Test: Destiny 2 *Update*

Destiny-2-Test-Bild-1Kaum ein anderes Spiel hat in den letzten Jahren so eine große Aufmerksamkeit erfahren wie Destiny. Und kaum ein anderes Spiel musste so viel Kritik einstecken, wie der Sci-Fi-MMO-Shooter von Bungie. Nach nun mehr drei Jahren und jeder Menge Patches, Updates und Erweiterungen geht es nun mit Destiny 2 in die nächste Runde.

Warum Nummer 2?

Gerade bei einem MMO ist die Frage durchaus berechtigt. Eigentlich sollten doch neue Erweiterungen das Spiel immer frisch halten können? Der Grund, warum man sich bei Bungie hier für einen Umbruch entschieden hat, liegt sicherlich neben einer gewissen Verkaufsstrategie auch in der Kritik des Erstlings. Eine schwache bis gar nicht vorhandene Story, leere Welten, stumpfes Grinden nach Ausrüstung und Waffen samt unbefriedigenden Loot, waren nur ein paar der Punkte, die bei der Spielschaft für Unmut sorgten.

Was folgte war ein Abbild der heutigen Videospielentwicklung Patches, Updates und neue Downloadinhalte. Trotzdem mussten wir Destiny-Spieler erst auf das erste richtige Add-On „König der Besessenen“ warten, um miterleben zu können, welches Potenzial wirklich in dem Spiel steckt. Endlich wurde eine lang ersehnte Geschichte erzählt, ein Questsystem eingeführt und viele andere Verbesserungen etabliert. Zum Abschluss gab es noch ein paar neue Inhalte mit dem letzten großen Update „Das Erwachen der Eisernen Lords“. Aber auch dort ließen blieben große Neuerungen auf der Strecke. Seither ist es ruhig um das Hüter-Universum geworden und auch die Spielerschaft sehnt sich nach einem neuen Start.destiny-2-Test-Bild-2

Frischer Wind

Wie geübte Leser oder Destinykenner bestimmt schon mitbekommen haben, haben wir einen gewissen Leidensweg hinter uns gebracht. Unsere Belohnung ist ein Nachfolger, der gleich von Beginn an bei größten Kritikpunkten ansetzt und versucht, diese zu eliminieren. So dreht Destiny 2 schon in den ersten Minuten richtig spannend und emotional auf. Euch wird nämlich kurzerhand der Dreh- und Angelpunkt eures Hüterdaseins genommen – der Reisende – eine Art mysteriöser Planet, der über der Erde schwebt, euch sein Licht gibt und euch zu dem macht, was ihr seid. destiny-2-Test-Bild-3

Ohne Licht

Um diesen Verlust auch wirklich eindrucksvoll zu inszenieren, haut euch Bungie mal kurzerhand mit Dominus Ghaul einen Bösewicht vor das Visier, der sich gewaschen hat. Dieser greift zum Auftakt den Turm(Sammelpunkt aller Hüter) an und nimmt mit seiner Rotlegion(einer großen Kabalenstreitmacht) den Reisenden als seine Geisel. Kein Wunder also, dass das erste Aufeinandertreffen mit Dominus damit endet, dass er euch mal eben so von jenem Turm tritt. Verletzt und ohne Kräfte macht ihr euch auf, den Tag doch noch zu retten.destiny-2-Test-Bild-5

Das große Ziel

Erfreulicherweise zeigt Bungie gerade bei der Inszenierung der Geschichte, dass sie aus der Kritik der Spieler und Presse merklich dazugelernt haben. So bekommt ihr einen schönen Mix aus Cutscenes und Spielpassagen, durch die sich ein roter Faden zieht, mit dem ihr zu jeder Zeit wisst, welches euer großes Ziel ist und zwar euer Licht wiederherzustellen, den Reisenden zu retten und Dominus Ghaul den Garaus zu machen. Zwar dauern die Hauptmissionen mit knapp 9 Stunden nicht allzu lange, machen dafür aber ordentlich Laune. destiny-2-Test-Bild-4

