Test: Everspace

Test: Everspace 1

Als im vergangenen Jahr im September die Early Access-Phase des Weltraum-Shooters Everspace startete, war die Begeisterung groß. Nicht nur gelang dem Hamburger Studio Rockfish Games hier eine optisch-pompöse Inszenierung, auch im Gameplay konnte sich der Titel, welcher stark an ein Faster Than Light (FTL) erinnerte, beweisen. Nun ist das Spiel in seiner vollständigen Fassung final veröffentlicht worden und neben neuen Schiffen, Sektoren und weiteren Gameplay-Elementen, bekommen es Spieler nun auch mit einer kompakten Story zu tun, die für ordentlich Mehrwert sorgen soll.

Auf einer langwierigen Mission

Everspace siedelt sich unter den Rogue-like Games an, also der Art von Spielen, die mit einem hohen Maß an Anspruch daherkommen und in denen das Ableben keine Seltenheit ist, sondern vielmehr sogar zum eigentlichen Voranschreiten dazugehört. So verdient ihr im Verlauf eurer Weltraum-Abenteuer zahlreiche Credits, die ihr nach eurem Scheitern in ein neues Schiff oder in neue Schiffssysteme investieren könnt. Auf diese Weise seid ihr für eure zukünftigen Missionen noch besser gerüstet und könnt die Story mit besseren Erfolgsaussichten angehen.Test: Everspace 2

 

Mit der neuen Storyline hinter Everspace bekommt ihr es zudem mit zahlreichen Erinnerungsschnipseln zu tun, die euch zwischen den Missionen eingeblendet werden. Denn tatsächlich erinnert sich unser Protagonist, dessen meist einziger Gesprächspartner nur die eigensinnige K.I. seines Jägers ist, an nicht allzu viel. Er ist in einer Forschungseinrichtung aufgewacht und wurde mit einem Toxin vergiftet. Lediglich einige Raumkoordinaten stehen ihm zur Verfügung und auf der Suche nach Antworten begibt er sich auf die Reise zu diesen. Was könnte sich dahinter verbergen?

 

Der Weg ist das Ziel

Wie in so vielen Rogue-like Games ist nicht das Absolvieren der Story, sondern viel mehr das möglichst lange Überleben das eigentliche Ziel der Mission. Wie im Spiel FTL begebt ihr euch so durch verschiedene Sektoren, die jeweils aus mehreren Sprungkoordinaten bestehen. Was in diesen auf euch wartet ist oft sehr unterschiedlich. Händler, Piraten, feindliche Fraktionen oder auch Anomalien können hier zu finden sein. Selbst freundlich bzw. neutral gesinnte Fraktionen können von euch angegriffen werden, sofern ihr das Risiko eingehen wollt. Der Vorteil ist jedoch nicht zu unterschätzen, denn auf diese Weise erlangt ihr evtl. wichtigen Treibstoff, Credits oder gar wertvolle Ausrüstungskomponenten für euer Schiff.

Test: Everspace 3

Im Verlauf eurer Kämpfe steht so die Materialienbeschaffung ganz oben auf der To-Do-Liste. Denn neben Waffen und Schiffssystemen lassen sich auch unterschiedliche Komponenten und Rohstoffe finden, die entweder geplündert oder abgebaut werden wollen. Mit diesen können wiederum neue Module gebaut, bestehende upgegradet oder gar Reparaturen durchgeführt werden. Letzteres ist dabei nicht unwichtig, denn erleidet euer Schiff Schäden, so können auch diverse Systeme in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht selten kommt es dazu, dass die einst so hochkarätige Steuerung hinter Everspace zu schludern beginnt und ihr euch wie hinter dem Steuer eines schweren Trucks im Weltall vorkommt, welcher kaum noch unter Kontrolle gehalten werden kann, und das nur wegen eines beschädigten Systems. Kritischer wird es zudem, wenn die Lebenserhaltung ausfällt, dann drängt die Zeit.

Aber auch Anomalien können zu einer Qual werden. Plötzlich verschwindet man in einem schwarzen Loch, wird von koronalen Massenauswürfen einer Sonne getroffen oder findet sich mitten in einem Gewittersturm im Weltall wieder. Ein weiterer Grund, nicht zu lange in einem System zu verharren, ist zudem die Zeitbegrenzung. Nach einer gewissen Zeit beginnen hier plötzlich riesige Kampfkreuzer ins System zu springen und das Feuer auf euch zu eröffnen. Keine sehr empfehlenswerte Erfahrung!

Test: Everspace 5

Die Schiffe und die Bewaffnung

Neben den schon in der Early Access-Phase verfügbaren Allround-Jäger bekommen wir es in der finalen Everspace-Fassung nun mit zwei neuen Schiffen zu tun, die beide über komplett andere Spielstile und Schiffssysteme verfügen. Der Scout ist ein kleiner und unfassbar schneller Jäger, der zwar über keine allzu große Panzerung oder Platz für zusätzliche Schiffssysteme verfügt, dafür aber gerade aufgrund seiner Agilität nicht zu unterschätzen ist. Für Draufgänger hingegen steht das Gunship zur Verfügung, welches eine wahre Festung ist. Zahllose Slots für Waffen und sogar automatische Geschützen machen diesen Koloss zu einem Giganten, der allerdings auch recht träge in der Steuerung daherkommt.

Gerade die Bewaffnung und die Schiffssystem bieten in Everspace ein Höchstmaß an Abwechslung, denn nicht nur sind die unterschiedlichsten Gattungen im Spiel implementiert, auch bieten diese viel Spaß in Ihrer Anwendung. Tarnsysteme, Teleporter und sogar Systeme zum Manipulieren feindlicher Schiffe stehen hier in den Startlöchern, um den Kampf gegen die zahllosen Gefahren im Weltall zu begegnen. Wer übrigens die Story durchgespielt hat, der muss keineswegs denken, dass hier schon Ende im Gelände ist. Die Story geht weiter und ebenso dürfen sich Spieler auf zahlreiche versteckte Features freuen, mit denen neue Upgrades und Handicaps freigeschaltet werden können, die das Spiel nochmals eine ganze Ecke interessanter machen.

Test: Everspace 4

Unfassbar präzise in der Steuerung
Abwechslungsreiche Schiffe und Bewaffnungen
Anspruchsvolles Gameplay
Optisch einfach nur bombastisch

Daniel M.

Everspace hat sich im Vergleich zur Early Access-Phase zwar nicht großartig verändert, aber die zahlreichen Neuerungen bieten hier einen neuen und starken Anreiz, den Titel ein weiteres Mal zu starten und in den Weiten des Weltraums die Schubdüsen voll aufzudrehen. Dabei spielen vor allem die unfassbar gute Steuerung, kombiniert mit dem effektvollen Optik des Spiels natürlich eines große Rolle, aber gerade der Hohe Anspruch und die rasanten Kämpfen bieten hier ebenso viel Potential, Everspace erneut und erneut durchzuspielen.
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