Test: Deponia Doomsday

Test-Deponia-Doomsday-1

 

Daedalic Entertainment schickt uns mit „Deponia Doomsday“ bereits zum vierten Mal in die Welt von Rufus, Goal und das über Deponia schwebende Elysium. Erschienen ist das Point&Click-Adventure bereits am 1. März 2016 und setzt mit der Story genau nach den Ereignissen aus „Goodbye Deponia“ an. Oder weit davor? Mittendrin? Ihr werdet noch verstehen, was ich meine. Wir haben uns das jüngste Gericht für euch angeschaut und geguckt, ob das Rätselspiel immer noch etwas bieten kann und sich das Abenteuer für euch lohnt.

Alles auf Anfang

Wer sich die Überraschung bewahren will, der überspringt bitte den ersten Teil, Stichwort: SPOILER! Für alle anderen erzähle ich kurz, worum es geht:

Nachdem Rufus es (zumindest kurz) nach Elysium geschafft hat, fällt er auch schon wieder herab auf den Müllplaneten Deponia, von dem er ursprünglich kam. Wir hören uns in einem schön gestalteten Intro die Geschichte zum Planeten und zu den Ereignissen der bisherigen drei Teile an und werden dann in eine völlig neue Kulisse geworfen. Wir bewegen uns mit einem unbekannten und vermummten Charakter durch eine Eiswüste, die Deponia darstellen soll, welches aber nicht annähernd so aussieht wie sonst. Wir sind allein und eine Stimme aus dem Off erklärt uns nach und nach den Umriss der Geschichte. Elysium ist abgestürzt, auf Deponia ist eine Art nuklearer Winter ausgebrochen und die einzigen lebenden Bewohner auf dem Planeten sind die „Fewlocks“, die uns ans Leder wollen. Wir als Spieler erfahren jedoch erstmal nicht, was unsere eigentliche Mission ist.

Um es kurz zu machen: Wir stellen uns als ein sichtlich gealterter Rufus heraus, der, von Fewlocks verfolgt, auf einen Sprengturm klettert, um Deponia endgültig zu zerstören. Das Ende? Natürlich nicht! Alles war nur ein Traum und wir wachen als Hauptheld, so wie wir ihn kennen, auf Deponia auf. Zur Verwirrung der Spieler wird Rufus jedoch feststellen, dass all seine Abenteuer noch gar nicht passiert sind. Er befindet sich in seiner Hütte, während seine Freundin Toni darauf wartet, dass sie beide nach Elysium aufbrechen können. Wo ist Goal? Was ist aus Cletus, Argus, Bozo und dem Organon geworden? Für all diese Fragen gibt es momentan nur eine Antwort: Alles war ein Traum. Aber ob das wirklich die Erklärung ist?

Test-Deponia-Doomsday-4

 

 Zeitreisen bereiten Kopfschmerzen

Bevor wir irgendetwas erkunden können, treffen wir schon den ersten wichtigen Charakter, welcher uns sogleich in Probleme stürzt. Ein komischer Mann mit Alu-Hut und verrückt-aussehendem Gefährt übersieht die liebevoll aufgestellten Gläser unserer (noch-)Freundin Toni und fährt sie um, bevor wir sie retten können. Wie sich herausstellt, ist handelt es sich dabei um McChronicle, einen Zeitreisenden. Er redet wirres Zeug vom Verändern des Zeitgefüges. Wichtig für Rufus ist hierbei nur, dass er eine Chance bekommt, die Gläser seiner Freundin zu retten.

Sowohl für Anfänger als auch für Kenner der Serie ist dies am Anfang ziemlich verwirrend und wohl auch so gedacht. Keiner weiß genau, was nun passiert ist, passieren wird oder passieren worden…wird? Die Story steht, wie bei allen anderen Deponia-Teilen auch, im Mittelpunkt und verspricht wieder einiges. Als „größtes und längstes Deponia aller Zeiten“ angekündigt, kann man sich darauf gefasst machen viele neue, aber auch viele altbekannte Gesichtern wieder zu treffen. Außerdem machen die Zeitreisen einen elementaren Teil der Geschichte aus.