Alte Freunde

Besonders gut haben uns dabei vor allem die Storypassagen des Spiels gefallen, welche mit altbekannten Werten und Charakteren gekonnt spielen. Beispielsweise ist die Zerstörung des Turms, dem sozialen Treffpunkts der Hüter, ein echter „OMG ist das gerade wirklich passiert“-Moment. Und davon hat das Spiel zum Glück gleich ein paar mehr. Im Übrigen könnt ihr euch auch auf das Ende freuen, denn dieses hält eine unerwartete Überraschung im Gepäck. Erfreulicherweise ist mittlerweile auch bekannt, dass der erste DLC schon im Dezember erscheinen wird, welcher die Geschichte dann hoffentlich genauso spannend weiterführt. Diesen Planungs- und Nachschubs-Horizont ließ der Vorgänger doch gerade am Anfang sehr vermissen.  destiny-2-Test-Bild-6

Neue Welten

Um den insgesamt frischen Start noch weiter zu unterstreichen, haben sich die Schauplätze fast komplett geändert und nur die Erde ist von den Planten übrig geblieben, die ihr aus dem ersten Teil kennt. Damit wären wir auch beim Thema Abwechslung angelangt, denn diese wird in Destiny 2 groß geschrieben. So könnt ihr neben der straff erzählten Hauptgeschichte auf Planeten viele Nebenmissionen(Abenteuer) erfüllen. Auch hier wurde sich größte Mühe gegeben, diese möglichst logisch in das große Ganze einzufügen und euch mehr Hintergrundgeschichte zu geben. 

Doch das war bei Weitem nicht alles, denn auf euch warten schon altbekannte Missiontypen und vollständige Quests. Gerade Spieler von Destiny 1 werden sich sofort heimisch fühlen, wenn ihr beispielsweise die Patrouillen-Symbole seht. Wem das immer noch nicht reicht, der kann sich darüber hinaus noch im PvP-Modus(Schmelztigel) austoben. Dieser bietet zum Start zwar nur zwei Playlisten, jedoch neue Karten und Modi, die allesamt ordentlich Laune machen und euch darüber hinaus noch wertvollen Loot einbringen. destiny-2-Test-Bild-9

Der alte Grind

Das alles führt schon nach kurzer Zeit zu dem, was Destiny schon immer ausgemacht hat und zwar ein langer harter Grind. Aber auch hier hat sich ein bisschen was geändert, auch wenn nur im Detail. Das Maximallevel liegt nun zum Start bei 20 und das Lichtlevel ist komplett überarbeitet worden und heißt nun nur noch Powerlevel. Dieses richtet sich wieder gänzlich nach eurer Ausrüstung. Heißt, je besser eure Waffen und eure Ausrüstung, desto höher ist auch euer Powerlevel. Erreicht ihr also Level 20, beginnt wieder die große Jagd nach Engrammen.

Dabei handelt es sich um ein Prinzip, das ihr auch bei Destiny 2 hassen oder lieben werdet. Nur eins steht fest und zwar, dass die Jagd nach dem Loot nun deutlich befriedigender ausfällt. Zum einen, weil die Waffenauswahl natürlich jetzt wieder komplett neu ist und zum anderen, weil die Engramm-Mechanik überarbeitet worden ist. So richten sich beispielsweise die fallengelassenen Engramme immer nach dem besten Powerlevel, welches ihr bei euch tragt, dafür müsst es nicht einmal angelegt haben. Das hat zur Folge, dass ihr nicht immer voll ausgerüstet umherrennen müsst, um auch wirklich den besten Loot abgreifen zu können.destiny-2-Test-Bild-8

Jede Menge Kniften

Zudem werden blaue und grüne Engramme nun gleich von euch entschlüsselt, womit ihr nicht ständig wieder zum Turm rennen müsst. Wer jedoch das Maximallevel erreichen will, der muss sich trotzdem auf einen längeren Weg einstellen. Zum einem müsst ihr euch dafür mal wieder durch öffentliche Events arbeiten, Dämmerungs-Strikes spielen, im PvP behaupten und natürlich den Raid mit eurem Team bezwingen. Darüber hinaus müsst ihr weiter mit dem neuen Infusionssystem der Waffen arbeiten und auf ein bisschen Loot und Glück beim Entschlüsseln hoffen.

