Test: Dragon’s Dogma – Dark Arisen

Erzuernt lieber nicht den Drachen in Dragon's DogmaErst wird uns gesagt, dass der Weg, den der Held geht, auch von anderen bestritten wurde. Dann purzelt da ein Drache aus einem Riss in der Luft und zu allem Übel fliegt er natürlich genau auf das Dorf des Helden zu. So beginnt eure Reise im Rollenspiel Dragon’s Dogma – Dark Arisen. Eure Welt wird auf den Kopf gestellt, ihr werdet dazu gezwungen die Reise anzutreten und nebenbei kommt jeder mit seinen Problemchen zu euch, weil ihr und auch wirklich nur ihr diese Probleme lösen könnt. Eure Hauptaufgabe bleibt aber dennoch, den Drachen zu finden und ihn und seine Lakaien aus dem Weg zu räumen.Landschaft von Dragon's Dogma Dark Arisen

Unterhaltung ohne Unterlass?

Es ist doch immer schön mit Leuten zu reisen, die sich auch unterhalten und nicht nur stumm neben einander herlaufen. In diesem Fall haben sich das die Entwickler wohl ein wenig zu sehr zu Herzen genommen. Im Spiel dürft ihr euch über bis zu drei sehr redselige Begleiter freuen. Sie sind Wesen aus einer anderen Dimension, die euch zu Hilfe eilen und unterstützen, wo sie nur können. Dies ist ein netter Ansatz und ermöglicht es auch, Begleiter anderer Spieler mit auf Reisen zu nehmen, denen ihr sogar Geschenke machen könnt.

Doch irgendwas stimmt mit den Knaben und Mädels nicht. Sie bombardieren uns ohne Unterlass mit allerlei mehr oder weniger hilfreichen Texten, besitzen aber letztlich kein wirkliches Eigenleben. Sie geben in der Regel nur Hinweise, besitzen oder kennen sonst aber keine weitere Form der Konversation. Die ganze Hilfsbereitschaft in allen Ehren, aber irgendwann dürfte es die meisten Spieler in das Optionsmenü ziehen, um die Begleiter endlich auf stumm zu schalten. Diese Option wurde mit dem neuen Dragon’s Dogma – Dark Arisen eingefügt und ist leider auch die einzige Möglichkeit, etwas an der Redseligkeit der Begleiter zu ändern.

Auch Begleiter können fliegen

Eine wirklich „atemberaubende“ Welt

Erfreuen wir uns unterdessen doch mal an der schönen Landschaft. Diese ist in Dragon’s Dogma – Dark Arisen mittlerweile etwas hübscher geworden als in der Konsolen-Version. Nach langer Zeit haben die Entwickler den Schärfe-Filter, sowie Ambient-Light für sich entdeckt. Das macht die Welt doch gleich ein bisschen schöner. Mit aktuellen AAA-Spielen kann Dragon’s Dogma hier aber nicht konkurrieren, dafür ist die Welt einfach etwas zu trist und leer. Abgesehen von einigen Monstern und Banditen findet man nur ein paar Hasen und Möwen hier und da in der Landschaft. Hier und da gibt es ein paar schön gestaltete Orte, nur ohne Leben fühlen sie sich eben sehr leer an.

Bei den mythologischen Gegner und auch den kleineren Zwischenmahlzeiten, wie etwa Wölfe und Banditen, gibt es nichts zu meckern. Diese sind soweit schön gestaltet. Würden gerade die mythologischen Gegner nicht so vehement nach unserem Leben trachten, wäre ich schon gerne das eine oder andere Mal ein wenig auf einem Greifen oder einem Manticore durch die Gegend geritten. Dies könnt ihr zwar auch so machen, aber es ist eben doch sehr anstrengend, wenn das Mistvieh die ganze Zeit rumzappelt und einen loswerden will.

Am Besten sind aber die Bewohner der Welt! Egal wie viele Leute ihr im Dorf, auf der Straße oder in der Stadt tötet, egal wie viel ihr aus den Häusern und von den Leuten klaut, sie begrüßen euch immer wieder mit einer zuckersüßen Freundlichkeit. Das ist ja richtig herzerwärmend. Obwohl ihr am Anfang von Dragon’s Dogma – Dark Arisen darauf hingewiesen werdet, dass falsche Handlungen euch sozusagen schlechten Ruf bei anderen einbringen, ändert sich eigentlich gar nichts an der Situation. Lediglich Wachen auf den Straßen kommen auf die Idee, euch auch anzugreifen, wenn ihr sie zu oft angreift.Die großen Gegner sind besonders fies zu euch

Der Weg des Helden ist steinig

In Dragon’s Dogma – Dark Arisen könnt ihr zwischen neun Klassen wählen. Drei Mischklassen liefern etwas Abwechslung zu anderen Rollenspielen, die anderen sechs Klassen sind in fast jedem klassischen Rollenspiel vertreten. Das Interessante in diesem Fall ist, dass ihr die Entwicklung eures Helden mit der Wahl der Klasse beeinflussen könnt. Steigt ihr im Level auf, werden die Punkte entsprechend der Klasse verteilt. Seid ihr also ein Magier, bekommt ihr mehr magischen Angriff und magische Verteidigung, während sich beim Assassinen vor allem der physische Angriff steigert. Je nachdem, welchen Weg ihr gehen wollt, solltet ihr also gut überlegen, wann ihr welche Klasse wählt. Diese könnt ihr im Übrigen zu jeder Zeit wechseln, wenn genug Disziplinpunkte vorhanden sind. Steigerungen der Werte sind zudem permanent, habt ihr durchweg mit einem Nahkämpfer gespielt, wird dieser später über sehr wenig magischen Angriff verfügen, wenn ihr ihn zum Zauberer macht.