Test-Deponia-Doomsday-2

Deponia Doomsday im schönsten Comic-Gewand

Außerhalb der Story darf man jedoch nicht zu viele Neuerungen von „Deponia Doomsday“ erwarten. Grafisch bleibt es auf dem selben Stand wie vorherige Teile, nur die Zwischensequenzen glänzen in schönem HD. Das ist aber auch gar nicht der Anspruch, den Daedalic an die Reihe hat. Im Vordergrund stehen liebevoll gestaltete, Wimmelbild-ähnliche Szenen im Comic-Style. Auch wenn sie im ersten Moment völlig überladen und zu bunt wirken, stecken die Feinheiten im Detail. Hier und da ist auch mal ein Easter-Egg und eine Referenz zu anderen Titeln untergebracht, die Daedalic- und Videospiel-Kenner schmunzeln lässt. Jeder Charakter ist ein Unikat und viele glänzen mit sehr guten Synchronsprechern. Man trifft nur selten „Platzhalter“, die eine Stadt belebt aussehen lassen und nichts zu sagen haben. Fast jeder hat seine eigene kleine Geschichte und belebt das Setting ungemein.

Der Humor steht hierbei natürlich im Vordergrund. Die gewisse Portion Selbstironie und Interaktion mit dem Spieler geben dem Ganzen eine angenehme Atmosphäre und lassen einen die scheinbar endlose Weiterführung der Geschichte verzeihen. Denn nicht nur die Geschichte hat in jedem Teil den selben Dreh- und Angelpunkt, sondern das Gameplay lässt den Spieler im vierten Teil ebenfalls durch fehlende Veränderungen ermüden.

Test-Deponia-Doomsday-3

Und täglich grüßt das gleiche Spiel

Die Deponia-Reihe ist und bleibt ein Point&Click-Adventure und Fans wollen auch genau das haben. Doch wird es mit dem vierten Teil und dem immer gleich bleibenden Kosmos auf Dauer langweilig. Wir klicken uns munter von Szene zu Szene und verfolgen stets das gleiche Prinzip: Man kommt nicht weiter ohne dieses und jenes gebaut, mit irgendjemandem gesprochen, oder zwei Gegenstände miteinander benutzt zu haben. Daedalic versucht, dieses altbewährte Schema mit kleinen Quicktime-Events aufzufrischen, welche jedoch eher halbherzig eingefügt wurden. Beschränken tun sie sich nämlich auf simples Button-Mashing, was wenig Schwung in die Sache bringt und nach ein paar mal eher störend wirkt als belebend. Das, was Deponia ausmacht, setzen die Macher wie vorher auch perfekt in Szene. Betrachtet man „Deponia Doomsday“ also als einzelnen Teil, bekommt man wie gewohnt hohe Qualität und viele Stunden lustigen Knobel-Spaß.

Zeitreisen sorgen für Spannung und eine vielfältige Story
Schräger Humor, mit viel Selbstironie
Viele liebevoll gestaltete Charaktere mit guten Synchronsprechern
Tolle Atmosphäre durch gut-gezeichnete Szenen
Geschichte wirkt, mit Blick auf die gesamte Reihe, langezogen
Ohne Vorkenntnisse findet man nur schwer in die Story
Kaum Veränderung im Gameplay
Quicktime-Events wirken lieblos

David O.

Daedalic hat auch dieses Mal wieder alles richtig gemacht und zaubert euch eine lustige und kniffelige Reise durch Deponia, bei der Spaß und Chaos im Vordergrund stehen. Die Gestaltung der Welt und der Charaktere überzeugt uns wie bei jedem Deponia-Teil vollständig. Wer von Deponia Doomsday aber bahnbrechende Neuerungen des Genres erwartet, kann sich sein Geld sparen. Der vierte Teil der Deponia-Reihe, richtet sich vor allem an Kenner und Fans von Rufus und Co. Auch wenn Daedalic bekräftigt, dass keine Vorkenntnisse der anderen Teile nötig seien, empfehle ich für Einsteiger den ersten Teil. Gameplay-technisch bekommt man nämlich in allen Teilen der Reihe das selbe geboten. Das stört eingefleischte P&C-Zocker zwar nicht, lässt aber beim "normalen" Zocker spätestens bei Doomsday schnell Langeweile aufkommen.
Test: EpicGear ThunderouZ Test: Plants vs. Zombies Garden Warfare 2
Comments