brutalität – das ist das Borderlands Rezept. Und es funktioniert immer noch! Lediglich kleinere Last-Gen Wehwehchen schmälern den Spaß etwas oder vielleicht sind wir mittlerweile auch einfach zu verwöhnt. Wie auch immer, es wird Zeit für ein Next-Gen Borderlands! Her damit!
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