Test: Das Maß aller Dinge

Maß anlegen, es wird geschätzt!

Du magst ungewöhnliche Fragen? So wie diese hier? Oder wie: „Wie oft muss ein Bewohner von Kentucky gesetzlich verpflichtet pro Jahr mindestens baden?“ oder „Wenn man alle Ameisen auf der Erde gerecht auf alle Menschen aufteilt, wie viele Ameisen bekommt dann jeder Mensch?“.

Dann bist Du bei „Das Maß aller Dinge“ genau richtig. Bei diesem Spiel der ungewöhnlichen Schätz- und Wissensfragen für 2-6 Spieler haben die Autoren viele interessante Details ausgegraben. Aber keine Angst: ganz ohne Hilfe lässt das Spiel euch nicht ins Blaue hinein raten.

Das richtige Maß

Alle Fragen bei „Das Maß aller Dinge“ sind auf jeweils einer Fragekarte abgedruckt. Neben der Frage enthält jede Karte außerdem den Bereich, in dem die richtige Antwort liegt (bei der Ameisenfrage von oben zwischen 0 und 2 Millionen). Dieser Bereich wird zudem noch einmal auf einer Skala mit mehreren Zwischenwerten weiter eingeteilt.

 

Reihum kommen ihr und Eure Mitspieler an die Reihe, jeweils eine Frage vorzulesen und allen Mitspielern die begrenzenden Werte zu zeigen. Danach dürfen alle Spieler einen Tipp auf die richtige Antwort abgeben. Dazu wird die Fragekarte mit ihrer Skaleneinteilung an den oberen Rand des kleinen Spielbretts, dem „Maß aller Dinge“ gelegt, welches die Werteeinteilung nun groß genug darstellt, um auch sehr kleinschrittige Unterscheidungen bei den Einschätzungen der Spieler möglich zu machen.

Maß halten ist schwer

Um einen Tipp abzugeben, besitzt jeder drei Schätzleisten unterschiedlicher Länge. Mit der längsten könnt ihr fast ein Drittel des gesamten Wertebereiches abdecken. Tippt ihr damit richtig, erhaltet ihr jedoch nur zwei Punkte. Die mittlere Leiste bringt bei einem richtigen Tipp immerhin noch drei Punkte, deckt aber nur noch ein Viertel des Spielbretts ab. Die kleinste und mit fünf Punkten wertvollste Schätzleiste ist schließlich nur noch halb so lang wie die Drei-Punkte-Leiste.

Je nachdem wie sicher ihr Euch bei Eurem Tipp seid oder je nach Risikofreude lassen sich also unterschiedliche viele Punkte mit einer Frage verdienen. Sofern ihr richtig getippt habt… und das ist bei den im Spiel vorhandenen Fragen tatsächlich nicht immer einfach. Bei so mancher Frage geht die ganze Spielrunde leer aus.

Das sorgt immer wieder für verblüffte Gesichter und viel Gesprächsstoff, der das Spiel zu einem großen Spaß für die ganze Familie werden lässt. Manche Fragen beschäftigen sich mit etwas erwachseneren Themen. Daher ist das Spiel mit einer Altersempfehlung ab 14 Jahren ausgestattet. Dennoch würde das Spiel sicherlich auch mit jüngeren Spielern gut funktionieren.

Aller Bänder Anfang

Durch richtige Antworten gesammelte Punkte dürft ihr mit einem netten Ausstattungsdetail des Spiels festhalten. Jeder Mitspieler bekommt ein Papp-Maßband, das durch sein Aussehen den Namen auch wirklich verdient hat. Darüber wird ein Papp-Schieber gesteckt, der immer dann weiterwandert, wenn ihr Punkte einheimst.

Das Spiel endet, sobald ein Mitspieler auf seinem Maßband bei 15 oder mehr Punkten angekommen ist (Profis können auch bis 20 Punkte spielen). Das führt im Endspiel häufig zu riskanten Manövern mit kurzen Schätzleisten, um den führenden Spieler doch noch einzuholen und natürlich zu den entsprechenden Emotionen, wenn es dann (doch nicht) klappt.

Dinge gibt’s

Nun könnte man meinen, dass das Spiel bei nur 15 zu erreichenden Punkten schnell beendet wäre, da dazu nur drei richtig getippte Fragen mit der kürzesten Schätzleiste ausreichen würden. In der Theorie ist das natürlich richtig, in der Praxis allerdings stellen die zum Teil absurden Fragestellungen immer wieder größere Hürden dar, als zuerst angenommen.

Allzu ernst solltet ihr das Spiel allerdings nicht nehmen, da auch viele Antworten auf Schätzungen beruhen. Wie schon die Autoren selbst in der Spieleanleitung betonen: „Stellt nicht jeden Wert in Frage […], sondern genießt einfach das Spiel“. Und genau als ein solch lockeres, kurzweiliges Spiel für Zwischendurch ist „Das Maß aller Dinge“ gedacht.

300 verblüffende Fragekarten
mehrt das unnütze Nerdwissen
sehr zugänglich
optisch attraktiv
Schätzfähigkeit wichtiger als Wissen

Dennis Schwarz

„Das Maß aller Dinge“ ist ein kurzweiliges Rate- und Schätzspiel mit auch der ein- oder anderen Wissensfrage zwischendurch (wenn man denn gleichzeitig weiß wie viel PS ein Trabi und ein Ferrari F40 haben). Die vielen ungewöhnlichen Fragen halten einen auf Trab und man verschätzt sich doch häufiger, als man denkt. Dadurch entwickelt das Spiel einen enormen Reiz, es bei der nächsten Frage besser zu machen und zeigt immer wieder auf interessante Weise, wie weit auch eine ganze Spielgruppe manchmal daneben liegen kann. Die Fragen sind dabei nicht nur interessant, sondern auch sehr vielseitig und unterschiedlich, sodass das Spiel mit seinen insgesamt 300 Fragekarten so schnell nicht langweilig wird. Das Spiel ist als Einstieg für den Start eines Spieleabends oder als entspannter Absacker am Ende genau das Richtige, da es nicht allzu lange dauert. Außerdem kann man ganz entspannt tippen, da die Mitspieler üblicherweise ähnlich ahnungslos sind, wie man sich selbst fühlt. Das Spiel ist kein Trivial Pursuit, aber das möchte es auch gar nicht sein.
Yoshi’s Crafted World - Verspielte Welten mit einem Spritzer Nostalgie - Test Sekiro: Shadows Die Twice - From Softwares diabolisches Meisterwerk - Test
Comments