Test: Dragon Age – Inquisition

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft veröffentlicht EA in den kommenden Tagen den neuesten Titel aus der Spieleschmiede von Bioware. Die Erwartungen an Dragon Age: Inquisition sind hoch, zumal es das erste richtige Next-Gen Rollenspiel auf Konsolen darstellen soll und zugleich auch das am stärksten ersehnte Game des Jahres ist. Wir haben nun die Gelegenheit gehabt, den Titel auf Herz und Nieren zu prüfen und zeigen euch im Folgenden auf, was wirklich dahinter steckt und ob man aus den Fehlern, die mit Dragon Age 2 begangen worden sind, gelernt hat.

Test: Dragon Age - Inquisition

Angriff des Nichts

Wie gewohnt gilt es auch in Dragon Age – Inquisition zum Spielstart euren eigenen Charakter zu erstellen. Neben Detail-Einstellungen die das Aussehen betreffen, gilt es auch die Rasse & Klasse auszuwählen. Ob Elfen Magier, Zwergen Schurke oder Qunari Krieger, welche Kombination ihr auch auswählt, es wurden bestimmte Storyelemente zur Vorgeschichte parat gelegt, die auch im Verlauf der Story gelegentlich aufgegriffen werden. Beim Menschen Magier wird bspw. auf eure adelige Herkunft und eurer Leben im Magier Zirkel eingegangen.

Sobald euer Charakter erstellt wurde und das Spiel startet, findet ihr euch mitten in einem großen Treffen zwischen Kirche, Magiern und Templern wieder, welches durch einen Zwischenfall zu einem unangenehmen Ende kommt: Ein großer Riss im Himmel tut sich auf und alle Beteiligten des Treffens sterben – alle bis auf euch. Obendrein verfügt ihr seit diesem Vorfall, an den ihr euch selbst kaum erinnern könnt, über eine seltsame neue Form der Magie, die mit der des Risses nahezu übereinstimmt. Entsprechend ist es naheliegend, euch die Schuld für das Geschehen in die Schuhe zu schieben, bei der die Göttliche, das Oberhaupt der Kirche, getötet wurde.

Allerdings sehen dies nicht alle so, da diese neue Art der Magie in der Lage ist zumindest kleinere Risse, die sich plötzlich überall auftun, zu schließen. Die Risse selbst führen offenbar ins Nichts, einer Welt, die neben der eigenen existiert und in der Dämonen leben. Diese Dämonen sind nun in der Lage in die Welt der Menschen einzufallen, und dass dies verhindert werden muss, steht außer Frage. Es folgt die Gründung einer alten Gemeinschaft, um für das Wohl der Menschen zu kämpfen, die Risse ins Nichts zu schließen und die Geschehnisse dahinter aufzudecken: Die Inquisition.

Test: Dragon Age - Inquisition

Auf Entdeckungstour in Orlais und Ferelden

In Dragon Age – Inquisition wird der Spieler in unterschiedliche Regionen der Nationen Orlais und Ferelden reisen um Abenteuer bestehen. Zwar bekommt man es hier nicht mit einer einzigen großen Welt wie bspw. in The Elder Scrolls – Skyrim zu tun, dafür sind die einzelnen Gebiete, in denen man unterwegs ist, einfach nur gigantisch. Alleine in den Hinterlanden von Ferelden ist es ohne weiteres möglich 20 Spielstunden zu verbringen, ohne das Gebiet tatsächlich auch komplett abzuschließen, es ist fast schon zu groß. Zahllose Aufgaben warten hier auf euch, aber auch die Liebe zum Detail lässt sich in Dragon Age – Inquisition immer wieder aufs Neue entdecken, sofern man die Augen offen hält und auch mal Gegenden erforscht, die man normalerweise nicht aufgesucht hätte.

Während viele Spieler insbesondere das Recycling von Texturen und ganzen Levelbereichen in Dragon Age 2 kritisiert haben, sind solche Sorgen in Dragon Age – Inquisition unbegründet. Im Gegenteil: Die Gebiete sind nicht nur riesig, sie wurden auch wunderschön designt und sorgen für eine großartige Atmosphäre. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gäbe, dann vielleicht, dass die Gebiete „zu groß“ sind, aber wo will man hier die Grenze ziehen? Im Endeffekt liegt dies im Auge des Betrachters und wir finden das Bioware hier einfach nur grandiose Arbeit geleistet hat.

Test: Dragon Age - Inquisition

Macht, Ressourcen und Crafting

In den unterschiedlichen Regionen von Dragon Age – Inquisition kann der Spieler auf zahlreiche Materialien wie Erze, Kräuter und Tierfelle stoßen, wobei letztere selbstverständlich zunächst von entsprechenden Kreaturen abgezogen werden müssen. Das Sammeln dieser Ressourcen sei durchaus empfohlen, da im Spielverlauf immense Mengen davon benötigt werden. Entweder um Machtpunkte durch diverse kleinere Sammelquests zu erlangen oder zum Herstellen von neuer Ausrüstung.

Machtpunkte können zudem auch durch zahlreiche andere Aktivitäten, wie das Schließen von Lagern oder das Gründen neuer Lager, freigespielt werden. Diese können auf der Übersichtskarte der Welt verwendet werden um neue Gebiete freizuschalten, die ihr daraufhin bereisen könnt. Auf dieser Karte lassen sich oft auch viele kleinere Missionen finden, auf die ihr eure Berater ansetzen könnt um Einfluss auszuüben und zusätzliche Belohnungen zu erhalten. Ihr selbst dient hier lediglich als Auftraggeber, erhaltet aber auch diverse kleinere Einblicke in die Geschehnisse der Welt.

