Test: Devil May Cry 4 – Special Edition

Devil May Cry 4

Da geht sie fröhlich weiter, die Zeit der High-Definition Portierung alter Spiele auf neuen Konsolen. Auch die PlayStation 4 ist davor nicht gefeit – so veröffentlichte Capcom nun eine aufpolierte Version ihres PlayStation 3-Krachers Devil May Cry 4 in einer Special Edition auf PlayStation 4 und dem PC. Wir haben uns Nero, Dante und alle neu hinzugekommenen Gesichter näher unter der Lupe genommen, und verraten euch, ob der junge Klassiker gut gealtert ist, oder ob er lieber dem Dante aus dem Hause Ninja Theory den Vortritt gelassen hätte.

Man wird nicht jünger

Mit Erschrecken musste ich nach einem Blick auf die Datumsanzeige meines Rechners feststellen, dass wir schon das Jahr 2015 erreicht haben. Dabei war es gefühlt doch gerade erst letzte Woche, da hab ich Devil May Cry 4 auf meiner neu erstandenen PlayStation 3 gespielt – in einer Zeit, als es noch keine Trophäensammlungen gegeben hat. Tatsächlich ist es aber schon 7 Jahre her, da erschien der letzte Ableger mit dem Dante, wie ihn alle kannten und liebten. Eben aus diesem Grund und weil viele den alten Dante vermissen, hat Capcom diese „Special Edition“ veröffentlicht. Doch was ist an der Devil May Cry 4 – Special Edition so „Special“? Nun, zum einen wurde dem PlayStation 3 Spiel ein hübsches Facelifting gewährt, zum anderen gibt es neben Nero und Dante noch weitere Kollegen aus dem DMC-Universium, die jetzt in spielbarer Form zur Verfügung stehen. Vergil, dem Zwillingsbruder Dantes, der bereits im ersten Ableger der Serie seine Premiere feierte, ist jetzt mit an Board. Doch um der Gleichstellung der Geschlechter Einhalt zu gebieten gibt es auch eine gehörige Portion Frauenpower! Lady und Trish sind ebenso von der Partie und in spielbaren, Hüfte schwingenden, Versionen in der Special Edition enthalten.

Wem das noch nicht genug frischer Inhalt ist, der darf sich auch noch auf einen neuen Schwierigkeitsgrad freuen, der auf den wunderschönen Namen „Legendärer Schwarzer Ritter“ hört – ach ja, jeder Charakter hat auch noch mindestens ein weiteres alternatives Outfit erhalten. Jetzt ist aber auch mal gut mit den ganzen Extras, sonst bleibt nichts mehr für den DLC übrig, oder?

Devil May Cry 4

Action geladener Blockbuster

Eigentlich bedarf es bei einem Spielsystem wie dem von Devil May Cry keiner großartigen Story um zu unterhalten, doch eine gute Geschichte macht es umso interessanter. Nach den drei ersten Teilen lernen wir mit dem vierten Spiel der Reihe Nero kennen. Einen Dämonenjager der für den Orden des Schwertes kämpft, die Sparda, Dantes teuflischen Vater, verehren. Als Nero eines Tages seine Freundin Kyrie bei einem Konzert im Dom des Ordens besucht, erscheint Dante und ermordet den Hohepriester des Ordens. Nero stellt sich wutentbrannt Dante in den Weg, der natürlich wieder nur seine Arbeit gemacht hat. Doch ganz so simpel, wie es für Nero zunächst scheint, ist der Fall letzten Endes aber nicht. Er findet heraus, dass der Orden im Geheimen mit dämonischen Kräften experimentiert und geht der ganzen Sache auf den Grund. So verstrickt er sich immer tiefer in die Machenschaften des Ordens, immer mit dem Gedanken im Kopf, seiner Freundin könnte etwas geschehen.

