Test: DmC – Devil May Cry Definitive Edition

Wenn wir uns die aktuelle Konsolengeneration etwas näher betrachten, dann fällt schnell auf, dass es viele Portierungen und Remastered Versionen vergangener Spiele gibt. Sie kommen meist in höherer Auflösung, mit mehr FPS, zusätzlichen Inhalten und auch einem generell überarbeiteten Look daher. Hier und da unterscheiden sich diese Spiele zwar voneinander, aber ein Faktor blieb bislang stets beständig: Wenn man das Original gespielt hat, ist ein Kauf der neuen Version nicht mehr wirklich nötig, vorausgesetzt man ist kein Hardcore Fan des jeweiligen Spiels. Mit der DmC – Devil May Cry Definitive Edition hat nun auch Capcom einen solchen Titel auf den Markt gebracht, dessen Original erst vor zwei Jahren auf der letzten Generation erschienen ist. Natürlich serviert uns das Entwicklerstudio Ninja Theorie auch die üblichen Verbesserungen, aber lohnt sich ein Kauf wirklich? Finden wir es heraus!

Test: DmC - Devil May Cry Definitive Edition

Dante – Son of Sparda

Mit der DmC – Devil May Cry Definitive Edition hat sich Capcom für eine Remastered Version des noch sehr jungen Franchise-Reboots entschieden, in welchem unser noch sehr junge Held Dante frech, etwas arrogant und recht zynisch daherkommt. Die Welt ist zum Spielball der Dämonen geworden und ihn kümmert dies nicht sonderlich. Stattdessen lebt er in den Tag hinein und genießt sein Leben ohne über eine wirkliche Perspektiven oder Ziele zu verfügen. Dies endet, als ein Jägerdämon geschickt wird um Dantes Leben ein Ende zu setzen. Der Grund hierfür ist einfach: Dante ist ein Nephelim, ein Wesen das aus der Liebe zwischen einem Engel und einem Dämon gezeugt wird, und obendrein der einzige, der den Dämonenkönig töten kann.

Da der Dämonenkönig Mundus dieses Risiko nicht einfach eingehen kann, versucht er Dante den Gar auszumachen. Nur dumm, dass Dante herausfindet, dass Mundus seine Mutter getötet und seinen Vater Sparda, der einst mit Mundus verbündet war, ins Exil geschickt hat. Nun sinnt Dante auf Rache und es beginnt eine Reise durch die reale Welt und die des Limbo, einer von Mundus kontrollierten dämonischen Variante der Stadt, die sich nach seinem Willen verformen kann.

Test: DmC - Devil May Cry Definitive Edition

Schneller, härter und intuitiver

Zugegeben, abgesehen von den Charaktermodellen sieht die DmC – Devil May Cry Definitive Edition nicht viel besser aus als ihr Vorgänger. Zwar gab es auch im Bereich der Texturen eine Überarbeitung, jedoch wurden diese offenbar nur hochskaliert und wirken häufig recht matt. Auch im Bereich der Technik hätte man etwas mehr Wert aufs Detail legen können. Wenn Mauern oder ein Kirchturm zertrümmert zu Boden fallen, dann hätten diese auch gut und gerne in tausend Stücke zertrümmert werden können – technisch wäre da noch einiges möglich gewesen. Allerdings täuscht dieser erste Eindruck leicht über das hinweg, was das Studio Ninja Theorie tatsächlich in der Überarbeitung geleistet hat. Abgesehen von dem sehr angenehmen Upgrade zu 60 FPS und einer Auflösung von 1080p wurden für die DmC – Devil May Cry Definitive Edition neue Skins und Modi hinzugefügt und einiges an Feinarbeit im Gameplay geleistet.

Eines der Kernelemente der originalen DmC Games war der fordernde Schwierigkeitsgrad, welcher im Reboot wesentlich sachter ausgefallen ist. Das hauseigene Stylesystem, welches das Kampfverhalten des Spielers bewertet und für hohe Multiplikatoren durch abwechslungsreiche Angriffe sorgt, war so bislang auch für Neueinsteiger wesentlich zugänglicher und für Veteranen zu einfach gestrikt. Dieses System wurde in der DmC – Devil May Cry Definitive Edition nun ausbalanciert und auch die Zeitfenster des Parierens und des Ausweichens  wurden angepasst, um das Spiel anspruchsvoller zu gestalten.

Test: DmC - Devil May Cry Definitive Edition

 

Hardcore ist sein zweiter Vorname

Eine weitere Anpassung, die von vielen Fans gewünscht worden ist, ist die Einführung einer manuellen Fixierung der Gegner. Dadurch kommt die DmC – Devil May Cry Definitive Edition nochmals näher an die originalen Games heran.  Ebenso gesellt sich nun ein Hardcore Modus dem Spiel hinzu, der auf allen Schwierigkeitsgraden aktiviert werden kann. In diesem Modus werden die besagten Anpassungen der Gameplaymechaniken aktiviert, sodass der Spieler selbst auswählen kann, ob er die originale oder die angepasste Spielerfahrung erleben möchte.

Des Weiteren dürfen sich Spieler noch auf den Turbo-Modus gefasst machen, mit dem das Spiel zusätzlich um ganze 20 Prozent schneller abläuft. Ja, die DmC – Devil May Cry Definitive Edition bringt uns ordentlich ins Schwitzen! Neben den drei standardmäßigen Schwierigkeitsgraden des Spiels warten noch fünf weitere darauf freigeschaltet zu werden, wozu auch der brandneue „Gods Must Die“-Modus gehört. Ob das Freischalten bei einem Spiel, welches sich insbesondere an wiederkehrende Spieler richtet, jedoch wirklich sein muss, das lassen wir hier einmal im Raum stehen. Abgesehen von diesen Neuerungen, dürfen sich Fans in der DmC – Devil May Cry Definitive Edition zudem noch auf den 60-Stufen langen Arena Modus mit dem Namen “Bloody Palace” freuen. Darin übernimmt der Spieler die Rolle von Dantes Bruder Virgil und verarbeitet zahllose Dämonen in einem immer schwerer werdenden Prozess in feine Scheibchen. Schafft ihr alle 60 Stufen?

Test: DmC - Devil May Cry Definitive Edition

 

 

Optisch gut,...
60 FPS bei 1080p
Schneller und härter als das Original
Tolle Synchronisation
Viele Optimierung durch Gameplay Tweaks
...aber viel Potential verschenkt

Daniel M

Zugegeben, die DmC - Devil May Cry Definitive Edition ist noch immer nicht perfekt. Gerade im  Bereich der Optik hätte noch einiges geschraubt werden können, jedoch ändert dies nichts daran, dass das Gameplay brillant ist, den Spieler zur Perfektion anspornt und auch nach dem zweiten Durchspielen noch immer genug Motivation für eine weitere Runde auf dem nächsthöheren Schwierigkeitsgrad lässt. Hinzu kommen viele Anpassungen im Gameplay, neue Inhalte und Modi sowie ein super flüssiges Spielerlebnis in 1080p und 60 FPS. Ob sich der Kauf für jene lohnt, die den Titel schon während der vergangenen Konsolengeneration gespielt haben, ist allerdings mehr als fraglich. All jenen unter euch, die den Titel noch nicht gespielt haben können wir zumindest eines sagen: Jetzt gibt es keine Ausrede mehr sich nicht dran zu wagen!
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