Test: Die Baumeister des Colosseum

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Das Brettspiel Die Baumeister des Colosseum entführt uns in die Zeit des alten Römischen Reiches. Dem Volk gelüstet es nach Brot, Wein und Spielen. Für letztere möchte der Kaiser seinen Untertanen eine prachtvolle Arena schenken. An dieser Stelle kommt ihr ins Spiel. Als Baumeister sammelt ihr Ressourcen für das Kolosseum und stellt die Arena mit gemeinsamen Kräften zusammen. Doch wer von euch wird am Ende der beste Baumeister von ganz Rom werden?

Bis zu vier Baumeister können um den Titel des größten römischen Baumeisters gegeneinander antreten. Jeder von euch startet das Spiel mit einer Startauslage, die euch vier unterschiedliche Ressourcen einbringt. Auf den Plättchen mit Getreide, Wasser, Wald und Gebirge sammelt ihr alles, was zum Bau der Arena nötig ist. Außerdem könnt ihr euer Lager erweitern. Je größer die eigene Lagerfläche ist desto mehr Karten dürft ihr auf der Hand halten. Als sechste Ressource kommen noch die Ställe hinzu. Mit ihnen erweitert ihr den Radius der Spielfigur.

Mit dem Konsul durch Rom

In Colosseum hat nicht jeder von euch eine eigene Spielfigur. Gemeinsam zieht ihr mit dem Konsul durch Rom. Je nachdem, auf welchem Feld der Konsul nach Abschluss der Bewegungsphase landet, werden an diesem Ort unterschiedliche Aktionen ausgeführt. Da es sich bei Die Baumeister des Colosseum um ein Familienspiel handelt, ist die Auswahl der Aktionen nicht allzu groß.

Der Konsul zieht im Kreis durch die Stadt und läuft dabei über sieben Felder. Auf zwei dieser Felder könnt ihr das eigene Lager erweitern. Werft eine Handkarte ab und nehmt euch ein Lagerplättchen. Das neu erworbene Plättchen legt ihr einfach an eure Startauslage an. Durch die neu gewonnene Lagerfläche könnt ihr nun mehr Karten auf der Hand halten.

Bei vier der sieben Stadtfelder habt ihr gleich zwei Optionen zur Auswahl. An diesen vier Feldern liegen jeweils vier Landschaftsplättchen an. Ihr nehmt euch einfach das vorderste der ausliegenden Plättchen und legt es ebenso an die eigene Startauslage an. Sobald alle Landschaftsplättchen an einem Feld genommen wurden, wird es wieder mit neuen Plättchen aufgefüllt. Durch das Nehmen eines Plättchens wird außerdem sofort eine Wertung ausgelöst.

Neue Rohstoffe hinzugewinnen

Sobald ihr das vorderste Plättchen nehmt und es an die eigene Startauslage anlegt, schiebt ihr die nachfolgenden Plättchen an das Spielfeld heran. Für die Wertung ist das jetzt oben anliegende Plättchen relevant. Liegt jetzt zum Beispiel ein Getreidefeld oben, werten alle Spieler ihre Getreideplättchen in der eigenen Auslage. Für jedes Plättchen in der Auslage erhaltet ihr eine Getreide-Rohstoffkarte. Beachtet dabei jedoch das Handkartenlimit.

Ist der Stapel der Rohstoffkarte aufgebraucht, gibt es stattdessen einen Ruhmespunkt. Ihr könnt aber auch freiwillig auf das Ziehen von Rohstoffkarten verzichten, zugunsten eines Ruhmespunkts. Ruhmespunkte sind am Ende des Spiels für den Sieg ausschlaggebend.

Ställe sorgen für Bewegung

An den Feldern liegen neben Getreide, Wasser, Gebirge und Wald aber auch hin und wieder Ställe an. Die Ställe sind wichtig für die Bewegung des Konsuls. Seid ihr am Zug, dann dürft ihr die Konsul-Figur ohne weitere Kosten um ein Feld weiter nach vorne bewegen. Wollt ihr weitere Felder nach vorne ziehen, müsst ihr auf die Fähigkeit der Stall-Plättchen zurückgreifen. Auf diesen Plättchen sind kleine Holzräder abgebildet. In der Startauslage platziert ihr zunächst einen Marker auf dem Holzrad ganz links. Für jedes Feld, das ihr den Konsul um ein zusätzliches Feld weiter nach vorne ziehen möchtet, müsst ihr den Marker um ein Rad weiter nach vorne ziehen. Je mehr Ställe ihr also im Verlauf des Spiels anbaut desto freier seid ihr in euren Bewegungsmöglichkeiten.

