Test: Devil May Cry HD Collection

Test_Devil_May_Cry_HD_Collection

Halbdämon Dante rückt auf die aktuellen Konsolen vor

Die Meinungen zu dem momentan gelebten Remaster-Wahn gehen weit auseinander. Für die einen ist es reine Geldschinderei, die das Nostalgiegefühl der Spieler zu Barem macht, für die anderen eine wunderbare Möglichkeit Klassiker in neuem Gewand noch einmal oder gar zum ersten Mal zu erleben. Ganz egal welche Haltung zu diesem Thema vertreten wird – Der Strom an Neuauflagen reißt nicht ab.

So gesellt sich nun auch der coolste Dämon unter der Sonne in seiner frischen Devil May Cry HD Collection dazu, um auch auf den aktuellen Konsolen ordentlich Schellen zu verteilen. Wer sich schon vor dem Jahr 2018 mit der Thematik auseinandergesetzt hat, wird natürlich wissen, dass schon eben genau diese Sammlung für Xbox 360 und die PS3 erschienen ist. Nun wird die frisch polierte Dämonenschießbude noch einmal auf die aktuellste Konsolengeneration portiert. Gut gemeinte Pflege einer altehrwürdigen Serie oder ein letztes Auswringen des Geldbeutels?

Halb Dämon, Halb Rockstar

Vorab gibt es für alle Neulinge im Dämonenschnetzel-Business eine grobe Zusammenfassung der Story. Den Halbdämon Dante, Sohn des Dämons Sparda, verschlägt es im ersten Teil der Serie auf Mallet Island. Hier soll er den Dämonen Mundus davon abhalten das Tor zur Unterwelt zu öffnen und somit den Untergang der Welt verhindern. Der nachfolgende Serienableger brach die enge, gedrungene Spielwelt des Vorgängers mit einer recht offenen Reise durch die von Dämonen verseuchte Welt der Menschen auf. Sein Ziel: den Dämonenkönig vernichten und so die Welt von den Dämonen befreien. Die Umsiedlung in ein offeneres Setting hat dem Sequel allerdings nicht allzu gut getan.

Test_Devil_May_Cry_HD_Collection_1

Somit besinnte sich der dritte Teil wieder auf die Wurzeln der Serie und schickt Dante in den Kampf gegen seinen Bruder Vergil. Dieser befindet sich auf einem magischen Turm namens Temen-ni-gru und plant die Öffnung des Tors zur Welt der Dämonen. Der Bruderkonflikt bildet die Vorgeschichte zum ersten Devil May Cry, deshalb auch der Untertitel „Dante’s Awakening“. Die Story wird über meist saucool inszenierte Zwischensequenzen vermittelt. In der erneuerten Collection sind alle Filmchen im Original geblieben, da es bedeutend weniger Arbeit für die Entwickler ist. Das ist aber kein Beinbruch, da der 4:3-Charme der Sequenzen auch heute noch gut anzuschauen ist.

Entfessle deine inneren Dämonen

Wie es sich für ein vernünftiges Hack’n’Slay gehört, gibt es in Devil May Cry traditionsgemäß ein großes Arsenal an Waffen und Combos, mit denen ihr die Dämönen in ihr Loch zurückbefördern könnt. Die Serie gilt als einer der bedeutendsten in Sachen Hack’n’Slay. Flüssige Kombinationen aus Pistolengeballer und saftigen Schwerthieben gehen locker von der Hand. Ganz nach dem Motto „Easy to learn, hard to master“ ist der Schwierigkeitsgrad nicht gerade niedrig angesetzt. Wer die Ausweichfunktion und die Combos nicht beherrscht, beißt schneller ins Gras als er gucken kann. Zudem könnt ihr euch noch per Knopfdruck in eine schnellere Dämonen-Version von Dante verwandeln, falls es mal knapp werden sollte.Test_Devil_May_Cry_HD_Collection_2

Abseits der Kämpfe werden Fähigkeiten und Waffen verbessert. Außerdem können verschiedene Items, die für den Kampf gebräuchlich sind, erworben werden. Leider haben es die Entwickler der Neuauflage verpasst die Menüs auch nur ein kleines bisschen zu erneuern. In einem 4:3-Format erscheinen uns die selben Menüs wie vor 17 Jahren.

Test_Devil_May_Cry_HD_Collection_3

Das und die Kameraführung hätten eine wirkliche Erneuerung vertragen können. Im ersten Teil der Serie gibt es noch eine feste Kamera, die je nach Position des Charakters wechselt. Damals wie auch heute nicht gerade förderlich für schnelle Kämpfe in engen Korridoren. Die nächsten Ableger verzichteten leider auch nicht vollständig auf eine feste Kamera. Eine leicht bewegliche aber selten praktische Kamera lässt Dante auch hier oft auf Gegner schießen, die man selber gar nicht sieht.

Teuflisch guter Sound

Die meiste Entwicklungszeit wurde anscheinend nicht in die grafische Überarbeitung investiert. Es gibt natürlich jede Menge frische Texturen und alles spielt sich wunderbar flüssig. Es sollte jedoch auf keinen Fall zeitgemäße Grafik von Dante’s HD Collection erwartet werden. Viele matschige Texturen und häufiges Kantenflimmern sind an der Tagesordnung. Alles in allem sind die Spiele jetzt jedoch auf einem grafisch relativ gleichen Level. Es reicht definitv aus um die Klassiker auch heute wieder recht gut spielen zu können.

Test_Devil_May_Cry_HD_Collection_4

Peitschende Gitarren- und Elektromusik begleiten die Kämpfe stetig. Das funktionierte vor fast 20 Jahren schon richtig gut und ist heute nicht mehr aus dem Franchise wegzudenken. Der Sound wummert auf euren Ohren und hetzt euch immer wieder gegen die Horden von Dämonen auf. Dantes überzeichnet cooles Wesen ist zusätzlich mit einer erneuerten deutschen Sprachausgabe versehen worden. Leider nicht komplett durchgängig durch das Spiel geführt, aber trotzdem schön anzuhören.

Mit allen drei Teilen großer Umfang
Verbesserte deutsche Sprachausgabe
Grandioses Actiongefühl durch Soundtrack
Starre Kameraeinstellungen
Menüs nicht überarbeitet
Keine Veränderungen gegenüber der PS3 und Xbox 360-Version

Jareth M.

Die Collection ist und bleibt an sich eine tolle Sache, da man drei gute Spiele für einen akzeptablen Preis erhält. Allerdings sollte nur zugeschlagen werden, wenn man nicht schon im Besitz der älteren Neuauflage ist. Es gibt keine deutbaren Veränderungen zur alten Version, in der schon einige Komfortverbesserungen hätten einfließen sollen. Es ist schade, dass störende Kameraeinstellungen und die Menüs nicht mal ein wenig angepasst wurden.
Lohnt sich Kino: Tomb Raider Test: Moss (PSVR)