Test: Dirt Rally 2.0 – Das Dark Souls unter den Rennspielen

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Dirty Rally 2.0: Die Simulation im Test

Asphalt kann jeder! Und genau aus diesem Grund ist es immer wieder sehr erfrischend, wenn wir diesen Mal verlassen können, um ordentlich Staub und Schmutz aufwirbeln. Habt ihr auch Bock drauf? Dann solltet ihr euch Dirt Rally 2.0 auf eure To-do-Liste schreiben.

Jenseits des Asphalt

Wie schon eingangs erwähnt, ist das Fahren auf geteerten Straßen „ein Leichtes“ und deshalb versucht Codemasters in Version 2.0 von Dirt Rally mal wieder gar nicht erst, euch Rallyefahren als ein Kinderspiel zu verkaufen. Genau wie im Vorgänger bekommt ihr es nämlich mit einer waschechten Simulation zu tun, die schnell deutlich macht, dass „Jenseits der Strecke“ eben nicht nur bedeutet, unsanft im Kiesbett zu landen. Jeder Fahrfehler tut nämlich weh und das nicht in Sachen Zeit, sondern eher in der Hinsicht, dass Ausrutscher auch gerne mal am Baum ein abruptes Ende nehmen können.DirtRally-2_0-Test-Bild-2

Ein Stück Freiheit

Erleben könnt ihr die Faszination dieses Rennsports in gleich zwei unterschiedlichen Karrieremodi, die einiges an Abwechslung bieten. Zum einem wäre hier das „Freie Spiel“ in dem ihr gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung habt. Hier könnt ihr historische Rennserien bestreiten, die euch mit coolen Videos und Details die Geschichte des Rallyesport näher bringen. Auf der anderen Seite stehen die Rennen des FIA Rallycross Championship, in denen ihr dank der offiziellen Lizenz in offiziellen Autos auf den offiziellen Strecker gegen die bekannten Fahrer der Szene antreten könnt. Zudem messt ihr euch noch im Zeitfahren, oder baut komplett eigene Events oder Rennserien zusammen. Viel zu tun und somit ein guter Umfang für einen Offline-Modus, auch wenn er nicht so genannt wird.DirtRally-2_0-Test-Bild-3

Mein Team

Anders sieht es jedoch im „Mein Team“-Modus aus, den ihr nur nutzen könnt, wenn ihr online seid. In diesem nehmt ihr an jeder Menge verschiedener Events teil, um euch Credits zu verdienen. Ihr habt die Auswahl zwischen täglichen oder wöchentlichen Events, einer Art Rallye Karriere mit unterschiedlichen Etappen aber auch AI- Herausforderungen. Doch egal wo ihr auch Gas gebt, verdienen tut ihr am Ende die schon angesprochenen Credits. Diese könnt ihr dazu einsetzen, neue Autos zu erwerben, die Rallyecross Meisterschaft freizuschalten, oder euer Team zu verbessern.

Besondere Erwähnung sollen auch die neuen Asphalt Abschnitte bekommen, auf denen ihr mit den entsprechenden Boliden unterwegs seid, welche noch mal zur Abwechselung beitragen. Im Vergleich zum Vorgänger fehlt jedoch der recht beliebte Hillclimb-Modus oder Schneerennen. Gerade Letztere werden aber in den kommenden zwei Seasons enthalten sein, bei denen ihr jedoch erneut zur Kasse gebeten werdet.

Trotzdem bleibt der Umfang insgesamt groß und wird euch weit über die 20 Stunden beschäftigen. Damit einher geht die Auswahl an Fahrzeugen und Strecken. Auf euch warten sechs Länder mit jeweils 12 Wertungsetappen, die ihr mit 38 Fahrzeugen aus insgesamt 10 Klassen umgraben könnt. Vor allem die unterschiedlichen Schauplätze wie Spanien, Polen oder Argentinien sind nicht nur schön gestaltet, sondern bieten euch auch noch fantastische Licht- und Wettereffekte – doch dazu später mehr. Zu diesem Umfang kommen dann noch FIA Rallycross Championship Strecken und Fahrzeuge hinzu. Hier warten acht Strecken mit 12 Fahrzeugen aus vier Kategorien auf euch. Gerade die offizielle Lizenz ist natürlich ein großer Pluspunkt und hat seinen ganz eigenen Charme.DirtRally-2_0-Test-Bild-4

Können oder Abgang

Der eigentliche Star des Spiels ist aber auch bei Dirt Rally 2.0 mal wieder das Gameplay. Sobald ihr nämlich auf der Strecke seid, merkt ihr sofort, dass ihr es mit einer waschechten Simulation zu tun bekommt. Um dies deutlich zu unterstreichen, bietet das Spiel eine hervorragende Lenkrad-Unterstützung für alle gängigen Lenkräder, bei denen ihr neben der genauen Kalibrierung auch noch jede Menge Feineinstellungen vornehmen könnt. Glücklicherweise fällt auch die Umsetzung am Controller in Version 2.0 deutlich besser und somit spielbar aus. Trotzdem fallen viele Effekte und das Feedback eingeschränkter aus.