Die Kämpfe können sehr fordernd sein, denn ob ihr die kleineren Gegner bereits besiegen könnt oder doch lieber das Weite suchen solltet, ist häufig schwer abzuschätzen. Da hilft nur vorsichtiges Ausprobieren! Auch scheinen Gegner die Fähigkeit des “Nach oben Schauens” noch nicht gemeistert zu haben. Stellt ihr euch an eine Klippe, könnt ihr die Gegner unten meist in Ruhe töten, da sie nicht einmal den Weg nach oben rennen.

Bei größeren Gegner bezieht sich das Prinzip eher darauf, herauszufinden, wo ihre Schwächen sind. So solltet ihr bei einer Chimära z. B. zuerst auf den Schlangenkopf gehen oder bei Trollen die Waffe aus der Hand schießen oder die Stoßzähne abbrechen. Dieser taktische Aspekt gegenüber großen Gegnern macht die sonst sehr eintönigen Kämpfe doch etwas abwechslungsreicher und interessanter. Zusätzliches Feature von Dragon’s Dogma – Dark Arisen ist hier, dass ihr auf größere Gegner und Bosse heraufklettern könnt, um besser an die jeweiligen Schwachstellen heranzukommen.

Schnellreisen wiederum müssen sich erst erarbeitet werden. Zu Beginn sind die Zielkreise alle inaktiv und die Teleportsteine in der Regel sehr selten und teuer. Bleibt meist also nur die Möglichkeit, den Weg zu laufen, was bei weiteren Strecken doch irgendwann anstrengend wird.

Jeder Held braucht eine Geschichte

Jedes Rollenspiel und jeder Held brauch eine Geschichte. Mit Hilfe eines Bösewichts, in dem Fall einem Drachen, und einigen bösen Taten, in dem Fall der Angriff auf das Dorf und der Diebstahl des Herzens, ist schnell eine Geschichte geschaffen. Grund genug auf die Reise zu gehen und dem Bösewicht das Leben schwer zu machen. Natürlich lässt der Bösewicht sich das nicht einfach gefallen und schickt euch seine Lakaien auf den Hals.

Ihr beginnt eure Reise und bekommt immer wieder ungefähre Angaben, wo ihr als nächstes hin müsst. Interessante Charaktere haben das klassische Fragezeichen über dem Kopf, so dass ihr weitest gehend durch die wichtigen Quests gelenkt werdet. Bei Quests vom Aushängebrett müsst ihr hingegen öfters mal auf eine längere Suche gehen, um die benötigten Sachen oder Gegner zu finden. Mit der Zeit lernt ihr immer mehr Schergen kennen, findet Wege euch derer zu entledigen, um dann irgendwann endlich dem Drachen gegenüberzustehen. Großartige Überraschungseffekte bleiben in der eher flachen Story meist aus. Der Reiz der Open-World birgt für erkundungswütige Spieler das Risiko, die Story aus den Augen zu verlieren, aber das kann wohl auch als Kompliment gesehen werden.

Angenehme Entwicklung des Charakters
Hilfsbereite Vasallen,...
Interessante Kämpfe gegen größere Gegner
Reichlich Aufgaben
Begleiter anderer Spieler rekrutierbar
Keine nennenswerten Bugs
Open World - fast jeder Bereich ist nach kurzer Zeit zugänglich
Zu flache, einfallslose Geschichte
...die zu viel reden und alles vergessen
KI der NPCs nicht immer gut
Moralisches Fehlverhalten hat keine Auswirkung
Triste und leere Welt
Fehlende Faktoren, die das Spiel einzigartig machen

Stefan B

Nachdem ich mich eine Weile mit dem Spiel befasst habe, muss ich sagen, dass Dragon's Dogma - Dark Arisen nur wenige Sachen besitzt, die es wirklich einzigartig oder zu etwas Besonderem machen. Es besitzt eine sehr flache, nicht sehr ausgefeilte Geschichte. Die Welt ist, abgesehen von den ganzen Gegnern, eher trist und leblos. Dafür wurden jedoch drei interessante Klassen und tolle Kämpfe mit mythologischen Kreaturen eingeführt, auf die ihr teilweise sogar raufklettern könnt. Positiv ist natürlich noch der Preis. Für 30€ bekommt ihr ein komplettes Spiel ohne größere Bugs und dürft euch zusätzlich über alle Zusatzinhalte samt DLC freuen, die in diesem Preis mit inbegriffen sind. Preis-Leistung ist da natürlich nicht zu verachten! Wer sich an den genannten Punkten nicht stört, kann gern zu greifen, der Charme von Dragon's Dogma - Dark Arisen ist an mir aber leider vorbeigegangen.
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