Damit all diese Aufgaben auch leichter von der Hand gehen, hat Bungie vor allem an der Übersicht in Destiny 2 gearbeitet. Gerade der Start der Missionen ist fast komplett überarbeitet worden. Entgegen dem Erstling verbringt ihr nämlich jetzt deutlich weniger Zeit damit, euer Schiff im Orbit anzustarren. Vielmehr springt ihr nun auf einen Planeten und müsst alle Missionen direkt vor Ort starten. Damit entsteht ein deutlich flüssigeres Spielgefühl, welches den Spielspaß noch mal anhebt.destiny-2-Test-Bild-7

Bessere Übersicht

Um dies noch zu erweitern, besitzt ihr nun fast zu jeder Zeit zugänglich eine Karte, auf welcher euch Missionen, Quests, öffentliche Events und sogar Xur angezeigt wird. Zusätzlich gibt es noch eine neue Übersichtsseite, die ihr per Knopfdruck aufrufen könnt, auf der euch Meilensteine und  Reiseziele angezeigt werden. Hiermit könnt ihr nicht nur überall hin starten, ohne in den Orbit zu müssen, sondern auch das große Ganze im Blick behalten. Über eine Funktion könnt ihr euch besonders freuen und zwar die Schnellreise auf den Planeten. Diese ist besonders praktisch, wenn euch Missionen mal von einem Ende zum anderen Ende der Map geschickt haben. Zudem könnt ihr damit nun endlich schnell zu öffentlichen Events gelangen, ohne groß umherirren zu müssen.

Gerade die öffentlichen Events machen nun besonders viel Spaß, da sie erstens häufig auftauchen, fast schon kleine Instanzen wie Strikes von ihrer Mechanik darstellen und zu guter Letzt, weil ihr Loot immer ordentlich ausfällt. Natürlich könnt ihr diese Events auch eine Nummer schwerer auf heroisch haben. Dafür müsst ihr nur bestimmte Mechaniken während der Events auslösen, wie eine Anzahl an Feinden zerstören, was zusätzlich für Laune sorgt.destiny-2-Test-Bild-11

Galaktisches Gunplay

Für gute Laune sorgt, wie auch im Erstling, vor allem das einzigartige Gunplay. Ihr habt zu jeder Zeit das Gefühl, ein mächtiger Hüter zu sein, der mit Hilfe seiner Schießeisen für Recht und Ordnung sorgt. Gerade das Feedback der Waffen fühlt sich mal wieder klasse an, egal ob einfaches Automatikgewehr oder auch mächtiges Power-Schwert. Wie immer setzen hier eure Superfähigkeiten dem Ganzen die Krone auf, womit es nichts Schöneres gibt, als hiermit ordentlich auf den Putz zu hauen. Dabei hat sich bei den drei Klassen nur wenig geändert, außer ein paar neuer Fähigkeiten. destiny-2-Test-Bild-12

Schöne Aussichten

„Schön“ ist ein gutes Stichwort, denn Destiny 2 sieht ohne jeden Zweifel atemberaubend schön aus. Die Jungs von Bungie sind zwar schon immer für große Welten und einzigartige Skyboxes bekannt, aber was ihr hier zu Gesicht bekommt, übertrifft noch mal alles. Besonders in den ersten Missionen mussten wir bei den tollen Panoramen, die wir zu Gesicht bekamen, einfach stehen bleiben, um sie kurz mal zu genießen.

