Test: Brikks

Spätestens seitdem Nintendo mit der Veröffentlichung des Ur-Gameboys die Welt des mobilen Spielens im Sturm eroberte, gehört Tetris so fest zur Videospielkultur wie kaum ein anderes Videospiel. Allein die Gameboy-Version von Tetris verkaufte mehr als 70 Millionen Kopien. Auf den Smartphones erlebte das Puzzlespiel seinen x-ten Frühling und wurde sogar über 100 Millionen Mal aus den Stores heruntergeladen. Erst kürzlich erschien mit Tetris: Effect sogar noch einmal eine völlig neue Variante des Spiels für die PlayStation 4, die sogar eine VR-Unterstützung enthält. Wem das neue Tetris jedoch etwas zu teuer ist, kann zur deutlich günstigeren analogen Version greifen. Diese kommt ohne offizielle Lizenz daher, hört auf den Namen Brikks und kostet gerade einmal gut 10€.

Kaum ein anderes Videospiel wurde so oft kopiert, imitiert und sogar persifliert wie Tetris. Da ist es beinahe schon verwunderlich, dass analoge Varianten des Spiels doch  recht spärlich in den Handel kamen. Zwar gibt es auch ein Brettspiel mit offizieller Tetris-Lizenz, dennoch sind analoge Klone eher die Seltenheit. Brikks will seine Nähe zum Original gar nicht erst verhehlen. Das Spielfeld, das jeder Spieler in Form eines Zettels erhält, wurde sogar einem Arcade-Automaten nachempfunden. Selbst bei den herunterfallenden Blöcken sieht alles so aus wie beim altbekannten Original-Tetris.

Roll and Write

Das Spielprinzip von Brikks sollte demnach allen bestens vertraut sein. In einen Trichter fallen von oben kleine Steinchen, die ihr möglichst lückenlos anordnet, um den Highscore zu knacken. Welche Steine von oben nachgeworfen werden, wird durch einen Würfelwurf ermittelt. Geworfen werden dabei gleich zwei Würfel. Dazu gehört ein sechsseitiger Farbwürfel sowie ein pyramidenförmiger Würfel mit nur vier Seiten. Die Kombination aus beiden Würfelergebnissen ermittelt die Form wie auch die Farbe des Steins, der als nächstes auf dem Spielfeld platziert werden muss.

Im Gegensatz zu Tetris könnt ihr den Stein nicht rotieren lassen. Alle Steine müssen wie vorgegeben in das Puzzle eingefügt werden, lediglich die Bewegung des Steins nach links und recht ist möglich. Um einen Stein einzusortieren, kreuzt ihr auf einem Raster jeweils vier Felder an. Diese vier Kreuze stellen den Stein dar, den ihr soeben in eurem Spielfeld einsortiert habt. Im Spielverlauf fallen ganz wie bei Tetris viele weitere Steine von oben herab, die ihr nun auf eurem Papier anordnen müsst.

Tetris mit Power-ups

Auch wenn ihr die herabfallenden Blöcke zunächst nicht drehen und wenden könnt, so gibt es in Brikks dennoch eine Möglichkeit, die Steine rotieren zu lassen. Dies geschieht durch den Einsatz von Energiepunkten. Pro eingesetztem Energiepunkt dürft ihr den Block um eine Position rotieren lassen. Auf der Rückseite eures Zettels findet ihr dazu präzise Angaben. Investiert ihr gleich fünf Energiepunkte auf einmal, dürft ihr euch sogar frei für eine beliebige Blockvariante entscheiden. Ihr benötigt dringend den langen Stab, um gleich vier Reihen auf einmal zu füllen? Kein Problem, für fünf Energiepunkte könnt ihr den gewünschten Block herbeibeschwören.

 

Leider stehen euch bei Spielbeginn nur ein paar wenige Energiepunkte zur Verfügung. Weitere Punkte könnt ihr aber durch geschicktes Einsetzen der passenden Steine erzielen. Im Spielfeld sind einige Kästchen bereits mit verschiedenfarbigen Punkten markiert. Setzt ihr den farblich passenden Stein ein, der dann an dieser Position landet, erhaltet ihr gleich zwei weitere Energiepunkte hinzu. Die Farben der herabfallenden Steine spielen in Brikks also eine gewichtige Rolle und unterscheidet sich so in diesem Punkt von Tetris.

