Test: Creative Sound Blaster Roar Pro

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Mit der Sound Blaster-Serie hat Creative eine handvoll kabelloser Lautsprecher auf den Markt gebracht, die sich mit Konkurrenzprodukten von Peripherie Herstellern wie Bose oder Teufel messen. Nachdem wir euch vor Kurzem den Creative Sound Blaster Roar 2 vorgestellt haben, ist nun der Sound Blaster Roar Pro an der Reihe. Wir haben die handliche Jukebox getestet und verraten euch die Stärken und Schwächen des Geräts.

Impressive, most impressive!

Schon die Verpackung des Sound Blaster Roar Pro zeugt von einem Artikel der höheren Preisklasse. Der robuste Karton hat ein stolzes Gewicht von etwa 1,5 kg und präsentiert mit aparten Bildern nicht nur das Produkt, sondern liefert euch auch die wichtigsten Features auf einen Blick. Im Inneren der Schachtel befinden sich neben dem Lautsprecher an sich noch jegliche Utensilien, die ihr für die Nutzung benötigt. Ein langes Aux-Kabel, ein Mikro-USB-Kabel, eine Anleitung, mehrere Beipackzettel und ein Netzteil mit austauschbaren Netzsteckern sind eurer Bestellung beigelegt, sodass ihr selbst im betagtesten Altbau die Möglichkeit habt, das moderne Stück aufzuladen.

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Natürlich spielen das Gewicht und die Größe für die mobile Nutzung eine wichtige Rolle. Im Hinblick dessen haben wir euch die wichtigsten Daten erfasst:

Abmessungen (H x B x T)

  • Lautsprecher: 57.0 x 202.0 x 115.0 mm
  • Netzgerät: 1.7m
  • USB-Kabel Länge: 0.7m

Gewicht

  • Lautsprecher: 1.10kg
  • Netzgerät: 153g
  • USB-Kabel: 26g

Schlicht und schön

Äußerlich ist der Sound Blaster Roar Pro ein Augenschmaus, keine Frage. Mit seinem schlichten Look aus schwarzen und grauen Matttönen wirkt die Box wie ein leibhaftiges Gadget aus der Bathöhle.

Die Front und die obere Seite werden dabei von dem perforierten Gatter überzogen, das die fünf aktiven Treiber überdeckt. An der Rückseite befinden sich dabei alle Tasten, Schalter und Anschlüsse, die euch helfen das perfekte Sounderlebnis zu kreieren. Unten ist die Box zudem mit zwei Gummischienen versehen, damit auch der empfindlichste Untergrund keine Kratzer bei der Verwendung davonträgt oder umgekehrt.

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Viele Tasten

Dabei wurde der graue Bereich, der mit den Tasten und Schaltern gepflastert ist, mit einem kratzfesten Gummibezug versehen, was für eine angenehme Griffigkeit sorgt. Die Tasten haben einen angenehmen Widerstand und lassen sich alle problemlos bedienen. Allerdings können die verschiedenen Anschlüsse nicht abgedeckt werden, was einige Risiken beim Gebrauch des Gerätes im Freien mit sich bringt.

Die wichtigsten Tasten wurden groß an der Oberseite platziert. Dazu gehören die üblichen Verdächtigen, beispielsweise die Bluetooth-Taste, die beiden Tasten zur Regulierung der Lautstärke, sowie der Roar-Button, zu dem wir später noch einige Worte verlieren, und nicht zu vergessen der Power-Button.

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An der Rückseite wird es schon ein wenig umfangreicher. Hier könnt ihr zunächst einstellen, ob ihr ein Gerät per USB-Kabel anschließt oder über den Massenspeicher eure Audio-Dateien abspielen wollt. Mit der Terra Bass-Taste könnt ihr den Bass ein- und ausschalten und mit dem Drei-Wege-Schalter darunter zwischen drei verschiedenen Klangarten wählen. Während ihr auf der Stufe Energetic noch das kleinste Fünkchen Power aus jedem Song holt, hört sich die Einstellung Warm wesentlich ruhiger und gedämpfter an. Sagt euch keine dieser beiden Funktionen zu, so steht euch immer noch der neutrale Modus für ausgewogene Klänge als dritte Variante zur Verfügung.

Darunter findet ihr dann noch das klassische Musik-Player-Feld mit der Start/Pause-Taste, nächster bzw. vorheriger Track und der Loop-Taste. Noch weiter unten befinden sich dann die Tasten für die Sprachaufnahme, doch dazu später mehr.

