Test: Etrian Mystery Dungeon

Etrian-Mystery-Dungeon-Bild-3Dass Kollaborationen zwischen verschiedenen Videospiel-Franchises funktionieren können hat die Vergangenheit bereits des Öfteren gezeigt. Insbesondere mit Persona Q, einer Mischung aus den Videospielserien Etrian Odyssey und Persona, hat Atlus bereits eindrucksvoll bewiesen, wie hochkarätig solche Fusionen sein können. Dies hat Atlus vermutlich dazu bewegt zusammen mit Spike Chunsoft an dem Erfolgs-Schema anzusetzen und Etrian Mystery Dungeon zu entwickeln.

Etrian meets Mystery Dungeon

Bis zum heutigen Tag haben wir es bereits mit zahlreichen Mystery Dungeon Games zu tun bekommen. Dazu lässt sich die klassische Serie Shiren the Wanderer zählen, aber auch die moderne Umsetzung durch die Pokemon Mystery Dungeon Spiele zeugen von der Beliebtheit dieses Genres. Etrian Mystery Dungeon bleibt dem eigentlichen Konzept treu und so begebt ihr euch wieder einmal in zufällig generierte Dungeons, die mit einer ordentlichen Prise Roguelike daherkommen.

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Zu Beginn des Spiels gilt es allerdings zunächst euren Hauptcharakter sowie einige weitere Helden zu erstellen, mit denen ihr euch kurz darauf in den ersten Dungeon begebt. Die Dungeons des Spiels unterteilen sich dabei in zahlreiche Ebenen, die es mit einer Party, bestehend aus vier Charakteren, zu erkunden gilt. Dabei stoßt ihr immer wieder auf zahlreiche Monster, die in klassischer Manier simultan mit euren Aktionen agieren. Bewegt ihr euch eine Kachel voran, so übt auch der Gegner gleichzeitig eine Aktion aus. Entsprechend ist ein vorausschauendes Handeln und taktisches Feingefühlt niemals fehl am Platz, insbesondere wenn eine falsche Entscheidung zum Ableben eurer Charaktere führen kann.

Dabei steuert ihr allerdings stets nur den Anführer der Party. Alle anderen Mitglieder der Gruppe werden von der K.I. übernommen, was gelegentlich zu sehr kniffligen Situationen führen kann, insbesondere wenn man es mit mehreren Gegnern gleichzeitig zu tun bekommt. Ein Wechseln des Anführers ist zwar jederzeit möglich, aber dennoch bleibt hier oftmals ein Gefühl der Machtlosigkeit zurück, insbesondere wenn Partymitglieder Aktionen durchführen, die nicht euren Wünschen entsprechen. Zwar könnt ihr manuell diverse Fähigkeiten deaktivieren, allerdings vermissen wir programmierbare Verhaltensweisen, die beispielsweise dem Medic der Gruppe sagen, dass er nur dann heilen soll, sobald die HP eines Teammitglieds unter einen bestimmten Prozentwert gefallen sind.

Eine anspruchsvolle Herausforderung

Was Mystery Dungeon Spiele seit jeher ausmachten war deren Roguelike-Elemente. Auch mit Etrian Mystery Dungeon erwarten euch wieder knallharte Herausforderungen. Begebt ihr euch erst einmal in einen Dungeon, so stehen euch nur wenige Optionen offen: Entweder den Dungeon abzuschließen, aus diesem zu fliehen oder zu sterben. Letztere Option kann euch dabei schneller ereignen als euch lieb ist, denn gerade Support-Charaktere sind für Angriffe besonders anfällig und Grinden gehört zwangsweise zum Spielgeschehen.

Sollte eure Party tatsächlich irgendwann Ableben, so bedeutet dies allerdings nicht das Game Over, sondern so kehrt ihr in die Ausgangs-Stadt zurück und verliert dabei sämtliche Items und euer hart erarbeitetes Gold. Die Stadt selbst bietet euch zudem aber auch viele Vorzüge, wie das Annehmen von Quests, das Handeln mit dem örtlichen Händler, das Verbessern von Waffen durch den Schmied und unter anderen auch das Lagern von Items. Im späteren Verlauf werdet ihr zudem die Möglichkeit erhalten die Stadt auszubauen. Dies stellt zwar ein kostenintensives Unterfangen dar, dafür erhaltet ihr jedoch spezielle Vorzüge, wie eine Steigerung der der lagerbaren Items oder die Möglichkeit neue  Ausrüstung zu erwerben.

Seichte Story und knackige Lernkurve

Gerade der Anfang von Etrian Mystery Dungeon fällt relativ langatmig aus. Der Kern des Spiels liegt in dem Durchforsten der Dungeons und gerade der Rollenspielfaktor fällt hier sehr schwach aus. Zwar erhaltet ihr immer wieder diverse Quests die für Beschäftigung sorgen, doch im Endeffekt sind dies nur Impulse um einen Grund zu setzen die Dungeons zu besuchen.  Je länger ihr  jedoch dem Spiel folgt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch in diesem Spielgeschehen verliert. Insbesondere sobald ihr die verschiedenen Möglichkeiten des Titels verinnerlicht, was aufgrund der steilen Lernkurve sehr müßig sein kann, geht der Spaß so richtig los.

Der größte Makel des Spiels liegt aber in einem Bereich, den kaum ein Spieler bei einem Titel aus dem Hause Atlus erwarten dürfte: Die Menüführung. Diese ist äußerst gewöhnungsbedürftig, sodass selbst die simpelsten Aktionen irreführend und ungewohnt unflexibel daherkommen. So werdet ihr beispielsweise immer wieder ins Ausrüstungsmenü geworfen, sobald ihr ein Item angelegt. Ebenso bedarf es besonderer Vorsicht bestimmte Fähigkeiten anzuwenden, denn gerade eigene Partymitglieder werden hier kaum kenntlich hervorgehoben. Dies kann besonders frustrierend sein, wenn ihr fälschlicherweise das verkehrte Partymitglied heilt und das Resultat dieses Fehlers der Ruin ist.

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Anspruchsvoll und knackig
Toller Soundtrack
Tiefgreifendes Party-Management
Süchtigmachendes Spielprinzip
Das Beste beider Franchises vereint
Leveldesign und Optik teils veraltet
Steile Lernkurve
Menüführung nicht ausreichend intuitiv
Seichte Story

Daniel M.

Insbesondere nach Persona Q  waren meine Erwartungen an Etrian Mystery Dungeon enorm hoch. Der Start des Spiels fiel allerdings etwas träge aus und auch die Menüführung gestaltete sich als recht gewöhnungsbedürftig. Je mehr Zeit ich jedoch mit Etrian Mystery Dungeon verbracht habe und je weiter ich in die Tiefen der zahlreichen Dungeons vorgedrungen bin, umso mehr habe ich mich in das Spiel verliebt. Zwar hat der Titel einige Schwachstellen doch wer den hohen Schwierigkeitsgrad meistert und eine Vorliebe für taktische und anspruchsvolle Spiele hat, der kann mit diesem Titel sehr glücklich werden.
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