Doch mehr sei als Aufhänger der Geschichte nicht verraten, falls es noch den einen oder anderen Spieler hier gibt, der Devil May Cry 4 wirklich zum ersten Mal spielt. Beschäftigen wir uns lieber mit dem, was von essentieller Wichtigkeit ist: dem Kampfsystem. Devil May Cry weiß es wie fast kein anderes Spiel seine Spieler in ein Action-Feuerwerk aus Pistolenkugeln und kunstvoller Schwertakrobatik zu ziehen, und es dabei noch kinderleicht aussehen zu lassen. Und wirklich bringt uns das Spiel rasch die grundlegenden Kombinationen bei, sodass sich eine Lernkurve entwickelt, bei der die Gegnerhorden nicht schnell genug kommen können. Die blutgetränkte Klinge will schließlich weitere Opfer!

Selten macht es so viel Spaß fast grundlos auf Gegnermassen einzukloppen, ihre Schwachstellen zu erörtern und mit geschickten Sprüngen und Griffen gegen sie einzusetzen wie in der Devil May Cry 4 – Special Edition. Dabei ist es dem persönlichen Spielstil überlassen, welche der unzähligen Upgrades für den Charakter gekauft werden: Möchte man mehr Feuerpower für seine Pistolen? Kein Problem! Neue Kombinationsschläge am Boden und in der Luft mit dem Schwert? Auch das lässt sich schnell erfüllen.

Devil May Cry

Glatt polierte Optik

Natürlich müssen wir aber auch ein Wort über die Grafik der Devil May Cry 4 – Special Edition verlieren. Diese hat das Facelift von Capcom gut überstanden und kann sich durchaus sehen lassen! Durch den ohnehin vorteilhaft gewählten Grafikstil kommen die Landschaften wunderbar davon, und auch die Charaktermodelle der Protagonisten haben dem Zahn der Zeit gut Paroli geboten. Nero und Dante, die im Mittelpunkt des Spiels stehen, sehen wunderbar aus, ganz besonders in ihren alternativen Kostümen. Doch nicht alles schaut so toll aus, wie unsere beiden Haupthelden Nero und Dante. Einige Nebenfiguren wirken deutlich zu glatt gebügelt. In einigen Szenen wirkt ihre Haut fast so, als würde sie jeden Augenblick anfangen zu strahlen, so glatt und auf Hochglanz poliert sind die Texturen.

Doch letztlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn auch wenn man der Devil May Cry 4 – Special Edition ihre PS3-Wurzeln ansieht, erwartet euch einer der schöneren Remastered-Titel. Spätestens dann, wenn der fetzige, wie die Faust aufs Auge passende Soundtrack eure spektakulären Kombos oder den Weg eurer Schwertklinge ins Innenleben der monströsen Widersacher untermalt, sind solche kleine Makel vergessen. Ebenso wie der Fakt, dass die neuen Charaktere nur die altbekannten Level durchlaufen, und dabei auch nicht großartig neue Story aufgeboten wird. Doch durch die unterschiedlichen Spielweisen fühlt sich jeder Run anders an, und ist es definitiv Wert gespielt zu werden.

Devil May Cry

Bombast-Action!
Neue spielbare Charaktere
Neuer "Hardcore"-Schwierigkeitsgrad
Aufpolierte Grafik
Günstiger Preis
Teils zu glatt poliert
Keine neuen Welten

Ole S.

Eine wundervolle Party die Capcom hier auf die PlayStation 4 und den PC gebracht hat! Ich hatte bereits vergessen, was für ein wundervolles Spiel Devil May Cry 4 ist und diese Special Edition kann sich wirklich sehen lassen. Durch die weiteren Charaktere, vervielfachen sich Spielzeit und Wiederspielwert. Wer der Meinung ist, Devil May Cry 4 sei zu leicht, da er es immer noch auswendig kennt, der darf sich am neuen Schwierigkeitsgrad versuchen. Für jeden ist etwas dabei, egal ob einem das Spiel bekannt ist, oder eben nicht. Von unserer Seite aus gibt es dementsprechend einen klaren Daumen nach oben für diesen gelungenen Port auf die neue Generation!
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