Selbst die Größe der Welten ist schlichtweg beeindruckend und so merkt ihr deutlich, dass Destiny 2 nun nicht mehr auf eine alte Konsolen-Generation Rücksicht nehmen muss. Erstaunt waren wir auch von der Abwechselung der Schauorte und so ist die Erde mit ihrer Europäischen Todeszone etwas komplett Neues und fast schon realistisch im Kontrast zum Destiny Sci-Fi-Look. Im Vergleich zum Vorgänger wurde zusätzlich noch ein einigen Stellen wie dem Licht-, den Partikel- und Wettereffekten gearbeitet, weswegen Destiny 2 umso mehr auf dem Bildschirm glänzen kann. Das gilt im übrigen auch für die Performance, Teil zwei läuft auf PS4 Pro, PS4 und Xbox One wie wir Spieler es uns wünschen – mit stabilen Bildraten und geringen Ladezeiten.destiny-2-Test-Bild-10

1A Technik

Gerade auf der PS4 Pro bekommt ihr aktuell wohl das beste Ergebnis dank höherer Auflösung und noch stabilerer Performance. Klar wären 60 Frames hier wünschenswert gewesen, fallen aber nicht wirklich negativ ins Gewicht. In Hinblick auf die Xbox One X und die PC-Version ist hier jedoch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Dies im Hinterkopf macht Bungies Engine Destiny 2 zu einer technischen Meisterleistung! Eine besondere Auszeichnung gerade für ein MMO, welches ständig über Server läuft. Trotzdem gibt es hin und wieder einige Fehler und Abstürze, doch diese sind eher vereinzelt zu verzeichnen. So hatten wir während unserer Testzeit auf der PS4 Pro samt 4K und über 40 Stunden Testzeit nicht einen nennenswerten Absturz zu erleiden Nur zu Stoßzeiten liefen die Server manchmal ein wenig langsamer als normal.destiny-2-Test-Bild-13

Alles fürs Endgame 

Bleibt nur noch die Frage offen: Kann Destiny 2 auch im Endgame begeistern? Dies lässt sich zum aktuellen Stand nur zweigeteilt beurteilen, denn gerade für Team-Spieler gibt es jede Menge gemeinsam zu tun und Inhalte rücken klar in den Hintergrund. Gerade mit den richtigen Leuten kann Destiny 2 jetzt umso mehr begeistern. Viel Nervkram wurde entschlackt und viele Dinge erleichert. Wie auch schon in Destiny besitzt das Spiel zudem eine einzigartige soziale Komponete, die sich nur schwer erklären lässt. Um dies weiter auszubauen, könnt ihr euch über die neuen Clan-Features freuen, die eure Gruppe von Spielern noch weiter zusammenschweißen wird. Kein Wunder also, warum unsere Freundesliste in der letzte Woche so aktiv war wie lange nicht mehr. destiny-2-Test-Bild-14

Gemeinsam stark

Dank der Clans könnt ihr nun gemeinsam Erfahrung und Auszeichnungen sammeln, von denen alle profitieren. Heißt, ihr könnt auch durchaus mal Prämien und Loot abgreifen, obwohl ihr vielleicht selbst gar nicht so aktiv wart. Und gerade mit einer Gruppe von Spielern steht natürlich das „Raiden“ klar im Fokus. Hier gibt es die ultimative Herausforderung im spielerischen Sinne und auch den besten Loot. Ein finales Urteil zum Raid wird von uns in den folgenden Tagen noch nachgeliefert.destiny-2-Test-Bild-16

Allein unterwegs

Für Solisten fällt das Urteil natürlich ein wenig anders aus, denn ab einem gewissen Grad kann das ständige Grinden doch recht anstrengend sein. Vor allem, wenn ihr Meilensteine erfüllen müsst, die nicht gerade spaßig für euch sind, beispielsweise bestimmte PvP Matches samt zusätzlicher Herausforderungen zu bestehen. Sollte das nicht euer Ding sein, kann es gut vorkommen, dass ihr euch mehrere Stunden abquälen müsst. Zudem merkt ihr als Solisten klar, dass der Raid irgendwann eine Option wäre. Was hier die Guided Games wirklich bringen, muss sich in den nächsten Wochen beweisen.

Doch über eine Sache könne sich alle freuen und zwar, dass Bungie schon jetzt einen guten Job leistet, Desiny 2 frisch zu halten. So starten wöchentlich neue Events und auch der erste DLC ist schon in absehbarer Nähe. Somit fühlt es sich bisher danach an, dass Destiny 2 deutlich frischer bleibt als der Vorgänger es konnte.