Kommt es zu einer Wertung bei den Ställen, dürft ihr den Marker wieder auf das erste Holzrad ganz links in der Auslage stellen. Auch bei den Ställen könnt ihr auf das Verschieben des Markers verzichten und dafür einen Ruhmespunkt bekommen.

Ein Wunder der Baukunst entsteht

Anstatt eine Landschaftskarte zu ziehen und so auch Baustoffe zu produzieren, habt ihr auf diesen vier Feldern ebenfalls die Möglichkeit, einen Teil des Kolosseums zu bauen. Womit wir auch schon beim optischen Highlight des Spiels wären. Beim Kolosseum handelt es sich um ein schickes 3D-Modell. Es besteht aus mehreren Steckkarten, die ihr nach und nach in einen Stanzbogen setzt, den ihr im Deckel des Spiels verankert. So könnt ihr schön beobachten wie die Arena immer mehr an Profil und Größe gewinnt.

Um eine Steckkarte des Kolosseums einzusetzen, müsst ihr die dafür vorgesehenen Kosten in Form von Rohstoffkarten bezahlen. Beim Bau dürft ihr drei gleiche Karten einsetzen, um einen Rohstoff eines beliebigen Typs zu verbauen. Der Bau des Kolosseums ist eure eigentliche Aufgabe. Für jedes Teilstück bekommt ihr Ruhmespunkte, die am Ende über den Sieg entscheiden.

Bleibt noch das siebte und letzte Feld auf der Stadtroute des Konsuls. Dabei handelt es sich um ein Joker-Feld. Es darf ein beliebiger Rohstoff-Typ gewertet werden. Ein zusätzliches Rohstoff-Plättchen bekommt ihr an dieser Stelle allerdings nicht. Am Ende der Spielanleitung findet ihr noch ein paar Variationen wie ihr mit dem Joker-Feld verfahren könnt. Alternativ zur üblichen Vorgehensweise gibt es auf diesem Feld Bonus-Siegpunkte, zusätzliche Bewegungspunkte und einiges mehr.

Die große Abrechnung

Das Spiel endet erst, wenn das Kolosseum in seiner ganzen Pracht vor euch steht. 17 Einzelstücke müsst ihr dazu gemeinsam in die dafür vorgesehenen Schächte stecken. Bis dahin werdet ihr über den Arena-Bau schon so einige Ruhmespunkte gesammelt haben. Abschließend gibt es dazu noch einige Sonderpunkte für Ställe, Lagerhäuser, Wasser-, Gebirgs-, Getreide- und Waldplättchen in der eigenen Auslage. Bonuspunkte werden hier für Mehrheiten vergeben. Habt ihr zum Beispiel die meisten Wälder aller Spieler, bekommt ihr vier weitere Ruhmespunkte hinzu. Für jeweils drei beliebige Baustoffkarten auf der Hand gibt es einen weiteren Punkt. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten wird der beste Baumeister von ganz Rom. Für eine Partie müsst ihr etwa 30-45 Minuten einplanen. Die Baumeister des Colosseum findet ihr ab sofort zum Preis von 22-25€ im Handel wieder.

schickes 3D-Kolosseum
einfache Regeln
spielt sich ziemlich flüssig
nur wenige unterschiedliche Aktionen

Sebastian Hamers

Die Baumeister des Colosseum verwendet wenige und nicht zu komplexe Mechaniken, richtet sich damit in erster Linie an Familienspieler. Auch jüngeren Spielern sollte es nicht zu schwerfallen, sich einen guten Überblick über den Ablauf zu verschaffen. Allerdings sind die einzelnen Elemente so schön miteinander verknüpft, dass sich auch erfahrene Spieler nicht so schnell langweilen. Mit dem 3D-Modell des Kolosseums ist das Spiel zudem ein echter Hingucker. Das Spiel bietet sich sicher auch an, wenn ihr Brettspiel-Neulinge an strategische Titel heranführen wollt.
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