Feedback ist ein gutes Stichwort, denn dieses bekommt ihr in rauen Mengen. Sowohl Fahrbahn als auch Autos machen euch immer schnell deutlich, wenn ihr bestimmte Grenzen überschreitet. Dies auch der Grund, warum Anfänger mit einer recht hohen Einstiegshürde konfrontiert werden. Diese lässt sich im Nachhinein jedoch recht gut meistern, wenn ihr die steile Lernkurve erst einmal bezwungen habt. Heißt aber immer noch, dass einige Frustmomente, wenn ihr beispielsweise Zeiten nicht schafft, oder mal von der Strecke abkommt, auf euch warten. In diesem Atemzug könnt ihr auch Funktionen wie „Rückspulen“ à la Forza aus eurem Kopf und Wortschatz streichen.DirtRally-2_0-Test-Bild-5

Hamburger Wetter

Was bei normalen Racern nur manchmal zum Tragen kommt, spielt in Dirt Rally 2.0 natürlich eine große Rolle. Die Rede ist vom Wetter. Vor allem Nässe, da wie erwähnt bisher Schnee noch keinen Einzug gefunden hat. Sobald die Fahrbahn nämlich nass ist, müsst ihr umso mehr mit Gaspegal und Lenkrad arbeiten. Dies klappt aber vor allem mit Lenkrad sehr gut, da ihr recht genau merkt, ab wann das Fahrzeug an Grip verliert. Mit dem Controller hingegen ist dies schon ein bisschen schwerer, da sich die Fahrbahn immer gleich rutschig anfühlt.

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Das bisschen Schmutz

Das Wetter bekommt ihr nicht nur zu spüren, sondern auch deutlich zu sehen, womit wir auch schon bei der Präsentation von Dirt Rally 2.0 angekommen wären. Diese fällt nämlich wirklich schick aus. Überzeugen können hierbei die Strecken mit ihren abwechslungsreichen Details wie unterschiedlichen Untergründen, Zuschauern, Vegetation und mehr. Aber auch die Fahrzeug-Modelle können sich sehen lassen, reichen jedoch ehrlicherweise nicht an die Konkurrenz von Gran Turismo oder Forza heran. Die Nase vorn hat Dirt Rally 2.0 jedoch beim Schadensmodell, welches von zerbrochenen Frontscheiben bis hin zu fehlenden Heckschürzen alles bietet, was ihr vom Rallyesport erwartet.

Dass jedoch noch Potenzial auf der Strecke gelassen wurde, seht ihr recht schnell bei den Cockpit-Ansichten, die stellenweise zweitklassige Texturen oder Schatten mit sich bringen. Und auch wenn ihr mal nicht mit Vollgas über die Strecke jagt, schießt euch das ein oder andere pixelige Detail am Streckenrand ins Auge. Völlig erhaben ist Dirt Rally 2.0 jedoch beim Sound, welcher euch gerade im Bereich der Motoren fast die Ohren freipustet. Dies geht einher mit einem starken Soundtrack und tollen Ansager-Stimme für den Streckenverlauf. Vorbildlich ist hierbei auch, dass Hintergrundmusik, Motorensounds, Ansager und mehr in den Optionen so lauter und leiser gemacht werden können, wie es für euren Spielstil am besten ist.DirtRally-2_0-Test-Bild-7

Mit folgender Peripherie haben gestest: Fanatec CSL Elite plus Speedmaster Pro Rennsitz

Umfangreiche Inhalte sowohl on- als auch offline
Abwechslungsreiche Strecken
Simulation ohne Wenn und Aber
FIA Rallycross Lizenz
Schicke Wetter und Lichteffekte
Starker Sound
Gute Fahrzeugauswahl
Schnee und Hillclimb Strecken nicht vorhanden
Hohe Einstieghürde
Präsentation an eigenen Stellen nicht up-to-date

Marco K.

Mit Dirt Rally 2.0 zeigt Codemaster allen Hobbyrennfahrern mal wieder, wo der Frosch die Locken hat, denn knallharte Rallye-Simulationen sind nicht für Jedermann. Da das Gameplay aber mal wieder so exakt auf den Punkt gebracht worden sind, macht es, wenn ihr euch erst mal eingefahren habt, ungeheuer Laune über die nassen, rutschigen oder auch staubigen Pisten zu brettern. Darüber hinaus bekommen gerade Hardcore Fans, dank offizieller Lizenzierung, alles was das Herz begehrt. Potenzial lässt Dirt Rally 2.0 nur an einigen Stellen der Präsentation und Inhalten liegen.
Test: Mopsen Test: Neom
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