Hinweis zur Wertung: Wir wollen Destiny 2 in den kommenden Wochen immer weiter im Auge behalten von daher könnte sich unsere Note je nach Entwicklung verändern.

*Update* Destiny 2(PC) + Endgame Content

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Nicht nur das Spiel selbst hat in den vergangenen Monaten immer wieder für aufsehenerregende Schlagzeilen gesorgt. Ganz besonders der Veröffentlichungszyklus von Destiny 2 sah sich harscher Kritik ausgesetzt. Der Grund: Für den PC erscheint der MMO-Shooter erst einen Monat später. Seit dem 24. Oktober können sich erstmals Grafikhuren auf ihren hochgezüchteten Rechnern in die Schlacht um den Reisenden stürzen und die ganze Pracht der planetaren Skyboxen genießen. Ob der verspätete Release gerechtfertigt ist, wie die PC-Version von Destiny 2 im Vergleich abschneidet und was der Engame-Content für ambitionierte Hüter bereithält, haben wir für euch gecheckt.

Neue Plattform auf neuer Plattform

Nachdem sich Bungie entschlossen hat, Destiny 2 auch PC-Gamern zur Verfügung zu stellen, stand zunächst die Frage im Raum, wer das Ganze denn für den Rechenknecht optimieren soll. Schnell stand eine Kooperation mit Vicarious Visions fest, die in der Vergangenheit vor allem mit Spielen im Disney-Universum auf sich aufmerksam machen konnten.

Unter der Schirmherrschaft von Activision hat es der zweite Teil sogar auf Blizzards Mikrokosmos Battle.net geschafft und wird fortan über diese App gestartet. Dank der ausgeprägten Preload-Funktion erspart ihr euch lästige Wartezeiten bei Patches und könnt auf sämtliche Chatelemente zugreifen, die auch Spieler von World of Warcraft, Hearthstone und Co. nutzen.

Grafik am Limit

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Wenn es um Portierungen für den PC geht, kommt man traditionell an einem Stichwort nicht vorbei: Grafik. Die grafische Finesse von Destiny 2 ist einer der Hauptpunkte, warum die PC-Version nachgeliefert wurde und nicht zeitgleich mit den Konsolen auf dem Markt kam. Bei den visuellen Optionen setzt Bungie sämtliche Hebel in Bewegung, um selbst die teuersten Rechner und Monitore an ihre Grenzen zu bringen.

In Optionen verloren

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So könnt ihr auf dem PC nicht nur die Render-Auflösung selbst festlegen und somit für deutlich mehr Abtastpunkte beim Supersampling sorgen. Damit werden nicht nur die Farben deutlich knackiger, sondern die Kanten auch erheblich glatter abgesetzt. Den größten Unterschied zur Fassung auf der PS4 Pro konnten wir allerdings im Bereich des Sichtfelds entdecken. Mithilfe eines entsprechenden Sliders hatten wir hier die Möglichkeit, wesentliche größere Winkel einzustellen und somit mehr Details auf den Bildschirm zu transportieren. Dabei geht Destiny 2 sogar so weit, dass selbst 21:9 Monitore problemlos unterstützt werden.

Leistung – doch zu welchem Preis?

Natürlich kommen diese und weitere Grafikoptionen wie Anti-Aliasing per FXAA und SMAA nicht gänzlich ohne Einbußen im Bereich der Performance aus. Destiny 2 ist nicht für die verstaubte Kiste aus dem letzten Jahrzehnt gebaut und macht daraus auch keinen Hehl. Wo die Konsolen nicht selten an stabilen 50-60 Bildern pro Sekunde zu knabbern haben, verwöhnen moderne Gamingrechner eure Augen konstant mit butterweichen 60 Fps. Wer den MMO-Shooter allerdings mit einem älteren Modell spielen will, wird einige der Grafikoptionen wohl oder übel herunterregeln müssen, um die dynamischen Kämpfe auf Titan, Io und Co. vollends genießen zu können.