Das Crafting von Waffen und Ausrüstung in Dragon Age – Inquisition kommt hingegen etwas komplexer daher. So könnt ihr nicht nur einzelne Waffen und Rüstungsteile schmieden, sondern auch Zubehörteile, wie eine Speerspitze für das untere Ende eines Magier-Stabes oder besondere Griffe für Dolche, herstellen. Bestehende Ausrüstung kann so durch diese zusätzlichen Zubehörtteile nochmals verbessert werden, wodurch Schaden und andere Eigenschaften des Trägers beeinflusst werden. Das Besondere: Ihr könnt auch die unterschiedlichen Materialien individuell auswählen, welche zur Herstellung benötigt werden. Unterschiedliche Erze oder Felle bewirken hier unterschiedliche Boni wie Zusatzschaden, Crit-Chancen und ähnliches, wodurch eine optimale Anpassung an euren Spielstil ermöglicht wird.

Test: Dragon Age - Inquisition

Eine Gruppe aus Helden und Schurken

Natürlich werdet ihr in Dragon Age – Inquisition auch wieder auf zahlreiche bekannte Figuren treffen, wie die Spionin Leliana oder den Zwerg Varric, der eure Feinde mit seiner geliebten Armbrust Bianca tatkräftig aus der Ferne perforiert. Aber natürlich gesellen sich hier auch zahlreiche neue Charaktere zur Party hinzu, von denen aber neben dem Hauptcharakter nur drei weitere aktiv auf euren Reisen mit dabei sein können. Ein gelegentlicher Wechsel der Figuren sei hier dringlichst empfohlen, da die sporadischen Gespräche, die diese auf euren Reisen untereinander halten, mehr als nur erheiternd sind und oftmals auch diverse Einblicke in die Hintergrundgeschichten der Figuren und in deren Charakter selbst erlauben. Zu unserer Lieblings-Figur in Dragon Age – Inquisition hat sich übrigens die schurkische Elfin Sera gemausert, die etwas rabiater und direkter daherkommt. Besonders ihre fast schon schizophrene Art weiß zu begeistern und sorgt für zahlreiche Lacher, insbesondere da ihr nahezu keiner gewachsen zu sein scheint.

Was die deutsche Synchronisation angeht, kommt Dragon Age – Inquisition leider etwas durchwachsen daher. Während die Stimmen mancher Sprecher absolut genial auf die Figuren passen, so ist es des Öfteren eher eine Gewöhnungssache und manchmal wirken gewisse Voice-Overs einfach nur fehl am Platz und laienhaft. Wir haben sogar eine weibliche Wache entdeckt, die mit einer Männer-Stimme spricht, was allerdings eher ein Lokalisationsfehler ist.

Test: Dragon Age - Inquisition

Weitere Herausforderungen warten Online auf euch!

Um Dragon Age – Inquisition zusätzlich noch abzurunden hat Bioware einen Online Mehrspieler Modus implementiert. Hier könnt ihr eine Party mit drei weiteren Spielern gründen und diverse Herausforderungen anzugehen. Wählt einen Charakter aus, und befreit bspw. ein orlaisianisches Herrenhaus von Dämonen. Im Verlauf dieser Herausforderungen könnt ihr Erfahrungspunkte und diverse Schätze ergattern, um damit euren Charakter aufzuleveln und mit besserer Ausrüstung auszustatten. Da wir vor dem offiziellen Release von Dragon Age – Inquisition online natürlich nur wenige bis gar keine Mitspieler finden konnten, lässt sich der Modus nur oberflächlich bewerten. Nichtsdestotrotz wirkt er vielversprechend und es bleibt zu hoffen, dass insbesondere die höheren Schwierigkeitsgrade für die entsprechenden Herausforderungen sorgen, die sich viele von uns erhoffen.

Wer sich übrigens sorgen macht, dass gewisse Klassen beliebter sein werden als andere, der sei beruhigt: Wirklich jede einzelne Klasse in Dragon Age – Inquisition macht auf ihre Weise unglaublich viel Spaß, sodass es schwer fällt sich überhaupt auf eine festzulegen. Sei es der mit Giften hantierende Schurke, der in einer Sekunde zig mal auf seinen Feind zu sticht oder der dick gepanzerte Krieger mit Schild, der Feinde herausfordert und wie ein Stier durch feindliche Bahnen durchbricht – auch hier wurde tolle Arbeit geleistet.

Test: Dragon Age - Inquisition

Riesige Welt,...
Tolle Charaktere,...
Wunderschöne Optik
Atemberaubende Atmosphäre
Jede Klasse bereitet viel Spaß
Hohes Potential lange zu fesseln
Vielversprechender Online Modus
... in der man sich tot laufen kann
... mit teils unpassender Synchronisation
Diverse Lokalisierungsfehler

Daniel M.

Offenbar hat sich Bioware die Kritiken am zweiten Teil der Serie zu Herzen genommen. Mit Dragon Age - Inquisition wurde hier ein wahrlich grandioses Rollenspiel abgeliefert und wir sind gespannt wie sich die Story weiter entwickeln wird, denn es bleibt zu vermuten, dass dieser Titel mindestens so lange wie ein Skyrim zu fesseln weiß, nur eben in noch viel hübscherer Optik. Mich hat insbesondere die enorme Freiheit gefreut, die dem Spieler geboten wird. Endlich wieder auf eigene Faust losziehen um die Welt zu erforschen, Quests in beliebiger Reihenfolge angehen und vieles mehr zu entdecken! Das Einzige was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein Tag-Nacht-Zyklus, aber im Angesicht dessen, was wir hier abgeliefert bekommen, lässt sich eine solche Mechanik ohne Probleme verschmerzen. Für mich ist Dragon Age - Inquisition ohne Zweifel das Spiel des Jahres!
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