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Anschlüsse für jeden Geschmack

Damit ihr das aktuell 200€ teure Spielzeug auch mit Geräten jeglicher Art koppeln könnt, hat Creative dem Sound Blaster Roar Pro gleich mehrere Anschlussmöglichkeiten verbaut. Folgende Kopplungsarten stehen euch dabei zur Auswahl:

  1. NFC
  2. Bluetooth 3.0
  3. Aux-Kabel (3.5 mm Klinke)
  4. USB-Audio

Unterstützte Bluetooth Profile

  • A2DP (Kabellose Stereosignalübertragung via Bluetooth)
  • AVRCP (Bluetooth-Fernsteuerung)
  • HFP (Freisprecheinrichtungsprofil)

Unterstützte Codecs

  • AAC
  • aptX
  • SBC
  • aptX-LL

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Kleine Karte, großer Genuss

Aber auch ganz ohne weitere Gerätschaften ist es möglich mit dem Sound Blaster Roar Pro MP3, WMA oder WAV-Dateien abzuspielen. Dafür befindet sich nämlich neben den ganzen Anschlüssen ein Port für Micro SD Karten mit bis zu 32 GB.

Unterstützte Formate

  • MP3 (bis zu 320 kbit/s)
  • WMA (bis zu 320 kbit/s)
  • WAV (16 bit 48kHz PCM)

Ihr könnt also kinderleicht eine SD Karte mittels eures PCs mit ausreichend Musiktracks bestücken und diese dann in den Sound Blaster stecken. Einmal erkannt und schon könnt ihr eure Musik in einer Dauerschleife wiedergeben oder die Zufallswiedergabe einschalten. Hier gibt es jedoch einen gravierenden Haken. Da die Box kein Display besitzt, kommt es bei einer beladenen SD Karte zu langen Eskapaden des Klickens, wenn ihr mal einen bestimmten Song sucht.

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Kabellos gut…

Im Hinblick auf das Verbinden des jeweiligen Gerätes mit dem Brüllkasten lässt sich an dieser Stelle nur Lob finden. In Sekundenschnelle wird die Bluetooth- oder NFC-Verbindung erkannt und gekoppelt. Schon kann euer persönliches Wunschkonzert starten.

Dabei ist die Reichweite mit ordentlichen 10 Metern ziemlich bemerkenswert und die Verbindung stets stabil. Einziges Manko an dieser Stelle ist, dass ihr das Endgerät nicht über den Roar Pro steuern könnt, sondern nur umgekehrt.

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…angeleint noch besser

Stöpselt ihr dann doch mal das USB-Kabel an, so könnt ihr die Wiedergabe ohne weitere Installationen von etlichen Treibern direkt starten. Zusätzlich könnt ihr noch den Klang optimieren. Dazu schließt ihr euren Rechner mittels USB-Kabel an und ladet euch die zur Verfügung stehende Software Sound Blaster Control Panel runter. Mit diesem Programm könnt ihr die Klänge in Echtzeit nach euren Belieben anpassen.

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Jukebox, Telefon & Tonband

Der Sound Blaster Roar Pro ist ein wahres Multi-Funktions-Gerät. Neben der herkömmlichen Nutzung eignet sich der Klimperkasten auch als mobile Freisprechanlage. Diese Funktion ist hier besonders interessant. Seid ihr gerade am Lauschen eurer liebsten Klänge und euch ruft jemand über euer gekoppeltes Smartphone an, so könnt ihr einfach über die Kopplungstaste den Anruf annehmen und über das eingebaute Mikrofon des Roar Pros mit eurem Gesprächspartner schnacken. Beim Auflegen setzt die Musik dann intelligent wieder ein.

Die Gespräche könnt ihr zudem kinderleicht aufzeichnen. Ein Tastendruck auf den Rec-Button und schon speichert die Box eure Unterhaltung als WAV Format auf der Micro SD Karte. Rechts neben dem Akkustand findet ihr eine weitere Anzeige, die euch veranschaulicht, ob ihr gerade aufnehmt oder nicht.

Erweitern könnt ihr das Ganze noch mit dem separat erhältlichen iRoar Mic. Damit könnt ihr auch aus der Distanz die Freisprechfunktion nutzen. So eignet sich der Lautsprecher besonders für öffentliche Ansprachen wie Präsentationen, Konferenzen oder auch Vorlesungen an der Uni. Nette Eigenschaft, aber das Mikro hat auch seinen stolzen Preis von 79,99€.

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Kreativer Sound?

Nachdem wir nun allerlei Fragen zur Optik, Komptabilität und den Funktionen des Sound Blaster Roar Pro geklärt haben, bleibt natürlich noch der wichtigste Aspekt offen – und zwar der Sound.

Und hier fällt beim ersten Testlauf schon direkt etwas auf. Aufgrund der Verteilung der fünf Treiber wirkt das Klangbild nicht klar und deutlich, sondern etwas abgedämpft.  Die Mitten sind demnach merklich dumpf, der Bass akzeptabel und die Höhen stechen ganz genehm raus. Nach einer kurzen Zeit des Lauschens gewöhnt man sich zwar mehr oder weniger an den Tonfall, doch für Verfechter des gepflegten Klangs droht hier ein unschönes Unterfangen.