Nette Dreingabe – Die Eingabe

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Destiny steht seit dem Debüt 2014 für die leicht zu erlernende Steuerung, die in Kombination mit fordernden Spielmechaniken ordentlich an Komplexität gewinnt. Daran hat sich auch beim Nachfolger nichts geändert – erst recht nicht, wenn es um die PC-Version geht. Kompetitive Spieler werden hier zweifelsohne zu Maus und Tastatur greifen, doch auch entsprechende Controller erhalten volle Unterstützung. Mehr als fünf bis sechs Tasten werdet ihr auch als PC-Spieler nicht benutzen. Diese lassen sich selbstverständlich frei anpassen. Wer sich die Mühe sparen will, greift stattdessen auf eins der Presets zurück, welche das Spiel anbietet.

Sprung ins Leere

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Auch wenn die Sprungmechanik per Leertaste – insbesondere die des Warlocks – in den ersten Stunden kleinere Schwierigkeiten bereitet, funktioniert das Navigieren durch offene Areale wie enge Passagen gleichermaßen reibungslos. Mehr Feedback hätten wir uns lediglich beim „Erklettern“ von Vorsprüngen gewünscht. An einigen Oberflächen prallen wir gelegentlich ab, selbst wenn wir deutlich über der Klippe schweben. Besonders im Raid, auf den wir noch zu sprechen kommen, sind solche Kleinigkeiten ärgerlich und können sogar zum kompletten Wipe der Gruppe führen.

Der goldene Schuss

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Auch wenn die Bewegung im Raum ein wichtiges Feature für Destiny 2 darstellt, ist es im Herzen natürlich ein waschechter Shooter. Um das schnelle und direkte Gefühl der Konsolengefechte auf dem PC aufrecht zu erhalten, hat sich Bungie deshalb für einige Änderungen im Bereich der Recoil Muster entschieden. Diese unterscheiden sich nämlich, je nachdem, ob ihr einen Controller nutzt oder auf Maus und Tastatur zurückgreift.

Wenn ihr mit Gamepad spielt, werden sämtliche Waffen beim Dauerfeuer immer ein wenig nach oben verziehen, damit ihr den Rückstoß kontrollieren könnt, indem ihr langsam den Analogstick zurückzieht. Die Maus hingegen ermöglicht Korrekturen in alle Richtungen, was in einem gestreuten Recoil Muster resultiert. Hier beweisen Bungie und Vicarous Visions, dass sie wirklich Ahnung davon haben, welche Anpassungen Shooter auf dem PC verlangen – Chapeau!

Destiny 2: Die Gier nach Gear

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Zum Release am 24. Oktober fanden diese Gameplay-Änderungen zunächst nur in einem sehr begrenzten Rahmen Anwendung. Sieben Tage hatten fleißige Destiny 2 Spieler Zeit, um die phantastische Kampagne durchzuspielen und das eigene Powerlevel mithilfe von Strikes, Crucible-Matches, öffentlichen Events oder Meilensteinen auf 240 zu treiben. Die Catch-up-Mechanik aus dem Vorgänger kommt auch hier wieder zum Einsatz. Heißt, von Gegnern fallengelassene Beute richtet sich immer nach dem besten Gear, das ihr bei euch tragt. Neu ist allerdings, dass ihr die Items mit maximalem Powerlevel nicht mehr ständig angelegt haben müsst. Das überarbeitete System erkennt auch so die hochwertigen Gegenstände im Inventar.