Sonderpunkte, Bomben und andere Gimmicks inklusive

Um den Highscore in die Höhe zu peitschen, bietet euch Brikks auch noch eine Sonderpunkteleiste an. Für jeden dritten freigeschalteten Energiepunkt erhaltet ihr ein paar Bonuspunkte. So richtig punkteträchtig wird es aber erst, wenn es euch gelingt, gleich mehr als eine Reihe auf dem Spielblatt komplett zu füllen. Ihr kennt das Prinzip von Tetris. Sobald eine Reihe komplettiert wird, verschwindet diese und es werden euch einige Punkte gutgeschrieben. In Brikks bleiben euch die angekreuzten Kästchen erhalten, Punkte gibt es aber dennoch. Auf der Sonderpunktleiste rückt ihr Felder nach vorne. Gelingt euch das Kunststück, durch das Einsetzen eines Steins gleich vier Reihen auf einen Streich zu vervollständigen, zieht ihr auf der Sonderpunktleiste gleich vier Felder nach vorne. Da die Belohnungen auf dieser Leiste progressiv ansteigen, könnt ihr so euren Mitspielern schnell davonziehen.

Mit den Bomben kommt ein weiteres Element ins Spiel, das im originalen Tetris keine Verwendung findet. Bei Spielbeginn stehen euch drei Bomben zur Verfügung. Ihr könnt sie dafür verwenden, um einen Block, der euch gerade wirklich nicht ins Konzept passt, wegzusprengen. Allerdings gibt euch jede nicht verwendete Bombe am Spielende noch einmal ein paar Extrapunkte. In der Endabrechnung erhaltet ihr zudem noch Punkte für komplettierte Reihen, sogar für Reihen mit einer und zwei fehlenden Kreuzen gibt es noch einige Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Zwei-Spieler-Variante ganz ohne Link-Kabel

Brikks lässt sich problemlos mit bis zu vier Spielern spielen und verfügt sogar über einen Solo-Modus. Das Highlight ist allerdings die Zwei-Spieler-Partie. Sie funktioniert fast ein wenig wie das Tetris-Duell auf dem alten Gameboy, für das ihr seinerzeit noch das Link-Kabel hervorkramen musstet. Durch das Sammeln von Energiepunkten könnt ihr eurem Gegner nun lästige Mini-Blöcke, bestehend aus einem einzigen Kreuz, auf das Papier zaubern. Mit etwas Geschick könnt ihr eurem Gegenspieler sogar gleich mehrere Blöcke auf einmal eintragen, die sein Fortkommen erheblich behindern. In der Duell-Variante geht es nicht um Punkte, sondern einzig und allein darum, länger durchzuhalten. Wer zuerst einen herabfallenden Block nicht mehr auf seinem Blatt einzeichnen kann, verliert das Spiel.

Sehr gut funktioniert auch der Solo-Modus, der sich in den Regeln kaum von der Mehrspieler-Version unterscheidet. Dafür kommt nun eine Highscore-Liste ins Spiel. Hier könnt ihr anhand euer Punktzahl ablesen, wie gut ihr euch geschlagen habt. Die Bewertungen reichen hier von „Dein erstes Mal?“ bis zur ultimativen Krönung, die euch die Auszeichnung „Brikks-Master 2000!!!“ einbringt.

analoge Tetris-Adaption
toller Zwei-Spieler-Modus
auch alleine spielbar
witzige Zusatzfeatures
Kreuzchen-Chaos: nicht immer ganz übersichtlich

Sebastian Hamers

Brikks kommt einer analogen Adaption von Tetris ziemlich nahe. Bei mir kam das wohlige Gefühl seliger Gameboy-Tage sofort wieder hoch. Alles wirkt so vertraut, trotz ein paar weniger Veränderungen im Vergleich zum Original. Am besten hat mir in der Tat die Zwei-Spieler-Variante gefallen. Sie erinnert wirklich stark an Gameboy-Duelle mit dem Link-Kabel. Durch das Einsammeln von Energiepunkten könnt ihr euren Gegner ganz schön in die Bredouille bringen. Wie damals bastelt ihr die Blöcke mit Bedacht so zusammen, um mit einer finalen langen Stange, gleich vier Reihen auf einen Schlag zu komplettieren. Fast genauso gut spielt sich Brikks auch allein. Wenn ihr gerade keinen Mitspieler zur Hand habt, könnt ihr mit Brikks schnell mal eine halbe Stunde totschlagen. Brikks ist ein schönes Puzzle-Spiel zum kleinen Preis und vielleicht tatsächlich eine gute Alternative zu Tetris: Effect, falls euch das PS4-Spiel zu teuer sein sollte.
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