Leider lassen sich diese Mängel auch nicht durch die Veränderung der Position des Lautsprechers beheben. Der Grund hierfür ist die Verteilung der Treiber. Diese sind nämlich so angeordnet, dass das Hinstellen ein komprimiertes Klangbild zur Folge hat. Die Mitten kommen oben raus, die Höhen kommen aus der Front und die Bässe rauschen durch die Seiten. Darunter leidet dann der Gesamteindruck, bei dem der Ton abgewürgt wirkt.

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ROARtastisch

Mit dem Terra Bass-Button könnt ihr einen kräftigen Bass von der Leine lassen, mit dem ihr den Tracks eine tiefgründigere Präsenz verschafft. Mit der ROAR-Taste hingegen hebt ihr das gesamte Klangbild auf eine höhere Ebene. Hier werden vor allem die Höhen deutlich klarer und die Lautstärke nimmt dadurch nochmal etwas zu.

Was die Lautstärke betrifft, so gibt es hier nichts zu meckern. Mit vollem Akku kann damit auch der größte Raum in eurem Haus problemlos ausgeschallt werden. Allerdings seht ihr nirgendwo einen Lautstärkepegel, sodass ihr nicht wisst, auf welchem Lautstärkelevel ihr denn nun seid. Einzig und allein beim Erreichen des Maximums und Minimums bekommt ihr ein akustisches Signal.

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Akku satt

Wenn ihr von dauerhaftem Musikhören nie die Schnauze voll habt, so findet ihr beim Roar Pro euren Anklang. Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden seid ihr damit nämlich mehr als lange versorgt. Außerdem könnt ihr  jegliche Geräte aufladen, die mit einem USB-Ladekabel kompatibel sind. Mit seinem enorm starken Lithium-Ionen-Akku und einer Kapazität von 6000 mAH macht sich die Box auch ganz gut als Ladekasten.

Abstriche gibt es hier nur bei den drei Akkustufen. Denn jedes Mal, wenn der Akku um ein Drittel fällt, nimmt die Lautstärke als Energiesparmaßnahme ordentlich ab. Hier hätten wir uns gern eine spezielle Taste gewünscht, mit der wir selbst entscheiden könnten, ob wir nur noch eine halbe Stunde Musik hören wollen, aber dafür laut oder eben umgekehrt.

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PS4 & Roar Pro

Betrachtet man die Kompatibilität des Geräuschkastens, so kennt dieser keine Grenzen. Dementsprechend könnt ihr diesen sogar mit eurer PlayStation 4 verbinden und als Audio-Ausgang für geballte Games nutzen. Dabei müsst ihr nichts weiter tun, als die Box per USB mit eurer Konsole zu verbinden und schon kann es losgehen.

Soundtechnisch haben wir uns zeitgemäß mit Uncharted 4 ein Bild gemacht. Dieses ist in vielerlei Hinsicht verbesserungswürdig, aber kann sich schon gegenüber vielen mäßigen TV-Geräten sehen lassen. Um ein optimales Gaming-Erlebnis mit dem Sound Blaster zu kreieren, müsst ihr euch schon zwei von den Geräten zulegen. Dann könnt ihr nämlich einen erstaunlichen Stereoklang genießen, doch leider sind wir nicht in den Genuss gekommen, dies ausreichend für euch zu testen.

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Das schwarze Schaf der Creatives

Da wir die wesentlichen Tage vor dem Test des Roar Pro auch den Sound Blaster Roar 2 testen durften, haben wir die Möglichkeit einen direkten Vergleich zu tätigen. Und da sich die beiden Geräte ca. in derselben Preisklasse bewegen und der Roar Pro normalerweise nur 20€ mehr kostet, haben wir auch dank seiner Größe und seines beachtlichen Gewichts ein klein wenig mehr erwartet. Zu guter Letzt haben wir uns jedoch mehr mit dem Roar 2 als dem hier vorgestelltem Produkt anfreunden können, da dieser im Hinblick auf den Sound und die Kompaktheit einfach besser in der Rubrik mobile Lautsprecher abschneidet.

Hochwertige Verarbeitung
Umfangreiche Verbindungsmöglichkeiten
Kinderleichte Bedienung
Ordentliche Lautstärke
Starke Akkulaufzeit
Nützliche Freisprechfunktion
Kompatibel mit der PS4
Fehlendes Display
Offene Ports
Dumpfer Sound
Nur in einer Position verwendbar
Unnötiger Energiesparmodus

Oliver K.

Der Sound Blaster Roar Pro hat viel mehr Funktionen als die bloße Wiedergabe von Audio-Dateien. Demnach eignet sich das gute Stück vor allem für diejenigen, die mehr wollen als einfach „nur“ Musik hören. Die Box ist ein wahres Multi-Funktions-Gadget, bei dem bedauernswerterweise der Fokus nicht auf einem einwandfreien und klaren Klang liegt. Wer auf der Suche nach einem Allzweckgerät ist, der wird mit dem Roar Pro zufrieden sein, wahre Soundfetischisten werden hier jedoch nicht ihre Erwartungen erfüllt.
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