Die erste Hürde

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Habt ihr die erste Hürde von 240 Power erreicht, steht euch zunächst der wöchentliche Dämmerungsstrike offen. Die Playlist rotiert alle sieben Tage und so bekommt ihr immer neue Herausforderungen, die ihr allein oder mit bis zu zwei Mitspielern bestreiten könnt. Die Belohnung in Form von mächtigem Gear erhaltet ihr allerdings nur, wenn ihr den knackigen Dungeon innerhalb der vorgegebenen Zeit löst. Im Vergleich zu den Open-World-Aufgaben, die bis zu dem Zeitpunkt auf euch warteten, zieht der Nightfall Strike in Sachen Schwierigkeit ordentlich an. Aber auch optisch haben die rund 20-minütigen Abschnitte einiges zu bieten. Weitläufige Sümpfe warten ebenso auf euch wie verwinkelte Raumschiffe. Auch wenn einige Texturen hier wiederverwertet wurden, sorgt die überragende Levelarchitektur von Destiny 2 für Abwechslung.

Ein Imperator kommt selten allein

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Die spielerische Krönung wartet aber natürlich im Raid auf euch, der für eingespielte Gruppen von sechs Hütern konzipiert wurde. Der erste Schlachtzug in Destiny 2 trägt den Namen „Leviathan“ und wird freigeschaltet, wenn euer Gear die magische Grenze von 260 Power geknackt hat. Euch erwartet ein Widersacher von Dominus Ghaul, der sich auf seinem prachtvollen Schiff, der Leviathan, ins Exil zurückgezogen hat. Eure Aufgabe ist es, das königliche Schiff zu infiltrieren und die Pläne des Imperators zu vereiteln.

Auch wenn einige der Bossgegner enorm viel Feuerkraft verlangen (Stichwort: DPS-Check), stehen Teamplay und strategisches Geschick in Destiny 2 ganz oben auf der Prioritätenliste. Nicht selten müsst ihr die Gruppe aufteilen, damit jede Person einer individuellen Aufgabe nachkommen kann. Besonders der zweite Flügel der Raidinstanz wird zufällig zusammengestellte Gruppen schnell an ihr Limit bringen, denn hier ist Koordination das A und O.

Fortsetzung folgt…

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Wer den anspruchsvollen Raid schon jetzt bis auf den letzten Psion leergefegt hat und sich an den ersten Teil zurückerinnert fühlt, in dem chronische Contentknappheit bestand, kann aufatmen. Schon am 6. Dezember erscheint „Fluch des Osiris“, der erste DLC für Destiny 2. Darin werdet ihr auf Osiris, den ehemaligen Mentor von niemand Geringerem als Commander Zavala stoßen, der sich nach langer Abwesenheit auf mysteriöse Art und Weise zurückmeldet. Bereits vor einigen Monaten hat Bungie angekündigt, dass die DLC-Inhalte auf allen Plattformen gleichzeitig erscheinen werden. Ab nächsten Monat seid ihr mit euren Konsolero-Kollegen en par.

Leider werdet ihr aber auch die kommenden zwei Erweiterungen nur mit euren Freunden auf dem PC spielen können. Cross-Play ist für Bungie weiterhin keine Option. In einer öffentlichen Diskussion schlossen die Macher plattformübergreifendes Spielen kategorisch aus.

Packende neue Geschichte...
Exzellentes Gunplay
Präsentation und Technik atemberaubend
Tolle neue Übersicht dank Karte und Meilensteine
Schnellreisefunktion echte Hilfe
Nahtloseres Gameplay als im Vorgänger
.. die sehr straff ausfällt
Immer noch viel stumpfes Grinding

Marco K.

Eins steht fest: Destiny 2 ist ein Spiel, was uns und euch noch lange beschäftigen wird. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe wie die tolle neue Geschichte, viele kleine Veränderungen bei den Spielmechaniken und die atemberaubend schöne Präsentation. Teil Zwei spielt sich ohne jeden Zweifel noch besser, flüssiger als sein Vorgänger und entwickelt stellenweise einen Sog, dass ihr es kaum abwarten könnt, die Konsole wieder einzuschalten. Es ist und bleibt also Destiny. Das heißt aber auch, dass ihr euch unweigerlich auf einen harten, langen Grind einstellen müsst. Gerade als Einzeltäter kann dies schon mal zu Frust führen. Sollte euch das abschrecken? Auf keinen Fall, denn Looten, Leveln und auch einfach mal Rumballern macht in kaum einem anderen Spiel so viel Spaß wie in Destiny 2.
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