Test: Deckscape – Der Test

Im letzten Jahr waren die Escape-Room-Spiele vielleicht DER große Trend auf der SPIEL in Essen. Die Nachfrage nach den rätsellastigen Abenteuern im Brettspielformat ist weiterhin groß. Mittlerweile ist die Auswahl an solchen Spielen auch stark gewachsen. Escape-Room-Spiele gibt es in klein und groß, schlicht und aufwändig, manchmal sogar mit App-Unterstützung. Das vorliegende Deckscape aus dem Hause Abacusspiele kommt in einer kleinen Verpackung daher und bezeichnet sich selbst als Hosentaschenspiel. Wir haben uns den Gameboy unter den Escape-Spielen genauer angesehen.

Das Taschenformat von Deckscape ist vielleicht das Alleinstellungsmerkmal des Spiels. Ihr könnt es in der Kneipe auf den Tisch legen und direkt loslegen. Ein Regelheft zum Erlernen der Grundmechaniken? Fehlanzeige. Die paar wenigen einleitenden Worte finden bequem auf einer Karte Platz. Alles Weitere ergibt sich während des Spielens. Ähnlich funktioniert auch die preisgekrönte Exit-Reihe von Kosmos. Das große Plus von Deckscape ist jedoch, dass kein Material zerstört werden muss. So gut die Exit-Spiele auch sind, nach dem einmaligen Spielen ist das Material hinüber und ihr könnt das Spiel eigentlich nur noch in die Tonne werfen. Deckscape bleibt auch nach dem Abschluss des Abenteuers vollständig erhalten. Bringt die Karten einfach wieder in die richtige Reihenfolge und ihr habt wieder ein neuwertiges Spiel in den Händen.

Escape-Room to go

Deckscape bietet jedoch weiteren Komfort in punkto Mobilität. Während des Abenteuers liegen nicht dutzende Karten auf dem Tisch. Für die Hilfsfunktion etwa, müsst ihr nicht euer Smartphone mit der passenden App zücken oder auf einen ganzen Kartenstapel durchforsten. Sämtliche Tipps finden auf zwei Karten Platz, die ihr zur Rate ziehen könnt, wenn ihr einmal gar nicht weiterkommt. Dreht dazu einfach die Hinweiskarte herum. Dort findet ihr die Angaben in Spiegelschrift. Diese lässt sich mit wenig Mühe entziffern, ohne dass ihr gleich die Lösung zu allen anderen Rätseln erspicken könnt. Leider gibt es zu jeder Karte immer nur einen ziemlich eindeutigen Hinweis auf die Lösung. In dieser Beziehung bietet manch anderes Escape-Room-Spiel eine Staffelung, ihr bekommt vielleicht zuerst nur einen leichten Tipp, dann einen deutlicheren Hinweis und erst am Ende die Lösung. Durch das einfache Hilfesystem bleibt Deckscape aber deutlich schlanker als andere Systeme.

Zu Beginn des Abenteuers teilt ihr die Karten in vier Stapel auf. So können gleich mehrere Spieler je einen Stapel in die Hand nehmen und an den Rätseln arbeiten. Auf das Realszenario eines Escape-Rooms übertragen, bedeutet es, dass ihr euch an unterschiedlichen Stellen des Raumes aufhalten könnt und dort an eurem Weiterkommen arbeitet. Manchmal werdet ihr dabei jedoch an einen Punkt kommen, an dem es nicht weitergeht. Dann ist wiederum die Mithilfe der Mitspieler gefragt. Möglicherweise sind diese in der Zwischenzeit ja auf einen Hinweis oder einen Gegenstand gestoßen, der euch nun weiterbringt.

Was plant Doktor Thymes?

Natürlich könnt ihr auch alle Rätsel gemeinsam angehen. Dann müsst ihr euch ein wenig im Raum bewegen und hin und wieder von Stapel zu Stapel springen. Ich würde ohnehin nicht empfehlen, Deckscape in einer größeren Gruppe zu spielen. Laut der Verpackungsangabe eignet sich das Spiel für 1-6 Personen. Mit sechs Spielern wird es aber doch rasch etwas unübersichtlich und die Übersicht geht ein wenig verloren. Mit 3-4 Leuten spielt sich Deckscape aber wunderbar, egal ob ihr euch im Raum aufteilt oder gemeinsam vorgeht.

Zur Geschichte sei an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten. Der etwas seltsame Doktor Thymes hat euch in sein Labor eingeladen, um an einem Test teilzunehmen. Während der Doktor noch sein Experiment erklärt, drückt er versehentlich einen Knopf. Es schrillt der Alarm und schwere Gitter verbarrikadieren die Ausgänge. Zu allem Überfluss verschwindet Doktor Thymes durch eine Falltür. Die Lichter gehen aus und so steht ihr nun da in einem unbekannten Labor in völliger Dunkelheit.

Im Verlauf des Spiels werdet ihr der Sache auf die Schliche kommen. Vorausgesetzt natürlich, dass ihr die zahlreichen Rätsel besteht, die euch von der Auflösung der Geschichte trennen. Die Schwierigkeit der Rätsel ist vergleichsweise moderat, steigt im Spielverlauf aber sanft an. Mit ein wenig Geduld und Überlegung lassen sich die Rätsel schon gut lösen. Ein paar knackige Aufgaben sind aber dennoch dabei. Notfalls müsst ihr zur Hilfekarte greifen und euch Unterstützung holen. Am Ende des Spiels gibt es dann noch die obligatorische Endwertung, die sich an der Zeit bemisst, die ihr für die Lösung benötigt habt.

Deckscape ist ein Kartenspiel für 1-6 Spieler ab zwölf Jahren. Das Spiel findet ihr ab sofort im Handel und kostet etwa 10-12€. Für die Lösung des Abenteuers benötigt man ungefähr eine Stunde.

Gameboy unter den Escape-Room-Spielen
hochwertiges Material
es muss kein Material zerstört werden
rudimentäres Hilfesystem

Sebastian Hamers

Die zuletzt erschienenen Escape-Room-Spiele haben die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Wenn ihr über den Kauf eines solchen Spiels nachdenkt, findet ihr im Handel viele gute Alternativen. Deckscape reiht sich qualitativ in das Genre-Portfolio ein und muss sich vor anderen Spielen nicht verstecken. Das Konzept des Taschenformats geht zudem gut auf. Nicht nur die Verpackung ist platzsparend ausgefallen, auch auf dem Tisch macht sich Deckscape nicht sonderlich breit. Durch die Aufteilung auf vier Kartenstapel kann zudem gleichzeitig an mehreren Rätseln gearbeitet werden und trotzdem fügen sich die einzelnen Teile später zu einem Gesamtwerk zusammen. Die 60 Karten sind deutlich größer als das übliche Standardblatt. So sind alle wichtigen Details auch gut zu erkennen. Auch die Qualität der Karten stimmt. Nach dem Abschluss des Spiels habt ihr immer noch ein neuwertiges Kartendeck in der Hand.
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